Corona-Tests: So wird getestet

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen – ist es nur harmloser Schnupfen oder das hochansteckende Coronavirus? Um diese Frage zu klären gibt es Corona-Tests. Wie sie funktionieren, wer getestet wird und wann ein Test unumgänglich ist, erfährst du in diesem Überblick.

Darum geht's


So funktioniert ein Corona-Test

Außer beim selten durchgeführten und meist nicht sinnvollen Antikörper-Test, für den man eine Blutprobe benötigt, wird bei allen hier aufgeführten Testverfahren Material aus dem Nasen-/(Mund-)Rachen-Raum untersucht. Oft wird dazu ein Abstrich mit Zugang über die Nase (Nasopharynx) durchgeführt , wo und wie das Material gewonnen wird, ist allerdings vom einzelnen Test abhängig. Es gibt zum Beispiel auch Spuck- und Lollitests. Das ist gar nicht so leicht, denn wird die Probe nicht an der richtigen Stelle entnommen, kann das Ergebnis negativ sein, obwohl du mit dem Coronavirus infiziert bist. Daher ist es wichtig, dass der Test fachgerecht mit einem speziellen Test-Kit durchgeführt wird. Darin befindet sich unter anderem ein Plastikröhrchen, in dessen Deckel ein langes Wattestäbchen befestigt ist. Dieses wird beim klassischen Abstrich tief in den Nasen- Rachenraum eingeführt und kurz gedreht, um eine ausreichende Probenmenge, zum Beispiel Schleim mit Viren, aufzunehmen. Bei Selbst-Schnelltests ist es wichtig, die Gebrauchsanleitung genau zu lesen und danach zu verfahren. Diese werden allerdings nicht z.B. bei Eingangskontrollen akzeptiert.

Du möchtest die Malteser bei ihrer Arbeit während der Corona-Pandemie unterstützen? Dann kannst du hier spenden.

Der Abstrich ist nicht sehr schmerzhaft, kann aber unangenehm sein und Tränen in den Augen auslösen. Das Wattestäbchen, also der Probenträger, wird dann meist in einen Probenbehälter gesteckt. Anschließend kommt die Probe ins Labor. Bei den Schnelltests wird die entnommene Probe für einen kurzen Zeitraum in ein Gefäß mit Flüssigkeit gehalten beziehungsweise herumgerührt, die dann auf einen Teststreifen beziehungsweise eine Testkassette geträufelt wird. Etwa 15 bis 20 Minuten später kann man das Ergebnis ablesen. Doch was genau wird da eigentlich getestet? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Coronavirus beim Menschen nachzuweisen.

Testverfahren

PCR, PCR-Schnelltest, Antigen- oder Antikörpertests – das sind die gängigen Testverfahren, um eine Infektion mit dem Virus SARS CoV-2 festzustellen. 
Der klassische PCR-Test gilt als das sicherste Verfahren zur Feststellung einer Infektion. Bis es ein Ergebnis gibt, dauert es allerdings auch zumindest mehrere Stunden, weil das Testmaterial im Labor untersucht wird. Hier wird das Erbgut des Virus nachgewiesen.

Ein schnelleres Ergebnis liefert der PCR(NAT)-Schnelltest, weil das Testmaterial sofort ausgewertet wird und nicht ins Labor muss. Das Test-Kit enthält sozusagen schon das Labor. Auch beim Schnelltest wird nach dem Erbgut des Virus gesucht. Das Ergebnis ist schon nach etwa 30 Minuten ablesbar und in puncto Genauigkeit mit der Labor-PCR vergleichbar. Positiv, negativ oder unklar – eines dieser drei Ergebnisse zeigt der Schnelltest an. Bei einem unklaren Ergebnis muss ein weiterer Test gemacht werden. In der Regel wird dann auf den klassischen PCR-Test zurückgegriffen, auch ein positives Schnelltestergebnis sollte durch eine Labor-PCR überprüft werden. Der Schnelltest, ebenso wie der klassische PCR-Test, liefert immer nur eine Momentaufnahme. Der Test kann also zum Beispiel bei einem Infizierten negativ ausfallen, weil die Infektion durch die Vermehrung der Viren erst einige Stunden später nachweisbar ist.

