#StayAtHome: Online-Angebote der Malteser

Events sind abgesagt, Treffen mit Freundinnen und Freunden tabu, Schulen und Kitas geschlossen – eine Herausforderung für alle. Zugleich bietet die Corona-Krise aber auch Chancen: Bei den Maltesern wurden mehrere digitale Angebote ins Leben gerufen, die im Rahmen der  #StayAtHomeChallenge stattfinden . Wir stellen Dir drei dieser Projekte vor.

Darum geht’s:


MaJuAtHome: Die Malteser Jugend bleibt zu Hause – und vernetzt sich online

Glauben, lachen, lernen, helfen – die vier Grundsätze der Malteser Jugend Deutschland sind gerade aktueller denn je. Denn in schwierigen Zeiten, wie wir sie momentan erleben, ist es besonders wichtig, zusammenzuhalten, sich gegenseitig zu unterstützen und Hoffnung zu spenden. Als wegen des Coronavirus alle Treffen und geplanten Veranstaltungen, wie das beliebte Pfingstlager der Malteser Jugend, abgesagt werden mussten, digitalisierten sich die jungen Leute kurzerhand – und verlagerten ihre Treffen einfach ins Netz. „Klar war die Enttäuschung erstmal groß, dass sich alle nicht mehr persönlich sehen können“, sagt Sandra, Bundesjugendsprecherin der Malteser Jugend. „Also haben wir überlegt, wie wir trotzdem Nähe schaffen und die verbandliche Heimat, die viele Kinder und Jugendliche bei uns haben, auch während der Corona-Zeit aufrechterhalten können.“ Die Aktion „MaJuAtHome“ war geboren – inklusive des dazugehörigen Hashtags #majuathome. 

Laptop auf dem in einem Microsoft-Teams-Videochat eine junge Frau zu sehen ist.
So sieht es aus, wenn die Malteser Jugend über Microsoft Teams kommuniziert.

Über Microsoft Teams und Microsoft Yammer, eine Art geschlossenes soziales Netzwerk, findet sich die Malteser Jugend seither zu virtuellen Gruppentreffen zusammen. „Es funktioniert super“, sagt Sandra. „Unsere Mitglieder tauschen sich aus und teilen ihre Ideen. Das inspiriert und schafft ein Gemeinschaftsgefühl. Uns ist wichtig, dass sich gerade niemand allein fühlt.“ Entstanden sind dabei schon viele tolle Projekte: Es werden etwa Briefe für Seniorinnen und Senioren in Altenheimen geschrieben, Mund-Nasen-Schütze (MNS) genäht und Einkaufsdienste angeboten. Mit „Teamtreff“ gibt es inzwischen zweimal wöchentlich sogar ein bundesweites Treffen der Malteser Jugend – initiiert von Mitgliedern aus NRW. „Da wird für jeweils eine Stunde zusammen gequatscht, gelacht, gebetet“, sagt Sandra. 

Auch die Bundesjugendversammlung der Malteser Jugend fand dieses Jahr erstmals virtuell statt und war ein voller Erfolg. „Wir haben extra Videos gedreht und besondere Inhalte erstellt. Das Feedback war toll! In der Krise wachsen gerade alle zusammen, es gibt mehr Vernetzung. Ich bin wirklich begeistert, wie gut das alle meistern und wie kreativ sie sind“, freut sich Sandra. Natürlich fiebern schon alle Mitglieder der Malteser Jugend auch wieder auf die realen Treffen hin. „Die persönliche Nähe kann einfach kein Computer der Welt ersetzen“, findet auch Sandra. Doch bis es soweit ist, werden unter dem Hashtag #majuathome sicherlich noch viele inspirierende Dinge geteilt.

Werde auch Du Teil der Malteser Jugend!

Die Malteser Jugend ist bundesweit aktiv. Alle Infos findest Du auf  www.malteserjugend.de, auf Instagram unter www.instagram.com/malteserjugenddeutschland oder auf Facebook: www.facebook.com/malteserjugend.de. Viel Spaß beim Vernetzen!

Zwei junge Frauen bei einem Video-Anruf per Smartphone.
Dank Smartphone-Apps können viele gemeinsame Aktivitäten von daheim ausgeführt werden.

Online-Tandems: Deutsch lernen per WhatsApp

„Wie können wir trotz Corona weiterhin Begegnungen schaffen und Kontakte fördern?“ Diese Frage stellten sich Mina und Melanie von den Maltesern Köln, als im März die Schulen schlossen und sie schweren Herzens auch ihre eigenen Begegnungsprojekte einstellen mussten. Wie die Tandem-Deutsch-Treffen, bei denen Geflüchtete sich mit Ehrenamtlichen treffen, um von und mit ihnen Deutsch zu lernen. Den beiden Koordinatorinnen für Flüchtlingshilfe und Integration war klar: Sie müssen sich schnell etwas einfallen lassen – denn das Thema Integration ist gerade in diesen Krisenzeiten enorm wichtig. „Uns kam dann die Idee, ein Online-Deutsch-Tandem-Angebot ins Leben zu rufen“, erzählt Mina. „Bei dem sehen sich die Tandem-Partner nicht mehr persönlich, sondern das Treffen findet über die Video-Chat-Funktion von WhatsApp statt.“ 

Wie auch bei den realen Treffen soll dabei der Spaß und eine gute Atmosphäre im Vordergrund stehen. „Wir wollen mit unseren Tandems keinen Integrationskurs ersetzen“, sagt Melanie. „Klar ist ein Ziel, dass der Geflüchtete Deutsch lernt. Aber uns ist es mindestens genauso wichtig, Menschen zu verbinden und positive Erlebnisse schaffen.“ Über die Homepage der Malteser Köln sowie zwei Apps für Ehrenamtliche streuten die beiden die Neuigkeiten. Die Idee kam sofort super an. „Es läuft richtig gut“, freut sich Mina. „Wir bekommen sehr viele Anfragen von Ehrenamtlichen und von Geflüchteten, die das Angebot nutzen möchten.“ 

Viele von ihnen nutzen WhatsApp ohnehin, um mit ihren Familien in der Heimat in Kontakt zu bleiben. „Die technische Hemmschwelle ist also sehr niedrig“, sagt Mina. Vor Corona trafen sich Tandem-Partnerinnen und -Partner in der Regel einmal pro Woche für etwa ein bis zwei Stunden. Die virtuellen Treffen sind etwas kürzer, dafür finden sie häufiger statt. „Wir kriegen tolle Rückmeldungen, alle sind begeistert. Inzwischen haben wir sogar mehr virtuelle als reale Tandems!“ sagt Melanie. Die ersten Anfragen kommen inzwischen auch von außerhalb Kölns. Mina und Melanie hoffen, dass auch andere Städte ihre Idee aufgreifen und Tandems online zusammenbringen. „Nachmachen ist ausdrücklich erlaubt!“ versichern die beiden und lachen.

Jetzt Tandem-Partner werden!

Du möchtest Dich ehrenamtlich in einem Online-Deutsch-Tandem engagieren? Oder Du möchtest das Angebot nutzen, um Dein Deutsch zu verbessern? Dann schreibe Mina und Melanie einfach eine E-Mail unter mina.attahie(at)malteser(dot)org oder rufe sie an unter 0160 / 912 92 439. Weitere Infos zum Integrationsdienst Köln findet Du hier.

Mina und Melanie am Stand des Malteser Integrationsdienstes
Mina und Melanie von den Maltesern Köln riefen die “Online-Tandems” ins Leben.

Kita-Feeling für zu Hause: Jessicas Online Kita

Das Coronavirus wirbelt auch den Alltag vieler Kinder durcheinander. Denn in ganz Deutschland sind Kindergärten und Schulen geschlossen. Und was macht man, wenn die Kinder nicht in die Kita kommen können? Man bringt die Kita einfach zu ihnen nach Hause! Genau das hat sich Jessica gedacht, Erzieherin in der Malteser-Kita „Schatzkiste“ in Paderborn. Als die Kita schließen musste, begann die 26-Jährige, kleine Videos für ihre Kita-Kinder zu drehen und verschickte sie an deren Eltern. Drei- bis viermal pro Woche konnten die Kleinen so virtuell mit ihrer Erzieherin den gewohnten Morgenkreis abhalten und zusammen singen. Die digitale Kita kam so gut an, dass Jessicas Mutter sie dazu anspornte, noch einen Schritt weiter zu gehen und das Angebot auch Kindern anderer Kitas in ganz Deutschland zugänglich zu machen. Jessica zögerte nicht lange und stellte innerhalb einer Woche einen eigenen YouTube-Kanal auf die Beine: Jessicas Online Kita

Jessica von der Malteser-Kita „Schatzkiste“ sitzt vor einer Kamera.
Jessica von der Malteser-Kita „Schatzkiste“ ist nun auch auch YouTube für die Kinder da.

An jedem Werktag erscheint dort jetzt pünktlich um 7.30 Uhr ein neues Video. Nach einem selbst geschriebenen Begrüßungslied wird zusammen gesungen, es folgt eine Bastelanleitung, eine Spielidee oder ein Backrezept, dann ein Fingerspiel und schließlich ein von Jessica entwickeltes Abschlusslied. Acht bis zwölf Minuten dauert der Spaß, der den Kleinen wenigstens ein bisschen vom gewohnten Kita-Feeling nach Hause bringen soll. „Viele Kinder vermissen ihren Kita-Alltag gerade einfach total“, sagt Jessica. Dass es die Online-Kita gibt, hat sich schnell herumgesprochen. Mehr als 1.300 Abonnenten schauen bereits zu, und täglich werden es mehr. Kein Wunder: Jessica ist Erzieherin aus Leidenschaft – und das merkt man ihren Videos an. „Es macht mir wirklich riesigen Spaß, die Videos zu drehen“, sagt sie. „Ich vermisse den Kita-Alltag ja genauso wie die Kinder! Ich liebe es zu singen und zu basteln – und so muss auch ich nicht darauf verzichten.“ 

Nach und nach feilt sie jetzt noch an Ton und Bildqualität, außerdem ist gerade eine Kooperation mit einem bekannten Kinderliedermacher in Arbeit. „Dann muss ich nicht mehr ausschließlich rechtefreie Lieder singen“, erklärt Jessica. Geplant war die Online-Kita ursprünglich nur für die durch Corona bedingte Schließzeit der Kita. Aber Jessica hat so viel Freude daran, dass sie den Kanal auch danach aufrechterhalten möchte. „An Ideen für neue Lieder, Spiel- und Bastelideen mangelt es mir auf jeden Fall nicht!“ verspricht sie.

Hier findest Du Jessicas Online Kita

Jessicas Online Kita richtet sich an Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Die meisten Zuschauer sind aktuell zwischen drei und vier Jahre alt. Hier geht es zum YouTube-Kanal. Und auch auf Instagram ist die Kita vertreten: www.instagram.com/jessicasonlinekita_yt.

Spenden in Zeiten der Krise

Zusammenhalt ist gerade jetzt enorm wichtig. Möchtest du die Maltesern bei ihren täglichen Bemühungen während der Corona-Krise unterstützen, kannst du zum Beispiel hier für die Nothilfe in Deutschland spenden.


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