Seniorenumzug: Tipps für einen reibungslosen Wohnungswechsel

Für einen Umzug im Alter gibt es viele Gründe: angestrebte Barrierefreiheit, geringere Kosten oder die Nähe zu Familie und Freunden. So ein Seniorenumzug will allerdings gut geplant sein – daher hier einige Tipps.

Die Wohnungssuche – worauf Sie achten sollten

Wenn Menschen im fortgeschrittenen Alter Wohnungen oder Häuser suchen, stellen sie etwas andere Ansprüche an den neuen Wohnraum als die Jüngeren: Ein großer Fokus liegt auf Barrierefreiheit, weil nur in einer barrierefreien, seniorengerechten Wohnung das selbstbestimmte Leben möglichst lange fortgeführt werden kann. Was der Begriff Barrierefreiheit beinhaltet und welche Kriterien dabei im Vordergrund stehen, können Sie in unserem Artikel zu Seniorenwohnungen nachlesen. Kurz zusammengefasst: Bei der Barrierefreiheit spielen Merkmale wie Handläufe, Haltegriffe, höhenverstellbare Armaturen, rutschhemmende Bodenbeläge, gut erreichbare Schränke, ebenerdige Dusch- und Badewanneneinstiege sowie das Fehlen von steilen Treppen (oder die Installation eines Lifts) eine Rolle. Insbesondere sollen in den Seniorenwohnungen Stürze verhindert werden.

Die Lage ist allerdings mindestens genauso wichtig: Zentral sollte sie sein, mit guter Infrastruktur und vor allem ärztlicher Versorgung. Gibt es am Wohnungsstandort Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr? Wie weit ist der nächste Supermarkt, die nächste Apotheke und die nächste Hausarztpraxis entfernt? Gibt es Grünanlagen, die zu Spaziergängen einladen? Das sind einige der Fragen, die Sie sich im Vorfeld stellen sollten.

Unser Tipp zum Thema Seniorenwohnung: Im Internet bieten Immobilienportale wie ImmoScout24 oder Immowelt gesonderte Seiten für seniorengerechte Wohnungen an. Wenn Sie hingegen nicht ganz sicher sind, ob eine eigene Wohnung noch das Richtige für Sie ist, weil Ihnen das Leben in den eigenen vier Wänden zunehmend schwerer fällt, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zum Thema Umzug ins Pflegeheim. Eine Alternative, die je nach Lebenssituation eine tolle Lösung sein kann, ist die Senioren WG. Für diese Art von Wohngemeinschaft gibt es unterschiedliche Modelle: von komplett selbstständig über Wohnen mit ambulanter Betreuung bis hin zum Mehrgenerationenhaus.

Die Vorbereitung – gute Planung erspart Ihnen Stress

Bevor Sie mit dem Packen beginnen, sollten Sie erst einmal aussortieren. Altersgerechte Wohnungen sind in vielen Fällen etwas kleiner als das bisherige Zuhause. Natürlich ist es schwer, sich von liebgewonnenen Gegenständen oder Möbeln zu trennen, doch eine aufgeräumte neue Wohnung ohne einen Möbelüberschuss und etwaige Stolperfallen jeglicher Art ist Gold wert. Und am Umzugstag erleichtern Sie sich und allen Helferinnen und Helfern die Arbeit, wenn Sie vorab die nicht mehr benötigten Gegenstände bereits aussortiert haben. Fangen Sie damit am besten so früh wie möglich an. Je mehr Vorlauf Sie haben, desto einfacher ist es, Gegenstände online auf Portalen wie eBay Kleinanzeigen oder außerhalb des Internets loszuwerden. Zeitungsannoncen, Entrümplungsunternehmen, Flohmärkte, Sperrmüll, ein Garagenverkauf oder das Verschenken im Freundes- und Familienkreis sind ebenfalls gute Möglichkeiten, alte Einrichtungsgegenstände loszuwerden.

Entscheiden Sie sich ebenfalls frühzeitig, ob Sie den Umzug in Eigenregie oder mit einem Umzugsunternehmen realisieren möchten. Für den Umzug ohne professionelle Hilfe spricht zum Beispiel, dass Sie deutlich günstiger fahren, Sie die Koordination voll im Griff behalten und kurzfristige Planänderungen ohne Probleme möglich sind. Allerdings gibt es auch Nachteile: Schäden werden nicht erstattet, Sie müssen selbst Helferinnen und Helfer suchen und vor allem wesentlich mehr Zeit und Nerven aufwenden. Haben Sie ein großes Netzwerk aus Familienmitgliedern und guten Bekannten, die Ihnen zur Hand gehen können?

