Katastrophenschutz: Eine Übung für den Notfall

Katastrophenschutz: Eine Übung für den Notfall

Es ist ein ganz normaler Montag im Januar. Die Linienfähre vom dänischen Gedsger ist auf dem Weg nach Rostock. Kurz vor Ankunft in der Hansestadt bricht plötzlich Feuer im Maschinenraum des Schiffs aus. Rund 140 Rettungskräfte machen sich auf den Weg in den Rostocker Überseehafen, um Passagiere und Besatzung zu retten. Alles nicht echt, nur eine Übung. Trotzdem wird die Situation von allen Beteiligten ernst genommen. Was es mit der Havarieübung auf sich hat und wie sich die Rettungskräfte bei diesem Einsatz schlagen, erfährst du hier.

Darum geht's:


Havarieübung in Rostock: Worum geht’s?

70 Verletzte, 140 Einsatzkräfte und ein brennendes Schiff. Bei der Havarieübung im Rostocker Überseehafen trainieren Katastrophenschützer für den Notfall. Die Übung hat es in sich: Bei der Überfahrt der dänischen Fähre löscht die Feuerwehr den Brand an Bord, während die Einsatzkräfte der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes die Verletzten an Land versorgen. Versorgungszelte aufbauen, Stromleitungen legen, Behandlungsplätze schaffen: Gerade zu Beginn der Übung herrscht großes Chaos. Da gilt es Ruhe zu bewahren. Ob es den Katastrophenschützern gelingt, die „Verletzten“ zu bergen und was diese Übung für sie bedeutet, erfährst du im Video:

Wie erleben Einsatzkräfte diese Übung?

Auch wenn es nur eine Übung ist, dieser Einsatz geht nicht spurlos an den Helfern vorbei. Malte ist Rettungssanitäter. Es war die erste Großübung für den 21-Jährigen.

Junger Rettungssanitäter spricht mit Patientin
Malte kümmert sich um eine „Patientin“. © Malteser

Am Anfang war die Anspannung groß.

Malte, 21


Gegen 17 Uhr klingelte sein Telefon. Malte und die anderen Katastrophenschützer werden von der Leitstelle der Rostocker Berufsfeuerwehr per Anruf über den Notfall informiert. Mit Blaulicht und Sirene rasen der Rettungssanitäter und 19 weitere ehrenamtliche Malteser von der Rostocker Dienststelle zum Überseehafen. Dort werden sie von der Einsatzleitung der Feuerwehr informiert, was passiert ist.

Bevor sich Malte und seine Kollegen um die Patienten kümmern können, müssen Versorgungs- und Behandlungszelte aufgebaut werden. Eine logistische Herausforderung: Rund 70 teilweise Schwerstverletzte werden von der Fähre evakuiert und müssen über eine sogenannte Rettungsinsel geborgen werden. In kürzester Zeit sollen die Patienten dann an Land versorgt und behandelt werden.

Für Malte war vor allem der Aufbau des Behandlungsplatzes spannend. In seinem Berufsalltag als Rettungssanitäter hat er sowas noch nicht erlebt.

Neben organisatorischen Aufgaben, versorgen die Einsatzkräfte rund 70 Patienten, die vom Personal der Fähre gespielt werden.Umhänge-Karten verraten den Helfern, mit wem sie es zu tun haben und wie schwer sie verletzt sind.. Hilke ist 18 und engagiert sich schon seit zwei Jahren als ehrenamtliche Einsatzsanitäterin. Ihr hat vor allem der Umgang mit den Patienten und die Zusammenarbeit mit den Ärzten gefallen.

Junge Frau in Sanitäteruniform bespricht sich mit Kollegin.
Hilke bespricht sich mit ihrer Kollegin. © Malteser

Zusammenarbeit verschiedener Hilfsorganisationen

In einem Punkt sind sich die meisten Helfer einig. Das Beste an der Übung ist die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen. Bei dieser Großübung kamen Feuerwehr, Malteser und das Deutsche Rote Kreuz zusammen. Damit der Einsatz möglichst reibungslos über die Bühne geht, ist ein gutes Zusammenwirken aller Beteiligten gefragt. Dabei ist es egal, welcher Organisation die Helfer angehören. Die Einsatzkräfte werden strategisch sinnvoll eingeteilt und helfen da, wo ihre Kompetenz gefragt ist.


Das beste ist die Zusammenarbeit von allen hier.

Malte, Rettungssanitäter


Dass die verschiedenen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten können, zeigen sie auch im Alltag..Damit das reibungslos klappt, muss immer wieder auf Übungen wie dieser trainiert werden. Hier bekommen die Einsatzkräfte die Chance ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen.. Paul studiert Medizin und ist dankbar für diese Möglichkeit. Das Wichtigste für ihn: Diese Übung gibt ihm die Gelegenheit zu lernen, wie man unter chaotischen Zuständen ruhig und diszipliniert mit anderen zusammenarbeitet.

Auch Einsatzleiter David (32) zeigt sich sichtlich zufrieden. „Wir nehmen viel Erfahrung mit und lernen, uns zu verbessern.“ Er findet, die Rettungskräfte haben einen tollen Job gemacht. Sie gehen zusammen gestärkt aus dieser Übung und sind gewappnet für den nächsten Einsatz.

Ein bisschen Action?

Du hast auch Lust dich als ehrenamtlicher Einsatzsanitäter zu engagieren? Bei Großübungen wie dieser, aber auch in echten Einsätzen, kannst du zeigen, dass du ein Teamplayer bist und Verantwortung übernehmen kannst. Hier findest du weitere Informationen zum Einsatz im Katastrophenschutz.


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