Berichte und Erfahrungen

Bericht von der Pilgerreise 2018

Anreisetag
Wie in jedem Jahr, so fand auch in diesem Jahr die Pilgerfahrt nach Lourdes statt. Am 31. Mai flogen wir nach Frankreich voller Erwartungen. Anreise und Flug verliefen erfreulicherweise problemlos. Trotz bewölkten Himmels war es warm genug.

Nach unser Ankunft fand unser erster Gottesdienst in der Rosenkranzbasilika statt.

Anschließend bezogen wir unsere Zimmer im Hospital und um 18.00 Uhr nahmen wir unser erstes Abendessen ein.

So gestärkt, aber immer noch von der Anreise erschöpft, bereiteten wir uns auf die Nacht vor.

1. Tag.   01.06.2018
Am Morgen sind wir voller Erwartungen bei schönen Wetter zum Gottesdienst an die Lourdes-Grotte gegangen. Über den wolkenfreien Himmel waren wir nach dem nächtlichen Gewitter besonders erfreut. Der Gottesdienst wurde von Weihbischof Bentz gehalten. Schwerpunkt seiner Predigt war die Allgegenwart Gottes in Lourdes und natürlich in der ganzen Welt.

Noch vor dem Mittagessen wurde das traditionelle Pilgerfoto vor der Rosenkranzbasilika aufgenommen. Natürlich saß ich mit meiner roten Mütze als repräsentativer Lourdesfahrer in der ersten Reihe.

Während ich meine Augen konzentriert auf die Kameralinse richtete, flüsterte mir die 96zig jährige Annie ins Ohr, dass sie einen neuen Witz wüsste, den sie mir sogleich erzählte. Es war derselbe Witz, den sie mir schon von Jahr zu Jahr erzählte. Gemerkt habe ich ihn mir trotzdem bis heute nicht. Nur wenn sie immer zum Erzählen des Witzes anhebt, fällt er mir augenblicklich wieder ein, als sähe ich eine alte Bekannte, die mir aus meinen Erinnerungen entwichen war.

Ins Hospital zurückgekehrt, besuchten uns die "Pferdchen", so nennen wir scherzhaft unsere fleißige Jugendgruppe, die die blauen Wagen jedes Jahr ziehen, wenn wir draußen unterwegs sind. In den blauen Wagen sitzen die Lourdes Teilnehmer, die aus eigener Kraft keine weiten Strecken mehr laufen können. Die Teilnehmer der Jugendgruppe erfreuten uns mit ihrem Gitarrenspiel, begleitet mit Trompeten, Trommeln und Gesang.

Am Nachmittag hielten wir uns auf der Prärie auf, wie wir die Wiese auf der anderen Flussseite nennen. Dort konnten wir die Sonne genießen, den Pfarrer unter vier Augen sprechen und von dem berühmten Lourdeswasser trinken.

Als es zu regnen begann, begaben wir uns in die unterirdische Basilika (Pius X. - Kirche). Dort genossen wir den Gesang des Malteserchores. Danach fand der erste Tag mit dem Abendessen seinen Abschluss. Dachte ich zumindest, denn auf den Flur tobte eine Party. Da konnte ich natürlich unmöglich schlafen und begab mich deshalb in dem Flur.

Die Musikband unserer Jugendgruppe hat sehr gut gespielt und besonders erfreut war ich darüber, dass einige meiner Lieblingssongs erklangen. Als zwischen einigen Hits " Von guten Mächten" gespielt wurde, konnte ich einfach nicht an mich halten und sang inbrünstig mit.

Da selbst die schönste Feier einmal ihr (offizielles) Ende hat, begab sich die Jugendgruppe zur Nachtruhe. Nur ein harter Kern führte die Feier inoffiziell im privaten Rahmen weiter, genoss ausgewählte Köstlichkeiten und machte die Nacht zum Tage. Mit gefühlten Zwanzig, gehörte ich natürlich dieser Feierrunde an und begeisterte sie mit lustigen Begebenheiten aus Frankfurt. Meine zauberhafte Verjüngung musste ich selbstverständlich besonders lange genießen und so kam es, dass ich mit der Letzte war, der zu Bett ging.

2. Tag      02.06. 2018
An diesem Samstagmorgen bin ich in aller Frühe mit schönen Erinnerungen an meinen lieben Freunden von gestern Nacht aufgewacht. Sofort wusste ich, dass es auch heute ein sehr guter Tag werden würde.

