Hobbys für Rentnerinnen und Rentner: Spaß und Engagement

Einsamkeit und Langweile bedrücken viele Menschen im Alter. Ein Hobby kann Abhilfe schaffen: Freizeitbeschäftigungen bereiten Freude, ermöglichen soziale Kontakte und können sogar der Allgemeinheit nützen.

Endlich Zeit für Hobbys

Ab Renteneintritt können Sie endlich uneingeschränkt Ihren Hobbys nachgehen oder ganz neue Freizeitbeschäftigungen finden. Eine Forsa-Umfrage zum Thema „Einsamkeit im Alter“, die im Auftrag der Malteser erstellt und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, hat ergeben, dass 85 Prozent der Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren einem Hobby nachgehen. Am häufigsten genannt wurden: Lesen, Wandern beziehungsweise Spazierengehen, Sport und Gartenarbeit. All diese Aktivitäten können auch in Gruppen unternommen werden. Auf diese Weise bleibt man im Kontakt mit anderen Menschen und gewinnt vielleicht sogar neue Freunde.

Für die Sportlichen gibt es überall Gruppen für verschiedene Sportarten wie zum Beispiel Pilates-, Yoga- oder Gymnastikkurse. Es lohnt sich, bei den ortsansässigen Sportvereinen nachzufragen. Diese Vereine bieten häufig spezielle Sportgruppen für ältere Menschen an. Wer lieber mit unterschiedlichen Generationen Zeit verbringt, dürfte bei den Volkshochschulen Möglichkeiten finden. Diese sind generell ein guter Anlaufpunkt für alle möglichen Hobbys: Tanzen, Malen, Töpfern, Fotografie, Literatur, Sprachen lernen, Theaterbesuche oder Wanderungen beziehungsweise Nordic Walking in Gruppen werden angeboten.

Lesen geht auch in der Gruppe

Übrigens, das laut der Umfrage beliebteste Hobby Lesen muss kein einsames Hobby sein: Es gibt überall Buchclubs, in denen sich Lesefreudige treffen und bei Kaffee und Kuchen über Bücher sprechen, die sie gemeinsam in der Gruppe ausgewählt haben. Selbstverständlich können Sie jederzeit einen eigenen Buchclub mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern gründen. Das Lesen hält Ihr Gehirn fit und Sie sind regelmäßig im Austausch mit anderen Menschen. Während der Corona-Pandemie klappt das ja auch per Videotelefonie ganz gut. Und wenn vielleicht sogar verschiedene Generationen im Buchclub vertreten sind, wird der Austausch noch etwas spannender. 

Wie Sie einen Buchclub oder Literaturkreis ins Leben rufen (sofern Sie literaturbegeisterte Menschen in Ihrem Bekanntenkreis haben), können Sie auf der Seite mein-literaturkreis.de nachlesen. Sollten Sie jedoch keine Bücherwürmer kennen, gibt es Möglichkeiten, sich einer Gruppe anzuschließen: Eine mögliche Anlaufstelle dafür ist die Seite meetup.com.

Sie lesen gerne vor? Als ehrenamtliche Lesepatin oder Lesepate lesen Sie Kindern vor. Auf diese Weise kommen auch solche Kinder in den Genuss von Geschichten, deren Eltern für das Vorlesen keine Zeit haben. Und auch für die Vorleserin oder den Vorleser ist es ein erfüllendes, schönes Gefühl, im Kreis der jungen Menschen einen wertvollen Beitrag leisten zu können. Zwar nur für ein bis zwei Stunden pro Woche, aber Sie können sicher sein, dass Sie regelmäßig von glücklichen Kindergesichtern angestrahlt werden.

Die Klassiker: Gartenarbeit, Handarbeit, Kultur

Das Gärtnern gehört der Studie zufolge ebenfalls zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Kein Wunder: Die Arbeit zwischen Gemüse- und Blumenbeeten hält gesund und macht glücklich. Die frische Luft, die Ruhe und die anregenden Farben wirken entspannend, und können den Blutdruck merklich senken. Ein fast schon meditativer Charakter ergibt sich durch Tätigkeiten wie Säen, Pflanzen und Ernten. Die mit der Arbeit verbundene Bewegung hat logischerweise ebenfalls einen positiven Effekt, sofern Sie sich nicht überanstrengen. Ähnlich sieht es bei den typischen Werkstatthobbys aus: Das Basteln bereitet Freude und hält fit.

 

Wenn Sie mit Kunst, Kultur und/oder Musik etwas anfangen können, sind die Möglichkeiten schier unbegrenzt. Die Malteser bieten mit ihrem Kulturbegleitdienst übrigens auch solchen Menschen, die alleine keine Museumsbesuche mehr unternehmen würden, eine tolle Option, Kultur in der Gruppe zu erleben. Auch der Austausch über das Gesehene und Erlebte bei einer Tasse Kaffee gehört dazu. Derzeit pausieren die Angebote aufgrund von Corona allerdings noch. 

Ausgefallene Hobbys

Eisstockschießen, auch Curling genannt, ist sogar eine olympische Disziplin. Ganz ähnlich funktioniert das Stockschießen. Das ausgefallene und bei Jung und Alt beliebte Hobby können Sie also auch ohne Eis und damit das ganze Jahr über spielen. Stockschießen ist ein Mannschaftssport, bei dem die Spielerinnen und Spieler versuchen, ihren Stock so nahe wie möglich an die sogenannte Daube, einen Spielstein, heranzuschieben. In ganz Deutschland gibt es Vereine und Gruppen, denen man sich anschließen kann. 

Ein weiteres ausgefallenes Hobby erinnert an die Pfadfinder und heißt Geocaching. Es ist wie eine moderne Schatzsuche. An einem Ort, oft im Wald, wird ein „Schatz“ versteckt, der mittels Koordinaten und einem GPS-Gerät oder Smartphone aufgespürt werden muss. Der Spaß beim Geocaching liegt vor allem darin, die erste Person zu sein, die den Schatz findet. Der Schatz selbst ist selten wertvoll, sondern nur eine kleine Spielerei. In diesem Artikel wird Geocaching ausführlich erklärt.

Daten, Zahlen, Fakten

85 Prozent der Menschen über 75 Jahren haben ein Hobby. Das ist ein weiteres Ergebnis der Forsa-Umfrage. Im Rahmen der Umfrage wurden im Zeitraum vom 15. Januar bis 01. Februar 2021 rund 1.000 in Privathaushalten lebende Personen ab 75 Jahren zum Leben im Alter befragt. Das Alter macht dabei nur einen leichten Unterschied. 90 Prozent der 75- bis 79-Jährigen gaben an, ein Hobby zu haben. Bei den Menschen über 85 Jahren sind es immerhin noch 74 Prozent, also fast dreiviertel der befragten Seniorinnen und Senioren. Neben dem Alter hat auch der Gesundheitszustand einen leichten Einfluss darauf, ob man ein Hobby pflegt. 90 Prozent derjenigen, die bei sehr guter bis guter Gesundheit sind, gehen einem Hobby nach. Bei denen mit schlechtem Gesundheitszustand sind es immerhin noch 73 Prozent. Das beliebteste Hobby ist das Lesen. Darauf folgen Wandern und Spazierengehen mit 25 Prozent. 16 Prozent gaben Sport allgemein als ihr Hobby an und 11 Prozent nannten Gartenarbeit als ihre Lieblingsbeschäftigung. Alle Ergebnisse der Umfrage gibt es auch hier nochmal zum Nachlesen.

Hobby und soziales Engagement verbinden

Es ist ganz leicht, Gutes zu tun – nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Viele Hobbys lassen sich mit einem sozialen Engagement verbinden. Hand- und Bastelarbeiten zum Beispiel sind ein beliebtes Hobby. Man kann dabei kreativ sein und abschalten. Noch schöner wird es, wenn man dabei mit anderen plaudern und gleichzeitig einen Beitrag für die Integration von Geflüchteten leisten kann. Die Malteser bieten über ihre regionalen Integrationsdienste in ganz Deutschland entsprechende Handarbeitsgruppen an, in denen Jung und Alt sowie Frauen und Männer zusammenkommen. Die Ehrenamtlichen müssen keine Profis in Hand- oder Bastelarbeiten sein. Spaß an der Sache, Offenheit und Herzlichkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen für ein soziales Engagement. Eine Altersbeschränkung gibt es prinzipiell nicht. Ganz im Gegenteil: Oft ist das Alter und die damit einhergehende Lebenserfahrung ein Vorteil. Man kann viel an jüngere Generationen weitergeben und gleichzeitig erfahren, wie die Jüngeren heutzutage so leben.


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