Hospizplatz finden: Was ist zu tun?

Wenn das Krankenhaus Schwerstkranken nicht mehr helfen kann, beginnt die Suche nach einem stationären Hospiz. Wie du einen geeigneten Hospizplatz findest und welche Alternativen es auch noch gibt, liest du hier.

Darum geht's:


Hospizplatz finden: Wohin nach dem Klinikaufenthalt?

Es ist ein Schritt, den viele fürchten: Mutter oder Vater, Großmutter oder Großvater sollen in ein Hospiz. Dann ist kompetente Hilfe gefragt. Wo ist das nächste stationäre Hospiz zu finden? Ist mein Angehöriger dort gut aufgehoben? Werden wir überhaupt einen Hospizplatz finden? Fragen über Fragen! Hier bekommst du Antworten.

Es gibt Palliativstationen, ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize. Palliativstationen sind selbstständige Einheiten in Krankenhäusern, in denen sich Fachkräfte um schwerstkranke und sterbende Menschen kümmern. Sie lindern vor allem belastende Symptome wie Schmerzen oder Luftnot. Von Palliativstationen werden Betroffene nach Hause oder in ein stationäres Hospiz entlassen.

In stationären Hospizen werden schwerstkranke Menschen ganzheitlich in ihrem Sterben begleitet, wenn sie nicht mehr in ihrem gewohnten Lebensumfeld versorgt werden können.

Ambulante Hospizdienste unterstützen Betroffene dabei, die letzte Zeit ihres Lebens zu Hause zu verbringen. Hier begleiten Ehrenamtliche Schwerstkranke und ihre Familien. Passende Angebote findest du unter anderem bei den Maltesern. Interessiert dich dieses Ehrenamt oder suchst du nach Unterstützung für einen Angehörigen? Dann informiere dich auf der Malteser Webseite über ambulante Hospizdienste in deiner Nähe.

So findest du einen Platz in einem stationären Hospiz in der Nähe

Jeder Sterbende hat das Recht, in ein Hospiz aufgenommen zu werden. Herkunft, soziale Stellung, Alter oder Religion dürfen dabei keine Rolle spielen. Voraussetzung ist ein entsprechender Antrag durch den Hausarzt oder behandelnden Arzt im Krankenhaus. Der Antrag auf eine Kostenübernahme wird dann bei der Krankenkasse eingereicht. Antragsvordrucke sind beispielsweise bei Hospizdiensten oder in Hospizen, auf deren Webseiten und bei den Krankenkassen erhältlich. Kosten für den Sterbenden entstehen derzeit nicht.

Einen Hospizplatz zu finden, ist in einigen Regionen nicht so einfach. Hospize sind meist Einrichtungen mit neun bis 16 Betten, daher kann es für den Hospizplatz eine Wartezeit geben. Die Verweildauer ist ganz unterschiedlich, kann wenige Tage oder Wochen bis zu Monaten betragen. Anlaufstellen findest du bei der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband.

Über die Webseiten dieser beiden Fachorganisationen kannst du selbst passende Angebot der Hospizarbeit und Palliativmedizin finden, samt Adressen und Kontakten.

Das kostet ein Aufenthalt im Hospiz

Schon vor dem Einzug können Patienten, ihre Angehörigen und Freunde mit der Hospizleitung einen Termin vereinbaren, um das Haus kennenzulernen.

  • Liegt die Bestätigung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse vor, stimmt das Hospiz mit Angehörigen und Ärzten den Verlegungstermin ab.
  • Der Tagessatz für den Aufenthalt beträgt circa 270 Euro für ein Hospizbett und variiert regional. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Kosten. Den Rest finanzieren die Hospize beziehungsweise deren Träger über Spenden und Sponsoren.
  • Privatversicherte sollten vorher mit ihrer Krankenkasse abklären, ob diese die Kosten für den Hospizplatz übernimmt.

Hospize sind anders, als die meisten denken

Hospize haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dort ist – für viele überraschend – alles hell und freundlich, es wird auch oft gelacht. Es herrscht eine liebevolle und warme Atmosphäre. Die Gäste, wie die Bewohner im Hospiz genannt werden, sind in Einzelzimmern untergebracht, die sie selbst oder ihre Angehörigen mit persönlichen Gegenständen gestalten können. Es gibt auch viele Freiheiten: Manche Gäste werden nachmittags von ihrer Familie oder Freunden abgeholt und kehren abends zurück. Gegessen werden kann zum gewünschten Zeitpunkt und auch das Ausschlafen ist kein Problem. Angehörigen wird ermöglicht, so viel Zeit wie möglich beim Betroffenen zu verbringen.

Es geht in einem Hospiz darum, schwerstkranke, sterbende Menschen bestmöglich pflegerisch und medizinisch zu versorgen und sie zu begleiten, sodass sie beispielsweise keine Schmerzen haben und sich nicht einsam fühlen. Das ist heute sehr gut möglich und viele Patienten sind unendlich dankbar. So können sie ihre letzten Tage gut umsorgt und vor allem in Gemeinschaft verbringen. Denn einsam zu sterben, das ist für die meisten Menschen die größte Angst.

Ehrenamtlich engagieren?

Du willst dich ehrenamtlich im ambulanten Hospizdienst einbringen? Fülle einfach unser Ehrenamtsformular aus und finde dein Engagement ganz in deiner Nähe.


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