Hospizarbeit: Begleitung bis zum Schluss

Die meisten Menschen sterben im Krankenhaus oder Pflegeheim. Dabei wünscht sich der Großteil der Deutschen, zu Hause im Kreis der Angehörigen zu sterben. Die Hospizarbeit möchte genau das erreichen: Sie begleitet sterbenskranke Menschen bis zum Ende und trägt dazu bei, dass ein würdevolles Sterben gelingen kann. Was die Hospizarbeit ausmacht, erfährst du hier.

Darum geht's:

 


Hospizarbeit – was ist das eigentlich?

Die Hospizarbeit begann Ende der 1960er-Jahre in England. Die Sozialarbeiterin, Ärztin und Krankenschwester Cicely Saunders gründete ein Haus für sterbende Menschen und deren Angehörige, das sie als Hospiz bezeichnete. Cicely Saunders wollte den Menschen damit bis zuletzt ein würdevolles Leben ermöglichen und postulierte: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Bis heute geht es in der Hospizbewegung darum, unheilbar kranken Menschen mehr Lebensqualität zu schenken. Die begrenzte Lebenszeit soll so angenehm wie möglich gestaltet, die Symptome der schweren Krankheit so gut wie möglich gelindert werden. Dabei wird der Mensch nicht auf seine Krankheit reduziert, sondern mit all dem, was ihn ausmacht, betrachtet. Außerdem nimmt man auch die Menschen mit in den Blick, die als Familienangehörige, Nachbarn und Freunde nahestehen.

Bei der Hospizarbeit sind die Aufgaben vielschichtig

  • Physische, psychische, soziale und spirituelle Begleitung und Versorgung
  • Psychosoziale und palliative Beratung, medizinisch-pflegerische Versorgung, Erfüllen letzter Wünsche, Hilfe im Alltag, Dasein, Trost spenden etc.
  • Auch Angehörige, Familie und Freunde stehen im Fokus dieser Sorge
  • Ein mitmenschliches, solidarisches Miteinander am Lebensende schaffen, wo notwendig mit fachlich qualifizierter Unterstützung

Die Rolle der Ehrenamtlichen bei der Hospizarbeit

Getragen wird die Hospizarbeit von Ehrenamtlichen, die mit ihrem Dasein sterbenden Menschen und ihren Angehörigen aufmerksame und behutsame Unterstützung anbieten. Gleichzeitig stehen Fachkräfte – besonders aus der Krankenpflege und Sozialen Arbeit - zur Seite. Sie ziehen Ärzte, Pflegekräfte, Sozialdienste und Seelsorger bei Bedarf hinzu, um eine umfängliche Umsorgung in einer gemeinsamen Verantwortung multidisziplinär sicher zu stellen.

  • Es waren maßgeblich ehrenamtlich Engagierte, die die Hospizbewegung in den 1980er-Jahren in Deutschland etabliert und zusammen mit Pionieren der Pflege und der Ärzteschaft die ersten Hospiz- und Palliativeinrichtungen gegründet haben.
  • Ehrenamtliche teilen den Alltag mit den Betroffenen, sie halten mit aus, hören zu, unterstützen durch kleine Handreichungen und Besorgungen und teilen die kleinen Freuden.
  • Freiwillige Hospizhelfer vermitteln, dass der Einzelne nicht allein gelassen wird und Teil der Gesellschaft bleibt – als Mensch und nicht auf seine Krankheit reduziert. Sich nicht alleine zu fühlen, gibt der letzten Lebensphase häufig einen eigenen Wert. Dies wird den Ehrenamtlichen selbst oft dankbar zurückgespiegelt.

Junge Leute im ambulanten Hospizdienst

Das Thema Tod und Sterben schreckt viele ab. Neben Vera engagieren sich nur wenige Gleichaltrige ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst. Dabei freuen sich Betroffene besonders, wenn sie sich in schweren Zeiten mit jungen Menschen austauschen können. Monika ist an Krebs erkrankt. Sie wird nicht wieder gesund. Im Video erzählt sie uns, wie es ist, mit dieser Gewissheit zu leben und warum es sie freut, wenn sich junge Menschen im ambulanten Hospizdienst engagieren.

Sammle selbst Erfahrungen in der Hospizarbeit

Du möchtest dich als Hospizhelfer engagieren? Auf der Webseite malteser.de/ehrenamtlich-helfen  erfährst du mehr über die Vorteile ehrenamtlichen Engagements und die verschiedenen Einsatzfelder bei den Maltesern. Hospizarbeit ist nämlich nur eine Möglichkeit, anderen Menschen mit einem Ehrenamt zu helfen. Die verschiedenen Formen von Hospizarbeit und Erfahrungsberichte der Hospizhelferinnen Karin, Vera und Veronika kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Ambulante und stationäre Hospizarbeit

Die Hospizarbeit geschieht entweder ambulant oder stationär. Bei ambulanten Hospizdiensten werden sterbende Menschen dort, wo sie leben (zu Hause, im Altenheim) in ihrer letzten Lebensphase begleitet. Stationäre Hospize sind kleine „Wohngruppen“ mit bis zu 16 Betten, in denen eine Rundumversorgung gewährleistet ist. Hier können zeitweise auch Angehörige mit übernachten. Aktuell gibt es in Deutschland rund 1.500 ambulante Hospizdienste und circa 240 stationäre Hospizeinrichtungen. Die Kosten für einen Hospizaufenthalt übernehmen gesetzliche Krankenversicherungen, Pflegeversicherungen und Spender.

Hilfe finden

Brauchst du Unterstützung aus den Bereichen Hospizarbeit und Trauerbegleitung? Hier findest du ein passendes Angebot in deiner Nähe.

Der Unterschied zwischen Hospizarbeit und Palliativversorgung

Hospizarbeit wird häufig in einem Atemzug mit Palliativversorgung genannt. Ist das Heilen einer Erkrankung nicht mehr möglich, erhalten Betroffene eine spezielle Therapie, die auf ganzheitliche Schmerzlinderung und Kontrolle von schwierigen Begleitsymptomen ausgerichtet ist. Dies soll die Lebensqualität der schwerstkranken und sterbenden Menschen so weit wie möglich bis zum Tod erhalten und Sterben zulassen. Während sich die Hospizarbeit überwiegend den psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen der Betroffenen zuwenden und fachlich berät, zielt die Palliativversorgung in der Regel ärztlich wie pflegerisch darauf, starke körperliche Beschwerden zu lindern. Hospice Care und Palliative Care sind zwei Seiten derselben Medaille.

Auf Palliativstationen, die Teil einer Klinik sind, werden Betroffene unter anderem wegen starker Schmerzen behandelt. Rund 300 Palliativstationen gibt es deutschlandweit. Sind körperliche Symptome des Patienten stabilisiert, wird er nach Hause oder in ein Hospiz entlassen.

Mission Wünsche erfüllen

Die Malteser erfüllen schwerkranken Menschen ihren letzten Wunsch: Mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen fahren die Betroffenen kostenlos an ihren Wunschort, wo sie noch einmal aktiv am Leben teilhaben und mit geliebten Menschen Freude empfinden.


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