Hospizdienst, Palliativberatung und Trauerbegleitung in München

Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick wichtig! Und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können."
Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung

Den Gedanken von Cicely Saunders aufnehmend, bieten die Malteser für betroffene Menschen ein umfassendes Angebot in der Hospizarbeit. Dieses umfasst:

  • Ambulanter Hospizdienst für Erwachsene
  • Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst
  • Palliativberatung
  • Trauerbegleitung

Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich dafür ein, dass Menschen, die schwer erkrankt sind, möglichst bis zuletzt zu Hause oder am vertrauten Ort leben können. Sie sorgen für bestmögliche Lebensqualität und unterstützen und entlasten die Angehörigen.

Wenn Sie Fragen haben, ist unser Hospizteam gerne für Sie da.

Veranstaltungen und Termine

Veranstaltungen und Termine

Offene Trauergruppe:

Die Treffen der Trauergruppe können wieder stattfinden. Falls Sie am 08.02.2023 gern teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte im Hospizbüro telefonisch (089/85 83 79 88 Beate Peters-Dürrschmidt) oder per Email (hospizdienst.wuermtal@malteser.org).

 

Letzte-Hilfe-Kurs "Begleiten und Umsorgen am Lebensende"

Montag, 27. März 2023, 14:30 - 18:00 Uhr in der vhs Gilching, Landsberger Str. 17a, 82205 Gilching, Anmeldung unter 08105/77 95-0

Donnerstag, 30. März 2023, 14:30 - 18:00 Uhr in der Würmtal Insel, Pasinger Str. 13, 82152 Planegg, Anmeldung unter 089/893 29 740

Ehrenamtlich mitarbeiten

Ehrenamtlich mitarbeiten

Eine große Zahl Frauen und Männer, die aus unterschiedlichen Berufen und Lebenssituationen kommen, arbeitet beim Malteser Hospiz- und Palliativberatungsdienst ehrenamtlich mit. Wir qualifizieren unsere Hospizhelferinnen und Hospizhelfer mit 120 Unterrichtseinheiten.

Haben Sie Interesse an unserem Vorbereitungslehrgang? Dann rufen Sie uns unverbindlich unter 089 / 85837988 an, wir geben gerne weitere Auskünfte.

Der Vorbereitungskurs ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich anschließend für die ehrenamtliche Mitarbeit entscheiden, kostenlos. Unsere Hospizhelferinnen und Hospizhelfer werden während einer Begleitung von unseren Koordinatorinnen unterstützt und nehmen an den monatlichen Praxisbegleitungstreffen sowie an den Supervisionen und Fortbildungen teil.

Ehrenamtliche Aufgaben
Die ehrenamtlichen Tätigkeiten im Hospizbereich umfassen...

  • Die Begleitung sterbender und schwerkranker Menschen in ihrem jeweiligen persönlichen Umfeld
  • die Unterstützung der Angehörigen

Über diese Arbeit hinaus brauchen wir Sie auch bei...

  • Informationsveranstaltungen
  • Informationsständen
  • In der Bildungsarbeit
  • Aktivitäten zusammen mit den Trauernden
  • lokalen Projekten
  • allgemeinen organisatorischen Tätigkeiten z.B. Mitarbeit in der Bibliothek, Erstellen und Versand von Einladungen, etc.

Das bieten wir Ihnen:

  • Bewegende und bereichernde Begegnungen mit Menschen, die Ihre Hilfe benötigen.
  • Eine qualifizierte Ausbildung und Vorbereitung, die wir Ihnen bescheinigen (z.B. für Ihren Lebenslauf).
  • Fortbildungen, die Sie weiterbringen und Ihnen Sicherheit geben.
  • Fruchtbarer Erfahrungsaustausch und Reflexion in der Gruppe.
  • Supervision, wenn Sie besonders herausgefordert werden.
  • Unterstützung und Hilfe durch hauptamtliche Fachkräfte.
  • Umfangreicher Versicherungsschutz bei Ihrem Einsatz.
  • Eine Aufwandsentschädigung.

 

 

 

Spenden und Fördern

Spenden und Fördern

Die Hospizhelferinnen und -helfer arbeiten ehrenamtlich.

Unser Dienst erfüllt die Qualitätskriterien nach § 39 a SGB V und erhält Zuschüsse von den Krankenversicherungen. Dennoch sind wir auf Spenden angewiesen:

  • um unsere Hilfe für Sterbende und ihre Angehörigen weiter auszubauen
  • um Trauerbegleitung anbieten zu können
  • um Fortbildungen für unsere Ehrenamtlichen zu finanzieren
  • um Schulprojekte weiter betreiben zu können.

Der Malteser Hospiz- und Palliativberatungsdienst ist dankbar für Ihre finanzielle Unterstützung. Jeder Betrag nützt. Ein herzliches Vergelt´s Gott für Ihre Hilfe.

Spendenkonto:
Malteser Hilfsdienst e.V., Stichwort „Hospizarbeit“
Konto-Nr. 1201213556, Pax-Bank, BLZ 370 601 20
IBAN: DE1237 0601 2012 0121 3556 BIC: GENODED1PA7

Hospizbegleitung für Erwachsene

Eine schwere unheilbare Erkrankung ist immer mit vielfältigen Belastungen verbunden – sowohl für Patienten als auch für die Angehörigen. Diese Belastungen zu mildern und Würde bewahren helfen, darin verstehen wir im Malteser Hospizdienst unsere Aufgabe. Wir setzen uns ein für einen zugewandten Umgang mit Menschen am Lebensende.

Beim ersten Besuch einer Koordinatorin wird besprochen, was für den Patienten und ggf. für die Angehörigen notwendig und unterstützend sein kann. Auch der Einsatz eines ehrenamtlichen Helfers wird geklärt.

