Soziale Netzwerke für Ältere: Unser Social-Media-Guide

Swipen, liken und sharen – das machen die jüngeren Generationen fast täglich über Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder Twitter. Ihnen ist diese Welt noch fremd? Hier erhalten Sie einen Überblick über Funktionen sowie Vor- und Nachteile für ältere Menschen.

Was ist Social Media?

Social Media sind digitale Medien, Anwendungen und Technologien. Sie heißen zum Beispiel Facebook, Instagram, Pinterest, Twitter oder TikTok. Fast drei Milliarden Menschen sind bei Facebook und schätzungsweise eine Milliarde bei Instagram angemeldet. Sinn und Zweck ist, dass sich viele Menschen über Raum und Zeit hinweg miteinander austauschen und vernetzen. Darum spricht man von sozialen Netzwerken. Was früher der Buchclub, die Hobbygruppe oder der Stammtisch war, wird heute oft ins Internet verlagert. Das Besondere daran ist: Jeder kann mit jedem kommunizieren. Wer ein Smartphone oder einen Computer besitzt, kann Inhalte wie Texte, Fotos oder Videos veröffentlichen.

Sie können diese Inhalte entweder nur mit einer bestimmten Gruppe, einzelnen Mitgliedern des jeweiligen Netzwerks oder mit der ganzen Öffentlichkeit teilen. Empfängerinnen beziehungsweise Empfänger der Inhalte können sowohl uns bekannte Menschen wie Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn sein als auch völlig Fremde, die man im echten Leben noch nie gesehen hat. Für viele ältere Menschen klingt das alles sehr befremdlich. Für die jüngeren Generationen ist das aber eine gängige Form der Kommunikation. Neben vielen Vorteilen und Möglichkeiten bergen die Netzwerke aber auch Gefahren und Nachteile. Dazu aber später mehr.

So funktioniert Social Media

Schauen wir uns ein Beispiel an: Marie veröffentlicht ihre Urlaubsfotos bei Facebook. Jetzt können alle, die mit Marie bei Facebook verbunden sind, diese Fotos sehen. Marie könnte auch einstellen, dass nur bestimmte Personen diese Fotos sehen wie zum Beispiel Familienmitglieder oder enge Freunde. Diese können jetzt mit Marie interagieren. Zum Beispiel schreibt ihr Bruder Robert unter ein Urlaubsfoto: „Das sieht toll aus!“, und ihre Freundin Sarah schreibt: „Da wäre ich jetzt auch gerne“. Wer nichts schreiben möchte, kann sich auch ohne Worte äußern. Unter jedem Beitrag gibt es verschiedene Symbole zum Anklicken wie den „Daumen nach oben“ oder ein Herz. Dadurch kann Marie sehen, wer außerdem ihre Fotos mag. Dieser Vorgang heißt: „liken“, was vom englischen Wort „to like“ abgeleitet „mögen“ bedeutet. Neben Fotos werden auch Videos, Nachrichten oder Texte von anderen miteinander geteilt. Dann spricht man von „sharen“, also etwas mit anderen teilen.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Warum sollte ich meine Urlaubsfotos im Internet zeigen? Wen interessiert das? Sie werden nicht glauben, wie viele Menschen gerne Persönliches mit anderen teilen. Und ebenso viele Menschen interessieren sich für das Leben von völlig Fremden. Manche zeigen, was sie gebacken oder gebastelt haben, andere filmen sich dabei, wie sie einen Swimmingpool aufbauen und wieder andere erklären in einem Video, wie man lästige Insekten aus Topfpflanzen loswird. Jeder beziehungsweise jede, der oder die ein Gerät wie ein Smartphone besitzt, kann eigene Inhalte erstellen und mit anderen Menschen teilen. Doch Vorsicht: Allzu persönliche beziehungsweise private Informationen sollten nicht mit der Welt geteilt werden. Doch dazu später mehr.

Das sind die Vorteile von sozialen Netzwerken

Social Media zu nutzen, bedeutet vor allem dabei zu sein. In welcher Art und Weise Sie dabei sein möchten, hängt von Ihren Vorlieben und Interessen ab. Hier einige Beispiele für positive Aspekte der Netzwerke:

Bleiben Sie in Kontakt

Die Enkelkinder studieren in einer anderen Stadt? Ihre einstigen Nachbarn sind weggezogen? Über Social Media halten Sie weiter Kontakt. Es ist natürlich nicht dasselbe, als wären Sie dabei, aber man hat das Gefühl, am Leben der anderen teilzuhaben, wenn Sie deren neueste Fotos bei Facebook oder Instagram betrachten. Außerdem gibt es noch die sogenannten Messenger-Apps. „WhatsApp“ ist die wohl berühmteste Kommunikationsanwendung für das Smartphone. Damit versenden und empfangen Sie Text- und Sprachnachrichten, Videos oder Bilder. Haben Sie die App erst einmal auf dem Telefon installiert, ist die Bedienung recht einfach. Wir haben für Sie hier auf dem Portal auch Informationen zum Thema Smartphone-Apps bereitgestellt. Streng genommen gehört WhatsApp nicht zu den sozialen Medien, weil die Nutzerinnen und Nutzer nicht mit der Öffentlichkeit kommunizieren, sondern ausschließlich mit den Kontakten, die Sie im Telefon eingespeichert haben.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Was ist los in der Welt? Die Nachrichten finden Sie wie gehabt auch weiterhin in Radio, Zeitung und Fernsehen. Über Social Media bekommen Sie die aktuellsten Nachrichten sofort. Sicherlich gibt es immer wieder Debatten über das Thema „Fake News“, also absichtlich gestreute Falschinformationen, die über Social Media verbreitet werden. Achten Sie darauf, dass die Quellen stets seriös sind. Wie Sie Falschmeldungen erkennen, haben wir Ihnen auch nochmal in dem oben verlinkten Artikel zusammengestellt.

Übrigens sind auch sehr viele Prominente aus Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur oder dem Showbusiness in den sozialen Medien präsent. Sie teilen mit ihren Fans Dinge aus ihrem Leben wie zum Beispiel auch der Bundeskanzler Olaf Scholz auf Instagram. Um dem Link folgen zu können, müssen Sie bereits bei dem sozialen Netzwerk angemeldet sein. Die Fans werden bei Social Media auch „Follower“ genannt. Auch Sie können jemandem online folgen, wenn Sie sich für eine öffentliche Person interessieren und in dem entsprechenden Netzwerk angemeldet sind.

Bekommen Sie Tipps und Tricks für alle Lebenslagen

Wie werde ich Fruchtfliegen los? Wie backe ich eine Sachertorte? Wie baut man einen Gartenteich? Bei Social Media finden Sie Antworten auf diverse Fragen. Schließlich sind nicht nur Laien, sondern auch jede Menge Profis in den sozialen Netzwerken zu finden. Es gibt eine Vielzahl spannender Videos oder Texte zu allen möglichen Situationen und Lebenslagen. Wenn Sie gerne backen oder basteln, dann schauen Sie sich doch einmal das soziale Netzwerk Pinterest an. Dort teilen Menschen ihre kreativen Ideen. Auch sogenannte Foren gehören zu den sozialen Netzwerken. Es gibt sie für alle Interessensgebiete: von A wie Auto über M wie Musik bis hin zu Z wie Zelten. Hier nutzen Sie die sogenannte Schwarmintelligenz. Dies bedeutet, dass durch das Mitwirken der Teilnehmenden in einem Netzwerk ein großer Wissensschatz entsteht.

Spezielle Netzwerke für Ältere

Das „Forum für Senioren“ enthält unter anderem regionale Gruppen. So lernen Sie Menschen in Ihrer Umgebung kennen und können sich sogar treffen, nicht nur online. Bei „Herbstzeit“ finden Sie Wissenswertes und Austausch zu allen möglichen Themen wie Wandern, Wohnen, Tierwelt, Auto oder Kunst und Kultur. Für Alleinstehende auf Partnersuche könnte das Forum „Platinherz“ interessant sein. Auf Reddit suchen junge Menschen in der englischsprachigen Gruppe Ask Old People gezielt den Rat älterer Nutzerinnen und Nutzer, die gewillt sind, ihre große Lebenserfahrung zu teilen. Beachten Sie nur, dass nicht alle hier genannten Angebote kostenfrei sind.

Gefahren im Netz und Tipps zum Umgang damit

Generell können Sie bei Social Media sehr viel von sich preisgeben oder auch nur sehr wenig. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber weniger Informationen über sich im Internet veröffentlichen. Denn leider sind auch viele Betrügerinnen und Betrüger unterwegs. Sie verstecken sich hinter sogenannten „Fake-Profilen“. Das bedeutet, sie haben sich die Informationen über ihre Person ausgedacht. In der Regel ist der Name falsch und das Foto auch. Einige versuchen, eine Beziehung zu einzelnen Nutzerinnen oder Nutzern aufzubauen, vor allem bei Alleinstehenden ist das eine beliebte Masche. Wenn Sie dem anderen vertrauen, werden Sie womöglich um Geld gebeten. Dazu wird Ihnen meistens eine sehr rührende Geschichte erzählt. Seien Sie also immer auf der Hut, wenn Fremde Sie anschreiben. Infos zu Betrugsmaschen und wie Sie sich davor schützen finden Sie hier.

Wenn Sie sich in Netzwerken anmelden, sollten Sie sich immer genau die Bedingungen für Ihre Teilnahme durchlesen. Einige Angebote sind kostenpflichtig. Das muss eigentlich genau gekennzeichnet werden, ist aber nicht immer der Fall und dann haben Sie ein Abo abgeschlossen, ohne es zu wollen. Auch hier gilt: Wenn etwas unverständlich beschrieben ist oder Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, seien Sie vorsichtig. Bitten Sie im Zweifelsfall jemanden um Hilfe, der sich gut im Internet auskennt.


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