Kulturbegleitdienste: Veranstaltungen gemeinsam erleben

Viele ältere Menschen sind kulturell interessiert und leiden darunter, Veranstaltungen nicht mehr besuchen zu können. Weil sie sich ohne Begleitung unwohl fühlen oder nicht mehr mobil genug sind, verzichten sie auf Besuche in Museen oder von Konzerten. Die Malteser ermöglichen es ihnen mit verschiedenen Kulturbegleitdiensten, all das wieder hautnah zu erleben.

Corona-Pause der Kulturbegleitdienste

Aktuell müssen leider alle Kulturbegleitdienste der Malteser wegen der Corona-Pandemie pausieren. Alle Organisatorinnen und Organisatoren stehen jedoch voller Vorfreude bereit und sobald es möglich ist, werden die Angebote wieder stattfinden. Bis dahin haben die Malteser Alternativ-Angebote wie zum Beispiel ein Literaturcafé ins Leben gerufen, das Ihnen auch in Zeiten von Corona Freude in den Alltag bringt.

Kultur bereichert das Leben

Kultur bereichert das Leben, inspiriert und verbindet Menschen. Gerade für alle, die allein leben und vielleicht unter Einsamkeit leiden, ist ein Besuch kultureller Veranstaltungen wertvoll. Die Malteser sorgen mit verschiedenen Besuchs- und Begleitungsdiensten dafür, dass Seniorinnen und Senioren wieder am kulturellen Leben teilnehmen können und soziale Kontakte pflegen. In Begleitung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer werden kulturelle Veranstaltungen besucht, es geht etwa ins Museum, ins Theater, zu Lesungen oder auch zu Konzerten. Die Ausflüge sind in der Regel so organisiert, dass die Seniorinnen und Senioren abgeholt und wieder nach Hause gebracht werden. Es gibt dabei sowohl Einzel- als auch Gruppenbegleitungen.

KulTour: der Kulturbegleitdienst der Malteser

Vor knapp 20 Jahren rief Ruth Horn-Busch den KulTour-Begleitdienst in Bonn ins Leben. „Ich hatte über den Hausnotruf und den Menüservice der Malteser Kontakt zu vielen älteren Menschen und habe gemerkt, dass sie gern noch ins Museum gehen würden, sich aber allein nicht trauen“, erinnert sie sich. „Da haben wir kurzerhand den Begleitdienst gegründet – und der kam sofort super an!“ Einmal im Monat organisiert Ruth Horn-Busch, die hauptamtlich die Sozialen Dienste der Malteser in Nordrhein-Westfalen leitet, seither ehrenamtlich kulturelle Gruppenausflüge. „Meistens besuchen wir ein Museum und bekommen dort eine Führung“, erzählt sie. Aber auch Besuche in der Oper, auf Konzerten oder dem Beethoven-Fest gab es schon.

Der gesamte Ausflug ist immer auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren abgestimmt: Zwei Tage vor der Tour wird jeder nochmal angerufen und an den Ausflug erinnert. Jeder Teilnehmende wird zu Hause abgeholt und am Ende wieder nach Hause gebracht, die Führungen in den Museen sind speziell auf die Gäste abgestimmt – immerhin sind einige von ihnen bereits 100 Jahre alt. „Wir achten zum Beispiel darauf, uns genug Zeit zu nehmen und hetzen niemanden“, sagt Ruth Horn-Busch. Zudem prüfen die Organisatoren vorab immer, ob der Veranstaltungsort barrierefrei ist und es vernünftige, behindertengerechte Toiletten gibt.