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schenken als kompetente Laien den Menschen ihre Zeit und Aufmerksamkeit, sind Gesprächspartner oder wachen am Bett. Jede Begleitung wird individuell auf die persönlichen Bedürfnisse der betroffenen Menschen abgestimmt. Unsere Helferinnen und Helfer sind auch für die Begleitung dementiell veränderter Menschen geschult. Im Rahmen einer Begleitung verbringen sie in der Regel zwei Stunden pro Woche bei den Kranken, bei Bedarf auch mehr.

Die Ehrenamtlichen unterstützen und entlasten die pflegenden Angehörigen, die in dieser Zeit das Haus verlassen können oder die Stunden für sich nutzen. Häufig suchen auch Familienmitglieder das Gespräch mit unseren Ehrenamtlichen.

Wir begleiten in der privaten Wohnung und in Altenhilfeeinrichtungen in unseren Einsatzgebieten.

Die Koordinatorinnen sorgen als Palliative-Care-Fachkräfte in Abstimmung mit Ärzten und Pflegekräften etc. für größtmögliche Schmerz- und Beschwerdefreiheit und bestmögliche Lebensqualität. Sie beraten Angehörige und leiten sie in pflegerischen Handgriffen an, damit für sie die Versorgung gut zu leisten ist.

Auf Wunsch beraten wir auch zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Wir arbeiten:

  • persönlich
  • kompetent
  • vernetzt
  • verschwiegen
  • kostenfrei

Kontakt:

Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst
Bahnhofstr. 3
82166 Gräfelfing
Telefon 089 85 83 79 88
hospizdienst.wuermtal@malteser.org

Regionalgruppe Gilching
Telefon 08105 / 775 94 10
Hospizdienst.gilching@malteser.org
www.malteser-hospizdienst.de

Erfahrungsberichte

Engel für einen Augenblick...

Engel für einen Augenblick...

... oder Bitte ein Bier auf Wattebausch

Erfahrungsbericht einer ehrenamtlichen Hospizbegleiterin

Klein und schmächtig liegt sie da. Ein Schlauch an der Nase, daneben tuckert das Sauerstoffgerät. Die blinden Augen, die sie sonst stets geschlossen hielt, sind halb geöffnet und blicken ins Leere. Der Mund steht offen, die hohlen Wangen und die fahle Gesichtsfarbe lassen keinen Zweifel: Frau M. liegt im Sterben. Kein schöner Anblick. Für einen Moment sinkt mein Mut. Kann ich mit einer Sterbenden wirklich gut umgehen - so wie ich es beim Tod meines Vaters konnte, der vor knapp zwei Jahren ein ähnliches Bild bot? Ich gehe die wenigen Schritte zum Bett und sage leise: „Hallo Frau M., ich bin es, die Bettina von den Maltesern. Ich setze mich ein bisschen zu Ihnen.“ Keine Reaktion.

Seit zwei Tagen schon kann sie nicht mehr sprechen. Kopfschütteln geht noch. Das merke ich, als ich sie wenig später frage, ob sie Schmerzen hat. Keine Schmerzen – das ist gut. Aber sie ist sehr unruhig. Immer wieder dreht sie den Kopf, wie um sich Platz zu schaffen. Die Lagerung des Kopfes sieht unbequem aus. Darf ich sie einfach flacher legen? Ich beschließe, auf eine Pflegerin zu warten und setze mich erstmal neben das Bett - wie schon die fünf Wochen vorher, in denen ich jetzt Frau M. als Hospizhelferin begleite.
 
Ich streichle der alten Dame die feinen grauen Strähnen aus der Stirn, wiederhole das ein paarmal, dann mache ich eine Pause. Kämmen, Gesicht eincremen, Hände massieren - all das genoss sie in den letzten Tagen sehr und sagte es auch immer wieder: „Des is so wunderbar, wie Sie das machen!“ Ein leises Stöhnen ist zu hören. Gut so? Ich weiß es nicht. Ob sie leidet? Allein das Liegen, das Sich-nicht- bewegen-können... „Sie machen das so gut,“ sage ich zu ihr. „So tapfer sind Sie.“ Das meine ich auch wirklich so. Sterben ist nichts für Feiglinge...

Die Tür geht auf, und Frau B. tippelt samt Rollator herein. Die 85jährige Frau wohnt auf der gleichen Station des Altenheims - und hat sich mit Frau M. angefreundet.
Auch heute also, an einem der wohl letzten Tage, lässt sich Frau B. auf ihrem Hocker neben dem Bett nieder und begrüßt ihre Freundin. „Grüß dich, Agnes“, sagt sie und greift  nach der Hand der Sterbenden, die ganz blau und verkrampft ist. „Ganz kalte Hände hast du“, sagt sie. „Mal schauen, ob wir die wieder warm kriegen.“ Ja, ob wir das noch mal schaffen, denke ich. Ich nehme die andere Hand von Frau M. und wärme sie ihr. So sitzen wir und streicheln synchron. Immer noch ist die Patientin unruhig, dreht unablässig den Kopf hin und her. „Ich glaub´, die liegt nicht bequem“, meint jetzt auch Frau B. Vorsichtig hebe ich den Kopf von Frau M. an und ziehe behutsam ein kleines Kissen heraus. Und tatsächlich ... in den folgenden Minuten wird sie zunehmend ruhiger. Der Kopf ruht jetzt wirklich, auch der Atem wird leiser. „Besser“, stellen Frau B. und ich fest.

Zeit für ein Gebet, denke ich.  Auch das hat ihr in den letzten Wochen immer gut getan. Also „Dietrich Bonhoeffer“ aufgeschlagen in dem feinen Malteser-Gebetsbüchlein „Von guten Mächten, wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag.“ Beim Lesen spüre ich die tröstende Kraft dieses einzigartigen Gebets und hoffe von Herzen, dass es Frau M. genau so geht. Ich schließe mit einem „Ave Maria“. „Na, ob sie überhaupt noch was hört?“ tönt es mir von der anderen Seite des Bettes entgegen. Frau B. macht wie üblich um ihre Gedanken kein Geheimnis. „Ich bin mir sicher, dass sie etwas davon mitkriegt und wenn sie nur die Liebe in den Worten spürt,“ sage ich leise. Ich lege das Buch zur Seite und streichle Frau M. ein paarmal über die Stirn. Wie man sich an alles gewöhnen kann! Jetzt finde ich das Gesicht der Sterbenden gar nicht mehr schlimm. Ich bin ganz eingetaucht in das Bemühen wahrzunehmen, was ihr gut tut. Und wenn es nur Feinheiten sind. Ich möchte, dass es ihr so gut geht, wie irgend möglich. Nicht mit unwohlem Gefühl, sondern voller Liebe betrachte ich das Gesicht der alten Dame.

Kann sie eigentlich noch trinken? Schwester Nadine betritt das Zimmer. Und ohne dass ich sie frage, gibt mir die Pflegerin ein paar Mull-Tupfer und sagt: „Hier, die können Sie mit Apfelschorle tränken und ihr den Mund damit ausstreichen.“ Ah, ja!  Mir fällt ein Tipp aus unserem Ausbildungskurs ein: „Geben Sie dem Patienten das, was er immer gern mochte . Und wenn es Rotwein oder Bier war, dann tränken Sie das Wattestäbchen eben damit   - erlaubt ist, was Spaß macht“, so schallt es mir noch in den Ohren. Bier mochte sie gern, das weiß ich noch von ihrem 94. Geburtstag, den wir vor vier Wochen am Krankenbett feierten.  Leider ist kein Bier in Reichweite. Diesen letzten Wunsch könnte ich Frau M.s  Tochter ans Herz legen. Sie will am Nachmittag die Mutter besuchen.

„Wer wohl mal bei uns am Bett sitzt?" Die Frage von Frau B. holt mich ins Hier und Jetzt zurück. „Ach, ich denke, da wird sich schon auch jemand finden, " gebe ich leise zurück. „Bestimmt!“ Frau B.s Blick ist immer noch voller Zweifel. „Also, wenn Sie sicher gehen wollen, können Sie sich heute schon bei den Maltesern melden“, ermuntere ich, „dann bin ich oder eine meiner Kolleginnen oder Kollegen bei Ihnen!“ Ein Leuchten geht über ihr Gesicht: „und ich möchte Mahler hören, die Auferstehungssinfonie!“ strahlt sie. Die Auferstehungssinfonie... Musik als Symbol der Hoffnung auf ein Jenseits... was kann es Besseres geben? 

Ruhe kehrt ein, bei uns Besucherinnen und bei der Patientin. Wortlos widmen wir uns den Händen und halten sie. Warm sind sie nicht mehr geworden, aber etwas Wärme haben wir doch in dieses Sterbezimmer gebracht, das bestätigt mir ein Blick auf den ruhig atmenden Menschen, der zwischen uns liegt. 

Fast eineinhalb Stunden war ich jetzt hier! Mir kam es vor wie höchstens 20 Minuten. Zeit zu gehen. Es ist aber auch gut so, das spüre ich. Vielleicht kann ich ja am Nachmittag nochmal vorbeischauen. Oder morgen. Falls es ein morgen gibt.  

Ich stehe auf, packe meine Sachen zusammen. „Frau M., ich geh jetzt. Ihre Tochter kommt später. Ich wünsch Ihnen alles Gute. Behüt Sie Gott,“  sage ich und streiche ihr über den Arm. In einer seltsamen Stimmung fahre ich, viel langsamer als sonst, nach Hause.  Ich fühle mich wie herauskatapultiert aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der es nicht um Schnelligkeit geht, sondern um das In-Ruhe-Ankommen. Nicht um ein Glas Wasser, sondern um ein Fitzelchen Feuchtigkeit. Nicht um große Gefühle, aber um eine Hand, die die andere hält. Um Worte wie „Von wunderbaren Mächten“ und ein „Behüt´ Sie Gott“.

Zu Hause angekommen, setze ich mich mit einem Kaffee an den See. Schaue auf das  Schauspiel der  im Wind wogenden Wellen, den blauen Himmel, an dem eine einzelne kleine weiße Wolke aufzieht. Eine Wolke, die sich schnell verändert. Eine Wolke, die sich plötzlich, ja, so ist es, ... in einen Engel verwandelt. Für zehn Sekunden ist die Wolke ein Engel. Ich halte den Atem an. Dann ist es auch schon vorbei. Aus dem Engel ist eine Ente geworden, oder ... Er hat sich aufgelöst.

Mein Handy klingelt. Die Tochter von Frau M. ist dran. „Schön, dass du noch bei ihr warst“, sagt sie. „Das Heim hat angerufen. Meine Mutter ist kurz nach deinem Besuch gestorben. Sie ist ganz  friedlich eingeschlafen.“  Wir reden noch eine Weile über alles, was uns in diesem Moment beschäftigt.  Als ich auflege, macht sich in mir eine ungeheure Ruhe breit. Eine große Woge der Erleichterung. Die sichere Erkenntnis: Es ist alles gut so, wie es ist. Bis auf die Veilchen, die ich ihr eigentlich noch mitbringen wollte. Als duftenden Frühlingsgruß. Die habe ich leider vergessen.

Bettina Grosselfinger

Allein die Beziehung von Mensch zu Mensch

Allein die Beziehung von Mensch zu Mensch

Hospizbetreuung - aus der Sicht eines ehrenamtlichen Helfers

"Dauernd Sterbende zu betreuen, das könnte ich nicht. Wie halten Sie das aus?". Wohl jeder Hospizhelfer hat derartige Aussagen mehr als einmal gehört, wenn das Gespräch auf dieses Thema kam. Wer sich aber seiner eigenen Endlichkeit bewusst ist und sie akzeptiert, der muss keine Sorge haben vor Begegnungen  mit sterbenskranken Menschen. Solche Begegnungen machen keine Angst, sie bereichern vielmehr immer wieder. Auch das wird jeder Hospizhelfer bestätigen können.