Nach der Morgentoilette begab ich mich in den Flur zum Kaffeetrinken. Frisches Kaffeearoma erfüllte den Raum. Es war so schön, dass ich es kaum glauben konnte. Das belebende Koffein ließ meinen noch morgensteifen Körper anspringen und hoch motiviert genoss ich das morgendliche Kaffeekränzchen mit meinen Nachbarn, die sich inzwischen dazu gesellt hatten.

Erst danach ging es zum "offiziellen" Frühstück. Leider regnete es stark. Dafür gab es zur "Entschädigung" heute mein geliebtes dunkles Brot. Juchu - ich mag dunkles Brot! So gestärkt ging es in die Bernadette-Kirche zur Messe mit Krankensalbung. Die Bernadette - Kirche ist meine Lieblingskirche für dieses ganz besondere Ereignis, welches auf wunderschöne Weise von unserem Weihbischof Bentz aus Mainz zelebriert wurde. Die musikalische Begleitung dazu kam, wie immer, von unseren jugendlichen Begleitern. Die Kinder Sophie und Emanuel übernahmen die Rolle der Messdiener und erfüllten ihre Aufgabe sehr gut. Das Sakrament der Krankensalbung in Lourdes ist für alle Teilnehmer immer ein besonderes Ereignis, von dem wir sehr lange zehren.

Nach dem Mittagessen begaben wir uns zur wohlverdienten Ruhe. Das Wetter wurde immer noch nicht besser. Der Versuch, den Kreuzweg auf der Terrasse zu beten, fiel dadurch buchstäblich ins Wasser. Deshalb wurde er in den Transitsaal in der fünften Etage verlegt. Zum Glück gibt es dahin einen Fahrstuhl...

Pfarrer May und Schwester Gabrielle lasen die 14 Kreuzweg - Stationen so gut vor, dass wir regelrecht ergriffen waren. Dann kam unsere Jugendgruppe und es wurde wieder gesungen.

Zum Glück hatte das Wetter Mitleid mit uns und lies den Regen pausieren. So gelangten wir trocken während der Sakramentsprozession in die unterirdische Pius X. - Kirche.

Am Abend hatte ich eine Wette abgeschlossen. Würde es regnen, ja oder nein? Ich sagte, dass es nicht regnen würde. Hintergrund war der Besuch der Lichterprozession um 21.00 Uhr. Viele glaubten, dass der Regen unsere Teilnahme unmöglich machen würde. Und siehe da, ich behielt Recht! Endlich, um 20.30 Uhr grünes Licht: Die letzten Regentropfen begleiteten uns auf dem Hinweg. Nachdem die erste Gruppe losgezogen war, nahmen wir gut und warm eingepackt Aufstellung. Am Vorabend des französischen Fronleichnamsfestes war die Lichterprozession besonders lang und feierlich. Erst 22.30 ging es zurück. Natürlich kamen wir nicht gleich zur Ruhe. Noch bis Mitternacht saß ich gemeinsam mit meinen Freunden der Nachtcrew im Flur zusammen. Wir beteten gemeinsam den Rosenkranz und fertigten Notizen für diesen Bericht an.

3. Tag   03.06.2018
Der letzte Tag war angebrochen und ich wollte auch ihn unbedingt genießen. Das gute Frühstück stärkte mich. Ich freute mich auf den ersten Gottesdienst des Tages in der "Garage", wie wir liebevoll die sehr große unterirdische Basilika nennen, in der mehrere tausend Personen Platz haben. "Garage" auch deshalb, weil sie ähnlich wie eine Tiefgarage graue, "naturbelassene" Wände hat. Sichtbeton wird das wohl in der Fachsprache genannt.

Am Gottesdienst nahmen ungefähr 3000 Pilger teil. Er war sehr beeindruckend, waren doch ungefähr 40 Bischöfe anwesend. Sie verteilten die Hostien und Weihbischof Bentz hielt die Predigt. Nach der Messe fuhren mich die "Pferdchen" zurück ins Hospital, wo es da letzte Mittagessen gab. Im Anschluss brach ich mit Ruben in Lourdes zu einer Shoppingtour auf. Ich kaufte einen Rosenkranz und einen Kanister für Lourdeswasser. Plötzlich überraschte uns ein starker Regenguss, der uns fluchtartig in ein Lokal am Gave de Pau (ein reißender Fluss, der sich durch Lourdes schlängelt).

