6 Dinge, die du tun kannst, um Obdachlosen zu helfen            

Es wird wieder kalt. Für dich heißt das: Zeit, den Daunenmantel aus der Versenkung zu holen. Für Menschen, die auf der Straße leben, bedeutet dies allerdings, einen warmen Schlafplatz zu finden, um nachts nicht zu erfrieren. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, einmal nach links und rechts zu schauen, während du eilig durch die Straßen läufst, um schnell ins Warme zu gelangen. Hier sind sechs kleine Dinge, die du tun kannst, um Obdachlosen zu helfen. Zudem kannst du natürlich auch spenden und damit bedürftige Personen unterstützen. Das kannst du zum Beispiel hier tun. 

Darum geht's:


Suche das Gespräch

Es kostet Überwindung und man muss damit rechnen, abgewiesen zu werden. Dennoch: Viele Obdachlose freuen sich sehr über ein Gespräch. Denn neben Armut, Kälte und Hunger ist auch die soziale Isolation sehr zermürbend. Der Gesprächseinstieg: Möglichst klar und direkt. Begegne auf Augenhöhe, stell eine Frage oder biete eine Kleinigkeit an.

Zum Gesprächseinstieg kannst du der obdachlosen Person einen Apfel anbieten.

Zeige Respekt

Neben der täglichen Einsamkeit ist das Gefühl, unsichtbar und somit kein Teil der Gesellschaft mehr zu sein, zermürbend. Daher kannst du dich, sollte dich ein Gespräch überfordern, bei der nächsten Begegnung mit einem obdachlosen Menschen einfach mal an einem kleinen „Hallo“ oder einem freundlichen Nicken versuchen. Nett sein kostet zum Glück nichts!

Geh nicht einfach vorbei: Zeige den Obdachlosen, dass sie nicht unsichtbar sind.

Verurteile nicht

„Ich geb’ kein Geld, das geben die doch eh nur für ihren Stoff aus.“ Diesen oder ähnliche Sprüche hat jeder schon gehört, gedacht oder laut ausgesprochen. Aber mal ehrlich: Vielleicht hat die Person bereits drei Kaffee und Brötchen bekommen und könnte mit 2 € einfach mehr anfangen. Vielleicht gibt er oder sie das Geld auch tatsächlich dazu aus, um sich eine Flasche Korn zu kaufen. Egal wie herum man es dreht: Die Quintessenz dessen ist: Obdachlose sind auf unsere Solidarität angewiesen, und das meint im Umkehrschluss auch auf unsere 50 Cent. Was man selbst dazu denkt, sollte nicht dazu führen, aus Prinzip nicht zu helfen. 

Hol Hilfe

Besonders wenn es nachts friert, sollte man ein sehr wachsames Auge haben. Wenn Menschen draußen bei Minusgraden schlafen, ist es durchaus angemessen, sie zu wecken und nachzufragen. In vielen Großstädten wie etwa Hamburg oder Berlin gibt es Kältebusse, die durch die Städte fahren und so Obdachlose vorm Erfrieren retten. Diese sind allerdings auch auf deine Mithilfe angewiesen. Also die Nummer des lokalen Kältebusses abspeichern und im Zweifel einmal zu viel, als zu wenig nachfragen, anrufen oder aufpassen! Wichtig zu wissen ist: In Situationen, in denen eine Person nicht mehr ansprechbar ist, sind keine gemeinnützigen Vereine zuständig. Dann gilt ganz klar: 112 wählen!

Hilfe-Nummern für Obdachlose

Wenn die Kälte einbricht, und du Hilfe für Obdachlose in deiner Stadt holen willst, wähle diese Nummern:

  • Berlin: 0178/523 5838
  • Hamburg: 040/401 782 15
  • München: 089/200 045 930
  • Köln: 0221/259 742 44
  • Frankfurt: 069/431 414
  • Stuttgart: 0711/ 219 547 76

Im akuten medizinischen Notfall gilt immer die 112!

Spende sinnvoll

Die Faustregel lautet wie bei jeder Form von Spende: Nur das weitergeben, was du selbst auch annehmen würdest. Das gilt für den Zustand des Essens, der Kleidung oder des Schlafsacks. „Es ist erstaunlich, wie viele Leute Sachen spenden, die schon abgelaufen sind“, so der Seelsorger der Hamburger Obdachloseneinrichtung Alimaus. Das solltest du also in jedem Fall vermeiden. Darüber hinaus: Bei Nahrungsmitteln empfehlen sich haltbare Lebensmittel, die nicht zubereitet werden müssen. Das können zum Beispiel Brot, Aufstrich, Käse oder ein Apfel sein. Im Zweifel solltest du am besten einfach nachfragen. Denn: obdachlos oder nicht, jeder Mensch hat schließlich andere Bedürfnisse.

Pfand spenden: Geld, das du nicht vermisst

Eine besonders einfache Art der Spende ist die Pfandspende. Egal, ob Pfandflaschen, Pfandbons oder digital: Das Pfandgeld benötigst du meist nicht, um zu überlegen, was du damit noch kaufen kannst. Ausgegeben hast du es sowieso schon. 

Spende sinnvoll: Würdest du die Spende annehmen?

Such dir eine Spendenaktion

Geld in den Becher werfen ist ein Anfang. Aber manchmal braucht es etwas mehr. Wie wäre es, eine Spendenaktion zu starten. Ein Beispiel: Die Idee des Gabenzauns ist so simpel wie gut. An öffentlichen Plätzen, die zentral gelegen sind, kann man an vielen Städten in Deutschland Spenden für Obdachlose abgeben. So auch in Hamburg: Hier startete die Aktion als Gegenmaßnahme, denn ursprünglich war die Mauer, an der nun Spenden abgegeben werden, ein beliebter Treffpunkt für Obdachlose. Doch dies war der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge, daher veranlasste sie den Bau eines Zauns, der den Aufenthalt dort verhindern sollte. Doch gegen diese ausgrenzende Maßnahme veranstaltete ein Hamburger Kollektiv die Aktion Gabenzaun. Seit 2017 baumeln hier am Zaun nun Tüten mit Lebensmitteln oder Klamotten. Übrigens: Das Projekt hatte Vorbildcharakter und wurde auch in weiteren Städten übernommen.

Obdachlosenhilfe: Was kann ich tun?

Wenn du helfen willst, ist beispielsweise eine Sachspende an unterschiedliche Non-Profit-Organisationen ein geeignetes Mittel. Außerdem suchen diese Hilfsorganisationen jederzeit freiwillige Helfer, etwa für die Essensausgabe in Suppenküchen. 

Last but not least: Unterstütze spannende Projekte schnell und unkompliziert mit deiner Spende! Hilfsorganisationen wie die Malteser engagieren sich beispielsweise in Obdachlosen-Projekten deutschlandweit und helfen damit genau dort, wo Hilfe gebraucht wird.


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