Erste Hilfe bei Verschlucken: Tipps für den Notfall

Irgendwann verschluckt sich jeder mal an einer Limonade, weil er plötzlich lachen muss. Nach ein paar Mal Husten ist alles wieder gut. Ein anderes Mal bleibt ein Bissen im Hals stecken. Dann hilft es, wenn Tischnachbarn dem Japsenden auf den Rücken klopfen, damit er wieder Luft bekommt.

Schon haben besagte Tischnachbarn erste Hilfe geleistet – ganz intuitiv und selbstverständlich. Doch was, wenn die Situation brenzliger ist? Wir sagen, was du tun musst, wenn jemand zu ersticken droht und erklären dir Schritt für Schritt die Erste Hilfe bei Verschlucken.

Darum geht's:


Anlass für erste Hilfe: Verschlucken kann lebensgefährlich sein

Die meisten Menschen verschlucken sich beim Essen. Ein Stück Knochen, eine Gräte oder ein Bonbon bleiben in der Speise- oder in der Luftröhre stecken. Handwerker können sich versehentlich an gefährlichen Gegenständen wie einem Nagel verschlucken, den sie zwischen den Zähnen halten. Ältere Menschen verschlucken nicht selten Zahnprothesen und Kleinkinder Murmeln, Münzen oder kleine Spielzeugteile, die auf dem Boden liegen.

Löst sich der Fremdkörper nicht von selbst, erkennst du das an folgenden Anzeichen: 

  • Atemnot
  • anhaltender Hustenreiz
  • Pfeifgeräusche beim Atmen
  • Das Gesicht färbt sich rot oder blau, weil die Atmung aussetzt

In jedem Fall solltest du dringend handeln und Erste Hilfe bei Verschlucken leisten!

Bei Verschlucken erste Hilfe leisten – aber richtig

Eine Person klopft der anderen auf den Rücken.
Zunächst forderst du den Betroffenen auf, kräftig zu husten.
Eine PErson schlägt der anderen auf den Rücken
Hilft das nicht, kannst du mit der flachen Hand bis zu fünf Mal kräftig auf den Rücken zwischen die Schulterblätter schlagen. Am besten beugt sich der Betroffene dabei leicht nach vorn und überprüft nach jedem Schlag, ob sich der Fremdkörper gelöst hat.
Eine Person ruft Notarzt
Bleiben die Maßnahmen ohne Erfolg, rufst du den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112. Bis zum Eintreffen der Notfallhelfer beruhigst du den Betroffenen und beobachtest, wie sich der Zustand möglicherweise verändert.
Person wendet Heimlichgriff an
Droht der Betroffene zu ersticken, wendest du den sogenannten Heimlich-Griff (auch Heimlich-Manöver und Oberbauchkompression genannt) an. Dazu beugt sich die Person leicht nach vorn, du stehst dahinter und platzierst eine geballte Faust zwischen deren Bauchnabel und Brustbeinende. Mit deiner anderen Hand umfasst du deine Faust und ziehst bis zu fünfmal kräftig nach hinten oben in Richtung deiner eigenen Brust.
Eine PErson schlägt der anderen auf den Rücken
Schläge auf den Rücken und Heimlich-Griff im Wechsel: Ist der Fremdkörper immer noch in Luft- oder Speiseröhre, abwechselnd auf den Rücken schlagen und den Heimlich-Griff anwenden.

Wenn aus Verschlucken Ersticken wird

Wird der Betroffene bewusstlos und hört auf zu atmen, musst du sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen: Hier erklären wir dir, was du bei Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage beachten solltest.

Wenn kleine Kinder sich verschlucken: Erste Hilfe für Babys

Babys sind neugierig und stecken alles in den Mund, was ihnen zwischen die Finger kommt. Wenn sie erst ein paar Monate alt sind und noch nicht selbst stehen können, lassen sich die üblichen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verschlucken nicht anwenden.

Was also tun, wenn das Kind rot und blau anläuft und droht zu ersticken?

Du rufst sofort die 112!

Selbst, wenn das Baby hustet und wieder Luft bekommt, kann der Fremdkörper in einen Lungenflügel gefallen sein, das Kind muss ärztlich untersucht werden.

Bis der Rettungsdienst eintrifft, versuchst du selbst, dem Kind zu helfen:

  • Setze dich auf einen Stuhl, die Beine eng aneinander, und lege das Baby bäuchlings auf deine Oberschenkel. Der Brustkorb liegt auf deinen Knien.
  • Klopfe bis zu fünfmal auf die Rückenmitte.
  • Wenn das nicht funktioniert, drehst du das Baby um und gibst mit den Fingerspitzen fünf kleine Stöße auf den Brustkorb, bis die Atemwege frei sind.
  • Tritt immer noch keine Besserung ein, wiederholst du die Stöße, bis der Rettungsdienst da ist.

Übrigens:

Erste Hilfe sollte immer wieder trainiert werden. Wann hast du deinen letzten Erste-Hilfe-Kurs absolviert?

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