Malteser Nikolausaktion

Logo der Malteser Nikolausaktion

Die diesjährige Nikolausaktion steht unter dem Motto "Glücksmomente schenken". Diese können so vielfältig sein wie die Menschen, die wir beschenken, oder die zahlreichen Ehrenamtlichen, die bei der Aktion mitmachen. Jährlich nehmen ca. 2.500 Ehrenamtliche aus über 100 Städten an der Nikolausaktion teil.

Mit unserer Aktion wollen wir

  • Menschen jeden Alters besinnliche Stunden in der Adventszeit schenken.
  • soziale und materielle Not lindern.
  • Menschen am Rande der Gesellschaft Freude, Achtung und Anerkennung zeigen.
  • vereinsamten Menschen ein wenig Lebensfreude geben.
  • die Botschaft des heiligen Nikolauses lebendig werden lassen.
Nikolaus besucht Flüchtlingsunterkunft

Von und für wen?

Jede Gruppe – ob groß oder klein, ein einzelner Dienst, die gesamte Gliederung oder, oder, oder…– jeder kann mitmachen. Auch Nicht-Malteser sind herzlich willkommen teilzunehmen. Der Rahmen kann frei gewählt und gestaltet werden.

  • Wem wollen wir Freude schenken?
  • Wann und wo soll unsere Aktion stattfinden?
  • Wer bereitet die Aktion vor? Wer kann uns noch helfen?
  • Wer ist bei der Aktion dabei?
  • Welche Aufgaben sind zu erledigen?

Anregungen/Aktionsideen

Aus dem Fundus der vergangenen 20 Jahre finden Sie hier Ideen, die bereits bewährt und erprobt sind. Die meisten Aktionen gelingen am besten, wenn alle Dienste einer Gliederung zusammenarbeiten:

  • Veranstaltung eines Kaffeenachmittags ((für Kunden im Hausnotruf oder Menüservice, oder begleitete ältere Menschen oder Geflüchtete, oder Obdachlose oder..…): Kaffee und Kuchen, Auftritt des Nikolaus, musikalisches Rahmenprogramm, gemeinsames Singen, gemeinsames Basteln
  • Erinnerungsfoto mit Nikolaus als Mitnehm-Geschenk
  • Besuche mit oder ohne Nikolaus in Frauenhäusern, Obdachlosenheimen, Krankenhäusern, Alteneinrichtungen, Flüchtlingsunterkünften …. (Inhalt s.o.)
  • Hauptamtliche und/oder Ehrenamtliche kochen für Bedürftige und essen anschließend gemeinsam
  • Päckchen packen für Bedürftige im In- oder Ausland
  • Inhalt kann sein: gespendete Lebensmittel, Selbstgebackenes, Nützliches….
  • Stand auf dem Weihnachtsmarkt - Verkauf von Gebackenem, Gebasteltem, Gehäkeltem, Gestricktem etc.
  • Rent a Nikolaus – auf Bestellung kommt der „Malteser Nikolaus“ ins Haus oder in Einrichtungen (Kleidung kann geliehen werden)
  • Heißgetränke, Suppe, Plätzchen verschenken an Bedürftige in der Gemeinde oder in der Stadt
  • Miteinander der Generationen – Senioren basteln mit Kindern, Kinder singen für Senioren, Jugendliche führen für Senioren die Nikolausgeschichte auf, Senioren tragen Gedichte vor und/oder erzählen von früher

Unsere Produkte

Alle Nikolaus-Produkte tragen das Malteserlogo und das Aktionslogo. Produkte zur Nikolaus-Ausstattung von der Firma Kirchenbedarf Schreibmayr können auch online bestellt werden.

Rund um den Nikolaus

Was wissen wir eigentlich über den heiligen Bischof Nikolaus von Myra?

Kurz gesagt: Nicht viel! Denn wie bei vielen Heiligen der ersten Jahrhunderte ist das überlieferte Wissen über das Leben des Nikolaus (eigentlich Nikolaos) von Myra sehr begrenzt und zeigt fließende Übergänge zu den Heiligenlegenden des Mittelalters. Auch kommen häufig Vermischungen oder Verwechselungen mit Abt Nikolaus vom Kloster von Sion in der Nähe Myras vor. Hier ist jedoch interessant, dass zu erkennen ist, dass Bischof Nikolaus schon zu diesem Zeitpunkt (5. Jahrhundert) als Heiliger verehrt und der Abt auf seinen Namen getauft wurde.

Die erste schriftliche Überlieferung des Lebens des Heiligen entstanden 565 n. Chr. Weitere folgen ab dem 9. Jahrhundert mit der „Vita per Michaelem“, der kaum verbreiteten „Vita Compilata“ und der „Vita per Meaphrasten“ (einer Neubearbeitung der „Vita per Michaelem“). Der bekannteste Text über den Heiligen ist jedoch die „legenda aurea“, die große Legendensammlung des Mittelalters, in der sich auch viele der bekannten Erzählungen über Nikolaus finden. Um Ihnen aber einen Eindruck der historischen Persönlichkeit Nikolaus von Myra zu geben, sind hier einige historisch vermutete Fakten zusammengestellt:

Nikolaus wurde in Patara (bei Kalkan in der Nähe von Antalya) geboren. Als Geburtsjahr wird das Jahr 280 n.Chr. bzw. 286 n.Chr. vermutet, da er die Regierungszeiten der Kaiser Diokletian (284-305 n.Chr.), Maximinian (286-305 n. Chr.) und Konstantin dem Großen (306-337 n. Chr.) erlebt haben soll. Später studierte er in Xanthos. Mit ungefähr 19 Jahren wurde er vom  damaligen Bischof von Myra (heute Demre) zum Priester geweiht. Als Nikolaus Eltern sterben, verteilt er das Erbe unter den Armen. Auch soll er eine Pilgerreise ins Heilige Land unternommen haben.  Kurz nach seiner Rückkehr wird Nikolaus aufgrund einer Vision eines Bischofs von der Bischofssynode der Provinz Lykien zum Bischof von Myra gewählt.

In seinem neuen Amt als Bischof wird Nikolaus nun mehr mit dem in der Gegend sehr verbreiteten Glauben an die heidnischen Gottheiten  Apollo und Artemis (lat. Diana) konfrontiert.  Apollo, der Sohn von Zeus und Leto, stand wesentlich höher in der Gunst des Volkes als der christliche Glaube, da es in den Legenden hieß, dass Apoll die Sommermonate auf Delos und den Winter in Patara verbrachte. Artemis hingegen wurde von den Seefahrern als ihre Schutzgöttin verehrt und Myra als eine der größeren Hafenstätte verfügte über einen ihrer bedeutendsten Tempel in Lykien. Da Nikolaus sich dennoch für die Verbreitung des christlichen Glaubens einsetzte und auf Grund seiner Wohltätigkeit gedeiht das Christentum in der Region.

