Wegen gestiegener Treibstoffkosten: Weniger Hilfe für notleidende Menschen weltweit

Einem Kleinkind wird der Arm vermessen. Foto: Malteser International
Ein Moment aus der Stadt Pulka in Nigeria: Das Armband zeigt an, dass das Kind unterernährt ist. Nur noch 1.200 von 2.000 Menschen können derzeit mit Lebensmitteln versorgt werden, weil die steigenden Benzinpreise auch die Kosten für Lebensmittel ansteigen lassen.

„Die aktuelle Treibstoffkrise gehört zu den größten Herausforderungen, denen wir derzeit gegenüberstehen. Ähnlich wie während der COVID-19-Pandemie müssen wir unsere Programme in allen Ländern, in denen wir tätig sind, gleichzeitig anpassen. Unsere humanitären Helferinnen und Helfer können die Menschen nicht mehr im gleichen Umfang unterstützen wie bisher, weshalb diese Krise insbesondere diejenigen trifft, die ohnehin schon in großer Not waren. Wir hoffen sehr, dass sich die Treibstoffkrise jetzt aufgrund der Waffenruhe in den kommenden Wochen lösen wird, damit wir wieder mehr Menschen versorgen können, als dies derzeit möglich ist“, sagt Kees Zevenbergen, Programmdirektor von Malteser International.

Die stark gestiegenen Benzinpreise wirken sich direkt auf die Arbeit von Hilfsorganisationen aus. In Nigeria sind die Preise um fast 40 Prozent gestiegen. In der Ortschaft Pulka können deshalb statt 2.000 nur noch rund 1.200 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Auch in Afghanistan, Myanmar, Bangladesch, im Libanon, in Thailand, Uganda und in der Ukraine behindern Treibstoffmangel, Preissteigerungen und staatliche Rationierungen die humanitäre Hilfe erheblich. Im Südsudan, in der Hauptstadt Juba, stiegen die Benzinpreise um bis zu 90 Prozent. Gesundheitsdienste, mobile Einsätze und die Versorgung ländlicher Regionen sind vielerorts eingeschränkt. Zugleich treibt die Verteuerung von Treibstoffen die Inflation weiter an. In Myanmar und Bangladesch steigen die Preise für Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs. In Uganda, dem Libanon, Thailand und der Ukraine wirken sich die höheren Kosten für Transport, Versorgung und Logistik spürbar auf die Projekte von Malteser International aus.

„Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt uns nichts anderes übrig, als uns auf jene schutzbedürftigen Menschen zu konzentrieren, die diese Hilfe am dringendsten benötigen“, betont Zevenbergen. „Nur durch gemeinsame Anstrengungen und die Solidarität unserer Spenderinnen und Spender können wir weiterhin lebenswichtige Hilfe leisten. Um das Leid zu lindern, ist es jedoch von größter Bedeutung, dass dieser Krieg so schnell wie möglich endet, denn unschuldige Menschen leiden jeden Tag unter seinen Folgen.“

Trotz der massiven Herausforderungen setzt Malteser International alles daran, lebenswichtige Hilfe zu leisten. Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Internationale Konflikte haben globale Auswirkungen – und treffen vor allem jene, die ohnehin am verletzlichsten sind.

 

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Kees Zevenbergen, Programmdirektor von Malteser International, steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung. Vermittlung: +49 (0)221 9822-7181, katharina.Kiecol@malteser-international.org

Die notleidenden Menschen in vielen Ländern sind dringend auf Spenden angewiesen:

Malteser Hilfsdienst e. V.
IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12
Stichwort „Hilfe weltweit“
Online: www.malteser.de 

Malteser International (MI) arbeitet als internationale humanitäre Hilfsorganisation. Sie ist ein Hilfswerk des katholischen Malteserordens und erfüllt besonders den Ordensauftrag "Hilfe den Bedürftigen". Der Auftrag ist es, die Gesundheit und Lebensumstände von notleidenden und vertriebenen Menschen weltweit zu verbessern. Die Organisation leistet in 32 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von Religion, politischer Überzeugung, Herkunft oder Geschlecht. Christliche Werte und die humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org    

 

Weitere Informationen:

Malteser Pressestelle
0221 / 98 22 –2202
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