Bäume pflanzen für eine bessere Umwelt – Klimaprojekte im Fokus

Eine Möglichkeit, dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist das Pflanzen von Bäumen. Mehrere interessante Projekte haben sich zum Ziel gesetzt, durch Aufforstung einen positiven Beitrag für unseren Planeten zu leisten. Warum Wälder so wichtig sind, wie die Aufforstungsprojekte vorgehen und inwieweit das Klima davon profitiert, erörtern wir hier.

Darum geht’s:


Unser Freund der Baum – Warum Wälder wichtig sind

Das Ausmaß der Klimaerwärmung wird immer deutlicher. Dürre und Wassermangel sorgen für schlechte Ernten und Hungersnöte. Bodenerosion und Abholzung führen zu Überschwemmungen wie jüngst im Westen Deutschlands. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um den Klimawandel aufzuhalten. Eine davon ist: Bäume pflanzen.

Wir Menschen haben eine große Vorliebe für Holz. Es riecht gut und ist vielseitig verwendbar. Doch leider haben wir in den vergangenen Jahrzehnten mehr Bäume gefällt, als der Erde guttut. Wir müssen den Klimawandel aufhalten und unserer Umwelt Regeneration erlauben. Forschende empfehlen, mehr Bäume zu pflanzen, denn sie sind wahre Multitalente, wenn es um gutes Klima geht. 

Bäume sorgen für saubere Luft und frisches Wasser. Fast jedes Tier und jeder Mensch braucht Sauerstoff zum Atmen – sowohl an Land als auch im Wasser. Pflanzen filtern Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft und lagern es als Kohlenstoff ein. Anschließend geben sie Sauerstoff ab, den wir als frische Luft einatmen. Wälder lagern Kohlenstoff für eine sehr lange Zeit in ihrem Gehölz und im Waldboden ein. Außerdem filtern die vielen Bäume viele Stoffe aus der Luft, die sie selbst für ihr Wachstum benötigen, die für Menschen und Tiere aber schädlich sind: zum Beispiel Stickstoff. Ganz ähnlich ist es mit dem Grundwasser, denn der Waldboden funktioniert wie eine Art Filter. Die Bäume nehmen über ihre Wurzeln und Blätter Wasser auf, filtern Schadstoffe heraus und geben überschüssiges, gereinigtes Wasser wieder ab. 

Bäume sind auch das Zuhause vieler Tiere und anderer Pflanzen. Auf einem einzigen Baum können Hunderte Tiere, Pilze und andere Pflanzenarten leben. Ein Wald ist wie eine riesige Wohngemeinschaft, in der unzählige Lebewesen voneinander profitieren. Letztlich würde es uns Menschen ohne den Wald nicht geben, denn er liefert uns wertvolle Nähr- und Rohstoffe. Seit Jahrtausenden ernähren wir uns von Beeren, Pilzen und Wildfleisch. Und wir nutzen das Holz zum Heizen oder bauen Möbel, stellen Kleidung oder Verpackungen her. Aber auch Honig und Sirup liefern die Blüten der Bäume. Der Baum schenkt uns so viel, allerdings muss er dafür oft sein Leben lassen. Und die große Frage ist: Bringt uns der lebende Baum nicht mehr als das tote Holz? Immerhin verbringen wir auch einen Teil unserer Freizeit unter Bäumen, in Parks oder im Wald. Und das tut uns richtig gut. An heißen Sommertagen spenden Bäume Schatten und Abkühlung, denn sie sind eine Art natürliche Klimaanlage für die Erde. Alle Pflanzen geben zu viel aufgenommenes Wasser in Form von Wasserdampf wieder ab. Passiert das in einem Wald mit sehr vielen Bäumen, steigt die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen sinken deutlich ab. Darum ist es im Wald immer etwas kühler als beispielsweise auf einer Wiese. Der Wald ist außerdem eine wahre Wellness-Oase. Das haben Forschende aus Japan herausgefunden, wo Waldmedizin ein anerkanntes Fachgebiet und Waldbaden eine viel genutzte Therapiemethode ist. Ein Spaziergang im Wald hilft vor allem bei Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schon ein kurzes „Waldbad“ verbessert Atmung, Puls und Blutdruck. 

Waldbaden für die Sinne

Shinrin-Yoku ist japanisch und bedeutet: Baden im Wald. In Japan gehört Waldbaden zu einem gesunden Leben dazu. Dafür gehst du in den Wald und nimmst ihn ganz bewusst wahr: die Gerüche, Geräusche, Farben und Formen.

