Das Malteser Traineeprogramm: Franziska im Interview
Vom Trainee zur Führungskraft bei den Maltesern
Franziska ist 31 Jahre alt und stellvertretende Diözesan- und Bezirksgeschäftsführerin in Osnabrück bei den Maltesern. Auf ihre Führungsrolle wurde sie unter anderem während des Malteser Traineeprogramms vorbereitet. Im Interview spricht sie über die Stationen ihres Traineeprogramms und welche Erfahrungen sie gemacht hat, die ihr als jetzige Führungskraft im sozialen Bereich helfen.
Überblick:
- Was machst du bei den Maltesern?
- Was war deine Hauptmotivation, dich für das Traineeprogramm der Malteser zu bewerben?
- Du hast im Laufe deines Traineeprogramms in verschiedenen Stationen gearbeitet. Welche waren das?
- Wie hat die Kombination aus praktischen Einsätzen und Weiterbildungen (z. B. Malteser Akademie, Coachings) deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen gestärkt, die dir in deiner jetzigen Führungsposition zugutekommen?
- Konntest du im Traineeprogramm ein Netzwerk mit den anderen Teilnehmenden, Führungskräften, Projektpartnern und Kolleginnen und Kollegen aufbauen, von dem du noch heute profitierst?
- Wie hast du den Übergang als Trainee in deine jetzige Position erlebt?
- Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse aus dem Traineeprogramm nutzt du jetzt ganz konkret in deiner aktuellen Tätigkeit bei den Maltesern?
- Wenn du auf deine gesamte Traineezeit zurückblickst: Was war für dich der größte Mehrwert – persönlich und beruflich?
- Was würdest du jemandem sagen, der darüber nachdenkt, sich für das Malteser Traineeprogramm zu bewerben?
Was machst du bei den Maltesern?
Aktuell bin ich in einer Übergangsphase. Ich habe gerade in Münster meine Stelle als interimsstellvertretende Geschäftsführung beendet. Dort war ich für ein Jahr in Elternzeitvertretung. In Kürze beginnt meine neue Stelle als stellvertretende Diözesanbezirksgeschäftsführerin in Osnabrück. In der Zwischenzeit hospitiere ich im Controlling für die Region NRW des Malteser Hilfsdienst. Ich nutze so die Zeit, in diesem Bereich tiefere Einblicke zu bekommen.
Was war deine Hauptmotivation, dich für das Traineeprogramm der Malteser zu bewerben?
Meine Hauptmotivation bestand darin, als frische Studienabsolventin nicht sofort Verantwortung für einen Bereich zu übernehmen, sondern die Organisation von Grund auf kennenzulernen. Und das Malteser Traineeprogramm hat mir genau das geboten, indem ich verschiedene Stationen durchlaufen konnte. Das war für mich ein idealer Einstieg – so frisch nach dem Studium, in dem ich das Thema Führung hauptsächlich nur theoretisch behandelt hatte. Durch stetig wachsende Verantwortungsbereiche habe ich im weiteren Verlauf auch systematisch Führung gelernt. Das war mir besonders wichtig. Das Traineeprogramm ist eine gute Basis für den weiteren Berufsweg. Ich hatte anschließend ein Rund-um-Verständnis von der Organisation und einen differenzierten Einblick in verschiedene Führungsstile und Managementaufgaben.
Du hast im Laufe deines Traineeprogramms in verschiedenen Stationen gearbeitet. Welche waren das?
Mein Traineeprogramm hat mit Hospitationen in den Diensten begonnen. Ich war längere Zeit im Rettungsdienst, im Hausnotruf, im Fahrdienst, in der ambulanten Pflege – also in fast all unseren sozialunternehmerischen Diensten. Außerdem habe ich in Hamburg einen Kurs für Einsatzsanitäterinnen und -sanitäter intensiver begleitet und auch organisiert.
Außerdem habe ich während des Programms Einblicke in die Arbeit im Katastrophenschutz und im Hospizdienst gewonnen und die wichtige Arbeit der Kolleginnen und Kollegen aus nächster Nähe erlebt. Danach bin ich auf Regionsebene gewechselt und durfte dort die Regionalgeschäftsführung bei verschiedenen Projekten begleiten und unterstützen. So habe ich auch die Produktverantwortlichen in ihren Bereichen näher kennengelernt und auch ein übergeordnetes Verständnis von Prozessen entwickelt. Diese Phase hat mir während meines Programms enorm geholfen. Danach bin ich wieder zurück auf die Bezirksebene gewechselt und habe dann 50 Prozent sowohl auf Regionsebene gearbeitet als auch auf Bezirksebene. Ich denke, dass gerade diese Kombination aus Regionsebene und die Nähe zum Operativen auf Bezirksebene mich in meinem Job sehr weitergebracht hat.
Wie hat die Kombination aus praktischen Einsätzen und Weiterbildungen (z. B. Malteser Akademie, Coachings) deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen gestärkt, die dir in deiner jetzigen Führungsposition zugutekommen?
Zum theoretischen Input kann ich sagen: Die Malteser Akademie bietet verschiedene Seminare zur Qualifizierung von Führungskräften an. Das Trainee Programm bot uns die Möglichkeit an drei der Seminare daraus teilzunehmen. Die Inhalte haben mich an unterschiedlichen Punkten im Verlauf meiner Arbeit auf jeden Fall weitergebracht. Das Seminar „Wertschätzend führen“ gab mir beispielsweise ein grundsätzliches Verständnis von Führung im Wertekonstrukt der Malteser. Und letztendlich sind die Seminare auch eine gute Möglichkeit, um miteinander in den Austausch zu treten und zum Beispiel von Führungskräften und Verantwortlichen für verschiedene Arbeitsbereiche zu lernen. Ich denke aber, die Kombination aus beidem ist eine klare Stärke des Programms.
Konntest du im Traineeprogramm ein Netzwerk mit den anderen Teilnehmenden, Führungskräften, Projektpartnern und Kolleginnen und Kollegen aufbauen, von dem du noch heute profitierst?
Ja. Ich glaube, genau das ist das Wesentliche des Programms. Für mich sind zwei Netzwerke entstanden. Das ist einmal das Trainee-Netzwerk und das besteht nachhaltig. Wir sind noch immer im Austausch und wenden uns mit konkreten Fragestellungen aneinander, weil wir wissen, diese Person hat eine gute Expertise zum Beispiel im Fahrdienst oder im Schulbegleitdienst. Von daher halte ich diese Netzwerke gerade für die Trainees für essenziell, um sich weiterzuentwickeln und um Synergien zu nutzen. Das zweite Netzwerk ist aufgrund meiner verschiedenen Einsatzorte auf Regionsebene oder in anderen Bezirken entstanden. Gerade im weiteren Verlauf meiner Karriere habe ich dieses Netzwerk bis heute konsequent genutzt.
Wie hast du den Übergang als Trainee in deine jetzige Position erlebt?
Es war gut vorbereitet in dem Sinne, dass ich 50 % noch auf Regionsebene mein Traineeprogramm beendet habe und zu 50 % bereits im Bezirk gearbeitet habe. Zu dem Zeitpunkt wusste ich schon, in welcher Funktion ich nach dem Traineeprogramm arbeiten werde, und konnte mich peu à peu auf diese Stelle vorbereiten und mitgestalten.
Welche Fähigkeiten oder Kenntnisse aus dem Traineeprogramm nutzt du jetzt ganz konkret in deiner aktuellen Tätigkeit bei den Maltesern?
Der Alltag und gerade auch unser Führungsalltag besteht darin, dass wir ein breites Themenspektrum gleichzeitig bearbeiten. Eine Fähigkeit, die ich dort gelernt habe, ist die Flexibilität, verschiedene Themen zu bespielen, sie effektiv zu priorisieren und abzuarbeiten. Dann generell noch das prozessuale Wissen: ich habe gelernt, ganzheitlich zu denken, also die Organisation nicht nur in ihren Teilprozessen, sondern im Ganzen zu verstehen. Die Herausforderung: Es kommt immer etwas Neues dazu. Wir sind eine lernende und sich ständig weiterentwickelnde Organisation. Ein weiteres Thema, das ich aus dem Traineeprogramm mitgenommen habe, ist meinen eigenen Blick dafür zu schärfen, wie ich Führung gestalten möchte.
Wenn du auf deine gesamte Traineezeit zurückblickst: Was war für dich der größte Mehrwert – persönlich und beruflich?
Ich glaube, das Programm hat meinen kritischen Blick auf mich selbst geschärft, die Fähigkeit zur Lösungsorientierung und meine Kompetenz zum strategischen Denken weiterentwickelt. Gleichzeitig hat das Programm meine Persönlichkeit in vielen Facetten gestärkt: Es gibt immer Potenzial, sich weiterzuentwickeln, zu reflektieren und zu überdenken. Dabei ist es wichtig, den Blick aufs Wesentliche zu richten, zu schauen, in welchen Bereichen wir uns als Organisation weiterentwickeln können, mal über den Tellerrand zu schauen, Neues zu probieren und die Synergien der Malteser zu nutzen. Das hat mir das Traineeprogramm ermöglicht. Dabei habe ich viele Menschen kennengelernt, die mich inspirieren und weiterbringen.
Was würdest du jemandem sagen, der darüber nachdenkt, sich für das Malteser Traineeprogramm zu bewerben?
Ich würde sagen: Wenn du eine sinnstiftende Arbeit und die Kombination aus Wirtschaftlichkeit, starker Werteorientierung und die Arbeit am und mit Menschen suchst, dann ist das auf jeden Fall eine Organisation für dich. Und wenn du die Malteser als Organisation im Ganzen verstehen, tiefgreifende Einblicke erlangen und Verantwortung übernehmen möchtest,dann rate ich dir zum Traineeprogramm. Du lernst sämtliche Bereiche kennen und bekommst die Möglichkeit, das, was dich wirklich interessiert, weiter zu verfolgen. Die Malteser bieten da sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten.