Partnersuche im Alter: Nicht immer einfach

Im Alter noch einmal die große Liebe zu finden, erscheint vielen Seniorinnen und Senioren als große Herausforderung. Damit die Suche etwas leichter fällt, haben wir hier einige Tipps und Infos zum Thema Partnersuche im Alter für Sie zusammengefasst.

Im Alter eine Partnerin oder einen Partner finden

Schon in jungen Jahren ist es nicht immer ganz einfach, die große Liebe zu finden. Wer sich aber im Alter noch einmal auf die Suche nach einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner begibt, steht vor ganz neuen Herausforderungen: Im Herbst ihres Lebens haben viele Menschen lange und womöglich gescheiterte Beziehungen hinter sich. Oder die bisherige Partnerin oder der Partner ist bereits verstorben. Eine solche emotionale Vorbelastung macht es nicht einfacher, sich noch einmal für das Thema Dating zu öffnen. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen im Alter weniger attraktiv fühlen – und damit auch mit weniger Selbstvertrauen auf die Partnersuche gehen.

Auf der anderen Seite fällt es einigen Menschen im fortgeschrittenen Alter sicher etwas leichter, sich einem neuen Partner zu öffnen. Denn während junge Menschen primär nach einer Person suchen, mit der sie eine Familie gründen möchten, fällt dieser Aspekt bei Älteren meist weg – und erhöht unter Umständen die Chancen, ein passendes Gegenstück zu finden. Aber ganz egal, wie die persönliche Situation aussieht: Keiner dieser Gründe sollte ein Hindernis sein, sich noch einmal auf die Suche nach der einen besonderen Person zu begeben. Denn eine funktionierende Partnerschaft wirkt sich nicht nur positiv auf die seelische und körperliche Gesundheit aus, sondern fördert auch die Teilnahme an einem aktiven Leben.

Wo finden Seniorinnen und Senioren Gleichgesinnte?

Immer mehr Menschen nutzen bei der Partnersuche Datingportale im Internet. Seniorinnen und Senioren bilden da keine Ausnahme. Und es gibt mittlerweile ein recht großes Angebot solcher Plattformen, auf denen Menschen in ihrer zweiten Lebenshälfte zueinanderfinden. Allerdings sind viele dieser Plattformen kostenpflichtig. Die Anmeldung ist zwar gratis, für eine spätere Kontaktaufnahme oder zusätzliche Funktionen werden dann jedoch Mitgliedsbeiträge zwischen meist 25 und 70 Euro pro Monat fällig. Es gibt aber auch komplett kostenfreie Angebote wie etwa finya.de oder verschiedene regionale Partnerbörsen. Und während auf großen, bekannten Partnerbörsen wie Parship, Elitepartner oder eDarling Singles jeder Altersklasse zu finden sind, richten sich Plattformen mit Namen wie SilberSingles oder 50Plus-Treff speziell an ältere Suchende.

Wir empfehlen, dass Sie sich über eine Suche bei Google über die Vor- und Nachteile, Besonderheiten und Fallstricke der Börsen informieren und sich auf diese Weise gegebenenfalls für eine dieser Plattformen entscheiden. Es gibt im Übrigen Plattformen, auf denen Menschen, die von den Betreibern bezahlt werden, bewusst mit neuen Profilen Kontakt aufnehmen, um diese an das jeweilige Dating-Portal zu binden. Zudem hat nicht jeder dort angemeldete Mensch lautere Absichten. Seien Sie also vorsichtig, auch und insbesondere in Bezug auf die Herausgabe persönlicher Daten.

Natürlich können auch Kontaktanzeigen abseits des Internets, beispielsweise in Zeitungen und Zeitschriften, bei der Partnersuche hilfreich sein. Dort sind jedoch die Auswahl, die Kontaktoptionen und die Informationen stark limitiert. Besonders frequentiert wird heute über das Smartphone gedatet und geflirtet. Berührungsängste müssen ältere Menschen davor zwar nicht haben, jedoch gilt es, einige Dinge zu berücksichtigen:

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die im Alltag viel und gerne ein Smartphone verwenden, haben Sie es bei der Partnersuche auf jeden Fall etwas einfacher. Sollten Sie vor den modernen Handys noch Berührungsängste haben, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel Smartphones für Senioren. Eine Partnersuche funktioniert auf den mobilen Endgeräten über spezielle Apps, also kleine Programme, die im Grunde auch nur eine Online-Dating-Plattform darstellen. Die derzeit bekannteste trägt den Namen Tinder, doch die Zahl älterer Nutzerinnen und Nutzer ist je nach Region in dieser App (noch) vergleichsweise gering. Die oben genannten Börsen wie SilberSingles oder Zweisam haben ebenfalls eigene Apps. Eine Empfehlung für eine bestimmte App möchten wir an dieser Stelle bewusst nicht aussprechen; stattdessen aber eine Warnung: Da das Geschäft mit einsamen Herzen im App Store von Apple und dem Play Store von Google so einträglich wie überlaufen ist, gibt es viele Anbieter, die mehrere Apps für ganz unterschiedliche Zielgruppen auf den Markt bringen, die angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer jedoch wahllos auf sämtliche Apps verteilen. Außerdem ist das kostenlose Angebot vieler Apps stark begrenzt – in einigen Fällen können lediglich zahlende Nutzerinnen und Nutzer die Bilder der anderen Profile sehen. Eine gute Vorrecherche und eine Portion Vorsicht sind in jedem Fall ratsam.     

Egal, welche Plattform letztendlich genutzt wird – für eine erfolgreiche Partnersuche ist Ehrlichkeit enorm wichtig. Also sollte beim eigenen Profil zum Beispiel nicht mit dem Alter geschummelt werden. Auch hilft ein aktuelles Foto mit einem sympathischen Lächeln. Spätestens beim ersten Treffen würden etwaige Schummeleien ohnehin auffliegen. Wer zu sich selbst steht und sich dementsprechend präsentiert, wird auch die größten Chancen haben, ein passendes Gegenstück zu finden.

Mit den richtigen Erwartungen auf Partnersuche gehen

Eine gute Portion Pragmatismus ist die beste Grundlage für erfolgreiches Dating. Die perfekte Partnerin oder den perfekten Partner, die oder der alle Erwartungen vollumfänglich erfüllt, wird es in der Regel nicht geben – wir sind eben alle nur Menschen mit Fehlern und Macken. Zudem sind die Beweggründe bei der Partnersuche für ältere Menschen sehr unterschiedlich. Einige suchen jemanden, der ihnen in einer festen Partnerschaft immer zur Seite steht. Aber auch die Sehnsucht nach einem erfüllten Sexualleben oder vielleicht auch nur Interesse an sporadischen gemeinsamen Unternehmungen können Beweggründe sein. Viele haben kein Interesse, einen gemeinsamen Hausstand zu gründen und dafür persönliche Freiheiten aufzugeben. Eine spätere Heirat steht eher selten zur Debatte. Wichtig ist, sich gegenseitig nicht zu überfordern.

Tipps für das erste Treffen

Nachdem ein potenzieller Kandidat oder eine Kandidatin gefunden ist, empfiehlt es sich zunächst einmal, miteinander zu telefonieren. Die Stimme einer Person und das persönliche Gespräch können schon viel über einen Menschen verraten. Zu viele persönliche Informationen und besonders die eigene Adresse sollten Sie aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht Teilen. Kommt es dann zu einem ersten persönlichen Treffen, sollte dieses am besten an einem öffentlichen Ort, zum Beispiel einem Café, stattfinden. So lässt sich ein Treffen auch problemlos beenden, wenn der vermeintliche Traumpartner oder die Traumpartnerin doch nicht die Erwartungen erfüllt.

Vorsicht vor Betrugsmaschen

Schon früher trieb der berühmt-berüchtigte Heiratsschwindler mit den Gefühlen der meist weiblichen Partnersuchenden sein Schindluder. In Zeiten des Internets ist daraus leider ein regelrecht organisiertes Verbrechen geworden. Haben es Kriminelle ohnehin schon vermehrt auf ältere Menschen abgesehen, sind Seniorinnen und Senioren auch ein beliebtes Ziel des sogenannten „Romance Scamming“. Darunter versteht man das Vortäuschen romantischen Interesses mit dem Ziel, das jeweilige Opfer um Geld zu betrügen. Die Täterinnen und Täter gehen dabei meist nach der gleichen Masche vor: Über das Internet, zum Beispiel über Partnerbörsen, wird ein erster Kontakt aufgenommen. Gefälschte Profile mit den Bildern attraktiver angeblicher Partnersuchenden erzeugen erstes Interesse. Mit geschickten psychologischen Tricks erschleichen sich die Betrügerinnen und Betrüger dann das Vertrauen ihrer Opfer und versprechen die große Liebe.

Ist die Vertrauensbasis zum Opfer aufgebaut, kommt es zum eigentlichen Betrug. Unter den verschiedensten Vorwänden wird dann um Geld gebeten. Zum Beispiel würde die attraktiv scheinende Person gerne nach Deutschland kommen, aber es fehlt das Geld für ein Flugticket. Auch die Kosten für die Behandlung eines erkrankten Familienmitglieds oder der Verlust der Geldbörse sind einige der Vorwände der Romance Scammer. Das Ergebnis ist aber fast immer dasselbe: Hat das Opfer das angeblich benötigte Geld überwiesen, bricht der Kontakt ab. In einigen besonders schlimmen Fällen hingegen kommt es immer wieder zu neuen Kontaktaufnahmen und die Opfer werden von den Betrügerinnen oder Betrügern regelrecht ausgenommen, mit Schäden in Höhe Tausender Euros.

Was tun bei Romance Scamming?

Viele Opfer von Romance Scammern verheimlichen den Vorfall aus Scham. Aber auch wenn es schwierig ist, die meist aus dem Ausland agierenden Täter zu fassen, sollte der Betrug auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden. Denn nur so ist eine Strafverfolgung der Täterinnen und Täter überhaupt möglich. Mehr Informationen zum Thema Romance Scamming und den richtigen Verhaltensweisen finden Sie auf diesen Seiten:

polizei-beratung.de

sicheres-netz.com


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