Es gibt sie noch, auch in Zeiten der Corona-Pandemie: Die Momente der Fürsorge, des Miteinanders, der Nächstenliebe. Sie sind gerade wichtiger denn je, halten unsere Gesellschaft zusammen.
Diese Erfahrung macht auch Eva Igges in Sögel (Niedersachsen): Die 80-jährige Witwe lebt allein, ihr Sohn weit entfernt. Eigentlich kann die Seniorin gut für sich selbst sorgen. Regelmäßig fährt sie mit dem Mobilen Einkaufswagen der Malteser zum Einkaufen. Doch im Moment ist alles anders, Eva Igges bleibt zu Hause: Das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus ist einfach zu groß. Nun übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter der Malteser das Einkaufen, liefern den vollen Einkaufskorb bis an die Haustüre.
"Ich bin sehr froh, dass ich auf diesen Dienst zurückgreifen kann und habe auch schon meinem Sohn davon berichtet, der sich Sorgen macht", erzählt Eva Igges. "Ich bin es gewohnt, mich immer für eine ganze Woche einzudecken“, erklärt sie weiter. Und so war auch die Einkaufsliste, die sie zuvor telefonisch an die Malteser durchgegeben hatte, umfangreich: Die Lieferung umfasste Obst, Säfte, Rinderbraten noch einige weitere Artikel.
Die Malteser Gesprächshotline in Sögel, an die sich ältere Menschen jetzt wenden können, wird montags bis freitags von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt. Andrea Konken kümmert sich normalerweise um den Fahrdienst für Menschen mit Behinderung. Die Touren sind zurzeit eingestellt, doch es ist ihr einfach eine Herzensangelegenheit, sich weiterhin einzubringen: Also übernahm sie kurzerhand den Telefondienst. "Wir werden versuchen, gemeinsam während der Corona-Krise Senioren und Risikogruppen nicht nur das Einkaufen abzunehmen, sondern auch am Telefon Trost und Zuversicht zu spenden", erklärt Dienststellenleiterin Rita Hagenhoff.
Der virtuelle Einkauf mit Senioren und Menschen der Risikogruppen ist für die Mitarbeiter am Telefon kein Problem. Viele Senioren haben zwar spezielle Wünsche nach bestimmten Produkten und die Gespräche dauern auch schon mal 20 Minuten - "aber genau das ist ja auch erwünscht: ein offenes Ohr haben wir auf jeden Fall in diesen schwierigen Zeiten", sagt Andrea Konken.
Die ehrenamtliche Jenifer Rupp hat den Einkauf für Eva Igges umsichtig erledigt. "Natürlich ist es noch irgendwie fremd, sich aus der Ferne zu grüßen und ein paar Worte zuzurufen", sagt die Freiwillige. Aber Abstand und alle verschärften Vorkehrungen zur Hygiene sind einfach vorrangig.