Wenn Sie den Großteil Ihrer persönlichen Habe selbst packen möchten und können, sollten Sie sich zunächst um Umzugskartons kümmern. Da sich nicht jeder Karton als Umzugskarton eignet, müssen Sie vielleicht Kartons kaufen oder gebrauchte Umzugskartons besorgen – manchmal werden Sie per Inserat verschenkt oder günstig abgegeben. Wichtig ist, dass es sich um robuste Kartons mit Griffen handelt. Und noch ein wichtiger Tipp: Viele kleine Kartons sind besser als wenige große. Packen Sie die Kartons mit System und lassen Sie sie nicht zu schwer werden. Schwerer als 15 Kilogramm sollte ein Karton keinesfalls sein. Wie Sie Bücher, Geschirr, Textilien und Co. für den Transport vorbereiten, lesen Sie hier im Detail.  

Die Checkliste vor dem Umzug – an alles gedacht?

Um Ihnen ein wenig Arbeit abzunehmen, haben wir hier eine kleine Checkliste zusammengestellt. Sie beinhaltet die wichtigsten Dinge, die in den Monaten vor dem Umzugstag geplant beziehungsweise erledigt werden sollten:

  • Umzugstermin festlegen
  • Umzugsmitteilung an die Deutsche Post (etwa einen Monat vorher)
  • Fristgerechte Kündigung und Absprache mit dem Vermieter (falls es einen Vermieter gibt)
  • Eventuell Nachmieterin oder Nachmieter suchen
  • Gegebenenfalls Renovierung der alten Wohnung planen
  • Gegebenenfalls Renovierung der neuen Wohnung planen
  • Umzugshelferinnen und -helfer oder Umzugsunternehmen organisieren
  • Kartons organisieren und richtig packen (oder packen lassen)
  • Eventuell bereits Termin für die Schlüsselübergabe planen
  • Notieren Sie sich gerne mit etwas Vorlauf, wo Sie die neue Adresse überall angeben müssen (Rentenversicherung, sonstige Versicherungen, Bank und Co.)

Umzugschecklisten aller Art, beispielsweise eine Adressänderungs-Checkliste, die Sie auch direkt im Browser mit der Maus abhaken können, finden Sie übrigens auf dem Portal umziehen.de.

Die emotionale Seite: Lassen Sie sich nicht beunruhigen

Die Vorbereitung, der hektische Umzugstag, die neue Umgebung – sicher ist das alles aufregend und etwas anstrengend. Ein Umzug sollte Sie aber nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Sie beispielsweise merken, dass der Umzugstag Sie belastet, suchen Sie sich einen ruhigen Platz und entspannen Sie einfach für eine Weile. Clever ist es, wenn der Lieblingssessel oder das Sofa als letztes in der alten Wohnung ein- und als erstes in der neuen Bleibe wieder ausgeladen wird. Denken Sie an die schönen Seiten eines solchen Neustarts und an die Vorteile, die mit dem Umzug einhergehen. Lassen Sie sich von kleineren Missgeschicken nicht die Laune verderben und üben Sie sich in Gelassenheit. Am Ende zahlt sich der Aufwand aus.

Ein Umzug kann im Übrigen auch emotional belastend sein. Das Zurücklassen der gewohnten Umgebung und bekannter Strukturen sind gerade für Ältere eine nicht zu unterschätzende Last. Um den Trennungsschmerz zur alten Wohnung zu vermindern, könnten Sie Ihre neue Wohnung ähnlich wie die Alte einrichten – oder etwas ganz Neues wagen. Sollten Sie die Belastung als zu groß empfinden, vertrauen Sie sich im ersten Schritt Familienangehörigen oder Freunden an, reden Sie über Ihre Sorgen und muten Sie sich nicht zu viel zu.


Bewerte diesen Artikel

 
 
 
 
 
 
2
1
5
5

Verwandte Artikel

Es wird eine barrierefreie Badstütze in einer Seniorenwohnung gezeigt.

Seniorenwohnung: Selbstbestimmt leben

Familie mit mehreren Generationen macht ein Selfie im Wohnzimmer.

Mehrgenerationenhäuser – ein sinnvolles Konzept

Es wird ein älteres Paar gezeigt, welches eine Tour mit dem E-Bike macht.

Mobil im Alter mit dem E-Bike