Der heutige dritte Tag war der sogenannte "Badetag". Behinderte Pilger können an diesem Tag zu den "Bädern" gehen und in das kalte Wasser eintauchen.

Die Bäder befinden sich im heiligen Bezirk nur wenige Schritte von der Grotte entfernt. Gebadet wurde im Wannenraum, unterstützt durch zwei Helfer. Mit den anwesenden Pilgern wurden Gebete gesprochen. Die Badenden versprechen sich von dem Bad Linderung oder Heilung von ihren Leiden.

Ich persönlich kenne - mich mit eingeschlossen - trotz meiner mindestens 15 Wallfahrten zwar (noch) niemanden, der geheilt wurde oder eine erhebliche Linderung seines Leidens erfahren hätte.  Aber ich will ja noch viele male an den Lourdes-Wallfahrten teilnehmen, und dann vielleicht... Ein erquickendes Erlebnis ist es allemal.

Aber dieses Mal war es mir bei diesem verhältnismäßig kühlen Wetter einfach dafür zu kalt. So blieb ich auf der Prärie und sang gemeinsam mit der Jugendgruppe geistige und Volkslieder. (Vorausgreifend möchte ich sagen, dass es ein Glück war, dass ich dieses Mal nicht badete. Denn schon am nächsten Tag bekam ich einen Husten, der mich noch über 14 Tage quälen sollte.)

Gleich danach nahmen wir an einem weiteren Gottesdienst in der "Garage" teil. Auch dieses Mal beeindruckte mich die Menge der anwesenden Pilger, die vielen Bischöfe und Ansprachen sehr. Nach der Sakramentsprozession verabschiedeten wir uns am hinteren Altar von der Jugendgruppe, die sich so rührend um uns gesorgt hatte und mit ihren Lieder - trotz des nicht immer freundlichen Wetter - für gute Stimmung sorgten. Den Maltesern wurde durch Frau Penkhues ein besonderer Dank ausgesprochen.

So war es durch die Jugendgruppe auch für die nicht badeten Pilger ein schöner Tag. Natürlich fanden auch an diesem Tage mehrere erbauende Gottesdienste statt.

4. Tag     04.06.2018
Am Morgen des 4. Tages haben wir unsere Sachen gepackt und fuhren mit dem Bus zum Flughafen. Dort mussten wir drei Stunden auf das verspätete Flugzeug warten. Die Warterei hätte zur Qual werden können, aber unsere Jugendgruppe rettete uns durch Musik, Gesang und Tanz auch dieses Mal. So blieb die gute Stimmung bis zu Letzt erhalten.

Gemeinsamer Bericht von Maximilian Goess, Ruben, Johanna und Stephan Höhl

Pilgerreise einer Wachkoma-Patientin

Kurzbericht eines Malteser Pilgerarztes über die Mitbetreuung einer komatösen Patientin

„Können Sie meine Frau, die seit 2010 im Wachkoma ist und bei mir zuhause durch einen Intensivpflegedienst betreut wird, in Lourdes mitbetreuen?“ So lautete die Frage von Herrn S. aus Andernach, die mich Anfang 2016 erreichte. Falls „ja“, wolle er sich mit seiner 68 jährigen Frau, einem Krankenpfleger, einer Intensivkrankenschwester und einer Pflegehelferin aufmachen und in 3 Etappen per Auto nach Lourdes aufbrechen. Was für ein Mut.

Der Riesentross erreichte die speziell für Kranke eingerichtete Unterkunft „Accueil Marie Saint-Frai“ in Lourdeskurz nachdem wir am Vormittag des 2.9. mit unseren Kranken im eingetroffen waren. Zwei nebeneinander liegende Zimmer mussten die mobile Intensivstation und die Helfer aufnehmen: Infusionsständer, Absauggerät, Sauerstoffanschlüsse, Blutdruckmessgerät, Gerät zur Überprüfung der Sauerstoffsättigung mussten angeschlossen werden, Pakete mit Medikamenten, der künstlichen Nahrung sowie der umfangreichen Pflegematerialien mussten gut erreichbar untergebracht werden. Frau S. atmete spontan, musste aber häufig abgesaugt werden durch die künstliche Öffnung der Luftröhre.

