Junge Menschen in der Sterbe- und Trauerbegleitung

interessieren – stärken – beteiligen

Wir möchten junge Menschen (18-30 Jahren) für ein ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit interessieren und begeistern. In unserem deutschlandweiten Projekt bestärken wir sie, sich mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit jungen Menschen werden neue Perspektiven und Konzepte für die Hospizarbeit entwickelt. Damit schaffen wir eine Basis, die Hospizidee weiter in die „Communities“ und unsere Gesellschaft zu tragen.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wir kooperieren mit dem Deutschen Hospiz und Palliativverband e.V. (DHPV). Die Universität Graz begleitet, berät und evaluiert das gesamte Vorhaben aus wissenschaftlicher Perspektive. 

Bernadette Groebe
Projektleitung
Tel. 0221 9822-2631
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Wie kann auch ich die Hospizcommunity mitgestalten?

Bis zum 31. Januar 2019 können sich interessierte Hospizdienste und Einrichtungen mit einer Idee für ein örtliches Projekt bewerben!

Die Projektidee sollte sich am Titel des Gesamtprojektes „Junge Menschen in der Sterbe- und Trauerbegleitung – interessieren – stärken – beteiligen“ orientieren.

Nähere Informationen finden Interessierte hier zum Download in der Ausschreibung.

Junge Menschen in der Hospizarbeit und Trauerbegleitung - Neue Wege in ein Ehrenamt?

Am Anfang des Projekts steht eine Statuserhebung. Hiermit verschaffen wir uns einen Überblick, wo junge Menschen zwischen 18-30 Jahren in der Malteser Hospizarbeit und Trauerbegleitung zu finden sind.

Zu diesen Fragen der Statuserhebung wollen wir erfahren:

  • Welche Erfahrungen haben Malteser Hospizdienste und Einrichtungen in der Arbeit mit jungen Menschen gemacht?
  • Wie viele junge Menschen sind ehrenamtlich engagiert? 
  • Arbeiten 18-30-Jährige auch im Hauptamt mit? 
  • In welchen Einsatzgebieten arbeiten junge Menschen mit? (z.B. Trauerbegleitung, Sterbebegleitung, Projekte mit Kindern und Jugendlichen)
  • Wie sind diese jungen Menschen zur Sterbe- und Trauerarbeit gekommen? 
  • Was hält sie dort und was macht ein Ehrenamt in der Hospizarbeit schwierig?

Über den Projektzeitraum von drei Jahren (Frühjahr 2019 bis Frühjahr 2022) haben ca. zehn Hospizdienste und Einrichtungen die Chance, eigene Projektideen vor Ort zu verwirklichen. Sie erarbeiten in diesen Projekten, gemeinsam mit jungen Menschen, wie diese Zielgruppe mit den Themen Sterben, Tod und Trauer in Kontakt kommen bzw. sich in die lokale Hospizarbeit und Trauerbegleitung einbringen kann.

Mehrmals im Jahr kommen alle teilnehmenden Dienste und Einrichtungen in Projektforen und Workshops zusammen. Bei diesen Treffen ist Raum, Erfahrungen mit anderen teilnehmenden Hospizdiensten zu teilen und mit den Prozessbegleitern von der Uni Graz das eigene Projekt zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Wir wollen einen kritischen Blick auf die bestehende Hospizarbeit und Trauerbegleitung werfen und uns gemeinsam mit jungen Menschen darüber austauschen, was für diese Gruppe ein Engagement in der Sterbe- und Trauerbegleitung ermöglicht. 

Das Projekt möchte Antworten auf diese Fragen geben:

  • Was sind Barrieren, was sind förderliche Faktoren für ein (mögliches) Engagement junger Menschen in der Hospizarbeit? 
  • Wie gehen junge Menschen mit „hospizlichen“ Themen um? 
  • Wie muss sich die Hospizarbeit verändern, um gute Rahmenbedingungen für das Engagement junger Menschen zu schaffen? 
  • Was kann die Hospizarbeit von den jungen Menschen lernen? 

Hospizarbeit in Bewegung – Zum Hintergrund des Projekts

Wir begleiten in unseren Hospiz- und Trauerbegleitungsangeboten neben Erwachsenen auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Familien. Junge Menschen (18-30 Jahre), die durch eigene Erkrankung oder Erfahrungen im näheren Umfeld mit Sterben, Verlust und Trauer konfrontiert sind, verlieren oftmals den Anschluss zu Gleichaltrigen. Innerhalb der eignen Altersgruppe findet wenig Austausch über diese existentiellen Themen statt. Betroffene junge Menschen erfahren in ihrem Leid daher wenig Unterstützung durch Gleichaltrige. In den Begleitungen betroffener junger Menschen fällt immer wieder auf, dass zwischen Betroffenen und (Hospiz-)Begleitern ein großer Altersunterschied vorherrscht. Dies macht es in Teilen schwierig, eine gemeinsame altersgerechte Sprache für den Austausch zu finden.

Die Hospizbewegung ist eine Erfolgsgeschichte - gleichzeitig verändert sie sich. Im Projekt greifen wir die Idee der „Caring Communities“ auf. Caring Communities sind Gemeinden, Nachbarschaften und Sorgenetze, in denen jede und jeder in einer Kultur des Miteinanders Unterstützung findet. Familien werden gestützt, Kranke begleitet, Sterbende entstigmatisiert. Die Sorge um Betroffene und ihre Angehörigen ist nicht nur eine Angelegenheit von „Diensten“, sondern der Gemeinden und Gemeinschaften, von Menschen aller Altersgruppen. In diesem Zusammenhang verändert sich auch das ehrenamtliche Engagement, es wird bunter und ist generationsübergreifend. 

In unserem Projekt „Gib mir'n kleines bisschen Sicherheit“ haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch schon Kinder und Jugendliche sich mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen können und wollen. Junge Menschen sind immer wieder sehr offen für ein Engagement in der Hospizarbeit. Und auch aus Umfragen zur Freiwilligenarbeit generell wissen wir, dass es prinzipiell eine hohe Bereitschaft von 18-30-Jährigen zu bürgerschaftlichem Engagement gibt. Dennoch ist diese Altersgruppe bisher im sozialen Bereich, so beispielsweise in der Hospizarbeit, wenig vertreten.

Unser Projekt will einen Impuls geben, um Hospizarbeit in der Gesellschaft breiter zu thematisieren. Es will darüber hinaus Wege aufzeigen, wie auch jungen Menschen in der Phase von Berufstätigkeit und Familienleben ein ehrenamtliches Engagement ermöglicht werden kann. Und nicht zuletzt möchte es Impulse und Anregungen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft der Hospizarbeit erarbeiten.