Dorthin gehen, wo die Menschen Hilfe brauchen

Diese Hilfe kommt wirklich an: Seit Ende November ist in Dortmund ein vorbildliches Projekt am Start – der Wärmebus. Drei Mal in der Woche ist der Kleinbus mit drei Helfern abends in der Innenstadt unterwegs, auf dem Weg zu den Menschen, die Hilfe brauchen: den Obdachlosen der Stadt. An Bord sind in der kalten Jahreszeit: warme Getränke, eine medizinische Notfallausrüstung und Heizstrahler. Aber neben dieser praktischen Hilfe zählt vor allem eines – die menschliche Wärme, die den Betroffenen von den freiwilligen Helfern entgegengebracht wird.

Darum geht's:


Was ist der Wärmebus?

Bis Ende März wird der Kleinbus drei Mal die Woche abends von 19 bis 23 Uhr in Dortmunds Innenstadt unterwegs sein – immer montags, mittwochs und freitags. Damit die Betroffenen wissen, wo sie ihn finden, fährt er die gleichen drei Standorte in der gleichen Reihenfolge an. Die Helfer bringen warmen Tee, Kaffee und heiße Suppe. „Alleine am ersten Abend haben wir 35 Terrinen ausgegeben“, sagt Thomas Ohm vom Stadtverband der Malteser in Dortmund, „das zeigt den Bedarf und wie gut das Angebot angenommen wird.“ Außerdem haben die Helfer Hygieneartikel dabei, können medizinische Hilfe leisten (jeder Wagen wird von mindestens einem Rettungshelfer oder -sanitäter begleitet) und geben im Bedarfsfall warme Mützen, Handschuhe oder Schlafsäcke aus.

Junge Malteser stehen vor dem Wärmebus
Bei der Versorgung der Hilfebedürftigen geht es vor allem um eins: Die menschliche Wärme. © Holger Kurek

Wenn es einmal besonders kalt ist, können sie vor dem Bus Heizstrahler aufbauen, an denen sich 4-5 Menschen aufwärmen können. Das kann Leben retten, denn noch immer sterben jedes Jahr in Deutschland Obdachlose im Winter auf den Straßen.

Der Wärmebus verschafft in mehr als einer Hinsicht Schutz und eine Pause von der Kälte auf der Straße. Denn vor allem geht es um „die Herzenswärme“, wie Ohm betont: „Wir wollen die Menschen vor Ort erreichen, da wo sie leben. Wir sind da, hören zu und können auch über weitere Hilfsangebote informieren. Der Wärmebus ist schließlich ein ergänzendes Angebot zu den bestehenden Hilfen.“ Wichtig sei es vor allem, in Kontakt zu kommen – und so im Notfall auch eingreifen zu können. „Die Betroffenen nehmen das Angebot vom ersten Tag an sehr gut an, sie freuen sich, dass die Helfer zu ihnen kommen, mit ihnen sprechen.“ Der Malteser-Mann ist sicher: „Da werden Freundschaften entstehen.“

Hilfe für Obdachlose

Wenn die Kälte einbricht, und du Hilfe für Obdachlose in deiner Stadt holen willst, wähle diese Nummern:

  • Berlin: 0178/523 5838
  • Hamburg: 040/401 782 15
  • München: 089/200 045 930
  • Köln: 0221/259 742 44
  • Frankfurt: 069/431 414
  • Stuttgart: 0711/ 219 547 76

Im medizinischen Notfall gilt die 112!

Menschen stehen in der Stadt um den Wärmebus herum
Der Wärmebus ist schon jetzt ein beliebter Treffpunkt. © Holger Kurek

Wie wird der Bus finanziert?

Der Bus wurde ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert, dabei betont Thomas Ohm die gute Zusammenarbeit aller Dortmunder Stadtgesellschaften: Johanniter, Rotes Kreuz, Malteser, die katholische Kirche – sie alle ziehen bei diesem Projekt an einem Strang. „Auch aus der jüdischen und aus der islamischen Gemeinschaft haben uns Hilfsangebote erreicht.“    

Wie kann man helfen?

Hilfe tut Not und wird gerne angenommen. Ob bei der Planung, der Organisation oder auch bei Fahrten im Bus: Menschen, die sich engagieren wollen, sind gesucht. Wer im Bus aktiv werden will, wird vorher geschult. Die Einsatzabsprachen laufen über die Malteser Dienststelle. Dort können sich auch Unterstützer unter der Telefonnummer 0231/ 98 23 20 0 melden. Auch Spenden sind willkommen – unter folgender Kontonummer:

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst Dortmund
IBAN: DE78 3706 0120 1201 2168 30

Paxbank Köln, BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7
Stichwort „Wärmebus“

Weitere Infos

Du willst mehr über den Dortmunder Wärmebus erfahren? Weitere Informationen findest du unter www.malteser-dortmund.de


Update: Dank vieler Helfer fährt der Bus auch im Sommer weiter

Obwohl der Bus eigentlich Ende März seine Fahrten einstellen wollte, geht die Reise für die gute Sache weiter: Einmal in der Woche, jeden Freitag, wird der Bus auch im Sommer in Dortmund unterwegs sein. Das ist möglich, weil sich in der kalten Jahreszeit 70 neue, ehrenamtliche Helfer gemeldet haben, die die Arbeit unterstützen wollen. Thomas erzählt: „Der Dienst wird sehr gut angenommen – nicht nur von den Betroffenen selbst, auch von der Politik gibt es Unterstützung und natürlich von den Menschen in der Region. Eine ältere Dame aus dem Sauerland etwa fängt an Handschuhe und Mützen für den nächsten Winter zu stricken.“ Was den Malteser besonders freut: „Wir konnten einem jüngerem Obdachlosen schon helfen, wieder von der Straße herunter zu kommen. Einfach weil wir auf ihn zugegangen sind, Vertrauen aufgebaut haben und ihm zugehört haben. Das ist ein sehr schöner Erfolg nach so kurzer Zeit.“ Für die nächste Wintersaison hat Ohm ein ehrgeiziges Ziel: Der Bus soll 4–5 Abende unterwegs sein. „Genug Helfer haben wir“, sagt er. Außerdem soll ein zweiter Bus her, damit noch mehr Menschen erreicht werden können. Spenden sind natürlich willkommen.

VERWANDTE ARTIKEL

Ehrenamtliche Malteser posieren für Gruppenfoto

Interview: Helfer David im Katastrophenschutz

Bewerte diesen Artikel

 
 
 
 
 
 
2
1
5
4