Ehrenamt in der Archäologie – in der Vergangenheit graben

Stell dir vor, du bist mit einem Forscherteam bei Ausgrabungen dabei und entdeckst einen uralten keltischen Friedhof. Was für ein Gänsehautmoment! Was nach einem Indiana-Jones-Film klingt, gibt es wirklich und du kannst dabei sein. Wir stellen dir das außergewöhnliche Ehrenamt in der Archäologie vor.

Darum geht’s


Archäologische Denkmalpflege – Was ist das?

Wie haben die alten Ägypter gelebt? Welche Spuren haben die Römer und Kelten hier bei uns hinterlassen? Was wir über die Geschichte dieser Welt wissen, wissen wir hauptsächlich aufgrund der Arbeit von Archäologinnen und Archäologen sowie Vereinen, Museen und anderen Organisationen, in denen sich die Haupt- und Ehrenamtlichen engagieren. Sie suchen mit wissenschaftlichen Methoden nach Spuren der Menschheit aus vergangenen Zeiten. Die Funde dürfen wir im Museum bewundern.

In der Regel befinden sich die Relikte unserer Vorzeit tief in der Erde, unter Straßen, Gebäuden, Waldböden oder Äckern. Häufig werden sie bei Bauarbeiten entdeckt. Manchmal machen Spaziergänger interessante Funde. Und dort, wo etwas entdeckt wird, sind häufig weitere Funde verborgen. Dann wird gegraben, aber nicht irgendwie, sondern systematisch. Man will ja nichts kaputt machen. Die Bodenfunde werden von den Archäologen und Archäologinnen fachgerecht geborgen. Das können Reste von Mauern oder Gebäuden sein, Werkzeuge, Schmuck, Waffen, Skelettreste, Münzen oder die berühmten Tonscherben. Solche Ausgrabungen sind sehr aufwändig und dauern ihre Zeit. Jede Hilfe ist willkommen! In jedem Bundesland gibt es mehrere hundert freiwillige Helfer in der Archäologie und Bodendenkmalpflege.

Mit Pinsel und Schippe – Das Ehrenamt für Hobby-Archäologen

Als ehrenamtliche Hobby-Archäologin oder Hobby-Archäologe trägst du dazu bei, dass wir alle etwas über vergangene Kulturen erfahren und Rückschlüsse auf die Entwicklungen der Menschheit ziehen können. Und wie machst du das? Die Ehrenamtlichen in der Bodendenkmalpflege haben verschiedene Aufgaben in den Bereichen Ausgrabungen, Archiv und Dokumentation sowie Information und Bildung.

Bei den Ausgrabungen sind Ehrenamtliche dabei, allerdings nur diejenigen, die die nötigen Ausbildungen und Kenntnisse dafür haben. Viel öfter bereiten die freiwilligen Helfer Ausgrabungen vor, indem sie nach Funden suchen. Das passiert bei den sogenannten Geländebegehungen. Du suchst die Bodenflächen in deiner Umgebung nach Fundstücken ab und meldest diese der zuständigen Denkmalbehörde. Falls nötig machst du eine sogenannte Notbergung, um zu verhindern, dass ein Fund zerstört wird. Das kann beispielsweise bei Bauarbeiten der Fall sein. Darum gehört auch die Baustellenbeobachtung zu deinen Aufgaben. Bei der Beobachtung und bei den Ausgrabungen musst du unter anderem alles dokumentieren. Wenn du gerne Dinge sortierst und katalogisierst, dann bist du im Archiv eine große Hilfe. Das kann im Archiv des Amtes für Denkmalpflege oder eines Museums oder Heimatvereins sein.

Bodendenkmalpflege bedeutet auch immer Öffentlichkeitsarbeit. Schließlich wollen Anwohner von Ausgrabungsstätten, Grundstücksbesitzer und die Politik informiert sein. Darum wird die Hilfe der Ehrenamtlichen auch in der Kommunikation und in der Vermittlung archäologischer Kenntnisse benötigt. Das können zum Beispiel Führungen oder Vorträge sein und auch die Aus- und Weiterbildung anderer Ehrenamtlicher.

Gut zu wissen!

Viele archäologische Funde werden mit Metallsuchgeräten entdeckt. Um die Böden damit abzusuchen, brauchst du allerdings eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde. 

So kannst du dich in der Archäologie engagieren

Du hast Spaß an Geschichte, kennst deine Umgebung gut und arbeitest gerne sorgfältig – dann ist dieses besondere Ehrenamt genau das richtige für dich. Der Zugang zu diesem Ehrenamt ist allerdings nicht einheitlich geregelt. Jedes Bundesland verfährt anders mit seinen ehrenamtlichen Archäologinnen und Archäologen. In Bayern ist weder eine besondere Ausbildung noch ein spezieller Ausweis, der dich als Bodendenkmalpflegender kennzeichnet, nötig. In Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen oder dem Saarland brauchst du einen speziellen Ausweis, der zeitlich begrenzt ist; in der Regel auf vier bis fünf Jahre. Die Verlängerung gibt es nur, wenn du Fortbildungen besuchst. Die Bezeichnungen für die freiwilligen Helfer sind ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Es gibt ehrenamtliche Denkmalpfleger, Beauftragte für Denkmalpflege, Vertrauensleute für Kulturdenkmale, Denkmalbeauftragte oder Heimatpfleger, wie sie in Bayern heißen.

Wer in Brandenburg ein Ehrenamt in der Bodendenkmalpflege ausüben möchte, braucht eine sehr lange Ausbildung. Hier besuchst du 12 bis 16 Seminare zu verschiedenen Themen. Diese finden meistens am Wochenende statt. Insgesamt dauert die Ausbildung in Brandenburg zwei Jahre. In den anderen Bundesländern gibt es Fortbildungen zu verschiedenen Themen wie den rechtlichen Grundlagen der Bodendenkmalpflege, wie man eine sogenannte Gelände- oder Feldbegehung macht und wie man die Funde dokumentiert. In einigen Bundesländern müssen die Ehrenamtlichen Mitglied eines Vereins sein wie dem Heimatverein oder einem anderen Kulturverein, der sich in der Denkmalpflege engagiert. Am besten fragst du beim Amt für Denkmalpflege nach, das für dein Bundesland zuständig ist. Oder du guckst auf die Webseite, dort findest du Ansprechpartner und Informationen zum Ehrenamt in der Bodendenkmalpflege.

Eine erste Übersicht über die verschiedenen Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern bietet diese private Website.

Du möchtest dich engagieren, weißt aber noch nicht genau wie und wo? Finde deinen Einstieg ins Ehrenamt oder bewirb dich direkt bei einer Organisation wie den Maltesern.


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