Der Austausch über das Erlebte ist wichtig

Im Anschluss geht die Gruppe immer noch gemeinsam einen Kaffee trinken. „Dabei tauschen wir uns über das Erlebte aus“, erzählt Ruth Horn-Busch. „Das ist total wichtig, denn viele der Teilnehmenden haben zu Hause niemanden, dem sie von ihrem Ausflug erzählen könnten. Von den Gesprächen zehren sie oft den ganzen Monat bis zum nächsten Ausflug.“ Viele der Seniorinnen und Senioren recherchieren und lesen zu Hause noch weiter, tragen so auch zu den Führungen bei. „Viele sind sehr engagiert“, sagt Ruth Horn-Busch. „Aber auch, wer keinerlei kulturelle Vorkenntnisse hat, ist bei uns herzlich willkommen. Wir haben auch Teilnehmende mit Demenz – es nimmt wirklich jede beziehungsweise jeder etwas mit, alle gehen in der Regel zufrieden und inspiriert nach Hause.“ 15 Seniorinnen und Senioren können auf die zwei- bis dreistündigen Ausflüge mitkommen, hinzu kommen etwa 10 bis 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. „Es ist fast eine Eins-zu-eins-Betreuung, die wir bieten“, sagt Ruth Horn-Busch. Sie ist jedes Mal wieder begeistert davon, wie aktivierend die Ausflüge auf die Seniorinnen und Senioren wirken. „Es ist toll zu sehen, welche brach liegenden Kapazitäten wir wecken. Mal rauszukommen und Dinge hautnah zu erleben, statt sie immer nur im Fernsehen zu sehen, das macht einfach was mit den Menschen. Selbst die, die durch die Einsamkeit zu Hause in eine Art 'Mecker-Modus' verfallen waren, sind bei uns schnell aufgetaut und wieder zu fröhlichen, offeneren Menschen geworden.“

Malteser Ausflugsfahrten: eine große Familie

Auch Rosmarie Krenn setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen nicht zu Hause vereinsamen. Seit Anfang der 2000er organsiert sie als Referentin im Sozialen Ehrenamt die „Malteser Ausflugsfahrten“ in der Diözese Passau. Acht Fahrten gibt es durchschnittlich jedes Jahr, darunter eine zum Fasching, die Diözesanwallfahrt im Mai und die Fahrt zu einem Christkindlmarkt mit Weihnachtsfeier als Jahresabschluss. Daneben werden Museen oder Städte besucht, auch mehrtägige Wallfahrten nach Rom oder Lourdes werden angeboten. Die Ausflüge sind immer so konzipiert, dass jede beziehungsweise jeder alles mitmachen kann, auch die Teilnehmenden, die im Rollstuhl sitzen. An die 40 Seniorinnen und Senioren sowie um die 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind bei jedem Ausflug dabei.

Mit einem großen Reisebus und Kleinbussen wird jeder Teilnehmende von zu Hause abgeholt. Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, werden in speziellen Kleinbussen der Malteser gefahren. „Es ist immer ein riesiger Organisationsaufwand, aber es macht unglaublich viel Freude!“, sagt Rosmarie Krenn, die die Fahrten ehrenamtlich begleitet. Auch sie merkt, wie sehr die Ausflüge die Seniorinnen und Senioren aktivieren. „Die Dankbarkeit der Teilnehmenden berührt mich jedes Mal wieder aufs Neue.“ Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wären die Ausflüge nicht möglich. Die Gruppe ist inzwischen fest zusammengewachsen, die Helferinnen und Helfer sowie die Teilnehmenden begreifen sich als eine große Familie. „Es sind schon echte Freundschaften entstanden“, sagt Rosmarie Krenn. „Wir sind die Ausflugsfahrten-Familie, und in der heißen wir auch immer wieder gern neue Mitglieder willkommen. Wir sind offen für alle!“

Einen Kulturbegleitdienst in der Nähe finden

KulTour, den Kulturbegleitdienst der Malteser, gibt es inzwischen in vielen Städten in Deutschland. In Frankfurt oder in Augsburg können Sie mit den Maltesern sogar eine Rikscha-Fahrt genießen. Im Laufe des Jahres werden außerdem bis zu 10 weitere Standorte hinzukommen, die solche Ausflugsfahrten anbieten. Weitere Infos und einen Begleitdienst in Ihrer Nähe finden Sie unter hier oder auf der regionalen Website der Malteser in Ihrer Nähe. 

Hier vernetzen sich Seniorinnen und Senioren

Online gibt es heute außerdem zahlreiche Möglichkeiten für Seniorinnen und Senioren, sich miteinander zu vernetzen und selbst Treffen oder Ausflüge zu organisieren:

  • Beim Seniorentreff des Deutschen Seniorenportals tauschen sich Ältere zu allen möglichen Themen des Alltags aus – neben Ausflugs- und Reisetipps stehen Kulturveranstaltungen, Kunst, Fotografie und Literatur sowie Gedichte im Fokus. Auch Rezepte werden miteinander geteilt.
  • „Gemeinsam statt einsam“ lautet das Motto von www.feierabend.de. Hier wird sich zu Gesundheits- und Vorsorgethemen genauso wie über Reisen, Trauer oder der Freizeitgestaltung ausgetauscht. 
  • Das Forum für Senioren ist eine aktive Online-Community für Menschen ab 50 Jahren. Hier kann man Gleichgesinnte, die in der Nähe wohnen, kennenlernen.

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