So engagierst du dich in der Weihnachtszeit

Die Innenstädte sind geschmückt, die ersten Lebkuchen vertilgt und „Last Christmas“ läuft wieder im Radio. Es weihnachtet sehr. Aber leider nicht für alle. Denn viele Menschen verbringen die schönste Zeit des Jahres einsam, krank oder obdachlos. Welche Möglichkeiten es gibt, ihnen trotzdem eine besinnliche Zeit zu bescheren und zu einem schönen Fest zu verhelfen, liest du hier.

Darum geht’s:


Einsatz für Bedürftige: Plätzchen, Geschenke und Co.

Jedes Jahr engagieren sich Tausende Menschen ehrenamtlich, um Bedürftigen und Notleidenden schöne Feiertage zu ermöglichen. Die meisten Aktionen finden in der Adventszeit statt, einige auch direkt an den Weihnachtsfeiertagen. Überall gibt es Sammel- und Spendenaktionen, Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern sowie Suppenküchen.

Die Malteser überlegen sich im Rahmen der Nikolausaktion jedes Jahr etwas Neues und freuen sich auch über deine Unterstützung. So backen die Malteser in Bielefeld in diesem Jahr zum Beispiel Plätzchen und packen zahlreiche Kekstüten. Und jeder beziehungsweise jede kann mitmachen. Ganz nach dem Motto: je mehr Helferinnen und Helfer, desto besser. Einige der Leckereien gehen an die Bahnhofsmission, wo sie an Bedürftige verteilt werden. Eine weitere Aktion ist die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, wobei bedürftige Kinder kleine Geschenke, gespendete Süßigkeiten oder Kuscheltiere bekommen. Der Mobile Einkaufswagen der Malteser unterstützt zudem ältere und behinderte Menschen beim Einkaufen. Ehrenamtliche planen und organisieren die Einkaufsfahrten, sodass die Mitfahrer und -fahrerinnen Zutaten für Plätzchen und Co. selbst einkaufen können. Damit ist es Menschen, die nicht allein einkaufen können, möglich, eigenständig zu entscheiden, was im Einkaufswagen landet und was nicht. Mehr über den Mobilen Einkaufswagen und die Einkaufshilfe der Malteser findet ihr auch auf unserem Online-Magazin dabei.

Willst du in der Weihnachtszeit, das wohl kostbarste Gut, Zeit, verschenken, kannst dich an den Weihnachtsaktionen beteiligen. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen. Am besten fragst du bei einer Hilfsorganisation oder Gemeinde in deiner Nähe, was du tun kannst.

Weihnachtsessen für Bedürftige kochen

Gänsebraten, Klöße und Rotkohl oder Kartoffelsalat mit Würstchen? Diese Frage stellt sich manchen Menschen gar nicht, weil sie gar kein oder nur ein sehr karges Essen an den Feiertagen bekommen. In vielen Städten und Orten werden Weihnachtsessen für Bedürftige veranstaltet. In Berlin beispielsweise richtet der Musiker Frank Zander seit 25 Jahren ein großes Weihnachtsessen für Obdachlose aus. Mehrere Hundert Bedürftige werden jedes Jahr in einen Festsaal eingeladen und bekommen Gänsebraten von Prominenten serviert. Dazu gibt es Musik und am Ende bekommt jeder hübsch verpackte und praktische Geschenke wie Hygieneartikel oder Mützen. Die Corona-Pandemie machte es den Freiwilligen im vergangenen Jahr schwer. Vieles musste neu geplant werden. In Berlin wurden Essen und Geschenke mit Trucks zu verschiedenen Standorten gebracht und an die Bedürftigen verteilt.

Auch bei den Maltesern in Heidelberg gestaltet sich das Weihnachtsessen für Bedürftige etwas anders. Seit über 25 Jahren bereiten Freiwillige an den Vormittagen des Heiligabends und der beiden Weihnachtsfeiertage ein Festmahl für bedürftige Menschen zu. Normalerweise werden die Leckereien in einer warmen und festlich geschmückten Tagesstätte gemeinsam gegessen, aber auch bei dieser Aktion mussten schon im vergangenen Jahr neue Hygienemaßnahmen umgesetzt werden. Die Essensportionen werden nun zum Mitnehmen verpackt. So können die Bedürftigen leider nicht zusammen an einem festlichen Ort essen, das Weihnachtsessen und ein paar Geschenke gibt es aber trotzdem für Sie. Die Freiwilligen treffen sich an den Feiertagen schon sehr früh morgens, um das Essen zu kochen. Bis mittags muss alles fertig sein, denn dann wird das Essen an die Bedürftigen ausgeliefert. Für viele Freiwillige ist das Heidelberger Weihnachtsessen zu einer Tradition geworden.

Wärme spenden für Obdachlose

Jeden Winter erfrieren obdachlose Menschen in Deutschland auf der Straße. Der Kältebus, mancherorts auch Wärmebus genannt, bringt nicht nur Wärme in das Leben der Menschen, sondern rettet auch Leben. Die Busse fahren jeden Winter durch unterschiedliche deutsche Städte. Betrieben werden Sie von verschiedenen Hilfsorganisationen und mithilfe von Ehrenamtlichen und Freiwilligen, die verschiedene Aufgaben übernehmen. Wer Obdachlosen helfen möchte, kann zum Beispiel beim Ausschenken von Tee, Kaffee und Suppe helfen oder sogar den Bus fahren.