Frau S. ist vollständig gelähmt, blind, wird durch einen in die Bauchdecke eingeführten Schlauch ernährt.

Sie war nie allein; die Pflege nahm viel Zeit in Anspruch, manchmal las ihr jemand vor, es wurden Witze erzählt und der Tagesablauf ihr immer wieder vorgestellt. Ihr Pflegeteam war gut aufeinander eingespielt, sodass wir als Ärzte lediglich „visitierten“, sie im Auge behielten und versuchten ihre Begleiter durch unsere exquisite Küche zu verwöhnen.

Frau S. nahm im Rollstuhl an allen Messen, der Krankensalbung und an einer Sakramentsprozession teil.

Da ein Bad im Quellwasser in der „Piscine“ in ihrem Zustand nicht möglich war, beschlossen wir, gegenüber der eine kleine Andacht speziell für sie und ihre Betreuer abzuhalten, in der ich Frau S. mit Quellwasser („bitte richtig viel“) das Gesicht wusch und die Arme und Beine übergoss und wir zusammen die beim Bad in der „Piscine“ üblichen Gebete beteten. Frau S. schauderte ob der Kälte, schien aber nicht weiter irritiert, da sie von den ihr vertrauten Menschen umgeben war.
Es passierte keine Heilung. Herr S berichtet, dass nach der sehr strapaziösen Rückfahrt in glühender Hitze Frau S. Allgemeinzustand etwas reduziert war und das Pflegeteam erschöpft. Die schon vorher bestehenden epileptischen Anfälle seien immer wieder bedrohlich.

Die Gesänge aus Lourdes, die ihr immer wieder vorgespielt würden, habe seine Frau jedoch anscheinend so verinnerlicht, dass sie sie mit einem entspannten Lächeln quittiere. Er sei glücklich, dass er diese Pilgerreise mit seiner Frau gewagt habe und ist dankbar für die ihm verliehene Kraft und seinen Glauben und für die Fürsorge und Sicherheit, die das Team der Malteser ihnen allen in Lourdes gegeben habe.

Mit Maria unterwegs. Lourdes berührt. So oder so.

Ob man diese Art der Marienverehrung nun schätzt oder eher eine nüchterne Beziehung zur Gottesmutter pflegt - die tiefe Frömmigkeit der Beter, das geduldige Hoffen der Kranken und das stille Tun der Helfer beeindrucken und machen demütig. Im

Folgenden seien einige Eindrücke von der Lourdes-Krankenwallfahrt der Malteser in der Diözese Hildesheim vom 17. bis 21. September des vergangenen Jahres geschildert.

"Jubilate deo, omnes gentes!"

Wer würde nicht gerne jeden Morgen so geweckt werden. Mit leiser, aber klarer Stimme zieht der sechsköpfige Chor von Zimmer zu Zimmer, um die 29 Kranken und deren Begleiter sanft in den Tag hinein zu singen. Es ist 7 Uhr am Morgen und bis zum Frühstück bleibt noch eine halbe Stunde, um die Kranken zu waschen und anzuziehen. Aus den jungen Sängerinnen und Sängern und den anderen Helfern werden nun im Nu hilfreiche Geister, die den Ihnen Anvertrauten zu Sauberkeit und Kleidung verhelfen und sie an ihren Platz im geräumigen Speisesaal mit Blick auf den Heiligen Bezirk begleiten, um sie dort zu bedienen: Ein neuer Tag hat begonnen im Accueil Notre Dame von Lourdes, wo die Kranken der Hildesheimer Malteser auch in diesem Jahr wieder Quartier bezogen haben.

Die meisten der 30 Teammitglieder sind zu diesem Zeitpunkt schon lange auf den Beinen und haben sogar schon einen kleinen Spaziergang hinter sich gebracht: Im Hotel St. Rose in der Innenstadt von Lourdes, wo das Team übernachtet, stand das Frühstück ab 6 Uhr bereit. Von dort sind es einige hundert Meter quer durch den Heiligen Bezirk von Lourdes, um zum Accueil Notre Dame zu kommen. Dort stimmt Pater Dr. Joseph Geelen, Magistralkaplan des Malteserordens und treuer Begleiter und Seelsorger der Hildesheimer Malteserwallfahrt, das Team kurz vor dem Wecken der Kranken mit einem kleinen Impuls auf den Tag ein. Die Wallfahrt 2015 steht unter dem Thema "Lourdes - die Freude der Mission" und Pater Geelen gelingt es in seiner freundlichen, aber bestimmten Art, diesem Motto jeden Tag einen neuen Aspekt abzugewinnen.