Selbsttests zum Nachweis von SARS-CoV-2

Seit einiger Zeit können Bürgerinnen und Bürger mit Selbsttests daheim einen Abstrich machen. Studien zufolge sind diese Antigen-Tests bei korrekter Anwendung zwar etwas weniger zuverlässig als PCR-Tests, aber dennoch aussagekräftig. Die Selbsttests sind in Drogerien, Apotheken, in Supermärkten und im Internet erhältlich. Alle wichtigen Informationen zu den Selbsttests stellt das Bundesministerium für Gesundheit hier zur Verfügung.

Beim Antigen-Test wird das Virus über seine Proteine nachgewiesen, nicht über sein Erbgut. Das geht schneller und ist auch leichter durchführbar. Die Tests funktionieren in etwa so einfach wie ein Schwangerschaftstest. Die Probe wird auf einen Teststreifen aufgetragen und innerhalb von etwa 30 Minuten zeigt sich das Ergebnis. Inzwischen bieten verschiedene Hersteller Antigen-Tests an, doch nicht alle Tests sind hinreichend zuverlässig. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat in Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Robert-Koch-Institut (RKI) eine Liste mit geeigneten Antigen-Tests erstellt. Ist das Testergebnis positiv, muss es nicht unbedingt das aktuelle Coronavirus nachweisen. Ein negatives Ergebnis dagegen schließt eine Infektion nicht sicher aus. Hat man sich gerade erst angesteckt, kann das Virus oft noch nicht nachgewiesen werden, weil erst wenige Viren vorhanden sind. 

Ob wir schon eine Infektion mit dem Coronavirus (momentan: SARS-CoV-2) hatten, vor allem unbemerkt, zeigt der Antikörper-Test. Wenn das Virus in den Körper eindringt, werden Antikörper gebildet, die im Test nachgewiesen werden können. Auch hier gibt es die Schnelltest- und die Laborvariante. Eine akute Infektion wird auf diese Weise also nicht nachgewiesen. Das RKI nutzte diese Testvariante für eine Studie, um herauszufinden, wie viele Menschen in Deutschland das Virus bereits hatten, ohne es zu bemerken.
Ob man bei einem positiven Antikörper-Test vor Corona geschützt ist, kann man nicht zuverlässig sagen. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass ein gewisser Schutz zumindest für eine Weile besteht. Allerdings können die Tests auch mit anderen, sehr ähnlichen Viren reagieren. Dann hat man zwar ein positives Ergebnis, das sich aber nicht auf das Coronavirus bezieht. Darum sollte auch nicht jeder Test bei jeder Person durchgeführt werden. Das RKI verfolgt eine nationale Teststrategie – das gilt für alle Testverfahren. 

Wer wird getestet?

Zu Beginn der Testphase konnten sich nicht alle Menschen einfach so testen lassen. Seit dem 8. März 2021 sind diese Zeiten jedoch vorüber. Alle Bundebürgerinnen und Bundesbürger können sich seit diesem Zeitpunkt mindestens einmal pro Woche via Schnelltest testen lassen. Wo sich in der jeweiligen Region Testzentren befinden, zeigt eine schnelle Google Recherche. Für die Städte und Kreise wurden eigens dafür Webseiten erstellt – zum Beispiel schnelltest-hamburg.de, test-to-go.berlin oder diese Info-Seite der Stadt Köln. Die Kosten für die Tests übernimmt der Bund.

Und für uns alle gilt weiterhin die Formel: AHA+L+C 
Abstand halten, Hygieneregel beachten, Alltagsmasken tragen, regelmäßiges Lüften und die Corona-Warn-App nutzen.
 

Unter der Corona-Hilfe-Hotline der Malteser gibt es Hilfe für dich oder für deine Angehörigen: 

Telefon: 0221 9822-9506
Mo-Fr: 8-18 Uhr
Sa: 8-14 Uhr  


VERWANDTE ARTIKEL

Eine alte Frau wird in einer indischen Klinik versorgt.

Indien in der Pandemie – die Lage ist ernst

Hände halten eine Weltkugel, um die ein Mund-Nasen-Schutz mit der Aufschrift „Coronavirus“ gespannt ist.

Positive Veränderungen im Corona-Jahr

Junge Frau mit Mund-Nasen-Schutz spricht mit älterer Frau.

Checkliste für die Krise: So können die Malteser deinen Großeltern helfen

Bewerte diesen Artikel

 
 
 
 
 
 
48
1
5
3.55