Bundes-Ärztetagung der Malteser - „Freie Verfügbarkeit über das Leben nicht erträglich“

Stuttgart. Die Malteser haben auf ihrer Bundes-Ärztetagung in Stuttgart eindringlich davor gewarnt, die Diskussion um den ärztlich begleiteten Suizid in ihren Auswirkungen zu unterschätzen. Für die Gesellschaft müsse der hohe, unantastbare Wert des menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zum Ende unverrückbar bleiben. „Jeder Schritt zur Legalisierung der aktiven Beihilfe zum Sterben, so auch der geschäftsmäßig assistierte Suizid, ist zu vermeiden. Es wäre ein falscher Schritt und er führt in die Sichtweise der freien Verfügbarkeit über das Leben. Dies ist weder ärztlich noch für uns als Hilfsorganisation erträglich“, sagte der Bundesarzt des Malteser Hilfsdienstes, Dr. Rainer Löb. Er fordert: „Wir brauchen mehr Information für die Bevölkerung und mehr Schulung der Ärzteschaft. So können Ängste abgebaut und die Leiden schwer kranker Menschen – wie zum Beispiel Luftnot – erheblich gelindert werden.“

Die ehrenamtlichen Leitenden Ärzte der Hilfsorganisation, die bundesweit an mehr als 500 Standorten vertreten ist, berieten weitere drängende Herausforderungen, wie die Versorgung demenziell erkrankter Menschen. „In fast allen Aus- und Fortbildungen der Malteser wird die Hilfe für Demenzkranke gelehrt“, fasste Löb zusammen.  Es sei wichtig, die Sensibilität für die Krankheit in der Gesellschaft zu verankern und Hilfen anzubieten, wie sowohl Betroffene und Angehörige als auch Nachbarn und Freunde damit umgehen können. Die Malteser Ärzte appellierten schließlich an die Politik in Kommunen, Ländern und im Bund, ehrenamtliches Engagement als einen „Schlüssel zu einer guten Zukunft für alle Hilfsbedürftigen“ zu verstehen. Die öffentliche Unterstützung von Freiwilligen im Katastrophenschutz, Sanitätsdienst und sozialen Diensten sei „ungemein wichtig und nützt uns allen“, so Löb. Die dreitägige Veranstaltung hatte am Freitag begonnen und endet am heutigen Mittag.


Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit • 72.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt • an 700 Orten • 1 Mio. Förderer und Mitglieder in Deutschland

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