Malteser Wallfahrten nach Lourdes

Jährlich pilgern Hunderttausende aus aller Welt nach Lourdes, um Heilung und seelische Stärkung zu erfahren. Miteinander gehen, füreinander Licht sein: Die Lichterprozession mit Hunderten von Gläubigen findet jeden Abend statt.

Der Malteser Lourdes-Krankendienst begleitet und pflegt Kranke und Schwerbehinderte auf der Reise nach Lourdes und während ihres Aufenthaltes im Wallfahrtsort.

Ehrenamtliche Helfer der Malteser betreuen die Kranken in Lourdes rund um die Uhr, Ärzte und Pflegekräfte sorgen für die fachliche Zuverlässigkeit, Priester für die geistliche Begleitung.

Häufig gestellte Fragen

Wer kann teilnehmen?

Wer kann teilnehmen?

Die Einladung geht an Kranke, Menschen mit Behinderung und Gesunde gleichermaßen.

Die Reise ist gerade für Menschen geeignet, die bei einer solchen Fahrt Unterstützung und Pflege benötigen. Die Betreuung der Kranken und Behinderten wird durch das erprobte Team der Malteser sichergestellt. Dieses Team besteht aus ehrenamtlichen Helfern, Pflegefachkräften und Ärzten. Deshalb können auch Schwerstkranke und Dialysepatienten mitfahren, wenn der Hausarzt die Mitfahrt aus medizinischer Sicht erlaubt. Bei den Zugwallfahrten können im Liegewagen selbstverständlich auch Menschen mitfahren, die nur liegen können.

Uns Maltesern sind die persönliche Begegnung und die Betreuung der Kranken und Pilger mit Behinderung ein besonderes Anliegen, und zwar vom ersten  Kennenlernen am Bahnhof oder Flughafen bis zum Ende der Reise - Tag und Nacht. In Lourdes fahren und begleiten wir sie zu den Hl. Messen, an die Grotte, zu den Bädern und in die Stadt zum Einkaufen. Wir beten und lachen mit ihnen und hören ihnen zu. Die Einladung gilt auch allen Pilgern ohne Beschwerden. Die Wallfahrt ist eine ganz eigene Gelegenheit, gemeinsam in einer Gruppe aus der Heimatgemeinde oder dem Freundeskreis aufzubrechen und Lourdes persönlich zu erleben. Besonders sind auch Kleingruppen eingeladen, wie zum Beispiel Frauenbund, Chor, Katholische Jugend...

Wie läuft die Wallfahrt ab?

Wie läuft die Wallfahrt ab?

Es gibt Wallfahrten im Sonderzug, im Bus und im Flugzeug.

Die Flüge (meist Charterflüge) gehen in der Regel vom Abflugort direkt zum Flughafen Tarbes/-Lourdes, etwa 20 km von der Stadt entfernt. Von dort fährt man mit rollstuhlgerechten Bussen in die Stadt.
Der Sonderzug mit Liegewagen hält gewöhnlich an mehreren Zustiegsbahnhöfen, wo man sich der Reise anschließen kann. In diesen Zügen kann man auch tagsüber ganz oder zeitweise liegen. Für Essen und Trinken unterwegs ist gesorgt. Nach einer malerischen Fahrt durch Frankreich erreicht man Lourdes am Fuß der Pyrenäen.

Die Fahrt im Zug mag unzeitgemäß erscheinen,  ist aber ein ganz besonderes Erlebnis: Gesunde und Kranke haben Zeit zu Gesprächen, zum Kennenlernen und zur gemeinsamen Vorbereitung auf den Höhepunkt, die Tage in Lourdes. Auf der Heimfahrt lässt man die Erfahrungen nachklingen und löst sich langsam von dem großen Erlebnis Lourdes. Die Pilger beziehen nach der Ankunft in Lourdes ihre Hotels in der Altstadt von Lourdes, die Pilger mit Behinderung oder Krankheit beziehen unter der Leitung der Malteser ihre Unterkunft in einem der eigens dafür errichteten Häuser Accueil Notre Dame oder Accueil Marie St. Frai.

Wie ist man in Lourdes untergebracht?

Wie ist man in Lourdes untergebracht?

Die Accueils (Accueil Notre Dame und Accueil Marie St. Frai) sind weder ein Hotel noch ein Krankenhaus. Es sind Häuser, die an den besonderen Bedürfnissen von kranken und behinderten Pilgern ausgerichtet sind und die fachgerechte Pflege und Betreuung ermöglichen.

