Dehydration: Ursachen, Symptome und Maßnahmen

Wenn der Körper austrocknet, wenn der Wasser- beziehungsweise Salzhaushalt gestört ist, dann spricht man von einer Dehydration. Wie es zu dieser Art der Austrocknung kommen kann und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Darum geht's:


Was ist eine Dehydration?

Von Dehydration oder Dehydrierung spricht man, wenn es im Körper zu einem Flüssigkeitsmangel kommt, wenn also über einen längeren Zeitraum mehr Flüssigkeit abgegeben als zugeführt wird. Dieser Mangel führt zu Störungen des Wasserhaushalts und kann schwerwiegende Folgen haben. Der Grund: Unser Körper besteht, je nach Alter, zu 55-70 Prozent aus Wasser. Darin gelöst: Elektrolyte wie Natrium, Calcium oder Magnesium, die grundlegend für Stoffwechselprozesse sind. Über unser Blut – das zu 90 Prozent aus Wasser besteht – werden diese durch den Körper transportiert, ebenso wie zum Beispiel der überlebenswichtige Sauerstoff. Mit zunehmendem Wassermangel dickt das Blut ein, die Fließgeschwindigkeit verringert sich, was wiederum die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen einschränkt. Um Flüssigkeit zu sparen, wird die Ausscheidung über die Nieren eingeschränkt, wodurch mehr Giftstoffe im Körper verbleiben. Ein Flüssigkeitsdefizit wirkt sich also auf viele Körperfunktionen und Organe aus.

Was sind die Ursachen?

Unser Körper verliert kontinuierlich Wasser, durch Ausscheidung, Schwitzen oder die Atemluft. Bei normalem Trinkverhalten kein Problem. Dehydration droht bei Verlusten, die über das normale, alltägliche Maß hinausgehen. Bei gesunden Menschen gehören zu den häufigsten Ursachen sicherlich hohe Temperaturen und sportliche Betätigung. Hier ist Schwitzen der entscheidende Faktor. Durch die Schweißabgabe kühlt sich unser Körper herunter – und benötigt dafür Wasser. Beim Sport 0,5 bis 1 Liter pro Stunde bei mittlerer Intensität, bis zu 3 Liter bei hohen Anstrengungen.

Auch Krankheiten, insbesondere Durchfall, können schnell zu Dehydration führen. Ebenso bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Blutdrucksenker, welche die Ausscheidung über die Nieren beschleunigen. Verletzungen mit hohem Blutverlust oder großflächige Verbrennungen gehen ebenfalls mit Dehydrierungen einher, falls sie nicht entsprechend behandelt werden.

Welche Symptome gibt es?

Das erste Anzeichen, dass unser Körper Flüssigkeit braucht, ist – wenig überraschend – ein Durstgefühl und trockene Schleimhäute im Mund. Auch eher dunkel gefärbter Urin gehört zu den frühen Hinweisen. Schon 1 bis 2 Prozent zu wenig Wasser können zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel führen; typischen Symptomen fortschreitender Dehydration. Verwirrtheit, Herzrasen oder Muskelkrämpfe und -zittern deuten schon auf einen kritischen Flüssigkeitsmangel hin.

Eine einfache Möglichkeit, Dehydration bei sich selbst oder auch anderen, insbesondere älteren Personen festzustellen, ist der Hautfalten-Test, bei dem man die Haut auf dem Handrücken oder Unterarm zu einer Falte zusammendrückt. Geht diese nicht innerhalb weniger Sekunden zurück, besteht vermutlich ein Flüssigkeitsdefizit im Körper.

Wann ist ärztliche Behandlung nötig?

Spätestens bei schweren Symptomen wie Muskelkrämpfen, Herzrasen, Verwirrtheit oder gar Ohnmacht muss der Rettungsdienst unbedingt alarmiert werden. Es besteht akute Gefahr und auch Folgeschäden drohen. Gesunde Menschen können Dehydration in ihren frühen Phasen durch entsprechende Flüssigkeitszufuhr problemlos in den Griff bekommen. Bei Kleinkindern, älteren oder durch Krankheit geschwächten Personen sollte auch in früheren Stadien eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.

Was hilft gegen Dehydration?

Das A und O bei und zur Vorbeugung von Dehydration ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Als Faustformel für den Alltag gilt: mindestens 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Hierunter fällt auch die Flüssigkeit, die wir über die Nahrung wie zum Beispiel Obst und Gemüse aufnehmen. 1,5 bis 2 Liter Wasser sollten wir aber auf jeden Fall über den Tag verteilt zu uns nehmen. Bei Hitze und körperlicher Anstrengung eher das Doppelte und mehr. Hierbei gilt: Wenn Durst einsetzt, ist es höchste Zeit. Gerade mit zunehmendem Alter können wir uns auf dieses Signal nicht mehr verlassen, da das Durstgefühl nachlässt. Besser ist es, in regelmäßigen Abständen zu trinken. Leitungs- oder Mineralwasser und ungesüßter Tee sind dafür ideal. Bei starkem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen sollten auch Zucker und Mineralstoffe aufgenommen werden, beispielsweise über Saftschorlen oder isotonische Getränke.

Hyperhydratation: Was ist eigentlich eine Wasservergiftung?

Dass zu wenig Wasser nicht gut für uns ist, wissen wir jetzt. Aber kann auch zu viel Wasser schädlich sein? Die Antwort lautet ja: Nehmen wir innerhalb weniger Stunden fünf Liter Wasser oder mehr zu uns, kann der Elektrolyt-Haushalt gefährlich gestört werden. Da die Konzentration an Elektrolyten innerhalb der Körperzellen höher ist als im Wasser, lässt ein physikalischer Ausgleichsprozess mehr Flüssigkeit in die Zellen einströmen. Der Salzgehalt sinkt. Das nimmt unser Körper als Alarmsignal auf und stellt die Urinproduktion ein, um nicht zusätzlich Salze zu verlieren. In der Folge kann Wasser in die Lunge eindringen und das Gehirn anschwellen lassen. Atemnot, Krämpfe und Erbrechen sind die Folge. Ein kritischer Zustand, der in schweren Fällen zu Koma oder Tod führen kann.


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