303 n.Chr. wird allerdings auch Nikolaus Opfer der letzten Christenverfolgungen (unter Diokletian), wird gefoltert und kommt erst 306 n. Chr. mit dem Regierungsantritt Konstantins wieder frei.

325 n.Chr. nimmt Nikolaus am 1. Konzil von Nicäa teil. Der wichtigste Konzilsbeschluss ist das Dogma der Trinitätslehre. Nikolaus soll hier hart gegen die Irrlehren des Arius vorgegangen sein. Die Legende erzählt sogar, dass Nikolaus Arius in einer Beratung geohrfeigt hätte. Allerdings ist auch überliefert, dass Nikolaus vermittelnd eingegriffen hat und seinen Freund Theognis, den Bischof von Nicäa, der dem Arianismus zugeneigt war, überzeugt hätte das Bekenntnis von Nicäa zu unterzeichnen. Anhänger anderer Lehren, wie Arius, werden verbannt.

Am 6. Dezember 342 n.Chr. oder 347 n. Chr. Entschläft Bischof Nikolaus friedlich und wird außerhalb der Stadt Myra im „Martyrion“ beigesetzt. Über seinem Grab wird kurz darauf eine Grabeskapelle und später die Nikolauskirche errichtet. Nikolaus von Myra ist der erste Heilige der kein Märtyrer ist, sondern aufgrund seines vorbildlichen Lebens verehrt wird.

Legenden, Lieder und Gedichte

Bischofswahl in Myra

Als der Bischof von Myra verstarb, versammelte sich eine Vielzahl von Bischöfen, um einen neuen Bischof zu wählen. Unter diesen Bischöfen war einer, welcher großes Ansehen genoss und welcher das Urteil der anderen stark beeinflusste. Er ermahnte sie alle, in Fasten und Beten zu verharren, um so Gott um seinen Rat und Beistand zu bitten. Des nachts vernahm eben dieser Bischof plötzlich eine Stimme, die zu ihm sagte: „ Hüte zur Mettenzeit die Türe der Kirche. Der erste Mensch, der zur Kirche kommt und dessen Name auch Nikolaus ist, den sollst du zum Bischof weihen!“

Am nächsten Tag erzählte der Bischof dies den anderen Bischöfen und bat sie erneut in Andacht und Gebet zu verharren. Er selbst ging abends an die Pforte der Kirche, blieb dort und wartete. Nun fügte es Gott, dass Nikolaus zur Mettenzeit als erster zur Kirche kam. Als er die Pforte durchschritt hielt ihn der Bischof an und fragte ihn: „Wie heißt du?“ Nikolaus neigte ehrfurchtsvoll sein Haupt und antwortete: „Ich werde Nikolaus genannt und bin ein Diener eurer Heiligkeit.“ Daraufhin führte der Bischof Nikolaus in die Kirche und rief die übrigen Bischöfe. Er erzählte Nikolaus von seinem nächtlichen Traum.  Nun setzten die Bischöfe Nikolaus, trotz anfänglichem Widerstreben, auf den Bischofsstuhl. Nikolaus verharrte auch im Bischofsamt in Einfachheit und Reinheit und in häufigem nächtlichen Gebet. Er peinigte seinen Leib und mied die Gemeinschaft mit Frauen. Er war demütig und behandelte jeden Menschen gleich, war ein erfolgreicher Redner, mahnte das Volk, dem Weg Gottes zu folgen und strafte, wo es recht und heilsam war. (Laut einer Chronik soll Nikolaus beim Konzil von Nicäa gewesen sein.)

Der arme Nachbar

Die Eltern des heiligen Nikolaus verstarben schon recht früh, bevor Nikolaus erwachsen war. Da seine Eltern sehr wohlhabend gewesen waren, hatten sie ihm großen Reichtum hinterlassen. Nikolaus, welcher ein einfaches, beschauliches und frommes Leben führte, beschloss, diesen großen materiellen Reichtum zur Ehre Gottes, nicht aber für eigenen Luxus einzusetzen.

Es lebte einmal ein armer, rechtschaffener Witwer mit seinen drei schönen Töchtern in direkter Nachbarschaft des heiligen Nikolaus. So sehr er sich auch um Arbeit und das täglich Brot der Familie mühte, so nahm die Armut doch mehr und mehr zu, sodass sie jeden Abend hungernd und erschöpft zu Bett gingen. In seiner Not und Verzweiflung meinte er keinen anderen Ausweg zu kennen, als seine drei jungen Töchter zu zwingen, anderen Männern gegen Geld zu Diensten zu sein, um vom Erlös dieser Schande die Familie zu ernähren. Als der heilige Nikolaus das hörte war er sehr entsetzt.  Er beschloss dem armen Mann zu helfen, wollte sich aber nicht zu erkennen geben. Darum band er einen Klumpen Gold in ein Tuch, und als es finsterste Naht war, ging er leise aus dem Haus hinüber zum Nachbarn und warf das Tuch mit dem Gold durch ein offenstehendes  Fenster ins Haus des Armen. Heimlich schlich er wieder von dannen.

Als es morgen wurde, und der arme Nachbar erwachte und in die Küche ging, fand er das Tuch. Erstaunt wollte er es aufheben, wunderte sich jedoch darüber, wie schwer es war. Vorsichtig legte er es auf den Tisch, knöpfte den Knoten auf und traute seinen Augen nicht, als er das Gold erblickte. Voller Freude rief er seine Töchter zusammen, zeigte ihnen das Gold und sie dankten Gott aus ganzem Herzen. Der Vater verwendete dieses Gold nicht nur für Nahrung, sondern bezahlte damit auch die Mitgift für die Hochzeit seiner ältesten Tochter, für die somit ein schon unerreichbar geglaubter Traum in Erfüllung ging. Doch insbesondere die hohen Kosten dieser Hochzeit hinterließen ihre Spuren und schon bald herrschte wieder große Armut im Hause des Nachbarn. Diese Armut hielt jedoch nicht lange an, denn Nikolaus warf kurzerhand erneut des nachts einen Klumpen Gold durchs Fenster der Eingangshalle des Nachbarn. Als dieser wiederum das Gold fand, lobte er Gott von Herzen und nahm sich vor, fortan zu wachen, um den heimlichen Wohltäter, den Diener Gottes, wie es ihm schien, zu finden, der ihm aus seiner Armut helfen wollte. Er beschloss daher, die nächste Zeit sein Nachtlager in der Eingangshalle aufzuschlagen.

