Miteinander – Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter

Soziale Kontakte sind der Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden

Soziale Isolation und Einsamkeit hochaltriger Menschen ist heute und in absehbarer Zukunft eines der relevantesten gesellschaftlichen Probleme in Deutschland.

Wir Malteser wollen aufklären und die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren. Alten und hochaltrigen Menschen bieten wir über eine Vielzahl von ehrenamtlich getragenen Diensten Unterstützung und Begleitung im Alltag an. Zusätzlich schaffen wir Engagementmöglichkeiten, die zur Vorbeugung von Einsamkeit im Alter beitragen sollen. Denn wer selbst hilft, hat mehr Kontakt und kann gegebenenfalls später leichter Hilfe annehmen.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekts Miteinander-Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter werden von Juli 2020 bis Ende 2024 insgesamt 112 Standorte in ganz Deutschland gefördert. Um möglichst viele von Einsamkeit im Alter bedrohte Menschen zu erreichen, öffnen wir neue Zugangswege zu den Zielgruppen und machen ihnen zusätzliche Angebote. Zudem werden die bewährten Angebote der Malteser bundesweit noch einmal deutlich ausgeweitet.

Kontakt:

Elena Oster

Elena Oster
Referentin Soziales Ehrenamt
Tel. 0221 9822-2665
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Studie warnt vor Einsamkeit der Älteren in der Pandemie. Ministerin Giffey: „Vergesst nicht die Älteren“

Wie einsam fühlen sich ältere Menschen während des Corona-Lockdowns? Dieser Frage ist das Deutsche Zentrum für Altersfragen im Sommer 2020 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums nachgegangen. Das Ergebnis: Das Einsamkeitsempfinden war deutlich höher als in den Jahren 2014 und 2017.

Bundesministerin Franziska Giffey: „Einsamkeit ist gerade in Pandemie-Zeiten zu einem Thema geworden. Das gilt für alle. Aber gerade ältere Menschen, die unter Einsamkeit leiden, werden oft nicht gesehen. Weil ihr soziales Netz meist recht klein ist und während der Pandemie die Kontakte und Begegnungsmöglichkeiten vor Ort extrem eingeschränkt sind. Deshalb ist es so wichtig, dass jeder von uns aufmerksam bleibt und ältere Menschen zum Beispiel in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis nicht vergisst.“

Detaillierte Informationen zur Studie: Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend >

Ziele des Projekts "Miteinander - Füreinander"

Individuelle Ziele

  • Reduzierung oder Prävention des Einsamkeitserlebens und der sozialen Isolation
    • Information über (kostenlose) bedarfsgerechte Angebote
    • Erhöhung der Bereitschaft, Hilfe und Begleitung bei Bedarf anzunehmen
    • Ermöglichung der Teilnahme an Angeboten
    • Zugangswege schaffen zu Beziehungen und Kontakten zu anderen Senioren und zu den Ehrenamtlichen
    • Schaffung von Engagementmöglichkeiten für Senioren
       
  • Möglichst langer, möglichst zufriedener Verbleib in der Häuslichkeit
     
  • Reduzierung von gesundheitlichen Risiken, die durch Einsamkeit bzw. soziale Isolation ausgelöst/verstärkt werden
     
  • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben

Gesellschaftliche Ziele

  • Enttabuisierung des Themas Einsamkeit 
    • Aufzeigen von gesellschaftlichen Faktoren, die die Entstehung von Einsamkeit und/oder sozialer Isolation begünstigen bzw. diese vermeiden
       
  • Stärkung der intergenerationalen Beziehungen
    • Gegenseitiges Verständnis für die Lebenssituation in der jeweiligen Lebensphase stärken
       
  • Reduzierung von gesundheitlichen Risiken von Einsamkeit 
    • Soziökonomische Effekte, z.B. Kostensenkung durch Entlastung des Gesundheitssystems erreichen

Das Projekt auf einen Blick

  • Neue Zugangswege und Ausbau der bestehenden Leistungen und Dienste
     
  • Prävention von Einsamkeit
     
  • Gesellschaftliche Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema Einsamkeit
     
  • Begleitforschung zur Wirksamkeitsmessung

Ausbau bestehender Angebote und neue Maßnahmen

Persönliche Begleitung

Der Besuchs- und Begleitungsdienst der Malteser bringt Licht in den Alltag einsamer älterer Menschen. Rund 2.500 Ehrenamtliche in mehr als 200 Städten und Gemeinden besuchen Seniorinnen und Senioren zu Hause und in Altenhilfeeinrichtungen. Sie gehen mit viel Einfühlungsvermögen auf die Menschen ein und haben ein offenes Ohr für die persönlichen Bedürfnisse, die Lebensgeschichte und das aktuelle Befinden. Kleine Handreichungen im Alltag, ein Spaziergang ins Grüne, ein Besuch im Stadtcafé bereiten Lebensfreude und stimmen zuversichtlich.


