Seminare und Weiterbildungen im FSJ und BFD

Wenn Sie einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Maltesern absolvieren, beinhaltet das nicht nur die praktische Arbeit in der Einsatzstelle, sondern auch die pädagogische Begleitung während Ihres Dienstes. Dazu gehört zum einen die fachliche Anleitung und Begleitung in der Einsatzstelle und zum anderen die Teilnahme an Seminaren. Die Seminare sind grundsätzlich kostenfrei für alle Freiwilligen.

Die Teilnahme an den Bildungsseminaren ist fester Bestandteil während eines BFD oder FSJ. Die Seminare und Bildungsangebote sollen den Dienst begleiten und die sozialen sowie persönlichen Kompetenzen stärken. Hier haben die „BFDler“ oder auch „Bufdis“ und „FSJler“ die Möglichkeit, sich über die Erfahrungen, die sie in der praktischen Arbeit gesammelt haben kollegial und weit weg vom Alltag in der Einsatzstelle unter Gleichgesinnten auszutauschen. Neben den Themen, welche die Freiwilligen aus ihrem Lebens- und Berufsalltag mitbringen, geht es in den Seminaren darüber hinaus auch um soziale, politische, gesellschaftliche, interkulturelle oder religiöse Themen. So begleiten die Seminare den Dienst und fördern die Freiwilligen, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, Selbstvertrauen zu gewinnen, Verantwortung zu übernehmen sowie Perspektiven und Kompetenzen für die eigene Zukunft zu entwickeln. Und natürlich sollen die Seminare auch eine Auszeit vom Arbeitsalltag sein, motivieren und Spaß bringen. 

Umfang der Seminare

Im Rahmen eines zwölfmonatigen BFD oder FSJ ist für Freiwillige unter 27 Jahren die Teilnahme an mindestens 25 Seminartagen gesetzlich vorgeschrieben. Die Seminare finden in insgesamt 5 Wochenblöcken (in der Regel von Montag bis Freitag) statt. Die Seminarwochen werden deutschlandweit an vielen unterschiedlichen Standorten in Jugendherbergen und Bildungshäusern durchgeführt, die Unterbringung erfolgt in Mehrbettzimmern. Die Übernachtung am Seminarort ist für alle Freiwilligen verpflichtend.Für Freiwillige über 27 Jahren, die einen BFD absolvieren, ist ein Bildungstag pro Monat für Seminare oder Weiterbildungen gesetzlich vorgeschrieben.

Bei einem zwölfmonatigen BFD Ü27 müssen dementsprechend mindestens zwölf Bildungstage absolviert werden. Freiwillige im BFD Ü27 besuchen eine verpflichtende dreitägige Einführungsveranstaltung. Diese werden deutschlandweit an unterschiedlichen Standorten in Bildungshäusern durchgeführt. Die Freiwilligen über 27 Jahre werden dabei grundsätzlich in Einzelzimmern untergebracht.  Die weiteren Bildungstage können individuell geplant werden.

Wenn ein FSJ oder BFD im Rahmen einer Verlängerung über die reguläre Dauer von zwölf Monaten hinausgeht, erhöht sich die Anzahl der Seminartage um mindestens einen Tag für jeden zusätzlichen Monat. Grundsätzlich gilt im BFD oder FSJ für Freiwillige jeden Alters: Seminarzeit ist Arbeitszeit. Das bedeutet, dass für die Teilnahme an den Seminaren und Bildungsangeboten kein Urlaub genommen werden muss. 

Wer ist für das Seminarangebot verantwortlich?

Ansprechpartner für die Bildungsarbeit bei den Maltesern ist das Referat Freiwilligendienste als Bildungsträger. Alle Seminargruppen werden durch unsere erfahrenen pädagogischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begleitet, die als Ansprechpartner für die Freiwilligen auch außerhalb der Seminarwochen das gesamte Jahr zur Verfügung stehen.

Kosten der Seminare im BFD und FSJ

Für die Freiwilligen selbst sind die Seminare und Bildungsangebote kostenfrei. Alle Kosten, die im Rahmen der Seminarwochen oder auch für einzelne Seminartage anfallen, werden von der Einsatzstelle getragen. Hierzu zählen neben den Kosten für die Fahrt zum Seminarort natürlich auch die Übernachtungskosten sowie die Verpflegung.

Ablauf der Seminare und Bildungsangebote

Die Inhalte der jeweiligen Bildungswoche sind nicht verschult und es gibt auch keine stundenlangen Vorträge. In den Seminaren ist vor allem die aktive Mitarbeit und Mitgestaltung durch die Freiwilligen gefragt. In jeder Seminarwoche werden unterschiedliche Themen bearbeitet. Welche dies sein sollen, entscheiden die Freiwilligen innerhalb ihrer Seminargruppe. Aus diesem Grund kann im Vorfeld auch keine genaue Übersicht gegeben werden – die Inhalte und die Schwerpunkte richten sich immer nach den Wünschen, Interessen und Bedürfnissen der Seminargruppe.

Beispielhafte Inhalte der Seminare

Die Freiwilligen unter 27 Jahren wählen am Ende jeder Seminarwoche, welche Themen sie im nächsten Seminar behandeln möchten und auch mit welchen Schwerpunkten oder Methoden diese bearbeitet werden sollen. Zu bestimmten Themen werden Referenten in das Seminar eingeladen oder Exkursionen durchgeführt.