Diese Häuser wurden in den letzten Jahren grundlegend saniert. Pilger, die nach Lourdes kommen und denen es nicht möglich ist in einem Hotel zu bleiben, aber eine spezielle Sorgfalt und medizinische Versorgung benötigen, sind in den Accueils im Herzen von Lourdes willkommen.

Das Accueil Notre Dame liegt im Wallfahrtsbezirk, das Accueil Marie St. Frai in der Altstadt.

Was erwartet die Pilger in Lourdes?

Was erwartet die Pilger in Lourdes?

Im weitläufigen Wallfahrtsbezirk laden mehrere Kirchen zu Besinnung und Besuch ein.

Besondere Erlebnisse sind die Gottesdienste an der Grotte der Erscheinung und gegenüber auf der großen Wiese am Ufer des Flusses wie auch in der großen Basilika Pius X.  Sakraments- und Lichterprozession, die ergreifenden großen Prozessionen, für die Lourdes bekannt ist, gehören zum Programm. Es besteht Gelegenheit zum  Bad im Wasser der Quelle und zum Einkaufsbummel in den Geschäften außerhalb des Wallfahrtsbezirks. Die Stille an der Grotte und der Trubel auf den Straßen verbinden sich zu einem wunderschönen und kraftspendenden Erlebnis.

In Einzelheiten unterscheiden sich die Programme der verschiedenen Wallfahrten.

Weitere Informationen: de.lourdes-france.org

Gibt es eine ärztliche Begleitung?

Gibt es eine ärztliche Begleitung?

Die Malteser Wallfahrten werden von Ärzten begleitet, die Tag und Nacht bei der Gruppe sind.

Wie ist das Pflegeteam zusammengesetzt?

Wie ist das Pflegeteam zusammengesetzt?

Das Team besteht sowohl aus examinierten Pflegekräften als auch weiteren freiwilligen Helfen. Viele der Helfer fahren bereits seit Jahren mit und haben so Erfahrung im pflegerischen Dienst gesammelt. Das Begleitteam ist in der Regel größer als die Gruppe der Teilnehmer.

Gibt es eine geistliche Begleitung?

Gibt es eine geistliche Begleitung?

Ein oder mehrere Priester begleiten die Malteser-Wallfahrten und stehen für Gespräche, Beichte und Gottesdienste zur Verfügung.

Kann man eine eigene Begleitung mitnehmen?

Kann man eine eigene Begleitung mitnehmen?

Es kann gerne eine weitere Begleitperson an der Wallfahrt teilnehmen.

Werden wir nur in unserer Gruppe unterwegs sein?

Werden wir nur in unserer Gruppe unterwegs sein?

Die Gruppe besteht aus den Teilnehmern und dem Pflegeteam, die sich als Pilger gemeinsam auf den Weg nach Lourdes machen. Vertreten sind dabei Menschen ganz unterschiedlichen Alters. Häufig sind andere Gruppen mit im Zug oder Flugzeug unterwegs, manches Mal auch der Bischof des Heimatbistums. Während der Wallfahrt gibt es immer Begegnungsmöglichkeiten.

Kann ich meinen Rollstuhl oder meine Gehhilfe mitnehmen?

Kann ich meinen Rollstuhl oder meine Gehhilfe mitnehmen?

Ja, sie können selbstverständlich mitgenommen werden. Elektrorollstühle müssen eigens angemeldet werden, hier kann die Mitnahme wegen des Gewichts und der Größe begrenzt sein. In Lourdes selbst geschehen darüber hinaus viele Transporte mit kleinen blauen "Rikschas", die von Teammitgliedern gezogen werden.

Wo weden wir untergebracht sein?

Wo weden wir untergebracht sein?

Sie werden in einem der so genannten "Accueil" untergebracht sein. "Accueil" heißt auf französisch "Willkommen". Es sind Häuser, die speziell für den Empfang pflegebedürftiger und bewegungseingeschränkter Menschen eingerichtet sind. Dort werden sie in einem Gruppenzimmer oder in einem Doppelzimmer die Möglichkeit haben, andere Teilnehmer kennenzulernen. Die Zimmer sind modern und behindertengerecht eingerichtet.

Geschehen Wunder?

Geschehen Wunder?