Regelmäßig pilgern die Malteser in der Diözese Hildesheim mit Kranken und Beeinträchtigten nach Lourdes

Kein Tag ist wie der andere.
Tatsächlich ist kein Tag wie der andere, wenn die Malteser mit ihren Kranken nach Südfrankreich fahren. Gottesdienst an der Grotte, Kreuzwegandacht, Sakramentsprozession - es gibt viele Möglichkeiten, sich dem unfassbaren Geschehen an der Grotte von Massabielle, wo die Jungfrau Maria dem Mädchen Bernadette Soubirous im Jahre 1858 achtzehnmal erschienen ist, geistlich zu nähern. Besonders eindrucksvoll verlaufen die abendlichen Lichterprozessionen, wo das Lob der Gottesmutter von Tausenden von Gläubigen gesungen wird und ebenso viele Handkerzen mit Windschutz die Nacht in ein sanftes Licht tauchen. Natürlich dürfen das Bad im Wasser der Lourdesquelle und der internationale Gottesdienst in der unterirdischen Basilika Pius X. nicht fehlen.

Zu den Höhepunkten einer jeden Malteser-Lourdeswallfahrt gehört der Ausflug nach Saint Savin in den Pyrenäen, wo die Gruppe in der ehemaligen Klosterkirche einen Gottesdienst feiert und danach unter freiem Himmel, mit Blick über die Berge, ein Picknick einnimmt. Es wird viel gelacht an diesem sonnigen Nachmittag und auch beim Ausflug zur Burg von Lourdes, die sich einige Kranke und Teammitglieder am nächsten Tag gönnen, ist viel Lebensfreude zu spüren. Die Aura von Lourdes wirkt auch außerhalb des Heiligen Bezirkes und beweist, dass sich Frömmigkeit und Freude keineswegs ausschließen - ganz im Gegenteil.

Wie immer ist die Lourdeswallfahrt bestens organisiert.
Wie immer ist auch die Lourdeswallfahrt 2015 bestens durchorganisiert, jedes Detail von Diözesanoberin Marie-Rose Freifrau von Boeselager vorherbedacht. In einem kleinen Heft mit wichtigen Informationen und Anweisungen sind auch die Aufgaben beschrieben: Dr. Renate Gräfin von Keller und Dr. Manfred Schneider sind als Ärzte dabei, Hildegunde Koch hält nachts im Accueil Wache. Die restlichen Teammitglieder haben sich um einen oder zwei Patienten zu kümmern und deren Schlafräume sauber zu halten, außerdem gibt es Sonderdienste für Küche, Musik, Gepäck und Finanzen. Viele sind schon mehrfach dabei gewesen und wissen, dass die Waschräume mit gelben, die Toiletten mit roten und Bett und Nachttisch mit blauen Putzlappen zu reinigen sind. Den neuen Mitfahrern steht ein erfahrener Pate zur Seite.

Alle Teammitglieder ziehen an einem Strang.
Die ganze Gruppe steht unter dem fürsorglichen Regiment von Hubertus Freiherr Roeder von Diersburg und Marie-Rose Freifrau von Boeselager. Es gelten klare Regeln, Unpünktlichkeit wird nicht gerne gesehen und Verstöße gegen die Kleiderordnung gerügt. Doch schnell ist auch dem Team-Neuling klar, dass diese Regeln Sicherheit geben und den Kopf frei machen für die Kranken. Denn um die geht es letztlich bei einer solchen Wallfahrt. Um den "Herren Kranken" - wie die Malteser ihre Anempfohlenen nennen - so gut wie möglich dienen zu können, müssen alle Teammitglieder an einem Strang ziehen, unabhängig von Alter oder Stand. Und letztlich macht es auch stolz, bei den Prozessionen in einer disziplinierten Zweierreihe der Malteserfahne zu folgen, zum Lob der Gottesmutter, zum Wohle der Kranken und zur Ehre des Ordens.

Diese Tage schweißen zusammen, das Team untereinander und auch die Kranken mit ihren Betreuern. Am Ende bleibt eine Dankbarkeit, die man spüren kann. Dankbarkeit für die eigene Gesundheit oder Dankbarkeit, Trost im Leiden gefunden zu haben. Dankbarkeit auch dafür, dass uns Christen ein so wunderbarer Ort der Gotteserfahrung geschenkt ist. Lourdes berührt eben. So oder so.

 

Dankbrief

"Ich kann Euch nicht genug dafür danken, dass Ihr mir ermöglicht habt mit Euch nach Lourdes zu kommen. Und ich habe an zwei Freunden zu sehen bekommen, dass auch gar nicht jeder mitkommen kann, der es gerne würde.

Ihr habt mir ein riesen Geschenk mit den Tagen in Lourdes mit Euch allen gemacht. Obwohl mir das Team an Anfang echt  fremd war, hat es dann am Abfahrtsdonnerstag nur wenige Stunden gekostet, bis ich mich ganz und gar willkommen und mitgenommen gefühlt habe.

Es ist wirklich total schön mit Euch gewesen.
Mir ist klar, dass ich viel mehr Krach und viel mehr Blödsinn gemacht habe wie alle anderen zusammen und das ist mir auch ein bisschen peinlich. Vor allem, weil ich bewundert habe, wie liebevoll und zart und unaufdringlich und kein bisschen übergriffig die anderen miteinander umzugehen verstanden haben, so unterschiedlich alle waren, so lang oder kurz sie sich gegenseitig kannten.

Ich sitze hier total beseelt und während ich meine Wäsche wasche sprudelt mein Herz vor Dankbarkeit in der Erinnerung der vergangenen Tage und Eurer Großzügigkeit über.
Ich finde Euch spitze!

Gott segne Euch reich und vergelte Euch Euren Dienst an uns allen, die wir mit Euch fahren durften."

Die Kranken beschenken uns

Wallfahrt nach Lourdes 2013

Über Pfingsten hatte ich die Möglichkeit, als Helferin eine Kranken- und Behindertenwallfahrt der Malteser nach Lourdes zu begleiten.  Die Tage in dem französischen Marienwallfahrtsort waren geprägt vom Dienst an den Kranken aber auch von der Begegnung mit Gott und der heiligen Maria.

Besonders ergreifend war für mich die Messe am Dienstag nach Pfingsten in St. Joseph im Heiligen Bezirk, wo die Kranken die Möglichkeit hatten, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen. Während  der Tage hatte ich mich vor allem um eine ältere Dame im Rollstuhl gekümmert, die mich nun bat, während der Krankensalbung bei ihr zu sein und ihr  beizustehen. Das war für mich persönlich ein sehr emotionaler Moment, in dem mir diese Frau, die ich vorher nicht gekannt hatte, ausdrückte, wie wichtig für sie meine doch unprofessionelle Fürsorge war.

Die Kranken haben mich wahnsinnig beeindruckt, etwa die Dame, um die ich mich kümmerte. Seit ihrer Jugend sitzt sie wegen Multipler Sklerose im Rollstuhl und kann heute nur noch ihren Kopf bewegen. Eine so humorvolle und bei sowohl den Kranken, als auch bei den Maltesern hoch geachtete Frau, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Sie ist der Beweis, dass jedes Leben lebenswert ist!

Auch die Stille während der Sakramentsprozession in der unterirdischen Basilika, wenn tausende Menschen aus aller Welt ins Gebet vor dem Allerheiligsten versinken oder das gemeinsame Rosenkranzgebet  während der Lichterprozession auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika, das sind Eindrücke, die mich so schnell nicht mehr los lassen werden.

Natürlich war es auch eine sehr anstrengende Zeit für die ausschließlich ehrenamtlichen Helfer, da die Kranken komplett versorgt werden mussten. Essen zu kochen, die Kranken zu pflegen, ihnen das Essen zu reichen, Rollstühle zu schieben und einfach für sie da zu sein, das machte diese Tage aus. Aber  wie es der geistliche Begleiter der Gruppe am Ende treffend ausdrückte: Nicht wir haben die Kranken beschenkt, sondern die Kranken haben uns beschenkt, mit ihrer Lebensfreude und mit ihrem Glauben!

Clara W., Köln

Über eine besondere Pilgerreise

Über eine besondere Pilgerreise berichtet Marie-Sophie Lobkowicz in ihrem Buch:
"Es fühlt sich an wie Gott - Mit Kindern nach Lourdes pilgern".
Buchankündigung zum Download