Als dann Nikolaus kurz darauf die doppelte Menge an Gold durchs Fenster warf, wurde der Nachbar vom Fall des Goldes wach, sprang schnell auf und eilte ihm nach. Er sah die Umrisse eines Menschen, welcher in die Richtung des Hauses von  Nikolaus Familie schlich. Er rief ihm hinterher: „ Steht still, nun bleibt doch bitte stehen, damit ich Euch anschauen und danken kann!“  Nikolaus hörte dies, blieb aber nicht stehen, da er sich ja nicht zu erkennen geben wollte, doch er verlangsamte seinen Schritt, da es ihm auch nicht als höflich erschien, wie ein Missetäter fortzulaufen und den Mann allein im Dunkeln stehen zu lassen. Es dauerte nicht lang, da hatte ihn der Nachbar eingeholt und er erkannte Nikolaus. Er fiel vor ihm nieder und wollte seine Füße küssen. Doch Nikolaus wehrte dies ab, ging einen Schritt zurück, gab ihm die Hand und richtete ihn auf. Er bat den Nachbarn, niemandem von alldem zu erzählen, solange er noch lebte.

Der heilige Nikolaus und die Seeleute

Früher geschah es des Öfteren, dass Menschen auf dem Meer in ihren Booten und Schiffen in große Gefahr gerieten. Schwere Stürme und tückische Winde, Wetterwechsel, und andere Naturgewalten machten ihnen schwer zu schaffen und nicht selten kamen Menschen in den Fluten des tosenden Meeres ums Leben. Lebte man doch grade an den Küsten vom Fischfang und war so lange und häufig auf dem Meer.

Da geschah es mehr als einmal, dass die Menschen voller Angst und verzweifelt an den frommen Mann, den Bischof Nikolaus dachten, von dem sie schon so viel Wunderliches gehört hatten. Und sie riefen ihn verzweifelt an: „ Nikolaus, du Diener Gottes, wenn das wahr ist, was wir von dir gehört haben, so lass uns deine Hilfe erfahren und rette uns!“ Sofort erschien ein Mann auf ihrem Boot, bzw. Schiff und er sprach: „Ihr ruft mich? Hier bin ich!“ Die Seeleute waren voller Staunen und konnten sich nicht erklären, woher der fremde Mann nun auf einmal kam. Doch das tobende Meer um sie herum ließ sie bald wieder zu sich kommen und zusammen mit dem Fremden richteten sie die Segel, befestigten Stricke und kämpften mit anderem Schiffsgerät gegen Wind und Wellen an. Sofort wurde das Wasser still. Und ehe sich die Schiffsleute versahen, war der fremde Mann verschwunden.

Doch die Seeleute waren sich sicher, dass dieses wundersame Geschehen auf die Anrufung des Bischofs Nikolaus zurückzuführen sei. Daher beschlossen sie, sobald sie an Land kämen die Kirche des Bischof Nikolaus aufzusuchen um dort Gott und dem Bischof zu danken. Dies taten sie dann auch. Keiner von ihnen hatte jemals den Bischof Nikolaus gesehen. Als sie nun in die Kirche traten, trafen sie ihn dort an, da er grade im Gebet versunken war. Doch sie erkannten ihn sofort als den, der ihnen auf dem Meer geholfen hatte. Sie dankten Gott und dem Bischof Nikolaus von Herzen für ihre Rettung und erzählten Nikolaus von ihrer Seefahrt. Wieder und wieder bedankten sie sich bei ihm und priesen ihn und sein frommes Leben. Nikolaus jedoch erwiderte in aller Einfachheit und Demut:  „Nicht ich, sondern euer Glaube und Gottes Gnade haben euch geholfen!“

Der Knabe Adeodatus

Es war einmal ein reicher Mann, der auf die besondere Fürsprache des heiligen Nikolaus hin, einen Sohn erhalten hatte, den er Adeodatus (der „Von Gott gegebene“) nannte. In seinem Haus hatte er zu Ehren des heiligen Nikolaus eine kleine Kapelle errichtet und beging das Fest des Heiligen jedes Jahr sehr feierlich. Das Haus lag nicht fern von dem Land der Agarener. So geschah es, dass Adeodatus eines Tages von den Leuten dieses Landes gefangen genommen wurde und des Abends nicht mehr nachhause zurückkehrte. Sie brachten ihn als Diener zu ihrem König, wo er kein angenehmes Leben führte.

Im nächsten Jahr, am St. Nikolaustag, beging der Vater des Knaben das Fest sehr andächtig. Noch immer trauerten die Eltern um den Knaben und beteten zu Gott und dem heiligen Nikolaus, dass er ihnen den Knaben wiederbringen möge.

Zur selben Stunde, da seine Eltern Nikolaus ehrten, stand der Sohn vor dem König und reichte diesem einen köstlichen Becher. Dabei dachte er an seine Gefangenschaft, an seine betrübten Eltern, und an die vielen Freuden und schönen Dinge am Nikolausfest daheim. Und Adeodatus seufzte tief. Der König hörte diesen Seufzer  wollte unbedingt wissen, welchen Grund das hatte und zwang ihn, diesen Grund zu nennen. Adeodatus erzählte ihm nun von zuhause, vom Nikolausfest und vom heiligen Nikolaus selbst. Als er geendet hatte sprach der König abschätzig: „Nikolaus tue was er will, du bleibst hier bei uns!“ Doch plötzlich kam ein starker Wirbelwind, stieß an den Palast und nahm den Knaben mitsamt dem Becher mit heim vor die Türe der Kapelle, in der die Eltern grade das Fest des heiligen Nikolaus begingen.

Man liest auch über eben denselben Jungen, dass er aus der Normandie kam und während der Überfahrt auf dem Meer gefangen genommen wurde. Er wurde oft geschlagen. So war es auch wieder an einem Nikolaustag. Nachdem er geschlagen worden war, wurde er in den Kerker geworfen. Da weinte der Knabe bitterlich und gedachte der vielen schöne Dinge, die seine Eltern zuhause am Nikolausfest begingen. Da entschlief er unversehens und als er erwachte, befand er sich in der Kapelle seines Vaters.