Als Hospizhelfer bin ich in einer ungeheuer privilegierten Situation. Der Mensch, den ich besuche, oder sein Umfeld wollen, dass ich komme. In der Regel hat der Patient die Verzweiflung und die Auflehnung gegen sein Schicksal schon hinter sich gelassen. Ich dränge mich also nicht auf. Ich muss nichts mit dem Patienten machen, muss ihn nicht untersuchen, muss ihm keine Medikamente verabreichen, muss ihn nicht pflegerisch betreuen, und  ich koste ihn kein Geld. So entsteht keinerlei Abhängigkeit. Ich konzentriere mich einzig darauf, die Wünsche des Besuchten, so gut es in der gegebenen Situation geht, zu erfüllen. Solche Absichtslosigkeit irritiert manchmal die Patienten und ihre Angehörigen zunächst. In unserer durchorganisierten Gesellschaft ist schließlich zielorientiertes Handeln gewünscht und gewohnt. Ich habe öfter erlebt, dass es ein wenig gedauert hat, bis selbstverständlich war, dass ich bei meinem Besuch nichts anderes erwarte, als dass ich willkommen bin. Der Patient muss sich nicht auf meinen Besuch vorbereiten. Wenn er erschöpft ist, bleibt er im Bett. Ich bin nicht enttäuscht, wenn es kein Gespräch gibt. Ich erwarte auch nicht, dass dann der Partner oder die  Partnerin mich unterhält. Ich schätze es vielmehr, wenn wegen meiner Anwesenheit die Gelegenheit genutzt wird, Erledigungen zu machen. Für mich ist das immer ein Vertrauensbeweis.
In der Regel sind  etwa auftretende Anfangsunsicherheiten schnell überwunden. Ich habe die wahrhaft beglückende Erfahrung gemacht, wie in einer derart schwierigen Lebenssituation allein die Beziehung von Mensch zu Mensch allein von Bedeutung ist. Mir werden als eigentlich Wildfremdem Schlüsselerlebnisse eines Lebens anvertraut - manchmal auch durchaus mehrfach. Bin ich einmal akzeptiert, dann wird meine Fremdheit oft genug zum Vorteil: Ich bin nicht Partei, mir gegenüber muss der Patient keine Gründe für sein Verhalten  in der Vergangenheit ins Feld führen, ich muss und will kein Urteil fällen. Auf dem Heimweg von meinen Besuchen habe ich vor Staunen, was mir anvertraut wurde, wiederholt innerlich den Kopf geschüttelt. Wesentlich öfter also fahre ich von meinen Besuchen befreiter und ausgeglichener nach Hause als ich von dort aufgebrochen bin.

Eine besondere Erfahrung ist auch die große Dankbarkeit, die die Patienten mich spüren lassen. Dazu bedarf es nicht vieler Worte. Gleich meine erste Betreuung galt einem allein stehenden Herrn in einem Pflegeheim. Als ich ihn kennen lernte, war er schon sehr schwach und bettlägerig. Mehrere Wochen habe ich ihn regelmäßig besucht. Während meiner Besuchszeit lag er meist mit geschlossenen Augen im Bett. Wir haben dann nur wenige Worte gewechselt, insgesamt bestimmt nicht mehr als zwei 2 bis drei 3 Minuten bei jedem Besuch  miteinander gesprochen. Wenn ich ging, hat er die Augen geöffnet und mir gedankt. Meinen Terminvorschlag für einen neuen Besuch hat er immer kommentiert: "Das freut mich." Das kam sichtbar von Herzen, hat bei mir nie die Frage aufkommen lassen, ob denn die Zeit des überwiegend stummen Sitzens am Bett überhaupt Sinn macht.

Wenn ich Kranke in ihren privaten Räumen oder auch im Pflegeheim besuche, sehe ich natürlich oft Fotografien von ihnen aus früheren Zeiten, in der Regel in Momenten aufgenommen, als sie glücklich strahlten. Da muss ich dann manchmal schlucken und habe Mühe, auf dem Bild den Menschen wieder zu erkennen, dem ich gerade in der Realität begegne. Das ist zunächst schon ein Schock, aber es hilft, nicht in Routine zu verfallen. Ich bin nicht hier, um den nächsten "Fall" zu betreuen; ich tausche mich mit einem Menschen aus, der seinen eigenen Erfahrungsschatz gesammelt hat, an dem er mich jetzt am Ende seines  Lebens teilhaben lässt - in welcher Form auch immer. Dafür bin ich dankbar, und ich bin dankbar dafür, dass es mir gut genug geht, die Hospizbetreuung leisten zu können.
Für mich ist es überhaupt keine Frage, dass ein Hospizbetreuer bei seinen Betreuungen wesentlich mehr Erfahrungen macht, die ihn bereichern als solche, die ihn ängstigen. Im Austausch mit den Kollegen, der regelmäßig innerhalb der Hospizgruppen stattfindet, fühle ich mich in dieser Einschätzung sehr bestätigt.

Georg Stingl

Einsatzgebiete

Würmtal, Münchener Südwesten, Gilching, nördlicher Landkreis Starnberg

Weitere Angebote

Letzte Hilfe Kurse

Letzte Hilfe Kurse

Begleiten und Umsorgen am Lebensende

Am Ende wissen wie es geht

Koordinatorinnen des Malteser Hospizdienstes vermitteln Interessierten, was Angehörige und Freunde wissen sollten und was sie für die ihnen Nahestehenden am Ende des Lebens tun können:

• Sterben ist ein Teil des Lebens
• Vorsorgen und Entscheiden
• Körperliche, psychische, soziale und existentielle Nöte lindern
• Abschied nehmen vom Leben

Unser Kurzkurs findet regelmäßig in den Räumen der Würmtal Insel in Planegg und in der vhs Gilching statt. Die nächsten Termine finden Sie unter Veranstaltungen und Termine.

Kursleiterinnen
Ina Weichel   
Beate Peters-Dürrschmidt
Letzte Hilfe Deutschland   
www.letztehilfe.info


In Kooperation mit:

 

 

Lehrgangsangebote

Lehrgangsangebote

Vorbereitungslehrgänge für ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen


Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen unentgeltlich ihre Fähigkeiten und Zuwendung ein. Sie tragen Wesentliches dazu bei, dass sich Patienten und Angehörige nicht allein gelassen fühlen.

Bevor Frauen und Männer in Hospizbegleitungen eingesetzt werden, erhalten sie von uns eine qualifizierte Vorbereitung. Neben dem Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten legen wir besonderen Wert darauf, die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer anzuregen, ihre Haltung und ihre Erfahrungen mit Abschied, Sterben, Tod und Trauer zu reflektieren und darin zu reifen.

Während des Vorbereitungslehrgangs lernen die Koordinatorinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren je besonderen Stärken kennen. Dies hilft ihnen, sie später gezielt in die passende Hospizbegleitung einsetzen zu können.

Kursleiterinnen
Yvonne Bär
Beate Peters-Dürrschmidt

 

 

Kinder- und Jugendhospizdienst, Familienbegleitdienst

Die Mitteilung einer lebensverkürzenden Diagnose für sein Kind zu bekommen, ist für Eltern und Familien eine persönliche Katastrophe, die das ganze Leben erschüttert und verändert. Hier Unterstützung zu bekommen im Hoffen und Bangen, im Alltag mit seinen vielfältigen Herausforderungen, das hat sich unser Dienst zur Aufgabe gemacht.Wir begleiten auch gesunde Geschwisterkinder und Kinder schwerstkranker Eltern um ihnen ihren normalen Alltag zu erhalten und pflegende Angehörige zu entlasten.

Die von uns geschulten, ehrenamtlichen Helfer gehen in Familien und unterstützen sie so, wie sie sie brauchen können. Die Bedürfnisse der kranken Kinder, der Eltern und der Geschwisterkinder sind dabei unterschiedlich.
Bei Bedarf begleiten wir auch mit mehreren Ehrenamtlichen – u.U. aus dem Erwachsenen- und Kinderhospizbereich. Dabei haben wir die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds im Blick.

Die Begleitung eines lebenslimitierend erkrankten Kindes dauert oftmals Jahre, möglicherweise schon in der Schwangerschaft oder im Säuglingsalter beginnend.

Diesen Dienst bieten die Malteser für München und das gesamte Münchner Umland an und arbeiten mit der Koordinierungsstelle Kinderpalliativmedizin, der Kinderpalliativstation im Klinikum Großhadern und den großen Münchner Kinderkliniken zusammen.

Wir arbeiten
• persönlich
• kompetent
• vernetzt
• verschwiegen
• kostenfrei

Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst
Stefanie Froehlich, Antonia Fundulus, Koordinatorinnen
Telefon: 089 85 83 68 56
kinderhospizdienst.muenchen@malteser.org

Grußwort von Schirmherrin Ulrike Kriener

Grußwort von Schirmherrin Ulrike Kriener

Es sind die Eltern, die mich so berühren, die beharrlich und voller Hingabe bemüht sind, die Zeit, die sie mit ihren todkranken Kindern verbringen können, so schön und so leicht wie möglich zu gestalten.
Und das ist eine schwere Aufgabe, die alle Betroffenen an die Grenzen ihrer Kraft bringen kann.
Die ehrenamtlichen Helferinnen des Malteser Hilfsdienstes sind dafür da, es nicht so weit kommen zu
lassen. Sie sind da, wenn die Geschwisterkinder, die ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen haben, vor lauter
Sorge um das sterbende Kind aus dem Fokus der Eltern geraten, sie haben ein offenes Ohr, wenn die
Last zu schwer wird, wenn lästige Behördengänge erledigt werden müssen oder wenn die Eltern einfach
mal Zeit für sich brauchen, um ins Kino zu gehen oder zum Zahnarzt.

Ich bin davon überzeugt, dass es keine bessere Unterstützung geben kann, als diese warmherzige „Alltagstauglichkeit“, die Fähigkeit sich letztendlich in den Familienablauf zu integrieren, sich in die Lücken einzupassen und einzubringen, im günstigsten Fall Teil der Familie zu werden.

Ich bin glücklich, als Schirmherrin des Malteser Kinderhospizdienstes diese großartige Arbeit unterstützen zu können.

Erfahrungsbericht einer Hospizhelferin

Erfahrungsbericht einer Hospizhelferin

Ein Gespräch mit Ruth Heuckenkamp

Ruth Heuckenkamp begleitet seit über zehn Jahren Familien, in denen ein schwerkrankes Kind lebt. Die gebürtige Planeggerin ist klassische Homöopathin und hat viele Jahre in der internistischen Praxis ihres Mannes mitgearbeitet. Heute ist sie Großmutter und
freut sich auf ihr fünftes Enkelkind. Sie lebt mit ihrem Mann und dem Familienhund in Gräfelfing. Abschied nehmen von einem geliebten Menschen und mit dem Verlust zurechtkommen, hat Ruth Heuckenkamp schon früh erlebt. Zwei ihrer fünf Kinder sind
gestorben. Der Tod einer Tochter im Kindesalter und des älteren Sohnes vor sechs Jahren hat die ganze Familie in ihren Grundfesten erschüttert. Was bewegt Ruth Heuckenkamp, sich heute für Familien mit einem schwerkranken Kind zu engagieren?

