Impuls zum Jahresende

Und nun? Die Zeit dazwischen – zwischen Weihnachten, Silvester und Neujahr. Auch hier in eigener Form (was immer das heißen mag). Noch weniger wie sonst – keine Party-Nacht. Kein "Come-Together". Kein Feuerwerk. Werde wir den Wechsel von Jahr zu Jahr überhaupt bemerken?

Zwischen den Jahren, zwischen den Feiertagen – dazwischen liegen ein paar eigenartige Tage; aufräumen, ausruhen und vorbereiten heißt es sonst. Vielleicht auch jetzt? Ich mag diese Zeit dazwischen irgendwie. Es können Bilanz-Tage werden, wenn ich mag. In Ruhe zurückschauen auf das Jahr 2020. Genauer hinschauen, was da eigentlich alles gewesen ist – über das Coronavirus hinaus. Vielleicht meinen Kalender in die Hand nehmen (oder digital durchstöbern). 

Wo bin ich gewesen? Wen habe ich getroffen? Was war besonders? Was kam dazu? Wer kam in meine Nähe? Was habe ich (dazu)gelernt? Was war schwer und schmerzhaft? Wen musste ich loslassen oder was verabschieden? Welche Grenze habe ich nicht überschreiten können oder dürfen? Was ist gewachsen, was weniger geworden? Wo gab es eine Sternstunde? Was war mein Highlight und wer mein Traummensch oder wer mir eine Heldin oder ein Held? Möglicherweise gibt es noch andere Richtungen oder Blickwinkel für meine Bilanz. Und dann: Fühlen. Genießen. Traurig sein. Zufrieden sein auch. Mut spüren. Ohnmacht aushalten. Kraft tanken. Und: Ausschau halten nach dem, was noch nicht da ist, aber kommen wird: das Jahr 2021. Irgendwie nur ein neues Kalenderblatt. Und doch viel mehr: 365 Möglichkeitstage. Gott spricht: Ich will dich segnen. Ein Segen sollst du sein. (Jahresthema der Malteser 2021 nach dem Buch Genesis Kapitel 12, Vers 2).

Text: Pfarrer Ignatius Löckemann/ Diözesanseelsorger, Malteser im Bistum Mainz


Zurück zu allen Meldungen