Hochwasser in Deutschland

Eine Schneise der Verwüstung zieht sich seit dem 15. Juli 2021 durch zahlreiche Städte und Regionen im Westen Deutschlands. Mehr als 170 Menschen sind in den unwetterartigen Fluten ums Leben gekommen.

Mehr als 1000 überwiegend ehrenamtliche Katastrophenschützer hatten die Malteser zum Teil über Tage im Hochwasser-Einsatz. In den ersten Tagen der Akutphase haben wir an rund 50 Standorten Menschen gerettet, evakuiert, betreut, sowie Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und anderer Hilfsorganisationen verpflegt. Mit dem Rückgang der unmittelbaren Bedrohung durch die Unwetterlage tritt für uns die psychosoziale Hilfe für Betroffene, Angehörige und Einsatzkräfte sowie die Unterstützung beim Wiederaufbau in den Vordergrund.

Im Überblick: So helfen die Malteser aktuell

  • Finanzielle Starthilfen für die Menschen, die es besonders stark getroffen hat
  • Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte und Betroffene 
  • Weiterhin Deckung akuter Bedarfe (teilweise noch Bereitstellung von Stromaggregaten, Bautrocknern und Hochdruckreinigern, Waschmaschinen und Wärmeaggregaten)
  • Verpflegung und Bereitstellung von Ruheplätzen für Bevölkerung und Einsatzkräfte

Damit die Hilfe genau da ankommt, wo sie gebraucht wird, haben wir eine Stabsstelle eingerichtet, die in Abstimmung mit den örtlichen Behörden die Betroffenen beim Wiederaufbau unterstützt und vor allem finanzielle Hilfe leisten wird.

Immer wieder hat die Hochwasser-Katastrophe unterschiedliche Geschwindigkeiten: Während wir an vielen Stellen noch betreuen, geben wir an anderer Stelle, wo die Menschen bereits mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind, finanzielle Unterstützung. Dabei wollen wir insbesondere denjenigen helfen, die der Hilfe bedürfen und denen keine oder eine nicht ausreichende Versicherung oder staatliche Leistung zusteht.

Für uns steht fest: Wir bleiben nah an der Seite der Hilfebedürftigen. Die enge Verbindung mit den Betroffenen bleibt über die konkrete Hilfssituation hinaus noch lange bestehen. Wir werden den betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten auf Jahre beim Wiederaufbau zur Seite stehen. 

Projektinfos

Wo: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz

Was: Katastrophenschutz, Erstbetreuung, psychosoziale Notfallversorgung, Wiederaufbau 

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Fragen und Antworten zum Einsatz der Malteser

Was tun die Malteser konkret vor Ort?

Was tun die Malteser konkret vor Ort?

Erst lag der Schwerpunkt auf der akuten Not- und Katastrophenhilfe, also der Rettung, Evakuierung und medizinischen Versorgung gefährdeter Menschen, bei der Unterstützung von Feuerwehr und Polizei. Anfangs hatten wir 1000 Helfer, zurzeit sind noch rund 100 Helfer im Einsatz.

Wo liegen die Schwerpunkte jetzt? Wir kümmern uns zum Beispiel um die Trockenlegung von Häusern, verteilen Werkzeug und Hilfsmaterial für die Bauarbeiten. Waschmaschinen und Verpflegungspunkte/Sanitätsstationen stehen bereit. Starthilfen in Höhe von 2.500 Euro werden an Betroffene ausbezahlt. Kriseninterventionsteams sind unterwegs, um die Sorgen und Ängste der Menschen anzuhören. Wir beraten Betroffene in immer mehr Anlaufstellen, um weitere Unterstützung, wie zum Beispiel finanzielle Hilfen, zu erhalten. 

Können die Malteser Bargeld an Betroffene verteilen?

Können die Malteser Bargeld an Betroffene verteilen?

In Absprache mit den anderen vor Ort tätigen Hilfsorganisationen zahlen wir eine unmittelbare Starthilfe an Betroffene der Flut aus. Das Geld kommt nicht in bar, sondern als Überweisung.  Die Starthilfe ist ein Handgeld, das pro betroffenem Haushalt gezahlt werden kann und erstmal das Schlimmste lindern, also über die nächsten Wochen helfen soll. Um eine koordinierte und faire Hilfe für die Betroffenen zu erreichen, nehmen wir zuerst mit den Ortsbürgermeistern Kontakt auf, um von diesem konkrete Adressen zu erhalten. Diese Menschen werden von uns zum Gespräch eingeladen, füllen ein kurzes Formular mit Daten zur Familie und zur Bankverbindung aus und müssen versichern, dass der Schaden über 5.000 Euro liegt. 

Im nächsten Schritt wird es gezielte Härtefall-Unterstützungen (Einzelfallhilfen) geben. Für eine erste Kontaktaufnahme nutzen Sie bitte das Formular. Um die genauen Bedarfe zu ermitteln, müssen zunächst eventuelle Versicherungsleistungen und die staatlichen Hilfen berücksichtigt werden. Bei dem verbleibenden Eigenanteil können wir dann gemäß der gesetzlichen Vorgaben unterstützen.

