Juniorhelferinnen und Juniorhelfer: die Mini-Helden der Malteser

Keiner ist zu klein, um ein Retter oder eine Retterin zu sein: Die Malteser bieten spezielle Kurse an, in denen schon Kita- und Grundschulkinder lernen, was Erste Hilfe ist und wie sie im Notfall unterstützen. Warum das mit Kindern so gut funktioniert und was auch Erwachsene dabei lernen können, erklären wir hier.


Was sind die Juniorhelferinnen und Juniorhelfer?

Nach dem Motto „keiner ist zu klein, ein Malteser zu sein“ gibt es spezielle Erste-Hilfe-Angebote für Kindergartenkinder und Grundschüler und Grundschülerinnen – wie das der „Malteser Mini-Helden“ in Leverkusen oder der Juniorhelfer aus Bremen und Bremerhaven. Manuela Kastenbein, Koordinatorin der Juniorhelfer, erklärt: „Wir bilden in ein- bis zweistündigen Basiskursen in Kitas und Grundschulen Jungen und Mädchen zu ‚Kleinen Rettern‘ aus. Sie können anschließend andere verletzte Kinder und auch Erwachsene gut versorgen. Wenn es gewünscht wird, bieten wir auch noch ein ergänzendes Aufbaumodul an.“ In Leverkusen sind für die Ausbildung der Mini-Heldinnen und Mini-Helden drei Einheiten á 60 Minuten vorgesehen.

Was lernen die Kinder?

Die Kinder werden in Rollenspielen an das Thema Erste Hilfe herangeführt – und lernen, wie sie im Ernstfall jemanden unterstützen können. „Wir bringen ihnen zum einen praktische Dinge bei – etwa, wie sie ein Pflaster richtig kleben oder einen Druckverband machen“, so Manuela. „Und wir zeigen ihnen auch Optionen auf, was sie darüber hinaus noch je nach Situation tun können. Etwa ein Taschentuch holen, wenn jemand blutet, ein Kühl-Pad gegen Schmerzen organisieren oder eine Rettungsdecke ausbreiten, die den Betroffenen oder die Betroffene schützt und abschirmt.“ Außerdem lernen die Kinder, wie sie Hilfe rufen – also wen sie ansprechen können, wie sie sich bemerkbar machen und welche Informationen wichtig sind. „Wir sagen vorher in der Zentrale Bescheid und setzen sogar einen richtigen Notruf ab“, erzählt Manuela, „wenn die Kinder die 112 anrufen, sind sie meist ganz aufgeregt. Dann spielen wir die ganze Situation einmal durch – und alle sind voll bei der Sache“

Warum ergibt es Sinn, schon kleine Kinder auszubilden?

„Wer schon im Kindesalter lernt, dass helfen gut und wichtig ist, dem fällt das auch als Erwachsenem leichter“, ist Manuela überzeugt. Außerdem werden die Kinder im Kontakt mit uniformierten Personen sensibilisiert, sie lernen Verantwortung zu übernehmen und werden spielerisch an das Thema „Erste Hilfe“ herangeführt. Als „kleine Retter“ können die Jungen und Mädchen nach dem Kurs in der Kindertageseinrichtung oder der Schule bei Verletzungen oder Unfällen andere Kinder versorgen und so erste eigene Erfahrungen in der Helferrolle sammeln.

Im Ernstfall sind sie handlungsfähig: „Wissen die jungen Ersthelfer und Ersthelferinnen mal nicht weiter, können sie sich selbst Hilfe organisieren.“ Das reduziert auch das Risiko, durch ein Unfallgeschehen traumatisiert zu werden. Und es gibt noch einen weiteren Aspekt, der die Kurse schon für kleine Kinder so sinnvoll macht. Immerhin werden schon im Kleinkindalter soziale Werte und Grundeinstellungen vermittelt, wie die Malteser in Leverkusen betonen: „Mit unserem Projekt ‚Mini-Helden‘ möchten wir den Grundstein zur Förderung des sozialen Engagements legen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Erste-Hilfe-Ausbildung – denn helfen kann jeder.“

Die Malteser unterstützen

Wenn du die Malteser bei der Ausbildung ihrer Mini-Heldinnen und Mini-Helden ehrenamtlich unterstützen möchtest, findest du zum Beispiel hier passende Infos.

Mit dem nachfolgenden Link hast du außerdem die Möglichkeit, die Malteser mit einer Spende zu unterstützen.

Sind Kinder Naturtalente?

„Trösten, das können viele Kinder von sich aus schon – und das ist ganz wichtig bei der Versorgung von Verletzten“, erklärt Manuela. „Kinder helfen total gerne, meist ohne Vorbehalte und Ängste. Darin bestärken wir sie und geben ihnen noch die eine oder andere Option mit, was sie außer Pusten und Streicheln noch machen können.“ Während sie spielerisch an die Erstversorgung herangeführt werden, lernen die Kinder schon frühzeitig, Verantwortung zu übernehmen. Manuela erzählt: „Pflaster kleben und Verbände anlegen ist total spannend für Kinder. Sogar Tage später werden oft noch im Spiel der Kinder Verbände angelegt. Einfach, weil sie es können und es ihnen Spaß macht. Die Seitenlage wird von den Kindern unwahrscheinlich gut umgesetzt, die älteren dürfen sich auch in der Herz-Lungen-Wiederbelebung ausprobieren.“

Und nicht nur die Kleinen profitieren von den Kursen – auch ihre Erzieher und Erzieherinnen können durchaus noch etwas lernen. Nach einem Kurs mit nachgestelltem Notruf sprach Manuela einmal eine Erzieherin an und sagte: „Das war auch für mich richtig gut. Ich habe das selbst noch nicht gemacht bisher und hätte jetzt auch weniger Hemmungen, wenn ich es mal müsste.“ Und notfalls hat sie in Zukunft sicher auch einen der kleinen Mini-Helden an ihrer Seite, der weiß, was zu tun ist.


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