Warum haben Sie sich für eine Ausbildung zur Hospizhelferin für Kinder entschieden?
Ich wollte schon immer lieber mit Familien arbeiten und für Eltern in ihrem Kummer da sein. Eltern von
einem kranken Kind sind oft sehr dankbar, wenn sie Hilfe bekommen. Seit über zehn Jahren bin ich in
einer Begleitung und unterstütze Familien, mal mehr und mal weniger intensiv.

Wie kommen die Familien zu Begleitungen durch Hospizhelfer?
Meistens geht es über Ärzte, sie kennen die Arbeit der Hospizdienste. Wenn die kranken Kinder ins Krankenhaus
kommen, brauchen vor allem auch die Geschwisterkinder Unterstützung. Die kranken Kinder sind
meist sehr gut versorgt.

Wie sieht eine Begleitung aus? Was sind Ihre Rollen und Aufgaben in der betroffenen Familie?
Ich begleite seit vier Jahren eine Familie mit zwei Kindern in Geretsried. Die jüngere Tochter leidet an einer
unheilbaren Krankheit und muss zuhause rund um die Uhr von einer Intensivschwester überwacht werden.
Ich nehme mir Zeit für die ältere Schwester und auch für die Mutter.

Wie sieht das konkret aus?
Manchmal machen wir einen Ausflug oder gehen in ein Café. Durch die Krankheit der Schwester erscheint
sie reifer als Kinder in ihrem Alter. Zu ihrem 13. Geburtstag war ich kürzlich mit ihr beim Bummeln
in einem Kaufhaus. Wir haben uns viel Zeit gelassen und so konnte sie in aller Ruhe alles anprobieren,
was ihr gefallen hat.

Hospizhelfer sind in erster Linie für die Geschwister Kinder da? Warum?
Die Mutter ist Tag und Nacht am Bett der kranken Tochter. Sie kann die Geräte so gut bedienen, wie eine
der Intensivschwestern. Auch mit den Gedanken ist die Mutter immer bei ihrem kranken Kind. Die Mutter
ist aber auch immer in großer Sorge, dass dem gesunden Kind etwas zustößt. Der Vater kümmert sich so
gut er kann auch um die ältere, gesunde Tochter und fährt auch mal mit ihr allein in Urlaub. Ich habe bisher
immer die Geschwisterkinder begleitet. Sie kommen auch bei aller Liebe der Eltern oft zu kurz. Sie nehmen
sich zurück und wollen den Eltern zudem keine weiteren Sorgen bereiten.

Rücksicht ist ein großes Thema in betroffenen Familien. Und wenn das kranke Kind stirbt?
Kinder sind stärker beim Sterben als Erwachsene und können Kraft geben. Viele Kinder sterben, wenn die
Eltern nicht im Raum sind, z.B. wenn die Mutter rausgeschickt wird um nach dem Lieblingsstofftier zu suchen.
Sie spüren viel und wollen es den Eltern leichter machen.

Und wie können Familien unterstützt werden, wenn ein Kind gestorben ist?
Das kann man so nicht allgemein sagen. Letztlich ist es jedes Mal anders, weil die Menschen ja auch individuell
sehr verschieden sind. Aber der Schmerz und das Leid (in der betroffenen Familie) kommen auf
jeden Fall – früher oder später. Dann muss jemand da sein und den Familien helfen. Da kann auch die eigene
Erfahrung helfen. Aber es ist nicht mein Schmerz. Das kann ich meistens von mir weghalten.

Fällt es Ihnen schwer, da die richtige Balance von Distanz und Nähe zu finden?
Mein Mitgefühl für die Eltern und die Familie ist groß und der Kummer sehr nachvollziehbar. Meine Gedanken
sind oft bei ihnen, haben mich aber bisher nicht aus dem Gleichgewicht gebracht. Auch die Beziehung der Eltern wird auf eine Probe gestellt. Viele Paare schaffen es nicht, diese Situation zu meistern. In meiner aktuellen Begleitung sind die Eltern die große Ausnahme. Sie gehen sehr liebevoll miteinander um. Ich habe in meinen Begleitungen auch erlebt, wie Paare sich getrennt haben. Vor einigen Jahren habe ich eine Familie begleitet mit vier Kindern. Das Jüngste war an Krebs erkrankt. Während dieser Zeit hat die Mutter festgestellt, dass mit ihrem Mann etwas nicht stimmt. Aber erst nach der schweren Diagnose des Kindes hat sie gemerkt, dass ihr Mann auch krank ist. Die Mutter fühlte sich mit ihren Problemen allein gelassen und stand alleine mit vier Kindern und einem schwerkranken Kind da.
Da habe ich mich schon gefragt, warum diese junge Frau so ein schweres Schicksal hat.

Eine Begleitung geht oft über viele Jahre und kann bereichernd und belastend zugleich sein. Wie werden sie vorbereitet und unterstützt?
Die Ausbildung bei den Maltesern finde ich sehr gut. Sie geht über mehrere Monate und ist sehr intensiv. Auch hinterher gibt es Praxisaustausch und Betreuung. Wir treffen uns einmal im Monat. Und hier kann
jeder von seiner Warte aus berichten, was er so erlebt hat und wo es nicht weitergeht. Da muss man manchmal
dann auch eine Grenze ziehen. Wenn es mal etwas ganz Extremes gibt, kann man auch immer einen externen
geschulten Supervisor dazuholen.

Wie reagiert die Umwelt / Ihre eigene Familie?
Meine Kinder und mein Mann haben mich immer unterstützt und es gut gefunden, dass ich mich hier engagiere.

Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Angebote

Ich auch!

Ich auch!

