70 Jahre Malteser Hilfsdienst: Einsatzkleidung früher und heute

In diesem Jahr feiert der Malteser Hilfsdienst 70-jähriges Jubiläum in Deutschland. 1953 wurde er in Münster gegründet, heute engagieren sich 55.000 Ehrenamtliche und 40.000 Hauptamtliche bundesweit an mehr als 700 Standorten. Wir werfen einen Blick auf die Einsatzkleidung der Helferinnen und Helfer im Wandel der Zeit.

Darum geht’s:


Warum gibt es überhaupt Dienstkleidung?

Es gibt eine ganze Reihe von guten Gründen für Hilfsorganisationen wie die Malteser Dienstbekleidung einzusetzen:

  • Sie sorgt für mehr Sicherheit, indem sie die Helferinnen und Helfer vor Umwelteinflüssen oder Verletzungen schützt.
  • Sie ist praktisch und funktional, entspricht in der Regel den jeweiligen Einsatzbereichen. So kann sie etwa Extrataschen für Werkzeuge oder medizinische Hilfsmittel haben – das erleichtert die Einsätze.
  • Sie schafft Vertrauen, vermittelt Professionalität: Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitglieder der Hilfsorganisation treten einheitlich auf, sind leicht zu identifizieren.
  • Sie erfüllt hohe hygienische Standards, das kann bei der Gesundheitsversorgung entscheidend sein und helfen, die Verbreitung von Keimen und Krankheiten verhindern.
  • Sie zeigt Teamzugehörigkeit und Gemeinschaft – und kann so auch untereinander den Zusammenhalt fördern.
  • Sie steigert die Bekanntheit: Durch Logos und Aufschriften auf der Kleidung ist die Hilfsorganisation in der Öffentlichkeit präsent.

Die Anfänge – noch ohne Dienstbekleidung

In der Anfangszeit hatten die Malteser noch keine Dienstbekleidung. Die Helferinnen und Helfer trugen ihre private Garderobe. Allein die Armbinde am linken Oberarm und die übliche Sanitätstasche zeichnete Helferinnen oder Helfer optisch als Mitarbeitende des Sanitätsdienstes aus.

Übrigens: Damals war das Abzeichen der Malteser noch rund, erst in den 60er-Jahren wurde es durch die Wappenform ersetzt.

Die ersten Arbeitsschutzanzüge

Sandfarbener Stoff, Jacken und Mützen mit Paspelierung und ein Kragenspiegel in Fachdienstfarbe (hier blau für den Sanitätsdienst): 1957 wurden die ersten Arbeitsschutzanzüge für die Helferinnen und Helfer der Sanitätsbereitschaft im Luftschutzdienst (LSHD) ausgeliefert.

Am linken Oberarm befestigt: das Abzeichen ZB (für Zivilen Bevölkerungsschutz). Obwohl es nicht vorgesehen war, versahen einige Mitarbeitende den Anzug noch mit dem Emblem der eigenen Organisation. Zur Ausrüstung gehörte außerdem: eine Taschenlampe, eine Zivilschutzmaske und ein Ersatzfilter in der Tasche. Schon kurz nach Einführung wurde der LSHD-Schutzanzug farblich verändert – in blaugrau.

Ab 1962 wurde ein Kälteschutzanzug aus graumeliertem Wollstoff für den Herbst und Winter produziert. Er schien Wasser förmlich aufzusaugen, wurde von der Helferschaft als „Filzlaus“ und „Pferdedecke“ bezeichnet und möglichst wenig getragen.

Der Aluminiumhelm, den der Helfer auf dem Bild trägt, war für Einheiten des erweiterten Katastrophenschutzes in NRW vorgesehen. Nicht korrekt ist übrigens die Tragweise der Hose, sie hätte als sogenannte Überfallhose (eine Hose, deren Beine lang und weit genug sind, dass sie noch etwas über den fest anliegenden Rand der Stiefel fallen) getragen werden sollen – das scheuerte aber am Bein, weshalb viele Helfende das vermieden. Zur Ausrüstung gehörten noch die Zivilschutzmaske und die Sanitätstasche.

Ärztin und Arzt im Einsatz – mit Kittel und Koffer

Ab Anfang der 70er Jahre bis in die 80er-Jahre trugen Notärztinnen und -ärzte einen weißen Kittel über ihrer Zivil- beziehungsweise Dienstkleidung und einen Arztkoffer im Einsatz. Beliebt waren damals Fliegerjacken aus Leder in Weiß, Orange oder Grau.

Auch Rettungsdienstmitarbeitende beschafften sich diese und trugen sie im Einsatz. Denn: reguläre Rettungsdienstbekleidung gab es erst Mitte der 80er-Jahre in Form von sandfarbenen Jacken und weißen Hosen.

In den 80er-Jahren wird es bunt: Die Signalfarbe kommt

Erst Mitte der 80er-Jahre kam die Signalfarbe dazu, um die Mitarbeitenden sichtbarer zu machen und besser zu schützen. Frauen waren damals im Rettungsdienst aber noch die Ausnahme, sie waren erst ab Ende den 90er-Jahren stärker vertreten.

Häufiger waren Frauen damals als Schwesternhelferinnen für die Malteser aktiv; bis Mitte der 80er-Jahre in ihrer Tracht, einem grauen Schwesternkleid mit weißer Schürze und Schwesternhaube. Dazu gab es als Wetterschutz einen Schwestern­helfer­innenmantel mit einer so großen Kapuze, dass die Haube darunter passte.

Erst später trugen auch die Frauen im Dienst maskulinere Bekleidung.

Feminin waren auch die Einsatzanzüge der Helferinnen: Dienstrock, Blouson und Barett setzten modische Akzente.

Auch die Sanitätstasche gab es in den 80er-Jahren noch – hier mit neuem Logo.

Mit den 90er-Jahren kommen die Reflexstreifen

Zur weißen Hose tragen die Helferinnen und Helfer im Rettungsdienst in den 90er-Jahren rote Einsatzjacken mit Reflexstreifen. Eingeführt wurde anschließend die rote Jacke ohne blaue Schulterpartie – bei dem Modell handelt es sich um einen Prototyp.

Die Kleidung hat sich seitdem noch etwas weiterentwickelt und erst vor einigen Jahren ein Update erhalten. Das untenstehende Video zeigt, wie die Einsatzkleidung der Malteser im Rettungsdienst heute aussieht.


#Rettungsdienst

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