Sport im Alter: So bleiben Sie lange fit und mobil

Für Sport ist niemand zu alt und mit Spaß fällt es leichter, in Bewegung zu bleiben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den inneren Schweinehund überwinden, um für sich und Ihren Körper etwas Gutes zu tun. So werden und bleiben Sie fit!

Sport im Alter: Starten Sie jetzt

Wenn wir nicht besonders sportlich sind, finden wir oft gute Ausreden, warum wir gleich, später oder morgen keine Zeit finden, um das zu ändern. Sollten Sie sich nun etwas ertappt fühlen, hat der innere Schweinehund Sie vermutlich ganz gut im Griff. Zeigen Sie ihm die Zähne und bringen Sie sich mit Bewegung in Schwung – für Ihren Körper, Ihren Geist und für Ihre Seele. Alles hängt miteinander zusammen. Wenn Sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen und aktiv dafür sorgen, dass das so bleibt, erhöhen Sie die Chance, lange fit, gesund und selbstbestimmt zu bleiben.

Aber Achtung: Beim Sport im Alter sollte es nicht um Leistungsdruck gehen, sondern um die Freude an der Bewegung für mehr Lebensqualität. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über mögliche Aktivitäten, damit Sie sich nicht überlasten. Auch im Alter von 70 oder 80 Jahren können Sie Ihre Kraft und Ausdauer durch moderates Training noch deutlich verbessern. Starten Sie noch heute, machen Sie den ersten Schritt.

Finden Sie den richtigen Sport für sich

Wenn Sie früher sportlich waren, könnte sich Ihr Körper daran erinnern, was Ihnen vermutlich den Wiedereinstieg erleichtert. Wenn Sie bislang eher nicht zu den Sportskanonen gehörten, lassen Sie sich nicht entmutigen. Zu Beginn ist es wichtig, dass Sie eine Sportart finden, die körperlich problemlos umsetzbar ist und Ihnen Spaß bereitet. Im besten Fall finden Sie etwas, das Sie mit Freunden, Menschen in Ihrer Nachbarschaft oder mit Ihrer Familie teilen können, um sich gegenseitig zu motivieren und anzutreiben. Denn Obacht: Nach dem Einstieg die Motivation aufrechtzuerhalten, ist die wohl größte Hürde. Hat sich erst eine gewisse Regelmäßigkeit etabliert, wird alles einfacher. Hier kommen einige exemplarische Sportarten, die Sie begeistern könnten:

Schwimmen Sie sich fit

Schwimmen bereitet Freude und ist für die meisten Menschen nur mit einer geringen Einstiegshürde verbunden. Wenn Sie schon länger nicht mehr baden waren, schließen Sie kurz die Augen und erinnern Sie sich, wie schön es ist, schwerelos durchs Wasser zu gleiten. Schwimmen im Alter birgt viele Vorteile für die körperliche Fitness. Dank Auftriebskraft werden Ausdauer und Muskelkraft mit Leichtigkeit trainiert und zugleich die Gelenke geschont, da diese nur mit einem Siebtel unseres Körpergewichtes belastet werden. Wenn Ihnen das Bahnenschwimmen zu eintönig ist, dann machen Sie doch zur Probe bei einem Wassergymnastik-Kurs mit. Schauen Sie sich die Angebote in der Badeanstalt Ihrer Nähe an und schwimmen Sie sich fit. Im Sommer laden Gewässer und Freibäder wieder zum Abkühlen ein. Aber Achtung: Menschen mit koronaren Herzkrankheiten sollten Ihren Körpern an Wassertemperaturen unter 27 °C nur ganz langsam gewöhnen. Der Kältereiz kann Gefäßverengungen verursachen.

Nordic Walking oder Radfahren: Raus an die frische Luft

Wenn Sie gern spazieren gehen, könnte Nordic Walking genau das Richtige für Sie sein. Gerade für Anfängerinnen und Anfänger ist der flotte Spaziergang an der frischen Luft ein guter Start, um in Bewegung zu kommen – allein oder auch in Begleitung. Erkundigen Sie sich in Ihrer Nähe nach einem Einsteigerkurs, um alles Wissenswerte über diese Sportart zu erfahren, um die korrekte Technik zu erlernen. Kaufen Sie sich gutes Schuhwerk und die perfekten Gehstöcke. Beginnen Sie in Ihrem ganz eigenen Tempo und erhöhen Sie Strecke und Schnelligkeit in Maßen. Diese Sportart ist leicht erlernbar und ein entspanntes Ausdauertraining für den gesamten Körper. Durch die gleichmäßigen Bewegungen wird Ihr Herzkreislaufsystem nicht überlastet, sondern optimal angeregt, was sich positiv auf Ihre Herzfrequenz auswirkt.

Wenn Sie nicht so gern laufen, dann nehmen Sie doch mal wieder das Rad. Erkundigen Sie neue Wege in Ihrer Gegend oder wie wäre es mal mit einem Urlaub auf dem Fahrrad –hier ein paar schöne Radweg-Vorschläge. Wenn Sie unsicher sind, nicht ausreichend im Gleichgewicht zu sein und vielleicht sogar Angst haben, wieder aufs Fahrrad zu steigen, dann schauen Sie sich doch mal folgende Alternative an. Ob ein Dreirad für Erwachsene oder ein Elektrofahrrad mit tiefem Einstieg, lassen Sie sich von einem Fachhändler gut beraten, um für sich den bestmöglichen Drahtesel zu finden.