Telefonische Begleitung

In der Corona-Zeit sind Besuche per Telefon besonders wichtig geworden. Allerdings gibt es den Telefonbesuchsdienst der Malteser schon seit Jahren. Er richtet sich an Menschen, die gesprächsbedürftig sind, aber nicht persönlich besucht werden möchten. In den regelmäßigen Telefonaten hören unsere ehrenamtlichen Mitarbeitenden zu, erzählen selbst und nehmen Anteil am Alltag und der Lebensgeschichte der älteren Menschen.


Steigerung von Aktivität in Alltag und Freizeit

Wer aufgrund gesundheitlicher Einschränkung, Behinderung oder Armut im sozialen Abseits steht, dem ist häufig auch die Teilnahme am kulturellen Leben verwehrt. Ehrenamtliche planen und organisieren den Besuch im Theater, von Konzerten, Museen, zoologischen Gärten oder Freilicht-Veranstaltungen. Das Team des Malteser KulTour-Begleitungsdienstes kümmert sich um ermäßigte Eintrittskarten und organisiert den Transfer.


Förderung von Gemeinschaft und Geselligkeit

Alte Menschen wünschen sich Austausch und brauchen ihn auch. Sie wollen alte Freundschaften pflegen und neue Bekanntschaften schließen. In den Malteser Cafés für Senioren kommen die Senioren bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch. Da trägt jemand Gedichte oder Musikstücke vor, Anekdoten werden zum Besten gegeben und Tipps für den Alltag werden ausgetauscht.


Neu: Lokale Angebotsnetze

Was alte und hochaltrige Menschen an Unterstützung benötigen hängt von der Wohnsituation, vom Gesundheitszustand und den persönlichen Ressourcen ab. Auch die Palette an Unterstützungsmöglichkeiten variiert mit dem Stadtteil oder der Region. An ausgewählten Standorten bauen die Malteser eng vernetzt mit kommunalen und freien Trägern der Seniorenhilfe eine Vielzahl an Angeboten auf und kombinieren diese mit bedarfsgerecht bewährten Angeboten. Gemeinsam mit anderen Akteuren knüpfen wir so ein Angebotsnetz, das Seniorinnen und Senioren möglichst lange ermöglicht, in den eigenen vier Wänden zu leben.


Neu: Malteser Hausbesuch

Modellhaft an mehreren Standorten bauen die Malteser einen aufsuchenden Informationsdienst für Senioren auf. Das Ziel ist es, bestehende Hilfeleistungen für alle zugänglich zu machen, Informationslücken zu schließen, akute Notlagen zu lösen und Hilfestellung zur nachhaltigen Verbesserung der eigenen Lebenssituation zu geben. Hierbei sollen tragfähige Beziehungen der alten Menschen zu mindestens einem Träger der Seniorenhilfe vor Ort entstehen. Der Zugang zur Zielgruppe erfolgt in Kooperation etwa mit den Kommunen. Die Seniorinnen und Senioren werden anschließend durch qualifizierte Ehrenamtliche besucht.


Weiterführende Infos zu den Malteser Besuchs- und Begleitdiensten

Zusätzlich zum Projekt Miteinander-Füreinander bieten die Malteser eine noch größere Bandbreite an Angeboten für die Begleitung und Unterstützung älterer, einsamer Menschen in ganz Deutschland an. Zur Gesamtübersicht aller Angebote und Standorte 

Übersicht Standorte

Während des Projektzeitraums von Juli 2020 bis Dezember 2024 wird der Auf- und Ausbau der neuen oder bestehenden Angebote an insgesamt 112 Standorte in allen 16 Bundesländern gefördert. Eine Übersicht aller Standorte finden Sie in der Auflistung nach Bundesländern. In der aktiven Landkarte finden Sie alle bereits gestarteten Standorte mit Angeboten und Kontaktdaten.

Berlin

Berlin

Start Q1/2022

10587 Berlin

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern

Saarland

Saarland

Start Q3/2020

Start Q1/2022