Zum Formular

Fließen nun alle Spenden in die Starthilfe?

Fließen nun alle Spenden in die Starthilfe?

Nein, dafür wenden wir nur einen gewissen Teil aller Spenden auf. Der Großteil soll den Wiederaufbau mitfinanzieren und fließt in die sogenannte Einzelfallhilfe. Der Weg verläuft so: Erst greifen die Versicherungsleistungen, dann die staatlichen Leistungen. Was übrig bleibt, müssen Betroffene aus eigener Kraft stemmen - und dann kommen Einzelfallhilfen in Betracht. Wir helfen dadurch je nach Bedürftigkeit beim Schließen der verbleibenden Finanzlücke. Wer sich an uns wendet, muss seine Bedürftigkeit belegen. Wir prüfen dann, wem ist es zuzumuten, die Last zu tragen und wem nicht.

Zur Bedürftigkeitsprüfung für Einzelfallhilfen

Nach welchen Kriterien prüfen die Malteser, wer eine finanzielle Einzelfallhilfe erhält?

Nach welchen Kriterien prüfen die Malteser, wer eine finanzielle Einzelfallhilfe erhält?

Alle Anträge müssen wir gut prüfen und dann begründen, ob und mit welcher Priorität den Antragstellenden geholfen werden kann. Je weniger finanzielle Ressourcen jemand hat, desto eher können wir helfen. Steuerbescheide müssen vorgelegt werden. Wir setzen uns gegebenenfalls mit dem Sozialamt und anderen Behörden unter Wahrung des Datenschutzes in Verbindung. Das braucht leider Zeit und Geduld auf beiden Seiten. Und hier Entscheidungen zu treffen, ist nicht immer einfach. Die Bedürftigsten, egal wo sie leben, werden als erste bedacht. 

Zur Bedürftigkeitsprüfung für Einzelfallhilfen

Kann man bei mehreren Hilfsorganisationen Anträge auf Starthilfe stellen?

Kann man bei mehreren Hilfsorganisationen Anträge auf Starthilfe stellen?

Die meisten Hilfsorganisationen - auch die Malteser - greifen auf eine gemeinsame Datenbank zu, in der alle Leistungen an Einzelhaushalte, auch die der Länder und Gemeinden, erfasst werden. So wird eine gerechte Verteilung der Starthilfehilfe gewährleistet. 

Wie gehen die Malteser mit Sachspenden um?

Wie gehen die Malteser mit Sachspenden um?

Sachspenden müssen mit dem tatsächlichen Bedarf der von dem Hochwasser betroffenen Menschen übereinstimmen. Bei größeren Mengen bestimmter Waren, wie zum Beispiel Baugerät und Haushaltsgerät, klären wir mit den spendenden Unternehmen und den örtlichen Gemeinden den Bedarf. Anschließend werden sie zielgerechtet ausgegeben und ggf. weitergereicht, um an anderer Stelle notwendige Hilfe zu sein. Kleiderspenden und einzelne Gebrauchsgüter verteilen wir wegen des großen Aufwands und des seltenen Bedarfs nicht (mehr). 

Gehören die Malteser der „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) an?

Gehören die Malteser der „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) an?

Ja. Die „Aktion Deutschland Hilft“ wurde von den Maltesern und anderen Hilfsorganisationen gegründet, um in einer Not- oder Katastrophensituation im In- und Ausland gemeinsam besser zu helfen. ADH ruft zu Spenden auf, die an die beteiligten Organisationen - gemessen an deren Leistungsfähigkeit – weitergegeben werden. Wenn Sie Ihre Spende nur den Maltesern geben wollen, nutzen Sie bitte das Malteser Spendenkonto. 

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Konkurrieren die Hilfsorganisationen?

Konkurrieren die Hilfsorganisationen?

In der Hilfe sollte es keine Konkurrenz geben, und die Mitglieder von "Aktion Deutschland Hilft" stimmen sich traditionell inhaltlich und räumlich genau ab. Das ist ein Wesensmerkmal des Bündnisses. Die eingehenden Spenden werden nach einem festgelegten Schlüssel verteilt, im Inland sind Johanniter, ASB und Malteser leistungsstarke Mitglieder.

Wie wird der Katastrophen-Einsatz finanziert?

Wie wird der Katastrophen-Einsatz finanziert?

Der Einsatz wird durch die betroffenen Länder beglichen, welche die Einsatzkräfte, z.B. der Malteser, abgerufen haben. Jedoch deckt diese Erstattung der Länder nicht alle Kosten ab, sodass die Ausbildung der ehrenamtlichen Malteser, Teile der Materialkosten und laufenden Kosten (z.B. Unterhalt der Fahrzeuge, wie Mannschaftswagen) durch Spenden gedeckt werden müssen.

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