Themen die zum Beispiel durchgeführt werden:

  • Weil Nähe zählt: Austausch und Begegnungen mit Randgruppen, Menschen mit Erkrankungen/ Behinderungen, Lebensbiografien, eigene Lebensentwürfe, soziale Projekte
  • Stirb an einem anderen Tag: Vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Alter, Sterbehilfe, Ethik
  • Wer die Wahl hat, hat die Qual: Politik, Zukunft, Persönlichkeitsbildung, Auseinandersetzung mit Zukunftsperspektiven in Bezug auf Ausbildung/ Beruf, Sozialkompetenztraining
  • Gut für mich – wertvoll für andere: Stressmanagement, Work-Life-Balance, Ernährung, Gesundheit
  • Männer sind anders – Frauen auch: Gender, Schönheitsideale, gesellschaftliche Rollenbilder, Geschlechterrollen und -erwartungen, Selbstreflexion
  • Was kostet die Welt? Globalisierung, Nachhaltigkeit, ökologische Aspekte, Umwelt, Ressourcen
  • Bild dir deine Meinung: (Kritischer) Umgang mit Medien
  • Aus Vergangenem lernen: Jugend im NS-Staat, Persönlichkeit, Umgang mit Schicksalsschlägen
  • Ich liebe es … Aufspüren von ungesunden Lebensweisen und Gewohnheiten, Kennenlernen von eigenen Verhaltensmustern, gesunde Ernährung, Süchte
  • Immer locker bleiben: Umgang mit Aggressionen und Konflikten, Entwicklung von Toleranz gegenüber dem Anderssein, interkulturelle Kompetenz
  • Einer für Alle – Alle für Einen: Teamarbeit, Gruppendynamik, Selbst- und Fremdwahrnehmung

Unterschiede der Seminare und Bildungsangebote bei Freiwilligen über 27 Jahren

In der Seminararbeit im BFD Ü27 gelten andere Maßstäbe als in den klassischen Freiwilligendiensten für junge Menschen - die Freiwilligen im BFD Ü27 nehmen nicht an verpflichtenden Wochenseminaren teil. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebens- und Berufserfahrungen unserer älteren Freiwilligen sowie ihrer individuellen Bedürfnisse und Interessen ermöglicht das Bildungskonzept im BFD Ü27 eine individuelle, breitgefächerte und offene Gestaltung der Bildungstage. Nur 3 der 12 gesetzlich vorgeschriebenen Seminartage sind verbindlich und inhaltlich festgelegt, alle weiteren Bildungstage werden individuell und gemeinsam mit den Freiwilligen geplant. Durch die große Individualität haben die Freiwilligen die Möglichkeit, an bereits vorhandenen (beruflichen) Kompetenzen anzuknüpfen oder neue zu erlernen oder auch Bildungsangebote auszusuchen, welche persönliche Lebensthemen oder andere Themen aufgreifen.

Alle Freiwilligen über 27 Jahren nehmen zu Beginn ihres Freiwilligendienstes an der dreitägigen Einführungsveranstaltung „Neu im Freiwilligendienst bei den Maltesern“ teil (Pflichttermin). Diese bietet vor allem viel Raum für das Kennenlernen anderer Freiwilliger sowie den kollegialen Austausch mit Gleichgesinnten. Innerhalb des Seminares erhalten die Freiwilligen darüber hinaus viele wichtige Informationen rund um den Freiwilligendienst und es werden je nach Wünschen, Interessen und Bedürfnissen der Gruppe auch weitere Themen bearbeitet. Für die Freiwilligen im BFD Ü27 werden durch das Referat Freiwilligendienste auch dreitägige Kurzseminare (Wahltermine) zu verschiedenen Themen angeboten.

Themen, die zum Beispiel behandelt werden können:

  • „Gesund und entspannt in Beruf und Alltag“
  • „Bunt, bunter, Deutschland – Vielfalt bereichert“

Gruppengrößen

Die Gruppengrößen unterscheiden sich je nach Altersgruppe.

Unter 27: An den Seminaren nehmen ca. 25 - 30 Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet teil, die alle ihren Freiwilligendienst bei den Maltesern leisten. Da so eine Vielzahl von Einsatzstellen und Einsatzfeldern vertreten ist, haben die Freiwilligen die Möglichkeit, Freiwillige anderer Einsatzstellen kennenzulernen und einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsfelder der Malteser zu bekommen. Die Gruppe bleibt in ihrer Zusammensetzung das ganze Jahr über bestehen.

Über 27: An den durch das Referat Freiwilligendienste angebotenen Einführungsveranstaltungen nehmen ca. 15 Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet teil, die alle ihren Freiwilligendienst bei den Maltesern leisten.

Freizeitaktivitäten und das Miteinander in den Seminarwochen

Die Seminare sollen Spaß machen, und für den Arbeitsalltag motivieren. Und dies klappt auch - oft entstehen in den Seminaren Freundschaften, die den Freiwilligendienst überdauern. In der freien Zeit außerhalb des Seminargeschehens organisieren sich die Freiwilligen in der Regel selber. Regelmäßig werden auch unterschiedliche Freizeitaktivitäten durch die Seminarleitung angeboten. Pro Woche wird zum Beispiel ein Gruppenabend organisiert, bei dem die Gruppe entscheidet, wie der Abend gestaltet werden soll.