Wunder im medizinischen Sinne können wir keine versprechen. Aber wir haben viele Menschen kennen gelernt, die in Lourdes Kraft und Lebensmut gefunden haben.

Wie komme ich zum Bahnhof?

Wie komme ich zum Bahnhof?

Die meisten werden von Verwandten oder Bekannten an den Bahnhof gebracht. Bei Fragen sprechen Sie uns bitte an.

Malteser und Lourdes

Betet, tut Buße, kommt in Prozessionen und wascht euch an der Quelle - so lautet der Auftrag der "Schönen Dame" an die 14-jährige Bernadette Soubirous im Jahr 1858. Seither ist Lourdes das Ziel von Pilgern aus aller Welt geworden, die hier Trost, Stärkung im Glauben und Heilung an Körper und Seele suchen und finden. Sie pilgern an den Ort, von dem viele Menschen sagen, dass sich dort Himmel und Erde berühren.

Den Deutschen war der Weg nach Lourdes während des Nationalsozialismus verwehrt. Nach Krieg und Zusammenbruch, nicht nur der äußeren sondern auch der inneren Werte und weitgehender Orientierungslosigkeit, war es 1948 Philipp Freiherr von Boeselager, der nach einem einschneidenden persönlichen Heilungs-Erlebnis dem deutschen Malteserorden den Weg nach Lourdes wies.

Der Dienst an den Kranken und die Verteidigung des Glaubens gehörten zur ursprünglichen Aufgabe jenes Ritterordens, der seine Wurzeln im Jerusalem der Kreuzzüge hat. Und so lautet auch heute noch der Ordensauftrag der Malteser: "Tuitio fidei et obsequium pauperum".

Das achtspitzige Malteserkreuz ist seit 1948 zu einem einprägsamen Erkennungszeichen während der ganzen Pilgersaison in Lourdes geworden: Herren und Damen in charakteristischer Kleidung als Begleiter und Betreuer von Kranken und hilfsbedürftigen Pilgern, die sich in der Zeit der Wallfahrt ehrenamtlich in den Dienst der Kranken stellen. Es sind Angehörige des Malteserordens und der Maltesereinrichtungen, Priester, Ärzte, Pflegekräfte - alle vereint in dem festen Willen, Menschen nach Lourdes zu bringen, die ohne Hilfe dem Auftrag der "Schönen Dame" aus Lourdes nicht nachkommen könnten.

Seit nunmehr über 50 Jahren befolgt der Malteserorden diesen Auftrag. Alleine in Deutschland starten jährlich 16 Pilgerzüge bzw. Pilgerflüge unter dem Malteserkreuz nach Lourdes mit ca. 600 Kranken und Behinderten, die von fast ebenso vielen Helfern, Pflegern, Ärzten und Priestern betreut werden. Dies tun sie in ihrer Urlaubszeit. Es sind viele, die wegen der Kranken den Weg zur Grotte finden.

Die Helfer werden die Kranken in ihren Rollstühlen und charakteristischen blauen Ziehwägen, die zum gewohnten Straßenbild in Lourdes gehören, zum Gebet an die Grotte begleiten, zu den Gottesdiensten und Prozessionen und sie werden ihnen beim Eintauchen in das Wasser der Quelle beistehen und ihre Pflege und Betreuung übernehmen. Sie werden auch mit ihnen lachen, feiern, ihnen zuhören und die Erfahrungen und Erlebnisse dieser gemeinsamen Tage miteinander genießen.

Erzählt man von Lourdes, so kommt sehr schnell die Frage nach einem erlebten, d.h. erzählbaren Wunder auf. Jeder, der einmal dem Ruf der Mutter Gottes von Lourdes gefolgt ist und im Geiste ihres Auftrages an dieser Pilgerfahrt teilgenommen hat, hat seine ganz persönliche Heilungsgeschichte erfahren, die nicht in der Wunderstatistik auftaucht.

Am Ende einer Pilgerreise kann man in den Augen aller Mitfahrenden, nicht nur der Kranken, neue Lebensfreude, Zuversicht, Vertrauen und unendliche Dankbarkeit aufleuchten sehen.

Viele Briefen berichten davon, dass dieses intime Erfahren, dass diese persönlichen Wunder weit in alle Lebensbereiche wirken, wie die Kreise in einem Wasser, in das ein Stein geworfen wurde.
Das ist das eigentliche Wunder von Lourdes.