Erste Hilfe bei Atemnot: Asthmaanfall, Hyperventilation und Co.

Atemnot ist für die Betroffenen ein Alptraum: Sie kriegen plötzlich keine Luft mehr, bekommen Angst zu ersticken – und geraten immer mehr in Panik. Jetzt ist es umso wichtiger, ruhig zu bleiben, sich ein Bild von der Situation zu machen und die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen. 

Darum geht's:


Welche Ursachen kann Atemnot haben?

Obwohl sie verzweifelt atmen, haben die Betroffenen das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Das kann Erstickungs- und Todesangst auslösen. Dabei sind die Ursachen für Atemnot unterschiedlich. Asthma, COPD oder Pseudokrupp sind Krankheiten, die typischerweise zu Atemnot führen können. Aber auch ein Herzinfarkt, Hyperventilation, Stress und Angststörungen können dazu führen, dass die Betroffenen nicht mehr richtig atmen können. 

Welche Symptome treten bei Atemnot auf?

Typische Anzeichen von Atemnot sind Husten, Herzrasen, das Ringen um Luft, pfeifende oder rasselnde Atmung, bläuliche Einfärbung der Lippen und Fingernägel und blasse Haut. 

Welche Sofortmaßnahmen kann ich als Helfer ergreifen?

Das Wichtigste: Lass dich nicht von der Panik des Betroffenen anstecken. Bleib ruhig und beurteile die Situation. Zuerst solltest du einen Notarzt rufen, dann den Betroffenen beruhigen. Er sollte möglichst sitzen oder mit erhöhtem Oberkörper liegen, körperliche Anstrengungen sind unbedingt zu vermeiden. Abgestützte Arme und gelockerte Kleidung können die Atmung erleichtert. 

Erste Hilfe bei Asthma-Anfällen

Bei einem akuten Asthmaanfall leiden Patienten unter Atemnot und Husten. Sie spüren Enge in der Brust und haben Schwierigkeiten beim Sprechen. Asthmaanfälle können sich über mehrere Stunden oder Tage entwickeln, manchmal entstehen sie aber auch innerhalb weniger Minuten. Dann ist schnelle Hilfe gefragt: Zuallererst solltest du bei einem schweren Asthmaanfall den Notarzt rufen – Symptome dafür sind flache Atmung, Blaufärbung der Lippen und Fingernägel, der Asthmatiker kann nicht mehr sprechen. Versuch in Erfahrung zu bringen, ob der Betroffene Notfallmedikamente hat und hilf ihm gegebenenfalls, diese einzunehmen.

Wichtig ist, dass du ruhig bleibst und auch beruhigend einwirkst – denn Angst kann die Atemnot noch verstärken. 
Zudem erleichtern bestimmte Körperhaltungen das Atmen, zum Beispiel der sogenannte Kutschersitz. Dabei werden im Sitzen die Hände auf die Knie gestützt und der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Auch die „Torwarthaltung“ kann Erleichterung verschaffen. Dabei stellt man sich breitbeinig hin, geht leicht in die Knie und beugt den Oberkörper nach vorne. 
Versuch den Betroffenen in eine der Haltungen zu bringen. Oft haben Asthmatikerinnen und Asthmatiker auch bestimmte Atemtechniken erlernt, die mit langsamem Ein- und Ausatmen die Sauerstoffversorgung verbessern. 

Erste Hilfe bei Hyperventilieren

Das zu schnelle Atmen und die gesteigerte Belüftung der Lungen lässt sich in den meisten Fällen auf psychische Anspannung zurückzuführen. Dabei wird zu viel Sauerstoff eingeatmet und zu viel Kohlendioxid ausgeatmet. Dadurch verengen sich die Gefäße, was Schwindel und Benommenheit auslösen kann. Beruhige den Betroffenen und verlasse mit ihm die Situation, die zur Hyperventilation geführt hat. Hyperventilierende sollten eine bequeme sitzende Position einnehmen. Bauchatmung hilft und kann vorbeugend wirken, wenn Situationen bekannt sind, die zum Hyperventilieren führen. Dabei legt man die Hand unterhalb des Nabels auf den Bauch und drückt sie mit ruhiger Atmung nach vorne. 

Erste Hilfe bei Erstickungsgefahr

Nach einem Wespen- oder Bienenstich in den Rachen oder bei einer schweren allergischen Reaktion auf Insektenstiche können die Atemwege zuschwellen, der Betroffene droht zu ersticken. Erste Hilfe kannst du in solchen Fällen so leisten: Zuerst den Notarzt rufen. Dann dem Betroffenen Eiswürfel oder Speiseeis zum Lutschen geben, das kühlt und lindert die Schwellung, bis der Arzt eintrifft. Auch kalte Umschläge um den Hals können gegen die Schwellung helfen. Insektenstich-Allergiker haben oft ein Notfallset mit Medikamenten und einer Notfallspritze. Hilf dem Betroffenen bei der Einnahme bzw. der Verabreichung der Notfallspritze. 

Sollte eine Person indes etwas verschluckt haben, kannst du hier in unserem gesonderten Artikel noch einmal Schritt für Schritt nachlesen, was zu tun ist. 

Gibt es Präventivmaßnahmen?

Asthmatiker können einiges tun, um Anfälle zu vermeiden, indem sie die ihnen bekannten Auslöser – wenn möglich – vermeiden. Dies können Hausstaub, Stress, bestimmte Lebensmittel oder auch kalte Luft sein. Sie sollten auf keinen Fall rauchen oder sich in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird. Und: Regelmäßiger Sport kann die Schwere und Häufigkeit von Asthmaanfällen reduzieren. Am geeignetsten sind dabei Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen. 

Eine wichtige Technik, um Atemnot bei chronisch Lungenerkrankten (Asthma, COPD) vorzubeugen oder um akute Symptome zu lindern, ist die sogenannte Lippenbremse. Dabei legt man die Lippen aufeinander und atmet langsam durch die wie beim Pfeifen verkleinerte Mundöffnung aus. Anschließend durch die Nase einatmen und dies mehrfach wiederholen. Dadurch strömt die Atemluft langsamer aus, die Atemwege bleiben geweitet und werden stabilisiert. Diese Atemtechnik hilft nicht nur bei akuter Atemnot, sondern auch als Prävention bei körperlicher Anstrengung wie etwa Treppensteigen. Betroffene können mit dieser Übung erreichen, dass ihre Atemwege trotz geweitet bleiben – trotz der chronischen Verengung.

Du möchtest die Arbeit der Malteser mit einer Spende unterstützen? Dann findest du hier zum Beispiel das Formular für eine allgemeine Spende.


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