Waldbrände verhindern und bekämpfen

Das Risiko für Waldbrände ist in den trockenen Sommermonaten besonders hoch. Wie die Brände entstehen, wie du dich im Notfall verhältst und was die Malteser bei der Bekämpfung von Waldbränden leisten, erfährst du hier.

Darum geht's:


Extreme Trockenheit erhöht Waldbrandgefahr

Jedes Jahr in den Sommermonaten bestimmen Nachrichten über verheerende Waldbrände die Schlagzeilen. Im Juli 2023 brennt es auf der griechischen Ferieninsel Rhodos so heftig, dass zigtausende Touristinnen und Touristen evakuiert werden müssen. In Brandenburg stehen zeitgleich 15 Hektar Wald in Flammen. Das hat auch mit dem Klimawandel zu tun: Es regnet zu wenig, die Wälder trocknen stark aus und sind damit besonders anfällig für Feuer. Hinzu kommt eine oft extreme Hitze. Laut Waldbrandstatistik 2022 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung standen in Deutschland allein 2022 bei knapp 2.400 Waldbränden rund 3.000 Hektar Waldfläche in Flammen. Der WWF warnt, dass schwere Waldbrände die biologische Vielfalt unserer Erde gravierend bedrohen und wertvolle Ökosysteme zerstören.

Laubbäume brennen seltener

Wälder, die überwiegend aus Nadelbäumen wie Kiefern oder Fichten bestehen, brennen deutlich häufiger als Wälder, in denen viele Laubbäume wachsen. Denn die Nadeln am Boden entzünden sich besonders leicht. Ziel der Forstbehörden ist deshalb, widerstandsfähige Mischwälder mit vielen verschiedenen Baumarten zu schaffen, die besser an die sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst sind.

Einen Waldbrand verhindern: So verhältst du dich richtig

Hitze und Trockenheit sind die fatalen Brandbeschleuniger bei Waldbränden. Verursacht werden die meisten Waldbrände aber von uns Menschen. Über 90 Prozent aller Waldbrände sind laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) darauf zurückzuführen, dass Menschen sich unachtsam verhalten und zum Beispiel eine Zigarettenkippe wegwerfen. Deshalb gilt insbesondere in den trockenen Sommermonaten:

  • Im Wald und auf Wiesen nicht rauchen und keine Zigarettenstummel auf den Boden oder aus dem Autofenster werfen.
  • In Wäldern und in Waldnähe kein offenes Feuer machen und nur auf aufgewiesenen Grillplätzen grillen.
  • Ausschließlich auf offiziellen Parkplätzen parken. Denn: Auch ein heißer Auspuff oder Katalysator kann einen trockenen Untergrund entzünden.
  • Waldwege nicht zuparken, damit im Ernstfall die Rettungsfahrzeuge durchkommen.


Tipp: Bevor du einen Ausflug in den Wald unternimmst, checke den Waldbrandgefahrenindex vom Deutschen Wetterdienst. Dieser zeigt von März bis Oktober für verschiedene Regionen in ganz Deutschland die aktuelle Waldbrandgefahr an – von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis Stufe 5 (sehr hohe Gefahr).

Liegende Kegel im Wald nicht aufstellen

Vielleicht hast du es auch schon mal gesehen: Mitunter liegen im Wald rot-weiße Verkehrsleitkegel am Wegesrand. Stelle diese bitte nicht auf. Denn: Die Kegel dienen der Feuerwehr in der Waldbrandsaison als Wegweiser. Die Spitze der Kegel zeigt in die Richtung, in die die Einsatzkräfte fahren müssen, um zum Waldbrand zu gelangen.

Wenn der Wald brennt: Sofort die Feuerwehr rufen

Wenn du einen Wald- oder Wiesenbrand bemerkst, alarmiere sofort die Feuerwehr unter der Nummer 112. Im Idealfall kannst du einen der Rettungspunkte nennen, die in regelmäßigen Abständen im Wald an Bäumen oder Pfählen angebracht sind. Die Punkte tragen eindeutige Identifikationsnummern – damit wissen die Einsatzkräfte sofort, wo der Einsatzort ist. Tipp: Wenn du im Wald unterwegs bist, fotografiere immer die Rettungspunkte, an denen du vorbeikommst, mit dem Handy. Falls du den nächsten Rettungspunkt nicht kennst, beschreibe deinen Aufenthaltsort am Telefon möglichst genau und erwähne markante Dinge in deiner Umgebung – wie eine Hütte, einen Felsen oder einen Berg.

Malteser Katastrophenschutz im Einsatz bei Waldbränden

Die Bekämpfung eines Waldbrandes erfordert in der Regel die Zusammenarbeit vieler Rettungskräfte. Die Feuerwehr versucht, den Brand einzudämmen und zu löschen, Rettungskräfte versorgen gegebenenfalls verletze Personen oder evakuieren Anwohner, wieder andere Einsatzkräfte, wie zum Beispiel die Bergwacht, überwacht bei Bedarf aus der Luft das Gebiet mit Drohnen und Wärmebildkameras.

Auch die Malteser sind bei Waldbränden regelmäßig im Einsatz und helfen direkt vor Ort. Die Helferinnen und Helfer vom Malteser Katastrophenschutz rücken aus, wenn die Kräfte vom Regelrettungsdienst und der Feuerwehr nicht ausreichen. Der Malteser Katastrophenschutz kommt so bei Naturkatastrophen und schweren Unglücken zum Einsatz und eben auch großen Waldbränden. Die Helferinnen und Helfer vom Katastrophenschutz sind Spezialistinnen und Spezialisten in den Bereichen Sanitätsdienst, Technik, Betreuung sowie Kommunikation und Führung. Bei einem schweren Waldbrand koordinieren sie zum Beispiel die Infrastruktur vor Ort oder versorgen die Einsatzkräfte mit Wasser und Lebensmitteln.

Ehrenamt im Malteser Katastrophenschutz

Du möchtest dich ehrenamtlich beim Malteser Katastrophenschutz engagieren? Hier findest du weitere Infos dazu und hier geht es direkt zum Ehrenamtsformular. Auf deinen Einsatz im Katastrophenschutz wirst du gut vorbereitet: Alle neuen Helferinnen und Helfer absolvieren eine Grundausbildung und im Anschluss eine ausführliche, spezifische Fachausbildung für den Bereich, in dem sie arbeiten möchten (Sanitätseinheiten, Betreuungseinheiten, Technische Einheiten oder Verpflegungseinheiten).

Die Malteser betreiben außerdem zahlreiche Hilfsprojekte zur Unterstützung von Menschen, die von Waldbränden betroffen sind, und zur Katastrophenprävention. Wenn du diese Arbeit unterstützen möchtest, kannst du hier eine Spende an die Malteser einrichten.


#Verhalten im Ernstfall

#Nachhaltigkeit

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