Weihnachten: Das Fest der Liebe und der Einsamkeit

Wenn sich die Straßenzüge der Innenstädte langsam aber sicher in ein einziges Lichtermeer verwandeln, die Regale in den Supermärkten vor lauter Lebkuchen, Spekulatius und Co. fast zusammenbrechen und bereits die ersten panischen Whatsapp-Gespräche in der Familiengruppe zum Thema „Was schenken wir eigentlich Oma?“ losgehen, dann weißt du: Weihnachten steht vor der Tür. Weihnachten ist ein Fest, an dem man einfach nicht vorbeikommt. Und das kann ganz schön hart sein. Denn vielen Menschen wird jetzt, beim nahenden Fest der Liebe, einmal mehr klar, dass sie ziemlich einsam sind. Obwohl Einsamkeit in unserer modernen Gesellschaft längst zum Massengefühl geworden ist, und man theoretisch im Frühjahr, Sommer und Herbst gleich einsam ist, steigen während der scheinbar nie enden wollenden Weihnachtszeit die Chancen an diesen Umstand erinnert zu werden exponentiell.

Einsamkeit hat viele Gesichter: Da wäre das sozial benachteiligte Grundschulkind, das sich inmitten von Gesprächen über Ausführung und Inhalt der Adventskalender der Klassenkameraden ausgegrenzt und einsam fühlt, da die Eltern keine Kohle für so einen Schnick-Schnack übrig haben. Oder die Rentnerin, die Heiligabend allein vor dem Weihnachtsprogramm sitzt, während die Nachbarin von unten mit ihrer versammelten Familie lautstark „Oh du fröhliche” trällert.

Fest steht: auch wenn die Ursachen für die weihnachtliche Einsamkeit unterschiedlich sind, sollte man doch, weil eben das Fest der Liebe ansteht, etwas dagegen unternehmen.

Darum geht's:


Adventliche Soforthilfe: Die Nikolaus-Aktion der Malteser

Genau hier ist der Malteser Hilfsdienst zur Stelle: Seit Jahrzehnten gibt es die deutschlandweiten Nikolaus-Aktionen, die all denjenigen ein klein wenig Zuwendung spenden, die es gerade jetzt besonders nötig haben. Insgesamt sind das übrigens über 100 verschiedene Aktionen, die vom gemeinsamen Waffeln backen über fröhliche Gesangsrunden reichen und im Zeitraum um den 6. Dezember angesetzt sind.

Wir stellen dir drei davon näher vor:

Berlin: In der Weihnachtsbäckerei gibt’s so manche Leckerei

Pünktlich zwei Tage bevor die Nikolausstiefel rausgestellt werden, verwandelte sich der Berliner Maltesersaal in eine quirlige Backstube. Bei Punsch und Stutenkerl wurde geknetet, ausgestochen, gebacken und verziert. “Wir haben zwar nur zwei Backöfen, aber das ist gar kein Problem,” so Anne Michel, die Diözesanoberin. Mit der nötigen Portion Teamwork schafften es die vielen fleißigen Helfer und Helferinnen am Ende ganze 250 prall gefüllte Tüten zu bestücken. Die mit liebevollen Widmungen versehenen Trostspender wurden dann von den Helfern an Arme, Kranke und Traurige verteilt. Zum fleißigen Helferteam zählten ehemalige Gäste der Notunterkunft, die Malteser Jugend, Frauen aus dem Projekt “Nähstube”, sowie eifrige Nachbarn.

Erfurt: Adventliche Auszeit im Jugendhaus St. Sebastian

Das Jugendhaus St. Sebastian, im Erfurter Stadtteil Hochheim bot die perfekten Bedingungen für die adventliche Auszeit der Malteser Erfurt. Am Hang des Erfurter Holzbergs grenzt das Gebäude direkt an den städtischen Wald. Der perfekte Ort, um mit den Kids “Power Verstecken” zu spielen, verrät Viviane. Die 19-Jährige macht ihr FSJ in der Kinder- und Jugendarbeit der Malteser, neben ihr begleiteten zwei weitere Junghelfer die Kurz-Freizeit. Zusammen gestalteten sie das Programm für die 14 Kinder und Jugendliche, die zum Teil mit schweren Schicksalen zu kämpfen haben. Viele von ihnen sind es deshalb auch nicht gewohnt, sich außerhalb des gewohnten Umfelds aufzuhalten. Dafür war das Wochenende aber ein voller Erfolg. Es wurde gebacken und gebastelt und am Abend gab es einen Weihnachtsfilm. Besonders stolz ist Vivian darüber, dass Ibrar* während des Wochenendes so aufgeblüht ist. “In den Gruppenstunden war er immer total zurückhaltend und jetzt, während des Wochenendes hat er sogar aktiv die anderen Kinder angesprochen und motiviert. Solche Momente sind sehr schön, weil man irgendwie das Gefühl hat, etwas bewirken zu können.” Am Sonntag fahren alle erschöpft, aber zufrieden nach Hause.

Kassel: Hoffnungszeichen aus dem Karton

In Kassel werden schon seit Mitte November fleißig die Weihnachtspäckchen gesammelt.

Pastor Stefan Krönung, der seit 2007 Pfarrer in der St. Joseph Kirche ist, koordiniert die Aktion. “Man darf die Kinder nicht vergessen, das ist das Allerwichtigste”, sagt er. Bis vor einigen Tagen konnten in der Kasseler Dienststelle Pakete abgegeben werden, die nun von tatkräftigen Helfern, wie dem Malteser-Kurier Felix, in die Kasseler Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf ausgeteilt werden.

Die Pakete gehen aber auch nach Bosnien, Bulgarien, Kroatien und Rumänien. Besonders toll war das Engagement der Schülerinnen und Schüler eines Kassler Deutsch-Leistungskurses, die “nichts Besseres zu tun hatten, als auf ihrer Weihnachtsfeier alle fleißig Pakete zu packen”, schwärmt Pfarrer Krönung. Im Kasseler Malteser Büro stapeln sich die Pakete fast bis zu Decke, jetzt müssen sie nur noch sicher ankommen.

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*Name geändert

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