Der listige Schuldner

Es war einmal ein Christ, welcher sich von einem Juden eine große Summe Geld geliehen hatte und da er keinen Bürgen auftreiben konnte, schwur er auf den Altar des heiligen Nikolaus, dass er das Geld, sobald es möglich wäre, zurückzahlen würde.

Es vergangen aber Wochen, Monate, ja Jahre und die Schuld wurde nicht beglichen. So kam es, dass der Jude eines Tages an die Tür des Christen klopfte und das Geld zurückforderte. Der Christ hingegen behauptete, er habe das Geld bereits zurückgegeben. Sie konnten sich nicht einigen, da der Jude, zu Recht, auf die Begleichung der Schulden pochte, der Christ aber weiterhin log und behauptete dies schon längst getan zu haben.

Da brachte der Jude die Angelegenheit vor Gericht und der Schuldner sollte nun vor Gericht auf die Bibel schwören. Der Christ sann nach, wie er ohne tatsächlich zu lügen, seinen Betrug unentdeckt halten konnte. Doch bald hatte er einen Plan. Er nahm einen hohlen Stab, füllte diesen mit einer großen Menge Geld und nahm ihn mit zum Gericht. Eigentlich war er ein gesunder, kräftiger Mann, doch um der Glaubwürdigkeit willen tat er so, als würde er dieser Stütze bedürfen. Als er nun den Schwur leisten sollte, trat er vor, bat den Juden seinen Stab zu halten und schwor, dass er dem Juden mehr wiedergegeben hätte, als er ihm zuvor geschuldet hatte. Nachdem er diesen Eid geschworen hatte, bat er sich vom Juden den Stab zurück. Dieser händigte ihm diesen auch ahnungslos aus. Der Jude war betroffen über die dreiste Lüge, den falschen Schwur, den der Christ geleistet hatte.

Als der Betrüger nun heimging, überfiel ihn eine große Müdigkeit, er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und die Augen fielen ihm zu. Er konnte sich diese Müdigkeit nicht erklären. Und plötzlich fiel er mitten auf einer Kreuzung nieder und schlief tief und fest ein. Da kam aber ein Wagen in schneller Fahrt, sah den Mann erst viel zu spät, konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr ihn tot. Der Stab zerknirschte, sodass all das Geld zum Vorschein kam.

Als den Juden wenig später sein Weg an die Unglücksstelle führte war er sehr betroffen über das Schicksal des Christen, den die Strafe so schnell eingeholt hatte. Dann sah er das Geld und erkannte die List, mit welcher ihn der Christ getäuscht hatte. Das anwesende Volk riet ihm nun, das Geld an sich zu nehmen, da es ihm ja rechtmäßig zustände. Der Jude aber schüttelte den Kopf und sprach: „Das tue ich nicht, es sei denn, der Christ steht durch St. Nikolaus Gnaden wieder auf und lebt. Geschieht das, so will ich mich taufen lassen und gläubig leben.“

Da öffnete der Tote seine Augen stand auf und lebte. Das Volk war erschüttert und lobte Gott und dankte Nikolaus. Der Jude aber ließ sich taufen und wurde ein Christ.

Der todbringende Pilger

Es war einmal ein Mann, der den heiligen Nikolaus zutiefst verehrte und daher jedes Jahr seinen Festtag feierlich beging. Dies tat er insbesondere auch seinem Sohn zuliebe, der die Wissenschaften studierte.

So veranstaltete der Vater wieder einmal an einem bestimmten Nikolaustag ein großes Mahl und hatte dazu viele Priester eingeladen. Während sie nun zu Tische saßen, klopfte es an die Tür. Der Vater stand auf, öffnete die Tür und stand einem ärmlich gekleideten Mann gegenüber. Es war der Teufel in der Gestalt eines Pilgers , welcher um ein Almosen bat: „ Gütiger Herr, ihr seid für eure Großherzigkeit allerorts bekannt, ich bitte euch als armer Pilger um ein kleines Almosen, um meinen Weg der Buße weiterhin beschreiten zu können.“ Der Vater bat ihn einen Moment zu warten, ging ins Haus zurück und trug seinem Sohn auf, dem Pilger eine milde Gabe zu bringen. Der Sohn tat dies sofort, als er aber zur Türe kam, war der Pilger schon wieder fort. Er schaute sich um und erkannte den Pilger schon ein ganzes Stück weit entfernt vom Haus, wie er müde seinen Weg fortsetzte. Der mitleidige Knabe lief dem Pilger nach bis er ihn an einer Kreuzung einholte. Er rief ihn an: „Guter Mann, so bleibt doch stehen, damit ich euch eine kleine Gabe geben kann. Nehmt dise mit einem lieben Gruß meines Vaters. Gott möge euch auf eurem weiteren Pilgerweg beschützen.“ Der Teufel in Pilgergestalt jedoch nahm die gabe nicht an, sondern stürzte sich plötzlich auf den Knaben, packte ihn und erwürgte den armen Knaben.

Als der Vater, der sich über das lange Fernbleiben wunderte, den Sohn suchte und tot an jener Kreuzung fand, sank er verzweifelt nieder. Unendlich war seine Trauer und seine Verzweiflung. Er nahm den Leichnam des Sohnes, trug ihn in die Schlafkammer, schrie und weinte vor Verzweiflung: „Lieber Sohn, was nur ist dir passiert? Heiliger Nikolaus, ist das der Lohn für die große Ehre, die ich dir immer erwiesen habe?“ Lange sprach er noch auf diese Art und Weise mit dem Sohn und dem heiligen Nikolaus. Währenddessen öffnete der Knabe plötzlich seine Augen, als wenn er nur geschlafen hätte, stand auf und war wieder vollkommen gesund.

Der ungerechte Landpfleger

Zu jener Zeit, als das Volk sich wieder einmal gegen die römische Herrschaft auflehnte, sandte der römische Kaiser drei Fürsten aus, um das Volk zu beruhigen, und wenn nötig auch zu bezwingen. Diese drei Fürsten hießen Nepotianus, Ursus und Apilio. Diese drei fuhren nun auf das Meer hinaus, um gegen das ungehorsame Volk in den verschiedenen Küstenstädten vorzugehen. Gegen Mittag kam aber ein starker Wind auf, dem sie nicht gewachsen waren und so trieben sie an das Ufer in der Nähe der Stadt Myra. Während sie sich in der Stadt umsahen trafen sie auf Nikolaus, der sie zu sich zum Mittagsmahl einlud, nicht zuletzt, um so zu verhindern, dass das Kriegsvolk der drei Fürsten den Markt ausraubte, wie es schon so oft vorgekommen war.

Während nun der Bischof Nikolaus mit seinen Gästen speiste, geschah es, dass der Landpfleger der Stadt mit Geld bestochen wurde und somit befahl, dass drei unschuldige Rittersleute hingerichtet werden sollten. Diesem Befehl sollte sofort, noch in selbiger Stunde Folge geleistet werden. Nikolaus, der viele treue Seelen kannte, die ihm drohendes Unrecht in der Stadt schnell meldeten, wurde auch darüber in Kenntnis gesetzt. Sofort bat er seine Gäste, mit ihm zur Enthauptungsstätte zu eilen. Das taten sie auch und als sie die Richtstätte erreichten, trafen sie die drei Ritter schon kniend an, ihre Augen waren schon verbunden und der Henker erhob schon sein Schwert. Nikolaus stürmte zornig zu dem Henker, riss ihm das Schwert aus der Hand und schleuderte es weit weg. Der Henker war sprachlos vor Verwunderung und rührte sich nicht vom Fleck. Nikolaus aber ging zu den drei todgeweihten Rittern,  löste ihnen die Fesseln und nahm sie mit sich. Das Volk, welches sich, wie so oft, zur Hinrichtung versammelt hatte, führte heftige Diskussionen und rätselte darüber, was das nun zu bedeuten habe und warum der Bischof Nikolaus wohl so entschlossen eingegriffen hatte.

Nikolaus aber ging nun zum Palast des Landpflegers und stieß die verschlossenen Tore gewaltsam auf. Der Landpfleger, vom schlechten Gewissen getrieben, eilte ihm entgegen und grüßte ihn freundlich. Nikolaus aber verschmähte diesen Gruß und sprach: „Du Feind Gottes, du Brecher des Gesetzes, schämst du dich nicht, mir nach einer solchen Bosheit ins Gesicht zu schauen?!“

Nachdem Nikolaus den Landpfleger lange und schwer gestraft hatte, baten die Fürsten des Kaisers Nikolaus für den Landpfleger um Gnade. Nikolaus, immer um Güte und Verzeihung im göttlichen Sinne bemüht, nahm die Entschuldigung und die Reue des Landpflegers an und vergab ihm. Die drei Fürsten aber baten nun Nikolaus um seinen Segen, um nun ihrem eigentlichen Auftrag nachzugehen. So zogen sie gegen ihre Feinde aus und siegten bald ohne Blutvergießen. Und als sie heimkamen, empfing sie der Kaiser freudig und ehrte sie.

Viele Menschen des kaiserlichen Gesindes missgönnten den Fürsten diese Ehre und sannen darüber nach, wie sie den drei Fürsten schaden könnten, und wie sie ihnen die Gunst des Kaisers nehmen konnten. So bestachen sie den obersten Ratgeber des Kaisers mit Geld. Dieser sollte behaupten, die drei Fürsten hätten schandvoll und übelst über die kaiserliche Gewalt gesprochen. Dies tat  er dann auch, war er doch geblendet vom Anblick des Bestechungsgeldes.

Als der Kaiser nun hörte, was die drei Fürsten angeblich schlechtes über ihn und sein Amt geredet hätten, glaubte er den Worten, wurde zornig und ließ die  Fürsten in einen Kerker einsperren. Weiterhin befahl er, dass man sie ohne Verhör noch in derselben Nacht töten sollte. Die drei Fürsten erfuhren dies von dem Wächter des Kerkers und erschraken zutiefst. Todesangst überkam sie und sie zerrissen sich vor Verzweiflung ihre Kleider, weinten und klagten. Einer von ihnen, Nepotanius, erinnerte sich nun daran, wie Nikolaus damals in ihrer Anwesenheit die drei unschuldigen Ritter gerettet hatte. Daher bat er nun seine Mitgefangenen, den Schutz des heiligen Mannes anzurufen. Dies wäre ihre letzte Hoffnung, denn nur ein Wunder konnte sie noch vor dem sicheren Tod bewahren.

In derselben Nacht erschien Nikolaus dem Kaiser Constantin im Traum und sprach: „Warum hältst du die drei Fürsten gefangen? Und warum hast du sie ohne Grund zum Tode verdammt? Denn sie sind unschuldig! Steh schnell auf und befiehl, dass man die drei Fürsten freilasse. Tust du das nicht, so wisse, dass ich Gott bitten werde, einen Krieg gegen dich führen zu lassen, in welchem du umkommst und den wilden Tieren zur Speise dienst!“ Verwundert und beunruhigt über die drohenden Worte fragte der Kaiser: „ Wer bist du? Und wie bist du nachts in meinen Palast gekommen. Wie kommt es, dass du so hohe und gewagte Worte gegen mich aussprichst?“ Darauf antwortete Nikolaus: „ Ich bin Nikolaus, der Bischof der Stadt Myra.“

Ebenso erschien Nikolaus auch dem obersten Ratgeber des Kaisers, der die Fürsten verleumdet hatte und sprach zu ihm: „ Du verlorener Mensch ohne  Sinn und Verstand! Wie kannst du es zulassen und befürworten, dass unschuldige Menschen zum Tode verdammt werden?! Geh schnell hin und rate dem Kaiser, die Fürsten freizulassen. Tust du dies nicht, so wird dein Körper bald voller Würmer sein und dein Haus wird zerstört werden.“ Auch der Ratgeber des Kaisers fragte daraufhin erstaunt und verängstigt: „Wer bist du, dass du mir so schrecklich drohst?“ Nikolaus antwortete: „Wisse, ich bin Nikolaus, der Bischof der Stadt Myra.“

Am nächsten Morgen nun kamen der Kaiser und sein oberster Rat eiligst zusammen und erzählten sich gegenseitig ihre Träume. Schnell ließen sie die Gefangenen rufen und der Kaiser selbst sprach zu ihnen: „Mit welcher Zauberei habt ihr es vollbracht uns derart in unseren Träumen zu betrügen?“ Die Fürsten waren über diese Frage verwundert, ergab sie für sie doch keinerlei Sinn. Daher antworteten sie: „ Wir sind keine Zauberer und auch nicht des Todes schuldig.“ Der Kaiser überlegte kurz und fragte dann: „ Kennt ihr vielleicht einen Menschen, der Nikolaus heißt?“ Als die Fürsten diesen Namen hörten, hoben sie ihre Hände gen Himmel, beteten und baten Gott, um Nikolaus Willen, sie vom bedrohenden Tod zu erlösen. Und nun erzählten sie dem Kaiser vom Leben und den Wunderwerken des heiligen Nikolaus, und von dem Geschehnis, welches sie selbst mit dem Bischof Nikolaus erlebt hatten und welche ihrer Situation nun so ähnlich war. Der Kaiser ließ sie in Ruhe erzählen, und staunte mehr und mehr über das, was er hörte. Als die Fürsten geendet hatten erhob sich der Kaiser, ging ein paar Schritte auf die zu und sagte bewegt: „Gehet hin und lobet Gott, der euch wunderbar erlöst hat, um den Verdienst seines Heiligen willen. Bringt ihm von mir Geschenke und bittet Nikolaus darum, dass er mir fortan nicht mehr drohen möge, sondern dass er Gott für den Kaiser und das Reich bitten möge.“

Überglücklich verließen die drei Fürsten den Kaiser, nunmehr als freie Männer! Sofort machten sie sich erneut auf den Weg nach Myra, um dem Bischof Nikolaus zu danken. Als sie in trafen, fielen sie ihm zu Füßen und sprachen: „ Du bist wahrhaft ein Diener Gottes und ein besonderer Jünger Jesu Christi!“ Und sie erzählten ihm ihre ganze Geschichte. Da erhob auch Nikolaus seine Hände gen Himmel und lobte Gott. Er lehrte die Fürsten ein tugendhaftes Leben, schenkte ihnen viel weise Worte und sandte sie wieder heim in ihr Land.

Die goldenen Becher

Es war einmal ein edler Mann, der St. Nikolaus dringlich um dessen Fürsprache bei Gott bat, damit Gott ihm einen Sohn schenken möge. Er versprach, diesen Sohn dann auch in die Nikolauskirche zu führen und dort einen goldenen Becher opfern.

Und so kam es dann auch, Gott schenkte dem Mann  auf Nikolaus Fürsprache hin einen Sohn. Das Kind wuchs heran und der Vater ließ einen goldenen Becher anfertigen. Als er ihn dann fertiggestellt in der Hand hielt,  gefiel er ihm aber so gut , dass er beschloss, ihn für sich zu behalten. Um jedoch sein Versprechen einzuhalten,  ließ er einen zweiten Becher, gleich dem ersten, anfertigen.

Mit beiden Bechern fuhr er nun mit seinem Sohn auf das Meer hinaus, um nach Myra zur Nikolauskirche zu fahren. Während sie so fuhren, bat der Vater den Sohn, ihm mit dem zuerst angefertigten Becher etwas Wasser aus dem Meer zu schöpfen. Der Knabe nahm den Becher, beugte sich über den Bootsrand und tunkte den Becher ins Meer. Doch plötzlich verlor der Knabe das Gleichgewicht, stürzte ins Meer und die Fluten verschluckten ihn so schnell, dass der Vater ihn nicht mehr retten konnte. Der Vater war bestürzt und verzweifelt und er weinte bitterlich.

Doch wollte er sein Gelübde einhalten und fuhr so weiter in Richtung Myra. Er legte dort an und ging direkt zur Nikolauskirche. So opferte er dort den zweiten Kelch indem er diesen auf den Altar stellte. Als er ihn aber hingestellt hatte und seine Hand den Becher nicht mehr berührte, fiel dieser wieder vom Alter herunter, als wenn er hinabgestoßen worden wäre. Verwundert hob der Vater ihn wieder auf und stellte ihn erneut auf den Altar. Doch wiederum wurde der Becher hinweggeschleudert, viel weiter noch als zuvor. Noch während der Vater und die umstehenden Menschen erschauerten und sich wunderten, betrat das totgeglaubte Kind gesund und unversehrt die Kirche des heiligen Nikolaus und trug den ersten Becher in seinen Händen. Voller Freude umarmte der Vater den geliebten Sohn. Dieser erzählte dann, dass der heilige Nikolaus im Meer sofort bei ihm gewesen wäre und ihn gerettet habe. Vater und Sohn  freuten sich so sehr, dankten Gott und opferten dem heiligen Nikolaus nun beide Kelche.

Die Kornvermehrung

Es war einmal ein großer Hunger in dem Lande, wo der heilige Nikolaus lebte. Es gab weit und breit keine Nahrung mehr. Schlechtes Wetter hatte alle Saat zerstört und die Felder waren vertrocknet. Viele Menschen starben, vor allem alte und schwache Menschen, wie auch viele kleine Kinder. Das Elend nahm immer mehr zu.

Da brachte man eines Tages Nikolaus die Nachricht, dass Schiffe, voll mit Weizen beladen, in den Hafen eingelaufen wären. Sie kämen aus fernem Land und wollten schon bald weiterreisen. Der Bischof Nikolaus zögerte nicht lang und ging eilig zum Hafen. Die Schiffe waren leicht zu finden, waren es doch viele an der Zahl, voll beladen mit kostbarem Weizen. Nikolaus trat an die Schiffsleute heran, erzählte ihnen von der großen Hungersnot seines Landes und bat sie, aus jedem Schiff nur 100Maß Weizen abzugeben, um damit die Hungernden zu retten. Die Schiffsleute antworteten mit sichtlichem Unbehagen: „ Vater, gern würden wir den Hungernden helfen, doch wir trauen uns nicht, das zu tun, denn das Korn kommt aus Alexandrien und wurde genau abgemessen. Und es ist für niemand Geringeren bestimmt als für den Kaiser.“ Da sprach Nikolaus: „Tut, was ich euch sage und ich schwöre euch bei der Kraft Gottes, dass ihr keinerlei Verluste haben werdet, wenn das Kornmesser des Kaisers euer Korn misst.“

Die Schiffsleute wunderten sich über diese Worte, doch nach kurzem Zögern erfüllten sie die Bitte des Bischofs und luden von jedem Schiff ein Maß Weizen herunter. Nikolaus bedankte sich bei ihnen und sie fuhren weiter in Richtung der Kornkammern des Kaisers. Die Schiffsleute unterhielten sich während der ganzen Fahrt über die Geschehnisse in Myra und waren sehr gespannt und beunruhigt, was sie in der Kornkammer des Kaisers erwarten würde. Als sie zu den Dienern des Kaisers kamen, all das Korn von den Schiffen geladen hatten und das Korn nun vermessen wurde, da maß man so viele Maß Korn, wie in Alexandrien an Bord genommen worden war. Die Schiffsleute konnten dies nicht fassen und erzählten überall von diesem Wunder und priesen Gott.

