Alltagshelden: der Sanitäter vom Musikfestival

Der Einsatz auf einem Festival ist für Sanitäter Lukas immer ein Highlight. Denn Großveranstaltungen sind für Ehrenamtliche wie ihn eine besondere Herausforderung.

Die Musik wummert, die Bässe dröhnen, es wird getanzt, der Alkohol fließt in Strömen. Festivalzeit ist Partyzeit. Zwischen der feierwütigen Meute: ehrenamtliche Sanitäter der Malteser, die sich um verletzte Festivalgänger kümmern. Ein eingespieltes Team, hoch konzentriert bei der Sache. Ohne Leidenschaft geht nichts in diesem Job. Auch Lukas brennt für das, was er tut, das merkt man sofort. Der 25-Jährige ist seit 2009 ehrenamtlich für die Malteser als Sanitäter im Einsatz. Festivals, Konzerte und große Sportveranstaltungen mag er besonders. Ob er nicht neidisch ist, weil er arbeiten muss, während andere feiern? „Quatsch, gar nicht!“ entgegnet er. „Ich liebe es! Solche Events sind für mich als Sanitäter echte Highlights. Du bist ein Teil davon, kriegst alles mit, um dich herum steigt eine große Party, es ist ordentlich Action – das macht richtig Spaß.“

Darum geht’s:


Im Sanitätsdienst auf Festivals ist Teamarbeit gefragt

Lukas Jung - Malteser Sanitäter
Lukas, Sanitäter

Die größte Herausforderung ist, den Überblick zu behalten. Jedes Festivalgelände ist anders, jede Veranstaltung hat ihre eigenen Tücken. Eine gute Planung des Einsatzes ist daher entscheidend. „Auch das gehört für uns als Sanitäter dazu: Die Vorbereitung, das Abschätzen des Risikopotenzials und die Detailplanung des Einsatzes“, erklärt Lukas. Bevor es losgeht, geht das gesamte Sanitätsteam das Gelände ab. An welchen Stellen könnte es kritisch werden? Wo sollte später immer einmal wieder jemand vorbeischauen? „Auf einem Festival treffen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, da ist das Potenzial für Verletzungen besonders hoch“, sagt Lukas. Oft sind noch Alkohol und manchmal auch Drogen im Spiel, die Sonne brennt vom Himmel, oder es hat in Strömen geregnet und ist matschig und rutschig. Die Musik ist laut, das Licht flackert. „Wir Sanitäter müssen da besonders wachsam sein“, sagt Lukas. Teamarbeit ist gefragt. Anders als bei kleineren Einsätzen arbeiten auf einem Festival oft 20–25 Leute im Sanitätsteam zusammen. „Das Teamgefühl ist einzigartig“, sagt Lukas, „es herrscht ein ganz besonderer Spirit. Das macht für mich auch einen großen Teil des Reizes aus, auf einem Festival zu arbeiten.“


Solche Events sind für mich als Sanitäter echte Highlights. Du bist ein Teil davon, kriegst alles mit, um dich herum steigt eine große Party, es ist ordentlich Action – das macht richtig Spaß.

Lukas, ist gerne auf Festivals im Einsatz


Alle Helferinnen und Helfer verbindet die gleiche Lebenseinstellung

Um Geld geht es hier niemandem. Alle im Team sind Ehrenamtler. Haben Spaß daran, zu helfen, wollen einfach Gutes tun. „Die Leute verbindet die gleiche grundsätzliche Lebenseinstellung“, sagt Lukas. „Deshalb verstehen wir uns so gut. Alle sind zu 100 Prozent motiviert, weil sie den Job freiwillig machen und nicht kommen müssten, wenn sie nicht wirklich wollten. Das ist der große Unterschied zum normalen Beruf, den viele von uns ja auch noch haben.“ Lukas arbeitet hauptberuflich als Intensivpfleger in einem Krankenhaus. Die ehrenamtlichen Einsätze als Sanitäter sieht er auch als eine Form der Weiterbildung. „Du lernst bei diesen Einsätzen wahnsinnig viel“, erklärt er begeistert. „Bist ganz nah dran – sogar oft näher an der Notfallmedizin als im Rettungswagen oder Krankenhaus. Wir sind ja die ersten am Einsatzort!“

Im Video: Einsatz auf dem Festival

Die Arbeit als Sanitäter auf einem Festival: In diesem Video siehst du, was Lukas und seine Kolleginnen und Kollegen dort erleben.

Wenn der Headliner auftritt, steigt die Anspannung im Team

Gerade in den kritischen Phasen steigt die Anspannung im Team. „Wenn die bekannte Band auftritt, der Headliner, auf den alle gewartet haben – dann dreht die Menge plötzlich durch“, sagt Lukas und lacht. „Das ist auch für uns jedes Mal wieder aufregend.“ Der Lohn für die Mühen der Sanitäter: Dankbarkeit. „Das Feedback auf Festivals ist toll, die Patienten sind in der Regel sehr freundlich und dankbar“, sagt Lukas. „Klar gibt es Ausnahmen, aber die meisten Besucher sind total nett und wertschätzend. Man fühlt sich sehr gebraucht.“ So richtig gefährlich wurde es für Lukas bislang nie. „Natürlich hast du auch so Dinge wie eine Massenpanik oder Anschlagszenarien im Hinterkopf bei diesem Job. Aber so etwas ist ja Gott sei Dank selten.“


Das Feedback auf Festivals ist toll, die Patienten sind in der Regel sehr freundlich und dankbar.

Lukas, seit 2009 ehrenamtlicher Malteser


Die skurrilsten Unfälle passieren auf dem Campingplatz

Ausnahmesituationen gibt es trotzdem immer wieder. Im Zweifel holen sich die Sanitäter dann Unterstützung vom Sicherheitsdienst oder der Polizei. „Wenn ein Streit unter Besuchern eskaliert, müssen wir uns auch selbst schützen“, erklärt Lukas. „Darüber sprechen wir im Vorfeld ausführlich und üben das richtige, deeskalierende Verhalten in so einem Moment.“ Und dann gibt es noch die lustigen Einsätze, die, die lange in Erinnerung bleiben. Wie der junge Mann, der am Klappstuhl festklebte – seine Freunde hatten diesen vorher mit einem Superkleber präpariert. Die Feuerwehr musste anrücken und ihn befreien. „Da haben auch wir mit ihm und seinen Freunden gelacht,“ sagt Lukas. „Ohnehin passieren die skurrilsten Unfälle meistens nicht vor der Bühne, sondern auf dem Campingplatz des Festivals.“

Erlebe selbst das besondere Malteser-Gefühl

Nach dem Festival ist wieder Alltag. „Aber auch das ist cool“, sagt Lukas. „Wir treffen uns regelmäßig zu Gruppenabenden und Fortbildungen, das ist ein toller Ausgleich zum Job.“ Denen, die sich für den freiwilligen Sanitätsdienst bei den Maltesern interessieren, rät Lukas, mal unverbindlich bei einem Gruppenabend in der eigenen Stadt vorbeizuschauen. „Wer gern mit Menschen arbeitet, ist bei uns richtig. Probiere es aus, vielleicht liegt es Dir auch. Man kann dieses besondere Gefühl und die Arbeitsweise im Sanitätsdienst einfach nicht beschreiben. Das muss man selbst erleben!“

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