Nachbarschaftshilfe: Engagement für die Menschen in deiner Nähe

Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe kannst du Menschen aus deiner Nachbarschaft in ihrem Alltag unterstützen. Was das genau bedeutet und wie du dich engagieren kannst: Wir klären die wichtigsten Fragen zum Thema!

Darum geht's:


Was ist Nachbarschaftshilfe eigentlich?

Bei der Nachbarschaftshilfe helfen und unterstützen Nachbarinnen und Nachbarn sich gegenseitig. Es werden Gefälligkeiten ausgetauscht und dabei ist die Hilfe nicht auf Profit ausgerichtet. Manchmal gibt es als Dank eine Gegenleistung, manchmal vielleicht ein kleines Geschenk, und ganz häufig auch einfach ein herzliches Dankeschön. Dabei müssen es nicht immer die direkten Nachbarinnen und Nachbarn im eigenen Haus oder der eigenen Straße sein, denen geholfen wird. Als Nachbarschaftshilfe gilt zum Beispiel auch die Hilfe unter Personen, die persönliche Beziehungen zueinander pflegen – etwa, weil sie demselben Verein angehören.

Nachbarschaftshilfe: auch in Großstädten wieder im Kommen!

Nachbarschaftshilfe ist bis heute in vielen kleineren Dorfgemeinschaften und im ländlichen Raum Alltag. Die Menschen kennen sich und scheuen sich nicht, nach Unterstützung zu fragen. Großstädten hingegen haftete lange der Stempel der Anonymität an. Doch auch hier ist das Thema Nachbarschaftshilfe seit ein paar Jahren im Kommen. Auf Portalen wie www.nebenan.de, www.nachbarschaft.net oder www.nextdoor.de können sich Nachbarinnen und Nachbarn einzelner Stadtteile miteinander vernetzen, austauschen, nach Hilfe fragen und ihre Hilfe anbieten.

Was zählt zur Nachbarschaftshilfe?

Nachbarschaftshilfe generell zu definieren, ist gar nicht so einfach. Denn die Aufgaben, die du im Rahmen der Nachbarschaftshilfe übernimmst, sind immer individuell und anders. So kannst du deine Nachbarinnen und Nachbarn zum Beispiel bei kleinen Alltagsproblemen unterstützen, ihnen im Urlaubs- oder Krankheitsfall oder auch während einer echten Krise helfen. Je nach Jahreszeit können andere Dinge anfallen.

Typische Formen der Nachbarschaftshilfe sind zum Beispiel:

  • Für andere Einkäufe erledigen
  • Einen Nachbarshund spazieren führen
  • Tiere oder Pflanzen von Nachbarinnen und Nachbarn versorgen, die im Urlaub sind
  • Nachbarinnen und Nachbarn, die nicht mehr fit genug sind, bei der Garten- und Balkonpflege helfen (Laub harken, Rasenmähen, Unkraut jäten, Blumen pflanzen etc.)
  • Im Winter für andere Schnee schippen
  • Nachbarskindern Nachhilfe in bestimmten Schulfächern geben
  • Eltern aus der Nachbarschaft bei der Kinderbetreuung unterstützen
  • Einen Fahrdienst für Nachbarinnen und Nachbarn anbieten, die nicht gut zu Fuß sind, aber zum Beispiel zu einem wichtigen Arzttermin müssen
  • Beim Umzug helfen
  • Etwas im Haushalt reparieren

Tierisch gute Nachbarschaftshilfe

Das Portal www.haustiertausch.com richtet sich gezielt an Tierfreunde: Hier kannst du deine Hilfe als Tiersitterin oder Tiersitter anbieten. Darüber hinaus kannst du die Inserate von Tierhalterinnen und Tierhaltern in deiner Nähe durchforsten, die auf der Suche nach Hilfe bei der Betreuung ihrer Tiere sind.

Nachbarschaftshilfe: Was ist der Entlastungsbetrag?

Normalerweise wird Nachbarschaftshilfe nicht bezahlt. Eine Ausnahme gibt es im Bereich der Pflege. Viele pflegebedürftige Menschen können durch Nachbarschaftshilfe weiter ein weitestgehend eigenständiges Leben in ihrem Zuhause führen. Da sie auf regelmäßige Hilfe angewiesen sind, gibt es für sie in vielen Bundesländern den sogenannten Entlastungsbetrag, mit dem die Nachbarschaftshilfe unterstützt wird. Der Betrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich, den die Pflegekasse finanziert, kann für ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe und für die Hilfe bei der Betreuung im Haushalt verwendet werden. Das kann zum Beispiel die Hilfe beim Einkaufen, Putzen oder Kochen sein, die Begleitung zu Arztterminen oder auch gemeinsame Spaziergänge.

Medizinisch-pflegerische Aufgaben dürfen die Nachbarschaftshelferinnen und -helfer nicht übernehmen. Wichtig: Die Nachbarschaftshelferinnen und -helfer müssen, je nach Bundesland, bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Alles zu den Voraussetzungen und weitere Informationen zum Entlastungsbetrag gibt es bei der zuständigen Pflegeversicherung.

Ist Nachbarschaftshilfe immer erlaubt?

Nachbarschaftshilfe ist eine vom Gesetzgeber ausdrücklich erlaubte Form der gegenseitigen unentgeltlichen Unterstützung – sie ist ein Gefälligkeitshandeln, ohne Vertrag, ohne Rechtsbindung und etwaigen daraus resultierenden gegenseitigen Erfüllungs- und Schadenersatzansprüchen. Weil bei echter Nachbarschaftshilfe kein oder kaum Geld fließt und Gefälligkeiten in der Regel ohne Gegenleistung erbracht werden, führt sie nicht zu steuerlichen Verpflichtungen. Jede Art regelmäßiger entlohnter Tätigkeit zählt nicht zur Nachbarschaftshilfe. Hier spricht man stattdessen von Schwarzarbeit, die als Nachbarschaftshilfe getarnt wird und damit strafbar ist. Weitere Infos dazu gibt es auf der Seite vom Zoll und in §1 vom Schwarzarbeitsgesetz.

Wie ist man bei der Nachbarschaftshilfe versichert?

Grundsätzlich kann es bei der Nachbarschaftshilfe zu zwei Arten von Schäden kommen: zu Unfall- und zu Haftpflichtschäden. Im Falle einer Verletzung, die du dir bei der Nachbarschaftshilfe zuziehst, bist du über deine Krankenkasse geschützt. Für von dir verursachte Schäden bist du auch ohne ausdrückliche Verabredung nicht haftpflichtig. Juristen nennen das den stillschweigenden Haftungsausschluss. Ausnahme: Liegt eine grobe Fahrlässigkeit vor, musst du für die von dir verursachten Schäden haften – eine private Haftpflichtversicherung ist deshalb in jedem Fall ratsam.

Nachbarschaftshilfe: So kannst du dich engagieren

Du möchtest dich auch für deine Nachbarinnen und Nachbarn engagieren? Dann biete deine Hilfe über einen Aushang am schwarzen Brett vom lokalen Supermarkt an, veröffentliche ein Inserat auf einem Online-Nachbarschaftsportal oder mache einen Aushang im Hausflur. Auch über die App Zwopr kannst du Nachbarschaftshilfe anbieten oder suchen. Auch viele gemeinnützige Vereine, ambulante Pflegedienste, Diakonie- und Sozialstationen organisieren Nachbarschaftshilfe– wende dich einfach an eine Organisation in deiner Nähe.


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