Unterstützung für Kinder und Jugendliche in deren Familie ein Geschwister oder Elternteil schwerstkrank ist

Bereits wenige Monate nach Gründung des Kinder- und Jugendhospizdienstes wurden nicht mehr nur Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind begleitet, sondern unser Unterstützungsangebot wurde auf die Begleitung von Familien mit einem schwerkranken Elternteil erweitert.

Wenn ein Elternteil lebensverkürzend erkrankt, betrifft das jeden in der Familie. Oft gelingen die täglichen Familienroutinen nicht mehr, weil sich notgedrungen so Vieles um den Erkrankten dreht. Wir bieten Unterstützung, um mitbetroffenen Kindern Alltagsnormalität zu erhalten. Die Helferin und Helfer gehen mit dem Kind z.B. auf den Spielplatz, übernehmen aber auch Bring- und Holdienste. Die Unterstützung richtet sich nach den Bedürfnissen der Familien und den Möglichkeiten der Ehrenamtlichen.

In einer vertrauensvollen Beziehung stellen die Kinder dann u.U. auch die Fragen, die sie beschäftigen und finden in den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser zugewandte Begleiter.

Über „Ich auch!“ fällt vielen Familien zudem die erste Kontaktaufnahme mit unserem Hospizdienst leichter.

Unsere ehrenamtlichen Helfer richten bei ihrer Unterstützung  ihr Hauptaugenmerk auf die Kinder“, beschreibt Stefanie Froehlich, Koordinatorin der Kinderhospizarbeit, das Anliegen der Malteser.

Hospiz und Schule

Hospiz und Schule

So wie Kinder und Jugendliche Fragen ans Leben haben, so haben sie auch Fragen zu Sterben, Tod und Trauer. Wir bieten Möglichkeiten mit speziell geschulten, erfahrenen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Auch Kinder und Jugendliche erleben alltägliche Abschiede, schwierige Trennungsprozesse oder gar den Verlust eines Menschen durch den Tod. Das erzeugt unsichere Gefühle.

Wir möchten mit unseren Angeboten die Gelegenheit bieten, sich den Themen Trennung, Sterben, Tod, Trauer und Trost behutsam zu nähern, um so Berührungsängsten zu begegnen.

Unsere Angebote reichen von mehrtägigen Schulprojekten für Grundschüler, über die Gestaltung einzelner Unterrichtsstunden für alle Jahrgangsstufen und Schultypen bis zu Besuchen in Firm-, Konfirmanden- und Kindergartengruppen. Gerne beraten wir auch Lehrerinnen, Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher bei ihrer eigenen Unterrichtsgestaltung.
Koordinatorinnen und ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter, zum Teil selbst Pädagogen, bieten auf Anfrage verschiedene Projekte an und stellen sich als Gesprächspartner zur Verfügung.

Koordinatorinnen Schulprojekte
Irene Schuster  
Stefanie Froehlich

Lehrgangsangebote

Lehrgangsangebote

Vorbereitungslehrgänge für ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen unentgeltlich ihre Fähigkeiten und Zuwendung ein. Sie tragen Wesentliches dazu bei, dass sich junge Patienten und ihre Familien nicht allein gelassen fühlen.

Bevor Frauen und Männer in Hospizbegleitungen eingesetzt werden, erhalten sie von uns eine qualifizierte Vorbereitung. Die nächsten Termine zum Vorbereitungslehrgang finden Sie hier unter "Veranstaltungen und Termine".

Neben dem Vermitteln von Wissen und Fertigkeiten legen wir besonderen Wert darauf, die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer anzuregen, ihre Haltung und ihre Erfahrungen mit Abschied, Sterben, Tod und Trauer zu reflektieren und darin zu reifen.

Während des Vorbereitungslehrgangs lernen die Koordinatorinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren je besonderen Stärken kennen. Dies hilft ihnen, sie später gezielt in die passende Hospizbegleitung einsetzen zu können.

Kursleiterinnen
Stefanie Froehlich
Antonia Fundulus

Palliativberatung

Erkrankt ein Mensch schwer und braucht zunehmend Unterstützung, stellt das ihn und seine Angehörigen vor Herausforderungen. Unsere Palliativfachkräfte wissen Hilfe und Entlastung.

  • Die Palliativfachkräfte beraten zu Schmerztherapie und Linderung anderer belastender Symptome. Wenn dies gewünscht wird, nehmen sie Kontakt mit dem behandelnden Arzt auf.
  • Sie erklären die medizinisch/pflegerische Versorgung und leiten Angehörige an, damit sie selber pflegerische Hilfestellungen besser leisten können.
  • Sie erklären Veränderungen bei der Ernährung, Flüssigkeitsaufnahme und krankheitsbedingte Veränderungen. Sie geben Tipps, was hilfreich ist und wohltut.
  • Auch auf die emotionalen und psychischen Herausforderungen gehen unsere Fachkräfte ein. Im Dialog suchen sie individuelle Lösungen, um für alle Betroffenen bestmögliche Lösungen zu finden. Oft schafft der Einsatz eines ehrenamtlichen Hospizhelfers zusätzliche Unterstützung, Abwechslung und Entlastung.
  • Für unsere Patienten und Angehörigen sind die Palliativfachkräfte über Handy erreichbar.
  • Sie vermitteln weitere Hilfen und die Aufnahme in passende Einrichtungen, falls die häusliche Versorgung nicht mehr ausreichend ist.
  • Sie informieren auf Wunsch über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

In der guten Zusammenarbeit mit den Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung ist es vielfach möglich, dass auch Patienten mit komplexer Symptomatik gut versorgt zuhause oder in der versorgenden Einrichtung sterben können.

