Deutsche Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens
Die Deutsche Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens, eine von vielen regionalen Gliedern des internationalen Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta, ist als eingetragener Verein (Souveräner Malteser-Ritterorden Deutsche Assoziation e.V.) organisiert. Die Trägerschaft in den Deutschen Malteserwerken wird im rechtlich selbstständigen Malteserorden Deutschland Werke e.V. wahrgenommen.
Liebe Freunde der Malteser,
bei uns in Deutschland kennt fast jeder die Malteser. Allerdings gilt dies mehr für unsere Rettungsdienstfahrzeuge, für die vielen großartigen Helfer im Malteser Hilfsdienst und für all die vielen anderen Werke des Ordens in unserem Lande als für den Malteserorden selbst. Seine illustre Geschichte ist dabei noch bekannter als seine heutige Gestalt.
Wir sind der älteste Krankenpflegeorden der Christenheit. Ein Orden, der später Söldner zur Verteidigung der Kranken und Pilger beschäftigte, und schließlich zu einem militärischen und adeligen Orden wurde, welche Gestalt seine weitere Geschichte geprägt hat.
In den mehr als 900 Jahren unserer Geschichte wurde immer wieder über das bevorstehende Ende unseres Ordens spekuliert. Nach dem Fall des Heiligen Landes, nach der Vertreibung aus Rhodos, spätestens nach der Vertreibung aus Malta. Und doch steht heute unser Orden, was seine weltweiten Werke und seine Mitgliederzahl angeht, in beispielloser Blüte.
Eine Geschichte der Niederlagen, aus denen immer wieder ein neuer Aufbruch werden konnte, wenn sich die Ordensritter auf ihre ursprüngliche Aufgabe besonnen haben: Hilfe den Armen und Bedürftigen, und Verteidigung unseres Glaubens.
Unsere Deutsche Assoziation mit ihren etwa 700 Mitgliedern widmet sich dieser Aufgabe in vielerlei Weise: durch das persönliche Engagement ihrer Mitglieder und durch die großen Malteserwerke in Deutschland, in denen sie durch den rechtlich selbstständigen Verein Malteserorden Deutschland Werke e.V. wirkt. Fest verwurzelt in der katholischen Kirche unseres Landes, und, obwohl grundsätzlich unpolitisch, aktiv in allen Bereichen der allgemeinen Daseinsvorsorge, folgt der Orden in Deutschland dem Versprechen unseres HERRN: „Was ihr einem der Geringsten getan habt, habt ihr mir getan.“
Vielleicht ist gerade die besondere und uralte Struktur unseres Ordens, der immer ein Laienorden war, und in dem auch verheiratete Männer und Frauen Mitglieder sind, für die Bedürfnisse und Lebensweisen unseres 21. Jahrhunderts besonders geeignet. Und vielleicht ist es so, dass wir aus dieser besonderen Verfassung heraus vieles auffangen können, was von den wundervollen Pflegeorden, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, nicht mehr zu leisten ist.
Die Spiritualität unseres Ordens entfaltet sich im Kontext seines besonderen Charismas: unseren HERRN Jesus Christus zu erkennen und zu bedienen in jedem Armen und Kranken, der uns begegnet. Dies ist ein Programm für ein ganzes langes Leben, und wird immer ein anziehender Grund für viele junge Menschen bleiben, unserem Orden beizutreten. Aus unserer Geschichte wissen wir dabei immer, dass wir unser kostbares Charisma in sehr zerbrechlichen Gefäßen transportieren.
Es ist keine leichte Zeit für die katholische Kirche in Deutschland. Aber ihr Beitrag zum Gelingen unserer Gesellschaft ist weiterhin bewundernswert und groß. Der Malteserorden möchte mit all seinen Kräften, in Tat und Gebet seinen Teil dazu beitragen, dass das 21. Jahrhundert wie das 19. Jahrhundert für die katholische Kirche in Deutschland ein Jahrhundert des neuen Aufbruchs wird.
Ernst Freiherr von Freyberg
Präsident der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens
Orden und Ordensmitglieder
Der weltweite Malteserorden ist in drei Stände gegliedert: den ersten Stand bilden die Professritter. Sie legen die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ab und sind Laienbrüder mit allen Wirkungen des Kirchenrechts. Aus ihrer Mitte wird der Großmeister als Oberhaupt und Souverän des Ordens gewählt.
Der Malteserorden ist ein souveränes Subjekt des Völkerrechts und unterhält diplomatische Beziehungen zu mehr als 110 Staaten. Er ist neutral, unparteiisch und unpolitisch aus Berufung und genießt dadurch hohe Anerkennung bei christlich wie nichtchristlich geprägten Regierungen. Zudem ist er bei zahlreichen internationalen Organisationen vertreten.
Die weltweit ca. 13.500 Ordensmitglieder sind in Großprioraten, Prioraten, Subprioraten und nationalen Assoziationen organisiert und in über 90 Ländern der Welt karitativ tätig. In Deutschland agiert die Assoziation als eingetragener Verein. Initiator und Träger der Malteser Deutschland gGmbH mit ihren Tochtergesellschaften und des Malteser Hilfsdienstes ist der Verein Malteserorden Deutschland Werke e.V. In den Führungsgremien beider Institutionen arbeiten Ordensmitglieder ehren- und hauptamtlich mit.
Struktur des Souveränen Ritter- und Hospitalordens vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta
Großmagisterium
Vorstand und Rat des Souveränen Malteser-Ritterordens Deutsche Assoziation e.V.
Vorstand
Ernst Freiherr von Freyberg
Präsident
Rudolph Herzog von Croÿ
Vizepräsident
Margaret Sophie Gräfin von Bernstorff
Vizepräsidentin
Moritz Freiherr von und zu Bodman
Schatzmeister
Stephan Freiherr Spies von Büllesheim
Kanzler
Zur Zeit unbesetzt
Hospitalier
Rat
Adelheid Freifrau von Gemmingen-Hornberg
Prof. Dr. Franziskus Freiherr Heereman von Zuydtwyck
Therese-Sophie Premauer
Maria-Theresia Gräfin von Spee
Christine von Kessel
Karl Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg
Zur Zeit unbesetzt
Assoziationskaplan
Fra‘ Dr. Georg von Lengerke
Professkaplan
Geschichte der Malteser: 150 Jahre Deutsche Malteserassoziation
Der Rückblick auf 150 Jahre Deutsche Assoziation zeigt, wie sich aus bescheidenen Anfängen durch beharrliche Arbeit aller Mitglieder einerseits und visionäre Impulse Einzelner andererseits eine große und tatkräftige Organisation entwickeln konnte.
Dabei bleibt festzuhalten, dass das Eine ohne das Andere keine Wirkung haben konnte. Die Basis für eine starke „Deutsche Zunge“ des Souveränen Malteser Ritterordens wurde mit Gründung der Rheinisch-Westfälischen Genossenschaft und dem Schlesischen Verein Mitte des 19.Jahrhunderts gelegt. In den kurz darauf ausbrechenden regionalen Kriegen widmeten sich beide Assoziationen in der Tradition der Ordensgeschichte schon der Kriegskrankenpflege, welche im Ersten Weltkrieg noch an Bedeutung zunahm. In Friedenszeiten wurden sie allgemein karitativ tätig, insbesondere durch den Aufbau von Krankenhäusern. Stark behindert in ihrem Wirken durch die Zeit des Nationalsozialismus, konnten sich beide deutsche Assoziationen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Flüchtlingshilfe, dem Aufbau von Kinderheimen und beim Ausbau der Krankenhäuser wieder sozial engagieren. Durch die Fahrten nach Lourdes und der Einführung der Oboedienzritterklasse wurde sowohl für das geistliche Leben als auch für die Werke der deutschen Malteser eine wesentliche Grundlage geschaffen.
„Tuitio fidei et obsequium pauperum – Bewahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ – dieser Leitsatz sollte die Assoziation und ihr Tun durchdringen. Die Ordensmitglieder hatten eine Basis gefunden, auf der ein starkes Zusammenwachsen gefördert wurde, und eine Struktur entstand, die Wachstum nach innen und nach außen möglich machte. Mit Zusammenschluss der beiden Vereine 1993 zu einer vereinigten Deutschen Assoziation schlossen sich zwei starke Organisationen zusammen, um so gemeinsam effektiver für ihre Sache einzutreten. Die Deutsche Assoziation nimmt eine wichtige Stellung innerhalb des gesamten internationalen Malteserordens ein und trägt mit ausschlaggebenden Impulsen zu seiner weiteren Entwicklung bei.
Die Deutsche Assoziation ist als eingetragener Verein (Souveräner Malteser-Ritterorden Deutsche Assoziation e.V.) organisiert. Die Trägerschaft in den Deutschen Malteserwerken wird im rechtlich selbstständigen Malteserorden Deutschland Werke e.V. wahrgenommen.
Zeittafel zur Geschichte des Malteserordens
Zeittafel zur Geschichte der Malteser in Deutschland
1154: Bildung der ersten Ordenskommende in Duisburg
um 1200: Bildung des Großpriorats Deutschland mit Sitz in Heitersheim bei Freiburg/ Baden
1806: Auflösung des Großpriorats und Enteignung aller Ordenseinrichtungen auf Veranlassung von Kaiser Napoleon
1859: Gründung der Genossenschaft der Rheinisch-Westfäischen Malteser Devotionsritter
1864-1918: Der Orden leistet Lazarettdienste in verschiedenen Kriegen
1865: Gründung des ersten Krankenhauses, des St. Franziskus Hospitals in Flensburg.
1867: Gründung des Vereins Schlesischer Malteserritter
seit 1945: Wiederaufbauarbeit, Gründung von Krankenhäusern und Hilfswerken
ab 1950: Krankenwallfahrten nach Lourdes
1953: Gründung des Malteser Hilfsdienstes e.V. in Münster
1956: Einsatz im Ungarn-Aufstand
1965: Gründung der Malteser Schwesternschaft
1966: Einsatz im Vietnam-Krieg
1979: Gründung der Malteser Jugend
ab 1981: Behindertenwallfahrten nach Rom
1989: Gründung der Malteser Werke
1993: Zusammenschluß der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotionsritter mit dem Verein Schlesischer Malteserritter zur Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritterorden e.V.
1997: Gründung der Malteser Hilfsdienst gGmbH
seit 1997: Sanitätsdienst in Medjugorje
1998: Gründung des Libanonprojektes
1998: Einsatz beim ICE-Unglück von Eschede
1999: Gründung der Malteser Trägergesellschaft
2000: Sanitätsdienst im Heiligen Jahr
2002: Einsatz bei der Elbe-Flut
2005: Sanitätseinsatz beim Kölner Weltjugendtag
ab 2015: Gründung des Malteser Integrationsdienstes
2017: Anerkennung des Malteserordens als eigenständiges Völkerrechtssubjekt durch die Bundesrepublik Deutschland und Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen
2025: Der Verein Deutsche Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens e.V. wird in Malteserorden Deutschland Werke e.V. umbenannt. Die Deutsche Assoziation zieht in den Verein Souveräner Malteser-Ritterorden Deutsche Assoziation e.V. um.