Die Einsätze sind hauptsächlich abends, wenn es besonders kalt wird. Wer obdachlose Menschen auf der Straße sieht, die zu erfrieren drohen, ruft die jeweilige Telefonnummer des Kältebusses in seiner Stadt an, um ihn anzufordern. Die Bedürftigen erhalten dann eine wärmende Suppe, Tee oder Kaffee. Wichtig: Im akuten Notfall solltest du natürlich immer und umgehend die 112 wählen.

Sofern es die aktuelle Spendensituation zulässt, verteilen die Freiwilligen auch warme Schlafsäcke, Mützen, Handschuhe oder Hygieneartikel. Meistens sind Rettungshelfer und -helferinnen oder -sanitäter und sanitäterinn dabei, die medizinische Hilfe leisten können. Sowohl die Busse als auch die verteilten Güter werden durch Spenden finanziert und durch die Hilfe von Freiwilligen ermöglicht. Wenn du dich hier engagieren möchtest, erhältst du im Vorfeld eine Schulung. Beim Kältebus geht es nämlich nicht nur darum, die Menschen physisch aufzuwärmen, sondern auch menschliche Wärme zu spenden.

So kannst du außerdem helfen

In vielen Häusern der Welt steht zu Weihnachten die Krippe mit dem Jesuskind. Der Überlieferung nach stand diese Krippe in Betlehem. Heute steht dort, nur wenige hundert Meter entfernt, eine Geburtsklinik der Malteser mit dem schönen Namen Holy Family Hospital. Die Klinik wurde vor über 35 Jahren auf Wunsch des damaligen Papstes Johannes Paul II. gebaut. Das Besondere daran ist: Hier können alle Menschen herkommen: Israelis, Palästinenser, Christen, Juden oder Muslime. Wie überall auf der Welt hat auch hier die Corona-Pandemie die Lage für Mitarbeitende und Patientinnen verschärft. Darum werden dringend Spenden benötigt. Vielleicht suchst du noch ein Weihnachtsgeschenk für jemanden? Eine Spende in ihrem oder seinem Namen kann ein schönes Geschenk sein.

Schöne Momente an ältere Menschen verschenken

Viele ältere Menschen sind in der Advents- und Weihnachtszeit einsam. Manche haben gar keine Angehörigen mehr, bei anderen leben die Angehörigen weit weg und wollen in der Pandemie nicht reisen. Du kannst einsamen Menschen etwas sehr Wertvolles schenken, das dich gar nichts kostet: Zeit. Vielleicht engagierst du dich bei einem Seniorentreff in deiner Nähe oder unterstützt Menschen im Rahmen eines Besuchs- und Begleitdienstes, den auch die Malteser anbieten. Im Café Malta zum Beispiel kümmern sich Freiwillige vor allem um Menschen mit Demenz. Die Cafés gibt es in ganz Deutschland. Es wird gebastelt, Musik gemacht oder bei Kaffee und Kuchen miteinander geschwatzt. Und keine Sorge, wenn du gar keine Erfahrung mit demenzkranken Menschen hast. Du bekommst spezielle Aus- und Weiterbildungen, damit du dich sicher fühlst und die Betroffenen bestmöglich unterstützen kannst.

Eine weitere Möglichkeit, älteren Menschen eine Freude zu machen, ist die Kulturbegleitung der Malteser. Hierbei gehst du mit einem älteren Menschen ins Theater, in die Oper, zu Lesungen oder anderen kulturellen Veranstaltungen. Die Person wird sozusagen zu einer Ausflugsfreundin oder einem -freund. Es gibt keine festen Termine für dieses Ehrenamt. Ihr trefft euch immer dann, wenn es eine kulturelle Veranstaltung gibt, die deine Ausflugsfreundin bzw. dein Ausflugsfreund besuchen möchte. Dabei darfst du kreativ sein und Vorschläge machen. Habt ihr eine schöne Veranstaltung gefunden, holst du sie oder ihn zu Hause ab, ihr geht ins Theater, Museum oder zum Konzert und anschließend bringst du deine Begleitung wieder nach Hause. Für die sonst einsamen Menschen sind deine Zeit und Gesellschaft ein riesiges Geschenk. Und du darfst dich neben einem schönen Kulturprogramm auf leuchtende Augen freuen.

Falls es in deiner Nähe schon genügend helfende Hände gibt, kannst du auch spenden. Das muss nicht immer Geld sein. Auch Sachspenden werden gebraucht wie zum Beispiel Schlafsäcke, Schals, Mützen oder Hygieneartikel für Obdachlose oder Weihnachtsgeschenke für Kinder. Informiere dich dazu am besten bei örtlichen Anlaufstellen wie Bahnhofsmissionen oder karitative Einrichtungen in deiner Stadt oder Gemeinde.


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