Workeer: Die Jobbörse für Geflüchtete

Workeer ist die erste Jobbörse, die sich speziell an Geflüchtete richtet. Ins Leben gerufen wurde die Plattform als Abschlussprojekt der beiden Kommunikationsdesign-Studenten David Jacob und Philipp Kühn. Wie sie auf die Idee gekommen sind und warum sie sich damit nicht nur Freunde gemacht haben, erfährst du hier.

Darum geht's:


Eine Jobbörse für Geflüchtete: Wie funktioniert Workeer?

Es ist denkbar einfach: Arbeitssuchende Geflüchtete erstellen auf der Plattform ein Profil mit Angaben zur Ausbildung, Sprachkenntnissen und Jobvorstellungen. Auf der anderen Seite inserieren Betriebe Jobangebote oder suchen direkt nach geeigneten Kandidaten für offene Stellen. Workeer hilft dabei, den Geflüchteten mit potentiellen und vor allem positiv eingestellten Arbeitgebern in Kontakt zu kommen.

Screenshot der Workeer Website
Die erste Jobbörse für Geflüchtete. © Workeer

Die Gründer: Wer steckt hinter Workeer?

Die Pflicht mit etwas Nützlichem verbinden, das dachten sich wohl auch die Gründer David und Philipp, als sie die Plattform 2015 ins Leben gerufen haben: Workeer ist das Abschlussprojekt der beiden Kommunikationsdesign-Studenten. „Unsere Abschlussarbeit wollten wir einem politisch relevanten Thema widmen, das uns auch privat am Herzen liegt.“ verrät David in einem Interview mit jetzt.de. Auch wenn die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Vermittlung von arbeitssuchenden Geflüchteten voran geht, ist der Job immer noch eine große Hürde für Flüchtlinge. Und genau da setzt Workeer an. Die Plattform schafft eine Umgebung, in der sich Geflüchtete mit Arbeitgebern austauschen können, die sich für die Anstellung von Flüchtlingen interessieren und der ganzen Angelegenheit positiv gegenüberstehen.

Workeer Gründer sitzen am Schreibtisch und schauen auf einen Laptop.
Die Gründer: David Jacob und Philipp Kühn. © Felix Grimm

Mit der Idee, Geflüchteten eine Plattform zu schaffen, mit der sie sich in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren können, haben sich die ehemaligen Studenten aber nicht nur Freunde gemacht. In persönlichen Nachrichten und über Twitter sind sie immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Vaterlandsverrat wird ihnen unter anderem Vorgeworfen. David und Philipp nehmen es gelassen, konzentrieren sich auf das positive Feedback und sehen ganz klar den Nutzen in Workeer für unsere Gesellschaft.

 

Warum ist Workeer sinnvoll?

Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist aus zwei wesentlichen Punkten wichtig. Und genau darum ist die Idee dieser Jobbörse sinnvoll. Integration kann nur gelingen, wenn Geflüchtete ankommen und sich ein eigenständiges Leben aufbauen. Ob privat oder beruflich. Einen Job zu bekommen ist also für integrationswillige Flüchtlinge entscheidend. Auf ein professionelles Netzwerk können sie hier aber oftmals nicht zurückgreifen. Diese Hürde will Workeer nehmen und die Geflüchteten mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt bringen.

Auf der anderen Seite ist da noch der Fachkräftemangel. Zunehmend mehr Betriebe in Deutschland haben Arbeit, aber keine Leute. Warum also nicht das Potenzial nutzen, das die Geflüchteten mitbringen? Bei Workeer können Bewerber genau diese Potenziale sichtbar machen und sich bedürftigen Betrieben mitteilen.

Erfolgsgeschichten bei Workeer

Modar: Dass die Jobvermittlung dann aber doch nicht immer so einfach ist, zeigt Modars Fall. Der junge Syrer hat seine jetzige Chefin schon früh über Workeer kennengelernt. Leider hatte Modar noch keine Arbeitserlaubnis, konnte also nicht für das Berliner Ingenieur-Büro arbeiten. Statt aber abzuwarten und die oft langen Prozesse auszuharren, hat sich Modars heutiger Arbeitgeber aktiv für die Arbeitserlaubnis gekämpft. Mit Erfolg. Modar ist heute festangestellter Bauingenieur und arbeitet unter anderem in Deutschland, Algerien, Mazedonien und Tunesien.

Ahmed: Ahmed kommt aus Aleppo und leitete dort ein eigenes Schneiderei-Unternehmen. Bei Workeer traf der Schneidermeister auf Elke Burmeister, eine selbstständige Schneiderin, die händeringend nach Verstärkung gesucht hat. Heute entwerfen die beiden eigene Kleidungsstücke und fertigen Kostüme, unter anderem für die Salzburger Festspiele. Das Beste daran: durch die verschiedenen Hintergründe der Beiden können sie viel voneinander lernen und sind zusammen noch kreativer.

Amr: Der Kriegsflüchtling sucht nach seinem Kommunikations-Studium Schutz in Deutschland und findet über Workeer einen Praktikumsplatz als Entwickler. Dadurch wurde ihm der Einstieg ins Berufsleben ermöglicht, wie er im Video erklärt.

Integrationslotsen gesucht!

Auch du kannst dich für die Integration Geflüchteter stark machen. Als ehrenamtlicher Integrationslotse begleitest du Geflüchtete Menschen z.B. in den Arbeitsmarkt und hilfst bei ganz alltäglichen Dingen. Je nach Bedarf unterstützt du bei:

  • Online-Stellensuche
  • Kontaktherstellung mit regionalen Arbeitgebern
  • Erstellen von Bewerbungsunterlagen
  • Vermittlung der Erwartungen eines Arbeitgebers
  • Einleben in den Unternehmensalltag

Wenn du dich engagieren möchtest, bieten die Malteser Schulungen und Fortbildungen an und klären eventuelle Fragen gerne in einem persönlichen Gespräch. Hier findest du weitere Infos und Kontaktdaten.

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