Marie-Luise Schneider und Beate Peters-Dürrschmidt, Palliativ Care Fachkräfte

Trauerbegleitung

Der Tod eines geliebten Menschen löst in der Regel einen schmerz- und leidvollen Trauerprozess aus, der den gewohnten Lebenszusammenhang schwer erschüttern kann. Gespräche mit Menschen, die sich genau dafür zur Verfügung stellen, können wohltuend sein und beitragen, nach und nach Tritt zu fassen in einem veränderten Leben.
Wir bieten in unseren Räumen einen monatlichen Trauergesprächskreis, der von geschulten Mitarbeiterinnen geleitet wird.

Darüber hinaus bieten wir auch die Möglichkeit zu persönlicher Beratung und Einzelbegleitung. Bei eingeschränkter Mobilität besuchen wir die Menschen in ihrer Wohnung oder in der Senioreneinrichtung.

Unsere offene Trauergruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr in den Räumen des Malteser Hospizdienstes, Bahnhofstr. 3, 82166 Gräfelfing. Aufgrund der aktuellen Situation kann sich der Veranstaltungsort ändern, daher bitten wir Sie, sich vorher telefonisch (089/85 83 79 88) oder per Email (hospizdienst.wuermtal@malteser.org) anzumelden.

Kontakt

Beate Peters-Dürrschmidt, Koordinatorin

Malteser Hospizdienst
Telefon: 089 / 85837988
hospizdienst.wuermtal@malteser.org

Telefon: 08105 / 775 94 10
hospizdienst.gilching@malteser.org

Ehrenamtlich engagieren in der Trauerbegleitung

Ehrenamtliche Aufgabe

Ehrenamtliche Aufgabe

Die ehrenamtliche Tätigkeit im Trauerbereich umfasst

  • die individuelle Trauerbegleitung
  • unter anderem Projektarbeit wie z.B. das  Projekt „Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit“, bei dem die Themen Sterben, Tod und Trauer in Schulen und Kindergärten gebracht werden.

Unabhängig von der direkten Begleitung brauchen wir Ihr ehrenamtliches Engagement auch bei der Mitwirkung von z.B.:

  • Informationsveranstaltungen
  • Informationsständen
  • in der Bildungsarbeit
  • Aktivitäten zusammen mit den Trauernden
  • lokalen Projekten
  • allgemeinen organisatorischen Tätigkeiten (z.B. Mitarbeit in der Bibliothek, Einladungen erstellen und versenden, etc.)
Das bieten wir Ihnen

Das bieten wir Ihnen

  • ein Aufgabengebiet das Ihren Talenten und Neigungen entspricht
  • bewegende und bereichernde Begegnungen mit Menschen, die Ihre Hilfe benötigen
  • eine qualifizierte Ausbildung, die wir Ihnen bescheinigen
  • Fortbildungen, die Sie weiterbringen und Ihnen Sicherheit geben
  • Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch und Reflexion
  • eine begleitende Supervision
  • eine nette Gemeinschaft
  • Unterstützung und Hilfe durch hauptamtliche Fachkräfte
  • umfangreicher Versicherungsschutz bei Ihrem Einsatz

Damit Sie auf diese Aufgabe gut vorbereitet sind, werden Sie von uns, auf unsere Kosten, ausgebildet. Nach der internen Ausbildung schließen Sie sich einer Hospizgruppe/einem Hospizdienst an, die von einem meist hauptamtlichen Koordinator geleitet wird. Dieser stellt für Sie den Kontakt zu einem Menschen/einer Familie her, den/die Sie begleiten werden. Im Rahmen Ihrer Hospizgruppe nehmen Sie regelmäßig an Reflexions- und Fortbildungstreffen teil.

Bei der ersten Kontaktaufnahme führen unsere Hospizmitarbeiterinnen ein ausführliches „Kennenlerngespräch“ mit Ihnen, hier besteht die Möglichkeit sich näher kennenzulernen, erste Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten. Dieses Gespräch verpflichtet Sie zu nichts!

Ihr Zeitaufwand

Ihr Zeitaufwand

Sie bestimmen Ihren persönlichen Zeiteinsatz:

Ihre intensive Vorbereitungszeit umfasst eine Einführung in die ehrenamtliche Tätigkeit bei den Maltesern sowie die Qualifizierung auf Ihre hospizliche Tätigkeit.

Sofern Sie einen sterbenden Menschen begleiten, sollten Sie sich mindestens 1x wöchentlich Zeit für ihn nehmen. Nach einer Begleitung sind Pausen erwünscht, damit Sie sich dem nächsten Menschen widmen können. Begleitungsgruppen treffen sich meist monatlich zur Supervision bzw. zur fallbezogenen Praxisbegleitung, um das Erfahrene mit qualifizierten Fachkräften und in der Gruppe zu reflektieren.

Auch für die Begleitung trauernder Menschen, benötigen Sie Zeit für eine intensive Vorbereitung.

Um am Projekt „Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit“ mitwirken zu können, benötigen Sie Erfahrungen in der Sterbe- und Trauerbegleitung, von der Sie berichten können. Diese Einsätze können sowohl einzelne Unterrichtsstunden, als auch Projekttage/-wochen incl. Vor – und Nachbereitung beinhalten.
Sie bestimmen Ihren persönlichen Zeiteinsatz.

Unsere Erwartungen

Unsere Erwartungen

Für die Sterbebegleitung und Trauerarbeit brauchen Sie

  • Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Zuverlässigkeit
  • die Bereitschaft, Leid mitzutragen
  • ein offenes Ohr
  • die Fähigkeit, sich zurücknehmen zu können
  • Authentizität
  • den Mut, sich fremden Menschen zu öffnen
  • emotionale Stabilität
  • die Bereitschaft, sich regelmäßig in der Gruppe zu reflektieren und weiterzubilden
  • Einhaltung der Schweigepflicht

Wenn Sie sich vorstellen können, einen Menschen im Sterben und in der Trauer zu begleiten sowie sich aktiv in unsere Hospizgruppe einbringen möchten, dann freuen wir uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen!