Pflege und Hilfe zu Hause: Angebote für Seniorinnen und Senioren

Es gibt verschiedene Pflege-, Betreuungs- und Dienstleistungsangebote, die ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen und in vielen Fällen den Umzug in ein Alten- beziehungsweise Pflegeheim unnötig machen. Die wichtigsten Angebote auf einen Blick. 

Darum sind Hilfsangebote für zu Hause so wichtig

Viele Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Wer körperlich fit ist, kriegt das in der Regel auch ohne Probleme hin. Doch auch, wer auf Unterstützung angewiesen ist, kann daheim wohnen bleiben. Es gibt für so gut wie alle Lebensbereiche ambulante Hilfsdienste und Angebote, die ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichen. Gerade für Seniorinnen und Senioren, die keine Kinder oder andere Vertrauenspersonen in der Nähe haben, sind die Angebote besonders wertvoll. „Die Dienste verhindern, dass Menschen in ein Heim müssen, die nicht in ein Heim wollen“, sagt Tina Arnold, Leiterin des Pflegedienstes der Malteser in Duisburg. Und das sind nicht wenige, wie die Expertin weiß. „Für manche mag der Schritt ins Heim der richtige sein. Es gibt aber viele Menschen, denen das nicht guttun würde. Wer sein Leben lang selbstständig gelebt hat, für den ist das Heim einfach nichts. Diese Menschen sind zu Hause viel glücklicher, weil sie freier sind und nicht gebunden. Das ist ein völlig anderes Lebensgefühl. Das Tolle: Es gibt immer eine Lösung für zu Hause. Es ist so viel machbar heutzutage!“ 

Hilfe beim Einkauf und bei der Haushaltsführung

Viele ältere Menschen benötigen Hilfe bei der Haushaltsführung. Putzen, waschen, einkaufen, bügeln – wenn das allein nicht mehr geht, können an dieser Stelle zum Beispiel die ambulanten Pflegedienste übernehmen, zu deren Angebot auch die hauswirtschaftliche Versorgung gehört. Der „Mobile Einkaufswagen“ der Malteser ist ebenfalls ein Angebot für ältere Menschen, die noch im eigenen zu Hause leben, aber nicht mehr allein einkaufen gehen können. Die Gruppentouren zu Supermärkten und Einkaufszentren werden von Ehrenamtlichen organisiert und begleitet. Zusätzlich zum Einkaufen wird auch eine Tasse Kaffee zusammen getrunken, bevor es dann wieder nach Hause geht.

Anpassung aufgrund von Corona: Der Mobile Einkaufswagen pausiert

Während der Pandemie läuft alles etwas anders: Der reguläre Mobile Einkaufswagen ist derzeit ausgesetzt. An seine Stelle ist die Einkaufshilfe getreten. Der persönliche Kontakt beschränkt sich damit auf eine kurze Begegnung bei der Übergabe der Einkäufe. Sobald die Situation es zulässt, können die gemeinsamen Einkaufstouren aber wieder starten. 

Betreuungs- und Begleitungsangebote

Die ambulanten Pflegedienste bieten auch bestimmte Betreuungs- und Begleitleistungen an. Dazu gehören etwa die Begleitung zu Behörden und Ärzten, aber auch gemeinsame Spaziergänge und andere Freizeitaktivitäten. „Man kann sich auch aus der Zeitung vorlesen lassen, gemeinsam Spiele spielen oder ein Gedächtnistraining machen“, sagt Tina Arnold. Gut zu wissen: Die Krankenkassen zahlen für derartige Entlastungsleistungen einen Pauschalbetrag von derzeit 125 Euro pro Monat. Dafür können Seniorinnen und Senioren bei eingetragenen ambulanten (Pflege-)Diensten eine bestimmte Anzahl an Stunden buchen, für Hilfe bei der Haushaltsführung oder für Betreuungs- und Begleitungsangebote. Für den Pauschalbetrag erhält man, je nach Anbieter, in der Regel 2 bis 3,5 Stunden Hilfe pro Monat. „Da das nicht viel Zeit ist, buchen die meisten Seniorinnen und Senioren Hauswirtschaftsleistungen, da sie auf Hilfe im Haushalt angewiesen sind“, sagt Tina Arnold. Es können Stunden hinzugekauft werden, die dann privat bezahlt werden müssen. „Gerade bei den kleinen Renten, die viele beziehen, wünsche ich mir, dass der Pauschalbetrag erhöht wird, damit noch mehr ältere Menschen auch die anderen tollen Betreuungsangebote nutzen können.“

Einfach gut essen: mobile Menüservices

Für einige Seniorinnen und Senioren ist es eine Herausforderung, frisch für sich selbst zu kochen. Auf gutes Essen verzichten muss trotzdem niemand: Dienste wie der Malteser Menüservice liefern an 365 Tagen im Jahr abwechslungsreiche und gesunde Mahlzeiten bis an die Haustür und machen damit das Einkaufen der Zutaten, die Zubereitung der Speisen und das Spülen von Geschirr überflüssig. Die Angebote sind ganz nach Bedarf buchbar – tageweise oder auch über einen längeren Zeitraum. Natürlich bieten auch andere Organisationen diese Leistung an. Über die Hofmann Menü Manufaktur können Sie mithilfe der Suchfunktion Anbieter auch ganz einfach in Ihrer Nähe finden. 

Hilfe auf Knopfdruck: der Malteser Hausnotruf

Für ein sicheres Gefühl bei Seniorinnen und Senioren selbst, aber auch bei ihren Angehörigen, sorgen spezielle Notrufdienste wie der Hausnotruf der Malteser. Über den kann jederzeit und von jedem Punkt der Wohnung aus per Druck auf einen Notrufknopf, der als Armband oder Kette getragen werden kann, über ein daheim installiertes Hausnotrufgerät Sprechkontakt mit einer Hausnotrufzentrale hergestellt werden. Die Zentrale informiert dann, je nach Bedarf, den Rettungsdienst, Angehörige, eine Vertrauensperson oder einen Bereitschaftsdienst. Um immer optimal reagieren zu können, werden im Rahmen der Installation des Hausnotrufes auf Wunsch auch die wichtigsten persönlichen und medizinischen Daten erfasst. 

Gegen die Einsamkeit: ehrenamtliche Besuchs- und Begleitungsdienste

Es gibt zudem viele von Ehrenamtlichen organisierte Besuchs- und Begleitdienste, die der Einsamkeit im Alter entgegenwirken. Im Kulturbegleitdienst etwa begleiten Ehrenamtliche Seniorinnen und Senioren ins Theater, ins Museum oder zu anderen kulturellen Veranstaltungen. Die Begleitdienste gibt es als Gruppenausflüge und 1:1-Betreuung, bei der sich feste Paare finden, die sich regelmäßig treffen. Für Tierfreunde gibt es Besuchsdienste mit Hund, bei denen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem eigenen Hund nach Hause kommen. Durch die Corona-Pandemie wurden vielerorts auch spezielle Telefonbesuche ins Leben gerufen: Menschen, denen im Alter eine Bezugsperson fehlt, werden dabei von Ehrenamtlichen am Telefon „besucht“ und können einfach mal erzählen und sich austauschen. Die Gespräche finden regelmäßig etwa einmal pro Woche statt. Auch für Demenzerkrankte gibt es eigene Begleitdienste, bei denen die Betroffenen in ihrem zu Hause besucht und unterstützt werden. 

Mobile Therapien und Arztvisiten

Auch wer ärztliche Hilfe benötigt oder regelmäßig eine bestimmte Therapie in Anspruch nimmt, muss dafür das Haus nicht unbedingt verlassen. „Die ärztliche und therapeutische Hausversorgung hat sich in Deutschland den letzten Jahren sehr verbessert“, sagt Tina Arnold. „Um therapeutische oder ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, muss man nicht mobil sein. Die Hilfe kann heute zu den Patientinnen und Patienten kommen“, betont sie. Physiotherapien, Lymphdrainagen, Hausarztbesuche und sogar Nacht- und Sitzwachen – all das ist heute auch in den eigenen vier Wänden möglich. 

Klassische Pflegeangebote

Ambulante Pflegedienste übernehmen sämtliche Pflegemaßnahmen in der Wohnung von Seniorinnen und Senioren. Dazu gehören die Grundpflege (Körperpflege, betten, lagern, ankleiden, mobilisieren etc.) und die Behandlungspflege (Verbände, Injektionen, Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen, Drainagen, Katheterversorgung, Stomapflege). Auch für Probleme haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer ein offenes Ohr. Ein guter Pflegedienst betreut Seniorinnen und Senioren immer mit festen Mitarbeitenden. „Die Verlässlichkeit und ein Vertrauensverhältnis ist einfach wichtig“, sagt Tina Arnold. Pflegeleistungen kann beantragen, wer pflegebedürftig ist. Bei bestehendem Pflegegrad übernimmt die gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung die Kosten für eine ambulante Pflege – die Leistungen variieren je nach Pflegegrad. Weitere Informationen dazu gibt es auch hier.

In Würde sterben: ambulante Hospizdienste

Auch wenn das Leben zu Ende geht, gibt es viele Angebote für zu Hause, die es Menschen ermöglichen, im gewohnten Umfeld zu bleiben und nicht allein zu sterben. Neben der klassischen ambulanten Hospizarbeit, Palliativpflege und Trauerbegleitung gibt es auch sehr besondere Aktionen – wie etwa den Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen. Zusammen mit Ehrenamtlichen wird todkranken Menschen ihr letzter Herzenswunsch, wie zum Beispiel ein Ausflug an die Ostsee, erfüllt. „Im Palliativbereich gibt es wirklich viele tolle Angebote“, findet auch Tina Arnold, die selbst lange den ambulanten Palliativpflegedienst der Malteser in Duisburg geleitet hat. „Es engagieren sich zum Beispiel auch einige Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund in diesem Bereich. Sie sprechen verschiedene Sprachen und so können auch ältere Menschen mit Migrationshintergrund die Dienste nutzen.“ 

Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerbegleitung der Malteser

Sie suchen allgemeine Informationen zu Dienstleistungen und/oder entsprechende Angebote in Ihrer Nähe? Auf der Übersichtsseite zur Hospizarbeit, Palliativmedizin & Trauerbegleitung der Malteser werden Sie fündig.


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