Helfen ist menschlich: In der Corona-Krise kann sich jede und jeder engagieren

Keine Frage: Das neuartige Coronavirus stellt den Alltag in Deutschland auf den Kopf. Die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gefährdet nicht nur die Gesundheit und das Leben, sondern auch die wirtschaftliche Existenz von Millionen Menschen. Doch gleichzeitig hat der Ausnahmezustand hierzulande eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

Darum geht’s:


Es gibt eine Welle der Hilfsbereitschaft im Land

Studierende melden sich als Erntehelferinnen und Erntehelfer, Schülerinnen und Schüler kaufen für ältere Nachbarn ein, entfernte Bekannte führen Hunde aus und in den sozialen Medien organisieren sich Gruppen ehrenamtlich zu Lieferdiensten für Risikogruppen oder Menschen in Heim-Quarantäne. Auch die großen Hilfsorganisationen wie die Malteser erweitern derzeit bundesweit ihre Angebote.

„In der Krise zeigt sich der Charakter“, lautet einer der meistzitierten Sätze des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Unter dem Brennglas der Corona-Krise zeigen jetzt sehr viele was in ihnen steckt. Die Lokalseiten der Tageszeitungen sind voll mit Geschichten über die neuen „Helden des Alltags“. Menschen, die anderen helfen, ohne etwas dafür zu erwarten – außer Dank und Anerkennung. Denn eines ist klar: Der Staat alleine wird es nicht richten können.

Frau mit Atemschutzmaske führt einen Hund auf einer Wiese aus.
Das Ausführungen von Hunden kann derzeit eine große Hilfe für ältere Menschen sein.

Viele tolle Ideen entstehen angesichts der Not der Anderen

Und so gibt es jetzt viele Ideen und viele Freiwillige, die bereit sind, sie in die Tat umzusetzen. Helferinnen und Helfer, die Bücher für Buchhandlungen ausliefern. Nachbarn, die Alten und Gebrechlichen zu Hause helfen, um die Krankenpflege zu entlasten. Ehrenamtliche, die Telefondienste übernehmen, um den Isolierten und Einsamen Gesellschaft zu leisten und ihnen zuzuhören. Musikerinnen und Musiker, die Gratis-Konzerte im Internet geben, um zumindest zeitweise von den Sorgen abzulenken. Schnapshersteller, die Alkohol spenden zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. 

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, immer neue ehrenamtliche Projekte entstehen: In der Corona School bieten Studentinnen und Studenten kostenlos Nachhilfe an für Schülerinnen und Schüler im Homeschooling. Über Bauer sucht Hilfe können sich Freiwillige melden, die Landwirte aus der Region bei der Ernte unterstützen wollen. Bei Pay now, eat later können sich Restaurants anmelden und Gutscheine anbieten, die den Gastronomen jetzt helfen und nach Corona eingelöst werden können.
Und wer sein heimisches Kino unterstützen will, kann auch das tun, indem er Werbefilme anschaut

Helfen ist menschlich

Sicher, es gibt auch die, die tatenlos zuschauen, die Toilettenpapier hamstern und ohne wirtschaftliche Not Sofortanträge auf Unterstützung stellen. Doch die große Mehrheit verhält sich verständnisvoll, übernimmt Verantwortung und zeigt Zusammenhalt und beeindruckende Hilfsbereitschaft. Getreu des Leitsatzes von Albert Einstein: „Freude an der Freude und Leid am Leid des Anderen, das sind die besten Führer des Menschen.“
Helfen ist menschlich. Oder wie es Hans Werner Bierhoff, emeritierter Professor für Sozialpsychologe, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte: „Wir helfen, weil wir soziale Verantwortung empfinden und uns für andere einsetzen wollen.“ Und weiter: „Sowohl für denjenigen, dem geholfen wird, als auch für den Helfer entsteht etwas Positives: Einer wird aus seiner Notlage befreit, der andere kann darauf hoffen, dass er selbst auch Hilfe bekommt, wenn eine Notlage entsteht.“

Ein Arzt mit Handschuhen hält den Arm einer älteren Patientin.
In Krisenzeiten ist Helfen besonders wichtig.

Prosoziales Verhalten lindert Stress

Doch nicht nur das – wer anderen hilft, hilft sich auch ganz konkret selbst. Psychologinnen und Psychologen der renommierten Yale Universität (USA) zeigten mit ihrer Forschung, dass prosoziales Verhalten die Auswirkungen von Stress mildert und hilft, diese abzubauen. Selbst vermeintliche Kleinigkeiten (wie zum Beispiel das Aufhalten einer Tür) können demnach positive Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden haben. In einer Studie mit 77 Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren zeigte sich, dass bei hilfsbereiten Probanden eine bessere psychische Gesundheit nachzuweisen war als bei denjenigen, die sich eher auf sich selbst konzentrierten.

Soziale Verantwortung für bedürftige Mitmenschen zu übernehmen, gehört zu den wesentlichen Normen unserer Gesellschaft. Also Alten, Kranken oder Armen zu helfen, vor allem wenn diese ohne eigene Schuld in Not geraten – wie in der aktuellen Corona-Pandemie. Hilfsbereitschaft ist ein wichtiges Bindemittel, das Gesellschaften zusammenhält.

Jeder kann etwas tun

Alle, die sich jetzt für ihre Mitmenschen engagieren, sind Stützen der Gemeinschaft in schwierigen Zeiten. Jeder Mensch kann jetzt helfen, nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Die Bereitschaft dazu ist so groß wie selten. Hilfsorganisationen, auch die Malteser, werden derzeit von vielen Menschen kontaktiert, die ehrenamtlich ihre Unterstützung anbieten oder spenden wollen. Darunter sind auch viele, die sich sonst nicht sozial engagieren. Diese Solidarität mit Hilfsbedürftigen ist ein starkes Signal. Und zeigt: Wenn es darauf ankommt, zeigen sehr viele, was tatsächlich in ihnen steckt – menschliche Größe und Gemeinschaftsgefühl.

Wie du helfen kannst:

Wenn du dich über die Malteser engagieren oder an sie spenden möchtest, gibt es hier Informationen: www.malteser.de/corona-hilfe

Eine direkte Spende an die Nothilfe in Deutschland unterstützt die Helferinnen und Helfer in der aktuellen Krise.


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