Weltwärts: Freiwilligendienst in Entwicklungsländern

Ein Abenteuer, das du so schnell nicht vergisst: Den Koffer packen und ab nach Afrika, Asien oder Lateinamerika – um anderen zu helfen. Über das Programm weltwärts können sich junge Menschen im Ausland engagieren und wertvolle Erfahrungen fürs Leben sammeln. Wie das funktioniert und was du dafür tun musst, erfährst du hier.

Darum geht's:


Mit weltwärts die Welt mit anderen Augen sehen

Weltwärts ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst zur Förderung des interkulturellen Austauschs. So die offizielle Bezeichnung des 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufenen Programms. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht: 18- bis 28-Jährige engagieren sich sechs bis 24 Monate lang in einem Entwicklungsprojekt im Ausland. Rund 3.500 junge Menschen begeben sich alljährlich „weltwärts“, bisher haben mehr als 34.000 Freiwillige auf diese Weise vorübergehend ihre Komfortzone verlassen. Weltwärts dient dabei als Vermittlungsplattform, an die rund 180 sogenannte Entsendeorganisationen angeschlossen sind.

Bezahlen müssen die Teilnehmer ihren Aufenthalt nicht: Die Kosten für Anreise, Unterkunft, Versicherung und Verpflegung sowie ein kleines Taschengeld werden gestellt. Finanzielle Unterstützung leisten das BMZ, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sowie die jeweilige Entsendeorganisation – dazu unten mehr.

Die weltwärts-Teilnehmer sammeln Erfahrungen, erleben Ungewöhnliches, entwickeln sich weiter. Sie lernen viel über sich selbst, andere und das Miteinander in fremden Ländern. Wer einige Zeit als freiwilliger Helfer im Ausland tätig war und gesehen hat, mit welchen Problemen dort oft zu kämpfen ist, sieht seine Heimat anschließend mit anderen Augen. „Hier in Deutschland ist alles so perfekt, sauber und ordentlich. Unverständlich, warum wir uns so oft über Kleinigkeiten aufregen“, stellt eine der Teilnehmerinnen fest.

Bereiche

Die rund 180 Partnerorganisationen des weltwärts-Programms bieten Freiwilligendienste in folgenden Bereichen an:

  • Bildung
  • Gesundheit
  • Landwirtschaft und Umwelt
  • Handwerk, Technik, Verwaltung
  • Kultur und Sport
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Arbeit mit benachteiligten Menschen
  • Menschenrechte und Frieden
  • Not- und Übergangshilfe
Weltwärts: zwei afrikanische Kinder schreiben in ihr Schulheft
Die Schule: Ein beliebter Einsatzbereich beim weltwärts-Programm.

Was Freiwillige bei weltwärts erwartet

Die Teilnahme am weltwärts-Programm bedeutet Engagement vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt. Nach erfolgreicher Bewerbung nimmst du an Seminaren teil, die dich auf deinen Einsatz im Ausland vorbereiten. Dabei lernst du andere Freiwillige kennen, erfährst mehr über Chancen und Herausforderungen des Freiwilligendienstes und wirst in interkultureller Kommunikation und Konfliktlösung geschult.

Vor Ort engagierst du dich über deinen Einsatz und nimmst an weiteren Fortbildungen teil. Du bist als Freiwilliger nie allein, arbeitest mit anderen Teilnehmern zusammen und hast einen persönlichen Mentor. Er hilft dir bei der Eingewöhnung, steht bei Fragen und etwaigen Problemen zur Seite.

Die meisten Freiwilligen sind in Gastfamilien untergebracht, mitunter gibt es auch eigene Wohnungen für die Teilnehmer. Du wohnst in der Regel mit anderen Freiwilligen zusammen.

Sicher fragst du dich, was deine Aufgaben vor Ort sind. Im Mittelpunkt des Freiwilligendienstes steht der kulturelle Austausch. Die meisten weltwärts-Projekte haben etwas mit Kindern und Jugendlichen zu tun, als Teilnehmer beschäftigst du dich aktiv mit jungen Leuten und vermittelst Werte wie Zusammenhalt und Fairness. Idealerweise engagierst du dich auch nach deiner Rückkehr entwicklungspolitisch.

Von anderen lernen

Ist das was für mich? Erfahrungsberichte von Freiwilligen helfen bei der Entscheidung!

Wohin soll die Reise gehen?

Der Freiwilligendienst ist in allen Ländern möglich, die nach den Maßstäben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu den Entwicklungsländern gehören. Zusammengefasst sind sie in der DAC-Länderliste. Derzeit gibt es mehr als 5.000 Einsatzplätze in 80 Ländern, ein Schwerpunkt des weltwärts-Programms liegt auf Afrika. Über die Einsatzplatzbörse kannst du auswählen, welche Region und Art von Tätigkeit dich besonders interessiert.

Arnold aus Togo sammelt Auslandserfahrung in Deutschland

Nicht nur junge Menschen aus Deutschland gehen ins Ausland, der Austausch via weltwärts funktioniert auch in umgekehrter Richtung: Seit 2013 können junge Menschen aus den Partnerländern in Deutschland einen Freiwilligendienst absolvieren – aktuell ist ihre Zahl aber noch deutlich geringer als die der Deutschen, die einen Freiwilligendienst leisten. Einer, der Deutschland im Rahmen des Programms besucht hat, ist Arnold Etsoh aus Togo. Im Video berichtet er über seinen Aufenthalt in Berlin und die Erfahrungen, die er sammeln konnte. Vorab sei soviel verraten: Dass in Deutschland alles so gut organisiert ist, hat Arnold Etsoh schwer beeindruckt!

Bewerbung und Voraussetzungen

Du möchtest Entwicklungshilfe leisten, dich einbringen und anderen helfen? Dann bewirb dich jetzt! Du brauchst keine besonderen Qualifikationen. Es genügt, wenn du weltoffen bist und Initiative zeigst. Grundkenntnisse einer im Gastland gesprochenen Sprache sind natürlich von Vorteil.

Deine Bewerbung für ein anerkanntes Entwicklungsprojekt musst du direkt an eine der deutschen Entsendeorganisationen richten, die du auf der weltwärts-Webseite auswählst. Sie führen mit dir Auswahlgespräche durch und begleiten dich vor, während und nach deiner Auslandsreise. Die Vorlaufzeit ist relativ groß. Es empfiehlt sich, sich etwa ein Jahr vorab zu bewerben. Behinderungen oder gesundheitliche Einschränkungen sind kein grundsätzliches Ausschlusskriterium.

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