Familienforschung: Den Stammbaum weitergeben

Die meisten Menschen wissen heute vielleicht noch, wer ihre Urgroßeltern waren. Wer jedoch mehr über seine Herkunft und die eigenen Vorfahren erfahren möchte, sollte sich mit dem Thema Familienforschung beschäftigen. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und wie Sie in das Thema einsteigen können.

Warum überhaupt Familienforschung betreiben?

Mehr über die eigenen Vorfahren herauszufinden, birgt eine große Faszination. So lassen sich anhand von verschiedenen Quellen nicht nur Namen oder Wohnorte der Ahnen herausfinden, sondern auch Berufe oder eventuell sogar deren Schicksale. Auch ob und wohin Familienmitglieder in den vergangenen Jahrhunderten ausgewandert sind, lässt sich möglicherweise herausfinden. Denn nicht nur in den USA gab und gibt es große deutsche Gemeinden, sondern auch in Südamerika, Osteuropa und sogar in Teilen von Afrika.

Darüber hinaus gibt es im Umkehrschluss auch viele Menschen, deren Vorfahren aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind. Die Familienforschung ist also nicht nur ein spannendes Hobby, sondern bietet Ihnen die Möglichkeit, bislang unbekannte Verwandte zu finden – oder sogar Familiengeheimnisse aus vergangenen Jahrhunderten aufzudecken. Zudem ist es eine tolle Freizeitbeschäftigung, der Sie allein oder mit Freunden, der Familie oder Verwandten nachgehen können.

Die Erstellung eines Familienstammbaums ist überdies nicht nur eine interessante Angelegenheit für sich selbst, sondern auch ein wertvolles Vermächtnis für die eigenen Kinder oder Enkel – und vielleicht der Beginnen für deren eigene Familienforschung.

Was ist Genealogie eigentlich?

Der wissenschaftliche Name der Familienforschung lautet Genealogie. Der aus dem Griechischen stammende Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern „geneá“ und „lógos“ zusammen („Abstammung“ und „Lehre“). Die Genealogie ist übrigens keine eigenständige Disziplin, sondern wird als eine Hilfswissenschaft zur Quellenkunde der Geschichtswissenschaft zugeordnet. Innerhalb der Genealogie wird zudem zwischen der Ahnenforschung und der Familienforschung unterschieden. Während sich die Ahnenforschung vornehmlich auf die biologische Abstammung konzentriert, geht es in der Familienforschung konkret um die verwandtschaftlichen Beziehungen von Personen.

So gelingt der Einstieg in die Familienforschung

Der erste Schritt zur Familienforschung beginnt normalerweise bei einer noch lebenden Person; meist bei einem selbst. Nun gilt es, die für die weitere Suche relevanten Daten über die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw. zu ermitteln. Dabei helfen anfangs Informationen aus privaten Dokumenten, wie zum Beispiel Geburts-, Ehe- und Sterbeurkunden, Testamenten, Fotos oder auch Tagebüchern. Ebenfalls hilfreich ist die Befragung von Verwandten, Bekannten oder Zeitzeugen, falls diese noch leben. Oftmals gibt es in der näheren Umgebung des eigenen Wohnorts auch einen Ahnenforschungsverein. Diese Vereine haben normalerweise viele ehrenamtliche Mitglieder, die Neu-Genealogen und -Genealoginnen gerne mit Rat und Tat beim Einstieg in die Familienforschung unterstützen. 

Eine weitere Möglichkeit, relativ schnell etwas über die eigenen Vorfahren herauszufinden, ist die Nutzung einer Ahnenforschungsdatenbank im Internet. Diese Dienste sind zwar in der Regel kostenpflichtig, aber sie bieten einen schnellen und komfortablen Einstieg in das Thema Familienforschung, der im Vergleich zur eigenen Recherche relativ schnell Ergebnisse liefert. Zwei der umfangreichsten Datenbanken zur Ahnenforschung sind derzeit die Portale ancestry und myheritage. Diese Seiten ermöglichen es häufig auch, anhand der vorhandenen Daten einen Stammbaum zu erstellen und diesen sogar zusammen mit den eigenen Verwandten zu bearbeiten. Auf den vollen Funktionsumfang dieser Portale können Sie aber auch nur gegen Bezahlung zugreifen. Es gibt viele diese hilfreichen Programme übrigens auch als App für Ihr Smartphone.

Weitere Quellen zur Ahnenforschung

Wer bei der Recherche im Internet oder in den eigenen Unterlagen an seine Grenzen gekommen ist, kann in einer ganzen Reihe von Verzeichnissen und Archiven weitere Nachforschungen anzustellen. Beispiele dafür sind:

  • Standesämter, Kirchenämter und das Mormonenarchiv
  • Ortschroniken
  • Regionale und kommunale Archive
  • Die Landesarchive
  • Das Bundesarchiv Berlin
  • Die Deutsche Dienststelle (WASt) und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
  • Das BStU – Stasi-Unterlagen-Archiv
  • Der DRK Suchdienst
  • Der Internationale Suchdienst (ITS)
  • Der Kirchliche Suchdienst
     

Das ist dann allerdings mit deutlich höherem Aufwand verbunden als die reine Suche im Internet, denn einige dieser Quellenarchive sind nur vor Ort einsehbar und auch nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Manche Archive stellen Nachforschungen auf Anfrage an, aber dafür verlangen sie auch eine Bezahlung. Die Nachforschungen bieten jedoch die Chance, etwas über die eigene Familie herauszufinden, was bislang noch unbekannt war.

Überraschende Verwandtschaftsverhältnisse

Wer auf dem Dachboden oder in alten Aktenordnern auf Stammbäume stößt, hält einen kleinen Schatz in den Händen. Und nicht selten stellt sich bei der Durchsicht der Ahnen die eine oder andere Überraschung heraus: Wurzeln in fernen Ländern oder Verbindungen zu bekannten Persönlichkeiten aus der Geschichte gehören unter anderem dazu. Ist der Urgroßonkel an der Seite des Roten Barons in einem Dreidecker durch die Lüfte geflogen? Gibt es eine Nebenlinie der Familie, die bis zum dänischen Königshaus reicht? Besteht eine entferne Verwandtschaft mit Konrad Adenauer, Bill Gates oder Clara Schumann?

Ahnenforscher und -forscherinnen haben einige interessante verwandtschaftliche Beziehungen zwischen internationalen Berühmtheiten herausgefunden: So ist die US-amerikanische Sängerin Madonna wohl nicht nur mit Lady Gaga und dem kanadischen Superstar Céline Dion verwandt, sondern hat auch gemeinsame Vorfahren mit Camilla, der Frau von Prinz Charles. Noch überraschender ist eine weitere verwandtschaftliche Beziehung des Hauses Windsor, denn die britische Regentin Queen Elizabeth ist vermutlich eine Cousine 20. Grades des „Fluch der Karibik“-Darstellers Johnny Depp. 
Wer weiß, was Sie bei Ihren Nachforschungen zutage fördern.

Warum die Namensforschung darüber hinaus für viele Menschen so faszinierendes ist, zeigt Ihnen das folgende Video:


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