Währenddessen hatte Nikolaus das Volk zusammenrufen lassen und er teilte das Korn aus. Jeder erhielt so viel, wie er bedurfte. Wie groß war die Freude all dieser hungernden Menschen! Endlich hatte die Not ein Ende. Auch sie dankten Gott und dem Bischof Nikolaus und priesen Gottes Güte.

Von eben diesem  Korn wurde nicht nur das ganze Land gespeist, es reichte sogar für zwei ganze Jahre zur Nahrung und es blieb noch genug für die Aussaat übrig.

Die Rache der Göttin Diana

Im Lande des Bischof Nikolaus ehrte man nach alter Gewohnheit die Abgötter, insbesondere das Bild der Teuflin Diana. So war es auch noch zu St. Nikolaus Lebzeiten. Die Bauern dienten diesem Glauben, die einen aus Überzeugung, andere aus Tradition oder aus Furcht vor Strafen, welche der Aberglaube bei Nichtachtung eben dieser Götter versprach. So brachten sie unter einem bestimmten, der Abgöttin Diana geweihten, Baum heidnische Opfer dar.

Nikolaus hörte davon und da er allerorts gegen diesen Aberglauben und Unglauben vorging,  zerstörte er auch diese böse Gewohnheit und ließ den Baum der Göttin Diana fällen. Dies erzürnte den bösen Geist der Göttin und er nahm sich vor, Rache an Nikolaus zu üben. Die teuflische Diana überlegte, wie sie Nikolaus schaden könne, ohne selber nicht im Geringsten in Gefahr zu geraten. Sie bereitete ein Öl namens Mydiacon zu, welches so kräftig war, dass es wider die Natur an Steinen und im Wasser brennt. Um ihren tückischen Plan in die Tat umzusetzen nahm Dinana die Gestalt einer frommen Frau an und fuhr an einem strahlenden Sommertag auf das Meer hinaus. Sie wusste, dass viele Menschen auf dem Meer unterwegs waren Richtung Myra, um dort den Bischof Nikolaus und seine Kirche aufzusuchen.

Als sie etwa eine gute Stunde aufs Meer hinausgefahren war, traf sie in einem Schiffchen eine handvoll Menschen, die tatsächlich auf dem Weg zum Bischof Nikolaus waren. Diana richtete sich in ihrem Boot auf und rief ihnen zu, dass sie kurz warten mögen, da sie ein Bitte hätte. Bei ihnen angelangt erkundigte sie sich zuerst freundlich, ob sie auf dem Weg nach Myra wären. Dies bestätigten die frommen Leute. Da sagte die hinterlistige Göttin: „ Ich wäre gern mit euch zu dem Heiligen Gottes gefahren, aber ich kann es leider nicht. So bitte ich euch, dass ihr für mich dieses Öl zu seiner Kirche bringt und zu meinem Gedächtnis die Wände des Vorhofes damit bestreicht.“ Die Leute nahmen das Öl entgegen und hegten in der Tat die Absicht, dieser Frau, welcher es verwehrt war die Kirche des Bischofs Nikolaus selber aufzusuchen, ihre Bitte zu erfüllen. Daraufhin verschwand der böse Geist.

Kurze Zeit später trafen die Menschen in dem Schifflein auf ein weiteres Boot mit ehrbaren Leuten. Unter ihnen saß auch einer, der dem Bischof Nikolaus ganz gleich war, was jedoch keiner erkannte, da sie Nikolaus zuvor noch nie gesehen hatten. Eben dieser Mann sprach: „ Sagt, was hat die Frau mit euch besprochen, welche soeben bei euch gewesen ist und was hat sie euch gegeben?“ Die Leute wunderten sich erst, warum es diesen Fremden interessierte, doch sie erzählten ihm alles.  Da sagte der Mann: „Ihr müsst wissen, dass dies die schändliche Diana gewesen ist. Und damit ihr glaubt, was ich euch sage, schüttet dieses Öl ins Meer.“ Verwundert über die Worte des Mannes hielten sie kurz Rat, ob sie diesem Glauben schenken sollten, doch sie konnten nicht umhin, der Aufforderung dieses Mannes nachzukommen.

Einer von ihnen öffnete das Fläschchen mit dem Öl, trat an den Bootsrand und goss das Öl ins Meer.  Sofort begann das Wasser wider die Natur zu brennen und die Flammen schlugen hoch. Erschreckt schrien die Leute auf und ruderten schnell in sichere Entfernung des Feuers. Dieses brannte noch sehr lange. Als es erlosch und die Leute dem Mann, welcher sie gewarnt hatte, danken wollten, war dieser bereits verschwunden.

So fuhren sie weiter gen Myra, gingen dort an Land und suchten die Kirche des Bischof Nikolaus auf. Als sie ihn dort antrafen und ihm ins Angesicht sahen, erkannten sie in ihm den Mann, der sie auf dem Meer vor dem Öl gewarnt hatte. Voller Staunen und Dankbarkeit sprachen sie zu ihm: „ Wahrlich, du bist es gewesen, der uns auf dem Meer erschienen ist und uns von des Teufels Listen erlöst hat!“ Glücklich und reich beschenkt mit Gottes Gnaden kehrten sie in ihre Heimat zurück.

Der Heimgang des heiligen Nikolaus

Als Gott den heiligen Nikolaus fort von der Erde zu sich in die Ewigkeit rufen wollte, bat Nikolaus ihn, ihm einen Engel zu schicken. Und mit demutsvoll gebeugtem Haupt sah er viele Engel Gottes zu sich schweben und begann nun den Psalm zu beten: „ In te domine speravi…“ bis hin zu den Worten: „…in manus tuas…“, was bedeutet: „Herr, in deine Hände empfehle ich meinen Geist.“ So verschied Nikolaus von dieser Welt im Jahre des Herrn 343 und man vernahm vom Himmel her einen himmlischen Gesang.

Nikolaus wurde in einem Grab von Marmelstein begraben und zu seinem Haupte entsprang ein Brunnen mit Öl und zu seinen Füßen entsprang ein Wasserquell. Noch heute fließt heiliges Öl an der Grabstätte des heiligen Nikolaus und heilt viele Krankheiten.

