Bisher wird im Entwurf nur von einer Konzeptentwicklung, aber nicht einer zeitnahen Umsetzung einer deutschlandweiten einheitlichen Rufnummer für Menschen mit Suizidgedanken gesprochen. Auch An- und Zugehörige, Hinterbliebene nach Suizid sowie beruflich oder ehrenamtlich mit Suizidalität konfrontierte Personen, die sofort qualifizierte Hilfe benötigen, sollen sich an die zentrale Rufnummer wenden können. Weitere Maßnahmen, wie die bundesweite Mail-, Chat- und Telefonberatung, flächendeckende Vor-Ort-Angebote sowie Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, müssen weiterentwickelt werden.
Stärkung der ambulanten Versorgung
Die Malteser fordern die Weiterentwicklung bestehender Angebote, bessere Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Behandlung, Krisendienste, aufsuchende Hilfen, Fort- und Weiterbildung für Gesundheits- und Sozialberufe sowie eine stärkere Vernetzung der Versorgungsstrukturen.
Fortschreibung Hospiz- und Palliativgesetz - Förderung der Trauerbegleitung
Eine Förderung und Ausweitung der Hospiz- und Palliativversorgung wird im Gesetzentwurf an keiner Stelle verankert, ist aber zur Unterstützung vulnerabler Gruppen, die ein erhöhtes Suizidrisiko haben, dringend notwendig. Dazu gehören zum Beispiel ein Vergütungszuschlag für zusätzliche Palliativcarefachkräfte in Pflegeeinrichtungen (Schlüssel 1:50), die Finanzierung der multiprofessionellen Palliativdienste in Krankenhäusern, die Verankerung psychosozialer Begleitung in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) und die Förderung der Trauerbegleitung.
Suizide verhindern
Ferner müssen nach Ansicht der Malteser Sprünge, Schienensuizide und Intoxikationen über Veränderungen im Bau-, Arzneimittel- und Verkehrsrecht verhindert werden. Wichtig ist zudem, einer Normalisierung des assistierten Suizids entgegenzuwirken. Pflegeeinrichtungen etwa sollen vulnerable Personen vor einem Suizid besser schützen können, in dem die Werbung für den assistierten Suizid ebenso eingeschränkt wird wie der Zugang von Menschen, die ihn durchführen.
Die Stellungnahme der Malteser in voller Länge findet sich hier. Der Gesetzentwurf zur Stärkung der Suizidprävention findet sich hier.