Malteser Migranten Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung

Hier finden Menschen ohne Krankenversicherung Ärzte und medizinische Fachkräfte, die die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung und Schwangerschaft vornehmen.

Während sich im Gründungsjahr 2001 das Angebot der Malteser Mgranten Medizin vorwiegend an Menschen richtete, die in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität in Deutschland lebten, ist der größte Teil der Patienten heute legal in Deutschland: Bürger aus den neuen EU-Mitgliedsländern, Besucher aus anderen Ländern, Studenten, die die Regelstudienzeit überschritten haben, und Deutsche.

Wir Malteser behandeln unter Wahrung der Anonymität. Die Malteser Migranten Medizin informiert und vermittelt an Beratungsstellen, zum Beispiel zur Rückkehr in eine Krankenversicherung.

An zurzeit 18 Standorten in Deutschland ist die Malteser Migranten Medizin vertreten.

Kontakt:

Sabrina Odijk

Sabrina Odijk
Koordinatorin Bundesebene
(0221) 9822-583
Ihre Nachricht an Sabrina Odijk

Welche Krankheiten werden behandelt?

Die gesundheitlichen Probleme, mit denen die Patienten in die Einrichtungen kommen, ähneln denen in einer nromalen Arztpraxis. Da die Patienten aber aufgrund ihrer Lebensumstände Probleme und Konsequenzen fürchten, gehen sie erst sehr spät zum Arzt. Deshalb sind die Erkrankungen teilweise in einem fortgeschrittenen Stadium und schwer zu behandeln.

Häufige Krankheitsbilder; Atemwegserkrankungen, Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Zahnerkrankungen, Unfallfolgen, Tumore und Infektionskrankheiten. Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Schwangere, Neugeborene und Kindern.

Unser Team

Für die Malteser Migranten Medizin ist in der Regel ein ehrenamtlich arbeitendes Team tätig. Ein Arzt, meist Internist oder Allgemeinmediziner, nimmt die Erstuntersuchung und medizinische Beratung der Patienten vor. Zusätzlich ergänzen an den einzelnen Orten in unterschiedlicher Konstellation Fachärzte sowie Arzthelferinnen und Krankenschwestern das Team. 

Ein möglichst hochwertige Versoprgung garantiert die mögliche Kooperation mit einem Netzwerk von weiteren Fachärzten, Krankenhäusern, Laboren, diagnostischen und therapeutoschen Einrichtungen, Hebammenpraxen und Apotheken.

"Die Menschen sind in einer ausweglosen Lage."

Interview mit Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF
Botschafter der Malteser Migranten Medizin in Deutschland

Weshalb unterstützen Sie die Malteser Migranten Medizinals Schirmherr?
Hilfe in der Nähe ist manchmal schwieriger als draußen in der Welt. Außerdem haben mir die Ärztinnen und Ärzte imponiert, die die Malteser Migranten Medizin erst möglich machen.

Fürchten Sie, dass sich zukünftig mehr Menschen an uns wenden müssen?
Manche Lücke hat der Gesetzgeber ja zu schließen versucht – zum Beispiel mit der Einführung des so genannten Notlagentarifs für Privatversicherte. Das muss man anerkennen. Trotzdem fürchte ich, dass vor
allem in Folge der Fluchtbewegungen viele Menschen ohne Papiere und deshalb auch ohne Krankenversicherung in Deutschland bleiben werden. Und die brauchen, aus humanitären Gründen, eine Anlaufstelle.

Was geht Ihnen beim Kontakt mit den Bedürftigen besonders nah?
Die Ausweglosigkeit ihrer Lage. Und dass die Malteser Migranten Medizin oft der allerletzte Punkt ist, an dem sie sich festhalten können.

Gibt es ein Schicksal, das Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Schirmherr besonders berührt hat?
Es gab viele: die Schwangeren, die ohne die Malteser Migranten Medizin nicht sicher gebären könnten. Die Frau mit dem vereiterten Kiefer, deren Körper ohne Behandlung vergiftet worden wäre. Der Krebskranke, dessen Tumor von außen zu ertasten war.

"Alle Menschen haben ein Recht auf medizinische Versorgung."

Interview mit Norbert Trelle, Bischof von Hildesheim, Vorsitzender „Katholisches Forum – Leben in der Illegalität“ und Schirmherr der Malteser Migranten Medizin in Hannover

Sie haben 2007 die Schirmherrschaft der Malteser Migranten Medizin in Hannover übernommen. Warum braucht es die Malteser Migranten Medizin  – nicht nur in Hannover?
Was ich damals gesagt habe, gilt bis heute: In der Malteser Migranten Medizin zeigt sich eine aktuelle Möglichkeit, den alten Leitsatz der Malteser – Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen – in die konkrete Wirklichkeit von Not leidenden Menschen zu übersetzen. Es gibt nämlich auch in einem vordergründig reichen Land wie Deutschland Männer, Frauen und Kinder ohne Krankenversicherung. Aber auch diese haben ein Recht auf medizinische Versorgung – übrigens nicht nur aus christlicher Perspektive, sondern auch in der Auslegung der allgemeinen Menschenrechte.

Was meinen Sie: Muss es die Malteser Migranten Medizin auch noch in zehn Jahren geben?
Ich fürchte ja. Alle Fachleute gehen davon aus, dass in Folge der Zuwanderung von Flüchtlingen viele abgelehnte Asylbewerber in die Illegalität flüchten und sich im Krankheitsfall der Malteser Migranten Medizin offenbaren. Es gibt derzeit zwar verschiedene politische Initiativen, dieses Leid zu bessern – zum Beispiel durch den anonymen Krankenschein oder eine Krankenkarte für Flüchtlinge. Als Vorsitzender der Migrationskommission unterstütze ich diese Initiativen nachdrücklich, fürchte jedoch, dass sie das Problem nur bessern, nicht lösen können.

Das ausführliche Interview mit Bischof Norbert Trelle finden Sie hier.

Weitere Filmbeiträge

"Ich kann mir Medizin nicht leisten."

Ein Videobeitrag der Caritas Deutschland

"Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung."

Ein Videobeitrag der Caritas Deutschland