Omas for Future: Generation 50 plus für den Klimaschutz

Die Umwelt-Bewegung „Fridays for Future“ ist inzwischen den meisten Menschen ein Begriff, aber kennen Sie auch „Omas for Future“? Wir zeigen, wie diese Initiative ältere Menschen für den Schutz des Klimas und unserer Umwelt begeistert und zum Mitmachen bewegt.

Die Initiative „Omas for Future“

Sicher war „Fridays for Future“ eine Inspiration für Cordula Weimann, als sie 2019 die Initiative „Omas for Future“ ins Leben rief. Der wichtigste Grund waren jedoch ihre Enkelkinder: Um ihnen und ihrer Generation (und natürlich auch allen nachfolgenden Generationen) ein Leben in einer intakten Umwelt zu ermöglichen, wollte die Leipzigerin selbst aktiv werden. Das Motto: Handeln! Aus Liebe zum Leben!

Während es „Fridays for Future“ schafft, vor allem junge Menschen für den Klimaschutz zu begeistern, wollen die „Omas for Future“ die Generation 50 plus erreichen und zum Mitmachen animieren. Und das gelingt offenbar: Anfangs ging Cordula Weimann allein zu Demonstrationen, erstellte eine Website und leistete Überzeugungsarbeit im Bekanntenkreis. Seitdem haben sich zahlreiche Menschen der Bewegung angeschlossen und über 40 regionale Gruppen in ganz Deutschland gegründet.

Deren Anliegen ist es nicht, große Politik zu machen. Vielmehr sollen niedrigschwellige Angebote, Aufklärung und nützliche Tipps aufzeigen, wie wir alle in unserem Alltag einen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima leisten können. Das kann der Umstieg auf regional erzeugte Lebensmittel sein, die Nutzung von Ökostrom, Bahn statt Flugzeug oder der nachhaltigere Umgang mit Kleidung und Gegenständen des täglichen Lebens. Ein Thema, das Seniorinnen und Senioren durchaus beschäftigt.

So gaben laut einer Forsa-Umfrage 90 Prozent der Befragten im Alter über 60 Jahre an, dass es ihnen wichtig sei, selbst einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Was nicht verwundert, spielte Nachhaltigkeit doch gerade für die älteren Generationen schon immer eine große Rolle.

Wie die „Omas“ etwas ändern

Seit ihrer Gründung können die „Omas for Future“ schon auf einige gelungene Aktionen und Projekte zurückblicken. Für besonders viel Aufmerksamkeit deutschlandweit sorgte die bunte Aktion „Klimabänder“. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 schrieben tausende Menschen ihre Wünsche und Botschaften für ein besseres Klima auf bunte Stoff- und Papierbänder, die an verschiedenen Sammelstellen in ganz Deutschland abgegeben oder symbolisch aufgehängt werden konnten – zum Beispiel daheim oder am eigenen Fahrrad. Höhepunkt der Aktion war eine große Fahrradsternfahrt mit zahlreichen einzelnen Etappen, bei der die Bänder nach Berlin gebracht und dort im Rahmen des selbstorganisierten „Festivals der Zukunft“ präsentiert wurden. Ebenfalls im Vorfeld der Wahl waren Cordula Weimann und ihr Mitstreiter Werner Koldehoff in einer Wahl-Talkshow des TV-Senders ProSieben zu sehen, wo sie die Forderungen der „Omas for Future“ überzeugend vor prominenten Politikerinnen und Politikern vertraten und diskutierten.

Dass sie auch tatkräftig anpacken können, beweisen die „Omas for Future“ mit ihrer Aktion „Zukunft pflanzen“. Ziel ist es, über die regionalen Gruppen in ganz Deutschland möglichst viele Bäume zu pflanzen und damit den Folgen von Abholzung, Dürren, aber auch der zunehmenden Versiegelung von Flächen entgegenzuwirken. Den Anfang machte Leipzig unter dem Motto Leipzig pflanzt, wo 600.000 Bäume die Stadt grüner und lebenswerter machen sollen – also für jede Einwohnerin beziehungsweise jeden Einwohner je ein Baum.

Auf der Website omasforfuture.de finden Interessierte zahlreiche Informationen, wie sie ihren Alltag umwelt- und klimagerechter gestalten und damit auch ihren ökologischen Fußabdruck verbessern können. So werden zahlreiche Fakten und Tipps in einem unterhaltsamen Umwelt-Quiz vermittelt. Und für alle, die lieber hören als lesen, gibt es sogar einen eigenen Podcast, bei dem es ebenso um Energiefragen wie auch um nachhaltige Mode oder ökologisch unbedenkliche Geldanlagen geht.

Wer kann mitmachen?

Auch wenn die Initiative „Omas for Future“ heißt, sind selbstverständlich auch Opas willkommen – ebenso wie Mamas, Papas, Kinder und Enkelkinder. Denn wie bei jeder Bewegung gilt auch hier: Je mehr mitmachen, desto mehr kann erreicht werden. Wer dabei sein will, macht das am besten über eine der regionalen Gruppen. Wo die nächste Gruppe zu finden ist, erfährt man über die Website. Hier gibt es auch die Möglichkeit, per Mail Kontakt aufzunehmen – wenn man zum Beispiel einen eigenen Ableger gründen möchte. Darüber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, auf der nächsten Demonstration für ein besseres Klima persönlich einige „Omas“ zu treffen, um mit ihnen anregende Gespräche zum Thema Umwelt und Klima zu führen.

Malteser für den Klimaschutz

Übrigens setzen sich inzwischen auch immer mehr Hilfsorganisationen für den Schutz der Umwelt und des Klimas ein. Die Malteser haben es sich zum Beispiel zur Aufgabe gemacht, bereits im Jahr 2022 klimaneutral zu sein. Möglich wird dies unter anderem durch die Reduktion klimaschädlicher Emissionen und die Kompensation von Emissionen durch Klimaschutzprojekte. In der Praxis wird dies zum Beispiel durch eigene Klimabilanzen für jeden Standort, nachhaltigere Alternativen wie E-Fahrzeuge oder den Umstieg auf Ökostrom realisiert. Mehr dazu gibt es auch auf der Nachhaltigkeits-Seite bei den Maltesern.


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