Der Nachfolger des Nikolaus im Bischofsamt in Myra war ein frommer Mann, der jedoch viele Neider unter dem Volk hatte. Diese gingen sogar soweit und vertrieben den frommen Bischof aus der Stadt. Als dies passierte, versiegte der Ölfluss an St. Nikolaus Grab. Das Volk der Stadt musste nicht lange überlegen, woran es wohl lag, dass die Quelle versiegt war, lag das Unrecht, was sie begangen hatten doch mehr als deutlich auf der Hand. Und so war es auch. Die Ölquelle begann erst wieder zu fließen, als man den neuen Bischof zurück in die Stadt holte.

Lange Zeit später wurde die Stadt Myra von den Türken zerstört. Im Zuge dieses Kampfes kamen auch siebenundvierzig Ritter aus der Stadt Bari nach Myra, um die Grabstätte des Bischof Nikolaus aufzusuchen. Vier Mönche zeigten ihnen das Grab und als sie dieses öffneten, lagen die Gebeine des heiligen Nikolaus in Öl. Sie nahmen die Gebeine des Heiligen voller Ehrfurcht mit sich in die Stadt Bari um sie dort verehren zu lassen. Dies war im Jahre 1087.

Du guter alter Nikolaus

Es rauscht der Wind im Winterwalde
durch die kühle graue Flur
und ein Jeder hofft, - schon balde
find er St. Nikolauses Spur.

Ach, wann wird er endlich kommen,
dieser heiß ersehnte Gast?
Kinder blicken teils benommen
von Baum zu Baum, von Ast zu Ast.
In den Blicken heißes Sehnen,
Fragen, was wird dann geschehn?
Und mancher tut schon mal erwähnen,
"Ich hab St. Nikolaus gesehn".

Da aus dunstigem Gefilde
steigt wie eine Nebelnacht,
ein stilles schattiges Gebilde,
und die Dämmerung ist erwacht.
Kinderblicke werden helle
die Gesichter sind verzückt,
als Niklaus an der Tagesschwelle,
tritt in ihren Sehnsuchtsblick.
Du guter alter Nikolaus,
du Freund der Kinder nah und fern,
leer Deinen Sack heut bei uns aus,
wir alle haben dich so gern.

Von drauß vom Walde komm ich her

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"

Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Theodor Storms Knecht Ruprecht

Der Nikolaus

Es lebte einst, vor vielen Jahren,
ein alter Bischof, Nikolas.
Der war so lieb, der war so gut,
und alle Kinder wußten das.
Ob Frühling, Sommer, Herbst, ob Winter,
er hatte immer was für Kinder
in seinen großen Manteltaschen,
weil kleine Kinder gerne naschen.
Und als sein Namenstag dann war,
da kam die ganze Kinderschar,
um ihre Liebe ihm zu zeigen.
Sie sangen Liedchen, tanzten Reigen
und machten das so jedes Jahr,
solang' er noch am Leben war.
Doch eines Tages mußt' auch er
die Straße aller Menschen gehen.
Da blieb er voller Traurigkeit
vor unserem lieben Herrgott stehen
und fing so bitter an zu weinen:
"O Herr, wer denkt jetzt an die Kleinen?"
Da hat der Herrgott nachgedacht
und hat zum Nikolaus gesagt:
"Es sei!" Du darfst noch jedes Jahr
einmal zu deiner Kinderschar,
um böse Kinder zu belehren,
die guten aber zu bescheren!"
So kommt noch heut' einmal im Jahr,
genauso, wie es damals war,
zu jedem Kind, von Haus zu Haus,
der gute, alte Nikolaus...

von Artur Liessmann

Nikolas, ich wart schon lange

Nikolaus, ich wart schon lange!
Bring mir eine Zuckerstange.
Zuckerstangen schmecken fein!
Bring von Marzipan ein Schwein.
Bring mir eine Spielzeugkuh,
bring mir ein paar neue Schuh,
bring auch eine Eisenbahn,
einen Honigkuchenmann,
Äpfel, Kringel und Korinthen,
Schokolade, Keks und Printen,
einen Teddy, weich und braun,
Christbaumschmuck, hübsch anzuschaun,
eine Puppe, die was spricht.
Aber eine Rute nicht!

von Bruno Horst Bull

Lasst uns froh und munter sein

Lasst uns froh und munter sein
Und uns in dem Herrn erfreu'n!
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf,
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Wenn ich schlaf, dann träume ich:
Jetzt bringt Niklaus was für mich.
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Wenn ich aufgestanden bin,
Lauf ich schnell zum Teller hin.
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Niklaus ist ein guter Mann,
Dem man nicht g'nug danken kann.
Lustig, lustig, tralera-lera,
Bald ist Nikolausabend da!
Bald ist Nikolausabend da!

Sankt Niklas

Gott grüß euch, liebe Kinderlein,
ihr sollt Vater und Mutter gehorsam sein,
so soll euch was Schönes bescheret sein.
Wenn ihr aber dasselbige nicht tut,
so bring ich euch den Stecken und die Rut’.

Oh Heiland, reiß die Himmel auf

O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf!
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für!

O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß;
Im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
Den König über Jakobs Haus.

O Erd’, schlag aus, schlag aus, o Erd’,
Daß Berg und Tal grün alles werd’
O Erd’, herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
Darauf sie all’ ihr’ Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm tröst uns hie im Jammertal.

O klare Sonn’, du schöner Stern,
Dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn’, geh auf, ohn’ deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.

Hie leiden wir die größte Not,
Vor Augen steht der ewig’ Tod;
Ach komm, führ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland.

Da wollen wir all’ danken dir,
Unserm Erlöser, für und für.
Da wollen wir all’ loben dich
Je allzeit immer und ewiglich.

Wir sagen euch an den lieben Advent

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit,
Machet dem Herrn den Weg bereit!.
|: Freut euch ihr Christen,
   Freuet euch sehr!
   Schon ist nahe der Herr.:|

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die zweite Kerze brennt!
So nehmet euch eins um das andere an,
Wie euch der Herr an uns getan.
|: Freut euch ihr Christen,
   Freuet euch sehr!
   Schon ist nahe der Herr.:|
  Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die dritte Kerze brennt!
Nun trag eurer Güte hellen Schein
Weit in die dunkle Welt hinein.
|: Freut euch ihr Christen,
   Freuet euch sehr!
   Schon ist nahe der Herr.:|

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die vierte Kerze brennt.
Gott selber wird kommen. Er zögert nicht.
Auf, auf ihr Herzen und werdet licht!
|: Freut euch ihr Christen,
   Freuet euch sehr!
   Schon ist nahe der Herr.:|