Notfallsanitäter werden: So geht’s!

Du bist ausgeglichen und physisch fit? Dazu belastbar und hoch motiviert, Menschen zu helfen und Leben zu retten? Wenn du dann noch einen kühlen Kopf mitbringst, kannst du Notfallsanitäter werden und einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft leisten.

Darum geht's:


Was musst du mitbringen, um Notfallsanitäter zu werden?

Zukünftige Notfallsanitäter müssen verschiedene Voraussetzungen für den Job mitbringen: Du benötigst mindestens einen mittleren Schulabschluss. Oder du verfügst über einen Hauptschulabschluss und hast im Anschluss eine mindestens zweijährige Berufsausbildung absolviert.

Im Rettungswagen sind deine Qualitäten als Teamplayer gefragt. Du arbeitest eng mit den Kollegen vom Rettungsdienst zusammen und assistierst den Notärzten. Das geschieht auf engstem Raum, ein Rettungswagen bietet nur wenige Quadratmeter Arbeitsfläche.

Außerdem darfst du keine Berührungsängste haben, schließlich hast du als Notfallsanitäter Körperkontakt mit kranken und verletzten Menschen. Du packst fachgerecht zu, um Betroffene zu versorgen oder gar ihr Leben zu retten – gleichzeitig wirkst du beruhigend auf die Patienten ein. Das erfordert Feingefühl.

Ebenso wichtig ist körperliche Fitness: Als Notfallsanitäter transportierst du Kranke mitunter über mehrere Stockwerke hinweg per Trage, bei der Wiederbelebung von Herzkranken und Unfallopfern mittels Herzmassage kann körperliche Kraft sogar eine lebensrettende Rolle spielen.

Junge Sanitäter mit einer Trage auf Festivalgelände
Fit sein und mit anpacken! Als Notfallsanitäter darfst du nicht zimperlich sein. © Malteser

Was verdienst du während der Ausbildung zum Notfallsanitäter?

Das Gehalt während der dreijährigen Ausbildungszeit variiert je nach Tarifvertrag und Bundesland. Im Tarifvertrag der Malteser liegt es beispielsweise bei:

  • 1. Lehrjahr: 1.140 Euro
  • 2. Lehrjahr: 1.202 Euro
  • 3. Lehrjahr: 1.303 Euro

Nach der Ausbildung bekommst du ein höheres Gehalt: Als Berufsanfänger verdienst du bis zu ca. 2.900 Euro brutto im Monat, mit entsprechender Berufserfahrung kann das Gehalt auf bis zu 3.500 Euro ansteigen.

Wie bewirbst du dich, um Notfallsanitäter zu werden?

Wenn du Notfallsanitäter werden möchtest, bewirbst du dich bei einem Krankentransport- oder Rettungsdienst oder der Feuerwehr. Im Internet findest du schnell Infos, welche Institutionen in der Nähe Ausbildungsplätze anbieten. Hier findest du Informationen und Stellenangebote zur Ausbildung zum Notfallsanitäter bei den Maltesern.

Für die Notfallsanitäter-Bewerbung verfasst du ein Anschreiben und einen Lebenslauf. Deiner Bewerbung fügst du zudem deine Zeugnisse bei. Hast du bereits einen Auto- oder sogar LKW-Führerschein, solltest du das erwähnen.

In deinem Anschreiben schilderst du kurz, warum du Notfallsanitäter werden möchtest. Online gibt es massenhaft Vorlagen für Bewerbungsschreiben, die du dir zur Anregung anschauen kannst. Verfasse aber unbedingt ein persönliches Anschreiben in deinen eigenen Worten. Achte auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik, das ist wichtig: Später als Notfallsanitäter verfasst du Einsatzberichte. Lass dein Bewerbungsschreiben und auch den Lebenslauf gegenlesen.

Verweist du in Anschreiben und Lebenslauf auf Aktivitäten, die deine Eignung für den Job unterstreichen, sammelst du Pluspunkte. Mannschaftssport im Verein beispielsweise steht für Teamgeist und Fitness, ein Praktikum im Seniorenstift für soziales Engagement. Bleibe aber stets bei der Wahrheit!

Wie sieht die Ausbildung zum Notfallsanitäter aus?

Wenn du Notfallsanitäter werden willst, absolvierst du eine Ausbildung in Vollzeit oder Teilzeit, wobei Vollzeit der Regelfall ist. Die Vollzeitausbildung dauert drei Jahre, die Teilzeitvariante mit täglich fünf Stunden Arbeitszeit erstreckt sich über maximal fünf Jahre.

Die Ausbildung setzt sich aus theoretischem und praktischem Unterricht an staatlich anerkannten Schulen sowie einem Praxisteil in einer Lehrrettungswache und einem Krankenhaus zusammen.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter befähigt dich, unter anderem folgende Maßnahmen durchzuführen:

  • Lage am Einsatzort erfassen
  • Gesundheitszustand von erkrankten und verletzten Personen erkennen
  • medizinische Erstversorgung leisten
  • Transportfähigkeit von Patienten sicherstellen
  • Betriebsfähigkeit von Einsatz- und Rettungsmitteln sicherstellen

Zusätzlich lernst du, wie du bei der Notfall- und Akutversorgung dem Notarzt assistierst und deine Arbeit mit anderen Rettungskräften am Einsatzort koordinierst.

Die Ausbildung beendest du schließlich mit der staatlichen Notfallsanitäter-Prüfung, die aus einem mündlichen, schriftlichen und praktischen Teil besteht.

Ausbildung zum Notfallsanitäter bei der Feuerwehr

Wenn du deine Ausbildung bei der Feuerwehr absolvieren möchtest, steht zuvor ein Notfallsanitäter-Einstellungstest an. Der Eignungstest umfasst mehrere Bereiche, die je nach Feuerwehrwache differieren können, doch wirst du immer auf deine körperliche und geistige Eignung für den Beruf getestet.

Bei der Feuerwehr gibt es in der Regel die Möglichkeit, im Anschluss an die Ausbildung zum Notfallsanitäter eine weitere Ausbildung zu absolvieren, etwa zum Brandmeister. Dies eröffnet dir eine Beamtenlaufbahn bei der Feuerwehr.

Feuerwehrmann mit dem Rücken zum Einsatzwagen
Action pur! Einsatz mit der Feuerwehr.

Jeder kann helfen!

Du willst an Sanitätseinsätzen teilnehmen, ohne eine Berufsausbildung abzuschließen? Fülle einfach unser Formular aus und wir sagen dir, wie du dich ehrenamtlich engagieren kannst.


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