Tanzen bringt Schwung ins Leben

Tanzen scheint uns angeboren zu sein, denn schon als Säugling lauschen wir den melodischen Klängen und schwingen mit. Ob mit dem Partner oder der Partnerin, in einer Gruppe oder für sich allein: Tanzen können (fast) alle. Die Angebote in Tanzschulen, Volkshochschulen oder Sportvereinen sind vielfältig. Sie reichen vom Tango bis zum Volkstanz. In der Regel ist für jede Tänzerin und für jeden Tänzer etwas dabei. Einige Tanzschulen bieten Kurse für Seniorinnen und Senioren mit Rollator an. Und auch im Sitzen kann getanzt werden: Die Malteser haben dafür ein Tanzkonzept entwickelt, das rhythmische Gymnastik mit Elementen des Tanzes kombiniert. Bei dem sogenannten Sitztanz der Malteser werden bunten Tücher eingesetzt, was den Spaß nicht nur in der Gruppe erhöht. Dieser Tanz ist für jedes Lebensalter und für jede körperliche Verfassung geeignet. Bei diesem Programm können auch Menschen mit einem Pflegebedarf, einer Behinderung oder demenziell veränderte Menschen teilnehmen. Neben der therapeutischen Wirkung für die körperliche und geistige Fitness ist das musikalische Bewegungserlebnis ein Highlight für die Seele.

Zu Hause mit Fitness ins Gleichgewicht

Einige Seniorinnen und Senioren haben Bedenken mit Sport zu beginnen, aus Angst vor einer Überlastung oder vor Stürzen mit der Folge von Verletzungen. Dabei ist gerade die Bewegung ein gutes Mittel, diese Angst zu überwinden – Stichwort: Sturzprophylaxe. Mit gezielten Übungen, die Sie auch zu Hause machen können, werden Sie wieder fit und stabiler. Lassen Sie sich bei den ersten Schritten helfen und fangen Sie langsam an, um sich und ihren Körper wieder ins Lot zu bringen. Sie werden merken, dass Ihnen die Übungen von Wiederholung zu Wiederholung leichter fallen werden. Sie müssen nur dranbleiben!

Bewegung im Alltag bewusst nutzen

Da unser Alltag in der Regel aus Bewegungen besteht, können wir diese auch bewusst als sportliche Einheiten nutzen. Wichtig ist, dass alle Aktivitäten Ihrer körperlichen Verfassung angepasst sind und Sie sich nicht übernehmen. Wenn Sie sich ins Bett, an den Esstisch oder in den TV-Sessel setzen, machen Sie daraus eine kleine Übung und stehen Sie dreimal wieder auf. Damit trainieren Sie nicht nur das sichere Hinsetzen und Aufstehen, sondern auch Ihre Bein- und Bauchmuskulatur. Beim Zähneputzen könnten Sie auf der Stelle gehen, ebenso beim Kochen oder beim Aufhängen der Wäsche. Wenn Sie einen Garten oder Balkon haben, kümmern Sie sich liebevoll darum. Die Arbeit macht Ihnen Spaß, bringt Sie an die frische Luft und hält Sie fit. Vielleicht gibt es bestimmte Bewegungsabläufe, die Sie bewusst als Sporteinheit nutzen könnten, wie Laub harken, Rasenmähen oder Fegen. Richten Sie sich bewusst auf, achten Sie auf Ihre Atmung und machen Sie gleichmäßige Bewegungen. Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten, Ihren Alltag sportlicher zu gestalten.

Ein Überblick: Welche Vorteile bietet Ihnen regelmäßiger Sport?

Körperliche Aktivität senkt das Risiko altersbedingte Krankheiten zu erleiden und erhöht die Lebenserwartung. Sport wirkt aktiv gegen Muskelschwund und Übergewicht, senkt den Blutdruck und bringt Sie ins Gleichgewicht. Wenn Sie in Bewegung sind, kommen Sie schneller mit anderen Menschen in Kontakt, was vor Einsamkeit im Alter und vor Depressionen schützt. Sport trägt also zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden bei.

Ein positiver Nebeneffekt: Viele Menschen joggen oder spazieren, um den Kopf freizubekommen. Und genau das passiert quasi tatsächlich, denn wenn wir uns bewegen, wird unser Gehirn besser durchblutet. Das macht uns messbar leistungsfähiger, also macht Sport auch unser Gehirn fit. Warum das so ist, darüber sind sich Neurowissenschaftler und -wissenschaftlerinnen noch nicht einig, aber die Ergebnisse ihrer Forschungen belegen, dass auch unser Geist vom Sport profitiert. Für welche Sportart können Sie sich begeistern? Tauschen Sie sich mit Ihren Freuden oder Angehörigen aus. Vielleicht ergibt sich eine gemeinsame Sportgruppe? Bleiben Sie fit.


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