Kosovohilfe aktuell

Anfang 2026 schickte die Kosovohilfe der Malteser in Lohne vom Zentrallager aus ereits den 17. vollbeladenen Hilfstransport auf die Reise ins mehr als 2.000 Kilometer entfernte Ferizaj in Kosovo. Auf der Ladefläche des 40-Tonners: gespendete Hilfsgüter von Pflegebetten und Pflegehilfsmitteln wie Rollstühle oder Toilettenstühle über Hygieneartikel bis hin zu hunderten Kartons Bekleidung. Die Bekleidung hatten die Lohner und die Sandkruger Malteser gesammelt und sortiert. Das Ziel in Ferizaj: das Zentrallager der örtlichen Caritas. „Wir Malteser unterstützen die Caritas in Kosovo bereits seit acht Jahren. Nach wie vor ist unsere Unterstützung und Kooperation bei der Hilfe insbesondere für Pflegebedürftige in einem der ärmsten Länder des Balkans wichtig und gewünscht“, erklärt Klaus Maier, Projektleiter der Malteser Kosovohilfe.

Gemeinschaftsprojekt hilft Kindern mit Beeinträchtigung
Deshalb soll jetzt die Hilfe noch stärker als bisher über die durch Transporte hinausgehen: „Frühförderung und Schulinklusion für Kinder mit Beeinträchtigung im Kosovo“, heißt das Gemeinschaftsprojekt von Caritas Kosova, Caritas Kärnten (Österreich) und der Malteser Kosovohilfe im Oldenburger Land.  Das Projekt, das Kinder mit Beeinträchtigung gezielt fördert, will damit die Gesellschaft im Kosovo für deren Lebenssituation sensibilisieren und öffnen. Insgesamt 140 betroffene Kinder und deren Familien erhalten in der Stadt Prizren direkte Hilfe. – Ein Leuchtturmprojekt, so Maier.

Besondere Herausforderungen im Kosovo
Im Kosovo ist die Situation für Menschen mit Beeinträchtigungen besonders schwierig – noch immer werden sie im Alltag oft versteckt, ähnlich wie in Deutschland vor rund 50 Jahren. Aus diesem Grund legen die Malteser und ihre Kooperationspartner großen Wert darauf, nicht nur die betroffenen Kinder und ihre Eltern zu unterstützen, sondern auch die Bildungseinrichtungen und die Frühförderung vor Ort gezielt zu stärken.

Maßnahmen zur individuellen Förderung
Für 40 der Kinder ist eine Frühförderung vorgesehen, entweder direkt im Frühförderungszentrum in der Stadt oder in Form von Hausbesuchen. Die restlichen 100 Kinder werden beim Eintritt in die Schule sowie während ihrer Schulzeit begleitet und unterstützt. Zusätzlich sollen fünf spezielle Räumlichkeiten an Schulen eingerichtet werden, um den besonderen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

Schulungen
Neben der individuellen Förderung werden Schulungen für das Lehrpersonal und die Familienangehörigen angeboten.

Unterstützung und Schirmherrschaft
Die Schirmherrschaft für das Gemeinschaftsprojekt zur Förderung von Kindern mit Beeinträchtigung im Kosovo hat Vechtas Offizial und Weihbischof Wilfried Theising übernommen. Bereits seit 2019 engagiert sich der damalige Vechtaer Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer für die Kosovohilfe und auch viele weitere engagierte Personen und Unternehmen sind Unterstützer. „Wir freuen uns, wenn wir noch mehr Menschen für dieses Projekt, dass den beeinträchtigten Kindern und ihren Familien hilft, begeistern können und weitere Unterstützung erhalten“, sagt Klaus Maier.

Entstehung und Entwicklung der Kosovohilfe
Der Ursprung der Malteser Kosovohilfe reicht zurück bis ins Jahr 2016. Da organisierte Hetem Misini, der selbst aus dem Kosovo stammt, den ersten eigenen Transport. Er kam während des Kosovo-Krieges Ende der 1990er Jahre als Flüchtling nach Vechta, blieb seiner Heimat aber stets verbunden. Schnell wurde deutlich, dass nachhaltige Hilfe vor Ort nur möglich ist, wenn die Menschen einbezogen werden. Daraus entstand die Zusammenarbeit mit dem Malteser-Auslandsdienst und der Caritas Kosova.

Finanzierung und Wirkung
Mit der Beteiligung an dem Gemeinschaftsprojekt setzt die Kosovohilfe der Malteser nun den Fokus noch stärker auf die direkte Hilfe vor Ort. Das Projekt bewirkt laut Maier und Misini bei den betroffenen Familien sehr viel Positives. Die Eltern berichteten von spürbaren Fortschritten bei ihren Kindern. „Allerdings läuft die bisherige internationale Finanzierung dieses Projekts Ende April aus, Somit steht es auf der Kippe“, so Klaus Maier. Die Malteser suchen daher dringend neue Förderer, um das Projekt weiterführen zu können. Er betont: „Wir können viel bewegen, wenn wir Förderer haben.“ Die Arbeit im Kosovo trage große Früchte und das werde auch von der Politik und den Behörden vor Ort gesehen und anerkannt. Bereits seit mehreren Jahren findet durch die enge Zusammenarbeit der Kosovohilfe der Malteser im Oldenburger Land mit der Caritas Kosova ein wichtiger Know-How-Transfer insbesondere im Bereich Pflege zwischen Deutschland und dem Kosovo statt.

Effizienz der Hilfe und Beispiele
Wie bereits vergleichbar kleine Summen viel bewirken können, legen der Koordinator der Malteser Kosovohilfe und die Kooperationspartner mittels Beispielen dar: 580 Euro finanzieren das Gehalt einer Mitarbeiterin (Logopädin, Psychologin oder Physiotherapeutin) für 40 Kinder für einen Monat; 300 Euro kostet ein eintägiger Ausflug mit allen 40 Kindern der Frühförderung und deren Eltern; mit 120 Euro kann das notwendige Material für das Frühförderungszentrum oder Reinigungs- und Küchenmaterial für acht Monate bereitgestellt werden.

Maier betont: „Jede Spende leiten wir Malteser in Gänze über die Caritas Kärnten an die Caritas Kosovo weiter. Die Mittel werden transparent und nachhaltig eingesetzt“

Spendenkonto:
Malteser Hilfsdienst e. V.

Pax-Bank für Kirche und Caritas eG
IBAN: DE49 3706 0120 1201 2250 15
BIC: GENODED1PA7
Stichwort: Kosovohilfe