Gemeinsam Bäume pflanzen – Projekte auf der ganzen Welt 

Überall auf der Welt gibt es Projekte, bei denen neue Bäume gepflanzt werden. Ziel ist, das Ökosystem in der jeweiligen Region nachhaltig zu verbessern, um letztlich das Klima auf der ganzen Welt zu verbessern. Malteser International beispielsweise forsten im Norden Ugandas eine neunzig Hektar große Waldfläche wieder auf. Das ist doppelt so groß wie die berühmte Theresienwiese in München, wo das Oktoberfest stattfindet. Die Menschen in Uganda erleben die Auswirkungen des Klimawandels täglich. Vor allem die enorme Trockenheit macht ihnen zu schaffen, sorgt für Wasserknappheit und schlechte landwirtschaftliche Möglichkeiten. 

Außerdem wurden über die Jahre zu viele Bäume abgeholzt, was das Ökosystem zusätzlich gefährdet. Mit der Aufforstung durch  Malteser International werden auch neue Einkommensmöglichkeiten für die Menschen in der Region geschaffen, was zusätzlich der Armut entgegenwirkt. Und dann verbessert sich natürlich die Luft, der Grundwasserspiegel kann wieder ansteigen und die Menschen haben einen Ort zum Abkühlen. 
Natürlich gibt es auch viele Organisationen, die in Deutschland Aufforstungen unternehmen, wie zum Beispiel Woodsup e. V., allerdings ist das nicht immer ganz leicht. Fördergelder werden oft nicht genehmigt, der bürokratische Aufwand ist sehr hoch und teilweise teuer und es gibt gar nicht so viele Freiflächen in Deutschland, die bepflanzt werden dürfen. Darum fliegt Woodsup e. V. auch nach Island. Im Oktober 2020 wurden 20.000 Bäume auf zehn Hektar Land gepflanzt. Das ging schnell und unbürokratisch und es hilft dem Klima auf der ganzen Welt. Trotzdem hat die Organisation auch in Deutschland hektarweise Bäume gepflanzt, wie zum Beispiel Mischwälder in Brandenburg oder Obstbäume in Mecklenburg-Vorpommern. 

Nicht jeder Baum passt überall hin!

Es ist nicht sinnvoll, einfach irgendwelche Bäume zu pflanzen, denn das hat unter anderem zum schlechten Zustand der Wälder geführt. Es wurden fremde Arten eingeschleppt, die das Ökosystem durcheinanderbrachten. Durch zusätzliche Bodenverdichtung, Wasserentzug, zu großzügige Rodungen und ungesunde Monokulturen nahm das Waldsterben seinen Lauf und wir befinden uns in einem Teufelskreis aus Baumsterben und Klimaerwärmung.

Was du selbst unternehmen kannst  

Es gibt viele Möglichkeiten, unser Klima zu verbessern. Ein “Bäume-schonender” Lebensstil trägt einen großen Teil dazu bei. Es wird sehr viel aus Holz produziert wie Papier, Textilien, Holzkohle, Verpackungen und natürlich Möbel. Sicherlich sind Dinge aus Holz oft schöner als aus Kunststoff. Inzwischen gibt es aber viele gute Alternativen für Holz wie holzfreies Papier oder Briketts aus Kokosschalen oder Maiskolben als Ersatz für Holzkohle. Wenn du auf Produkte mit Palmöl verzichtest (es ist in vielen Lebensmitteln, Waschmitteln oder Kerzen enthalten), trägst du einen kleinen Teil zum Erhalt des Regenwaldes bei, denn für die riesigen Ölpalmplantagen müssen der gesunde tropische Regenwald und die meisten seiner Bewohner weichen.   

Selbstverständlich kannst du beim Aufforsten helfen und dich einer der vielen Organisationen anschließen. Wenn du nicht der Typ bist, der gerne in der Erde wühlt, dann kannst du mit einer Spende helfen. Spenden werden zum Beispiel für die Setzlinge oder die Bewässerung der Bäume benötigt. Oder du übernimmst eine Baumpatenschaft. Meist zahlst du hierfür einen festen Betrag und suchst dir die Region aus, in der dann ein Baum in deinem Namen gepflanzt wird. Baumpatenschaften gibt es schon ab etwa 15 Euro. Die sind übrigens auch ein schönes Geschenk.

Suchmaschine für gutes Klima

Wusstest du, dass du für gutes Klima sorgen kannst, während du im Internet surfst? Dafür solltest du allerdings die Suchmaschine Ecosia nutzen oder als Add-on in deinem Browser installieren. Jedes Mal, wenn du Ecosia nutzt, werden mit den Werbeeinnahmen Bäume gepflanzt und das Klima verbessert.


Bewerte diesen Artikel

 
 
 
 
 
 
13
1
5
4.3