Fahrsicherheitstraining mit einem Ex-Formel-1-Fahrer

Ein Rettungswagen und ein Formel-1-Bolide passen nicht zusammen? Wenn es um das Beherrschen des Fahrzeugs in schwierigen Situationen geht, dann doch. Deshalb haben die Malteser 10 Retterinnen und Retter mit einem exklusiven Fahrsicherheitstraining mit Ex-Formel1-Fahrer Christian Danner überrascht. Natascha und Fabiola aus Fulda berichten von diesem einmaligen Erlebnis.

Darum geht’s:


Warum ist ein Fahrsicherheitstraining wichtig?

Natascha: Im Rettungsdienst ist uns vor allem wichtig, dass wir unsere Patienten sicher abliefern können. Im Fahrsicherheitstraining kann man mal richtig austesten, wie weit man wirklich gehen kann. Dadurch habe ich die Sicherheit bekommen, in Zukunft gut mit stressigen Situationen im Straßenverkehr umgehen zu können.

Fabiola: Man hat zwar alles in der Fahrschule gelernt, aber mit den Jahren hat man seinen eigenen Fahrstil entwickelt. Zum Beispiel stellt man sich den Sitz so ein, wie es am gemütlichsten ist, aber nicht, wie es am sichersten ist. Christian Danner hat bei uns genau dafür ein ganz anderes Bewusstsein geschaffen.

Welche Situationen im Straßenverkehr habt ihr geübt? 

Fabiola: Wir sind mit dem Rettungswagen bergab gefahren und sollten einem Hindernis auf einer sehr glatten Fahrbahn ausweichen. Dabei mussten wir dafür sorgen, dass das Fahrzeug auf der Fahrbahn bleibt und gleichzeitig möglichst schnell bremsen. Die nächste Stufe war, dass es zwei Hindernisse gab. Man musste dem ersten Hindernis ausweichen und vor dem zweiten stoppen. Das war die erste Übung. Die zweite Übung war im Kreisel. Wir mussten im Kreis fahren, um die Fliehkräfte kennenzulernen. Also, wie stark wird man nach außen gezogen und wie kann man möglichst schnell wieder in die Spur kommen, wenn man aus der Fahrspur rutscht.

Was war für euch das Wichtigste, das ihr aus dem Training mitgenommen habt? 

Natascha: Das sind mehrere Dinge. Der Sitz muss so eingestellt sein, dass die Arme nicht so weit vom Lenkrad weg sind. Gerade in Ausweichsituationen muss man fest im Sitz sitzen, weil man sich so den Fliehkräften entgegenstellen kann. Und dass die Kopfstütze und die Lenkradhöhe richtig eingestellt sind. Das alles war für mich das Wichtigste, das ich mitgenommen habe.

Fabiola: Für mich war auch die Sitzposition das Wichtigste. Ich saß vor dem Training immer zu weit hinten. Jetzt weiß ich: Die Gefahr ist viel größer, dass man dadurch aus dem Sitz geschleudert wird oder als Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verliert. Darum hat mir dieser Tipp sehr geholfen. Ich stelle jetzt immer meinen Sitz richtig ein, bevor ich losfahre.

Was war für euch völlig neu? 

Natascha: Ich hatte bisher immer die Angst, wenn junge FSJler den Rettungswagen fahren, dass wir in der Kurve umfallen könnten. Ich habe Christian Danner danach gefragt und er hat gleich gesagt: „Probieren wir die Situation doch mal aus! Wir fahren jetzt mit 60 in die Kurve rein und du guckst dir das mal an. Was vermutest du, würde passieren?“ Ich habe wirklich gedacht, irgendwann kommt der Punkt, an dem der Wagen kippt. Aber der Rettungswagen hat Systeme, die in solchen Situationen automatisch bremsen und stabilisieren. Wir können also gar nicht umfallen. Das war für mich eine Erleuchtung und ich weiß jetzt: wenn ich mit jungen FSJ-lern fahre, die vielleicht ein bisschen unerfahrener unterwegs sind, dass der Wagen nicht kippt; er rutscht nur.

Fabiola: Viele brenzlige Situationen im Straßenverkehr sind ja eigentlich Grenzerfahrungen. Wenn man aus der Fahrbahn geschleudert wird oder wenn plötzlich jemand auf der Fahrbahn steht. Das sind Erfahrungen, die hatte ich vorher noch nie gemacht. Beim Training konnten wir genau das den ganzen Tag üben. Dadurch fühle ich mich jetzt viel sicherer im Straßenverkehr.

Gab es Momente, in denen ihr euch überwinden musstet?

Natascha: Nein, ich habe mich sicher gefühlt. Das war wirklich gut. Christian Danner hat uns die Übungen immer zuerst gezeigt. Dann saß er auf dem Beifahrersitz und hat sich angeguckt, ob wir das richtig machen. Und dann durften wir ohne ihn mit unserem Teamkollegen fahren. Ich glaube, weil man Schritt für Schritt an jede Situation herangeführt wurde, hat das die Angst oder die Überwindung genommen.

Fabiola: Ich hatte manchmal ein bisschen Angst, wenn ich mit Christian Danner gefahren bin, weil er ordentlich aufs Gas gedrückt hat. Aber da kann man ja nichts sagen, weil er ja ein Formel-1-Fahrer war und man ihm vertraut, dass er sicher fährt.

Was war euer persönliches Highlight?

Fabiola: Mein absolutes Highlight waren die Leute, die ich dort getroffen habe. Es war ein absolut kompetentes Organisationsteam. Die Malteserinnen und Malteser, die uns vor Ort betreut hatten, waren superfreundlich. Vor allem konnten wir Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland kennenlernen. Dass es überall Malteser gibt, ist ein schönes Gefühl. Und dass die Malteser deutschlandweit aktiv sind und auch den Rettungsdienst stark machen, hat mich sehr gefreut.

Natascha: Bei mir sind es auch die Leute, die dabei waren, und so viele Kameras. So im Mittelpunkt zu stehen, war mal etwas ganz anderes. Und dass ich mit Fabiola so einen tollen Tag hatte, war sowie ein Highlight. Der Christian Danner ist ein ganz, ganz netter Typ, möchte ich auch noch betonen. Es ist schön, dass jemand, den man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, so nahbar ist und sich die Zeit für uns genommen hat. Er ist auf alle Fragen eingegangen. Wir konnten wirklich alles fragen, was uns auf der Seele gebannt hat. Es gab keine blöden Fragen. Ich finde es schön, dass wir so etwas von den Maltesern ermöglicht bekommen haben. Das war für mich eine Bereicherung und ich hatte den ganzen Tag ein dickes Grinsen im Gesicht.

Du interessierst dich für den Rettungsdienst. Es gibt verschiedene Ausbildungen und Tätigkeiten wie Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter. Infos zum Ehrenamt bei den Maltesern findest du hier.


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